In der vorliegenden Arbeit wird der Zusammenhang von akademischer Prokrastination und den Big-Five Persönlichkeitsmerkmalen thematisiert. Zusätzlich wird untersucht, inwiefern auch das Konstrukt Selbstkontrolle mit Prokrastination zusammenhängt. Zudem werden Geschlechts-, Alters- und Semesterunterschiede hinsichtlich des Aufschiebeverhaltens analysiert. An der Online-Befragung nahmen Studierende (N = 407) verschiedener Hochschulen und Universitäten Deutschlands teil. Die Stichprobe umfasst 32% männliche und 68% weibliche Probanden im Durchschnittsalter von 17 bis 57 Jahren (M = 25.54, SD = 6.97). Für die Datenerhebung wurde der Academic Procrastination State Inventory (APSI-d) von Helmke und Schrader (2000), die Self-Control Skala (Seipel, 2014) und das NEO-FFI-30 (Körner et al., 2008) herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Prokrastination
2.1.1 Erklärungsansätze der Prokrastination
2.1.2 Formen und Folgen von Prokrastination
2.1.3 Maßnahmen zur Überwindung von Prokrastination
2.2 Persönlichkeit
2.2.1 Persönlichkeitstheorien
2.2.2 Das Big-Five-Model der Persönlichkeit
2.2.3 Selbstkontrolle
2.3 Forschungsstand und Ableitung der Hypothesen
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Untersuchungsdesign und -durchführung
3.3 Messinstrumente
3.4 Datenaufbereitung und statistische Verfahren
4 Ergebnisse
4.1 Reliabilität
4.2 Deskriptivstatistische Datenanalyse
4.3 Inferenzstatistische Prüfung der Hypothesen
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Stärken und Schwächen der Studie
5.3 Implikation für Forschung und Praxis
5.4 Fazit
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht den Zusammenhang zwischen akademischer Prokrastination und den Big-Five-Persönlichkeitsmerkmalen sowie der Selbstkontrolle bei Studierenden. Ziel ist es, Prädiktoren für das Aufschiebeverhalten zu identifizieren und Unterschiede in Bezug auf Alter, Geschlecht und Studienfortschritt zu analysieren, um daraus Handlungsempfehlungen für die akademische Praxis abzuleiten.
- Zusammenhang von akademischer Prokrastination und Persönlichkeitsmerkmalen
- Die Rolle der Selbstkontrolle als Prädiktor für Aufschiebeverhalten
- Analyse von soziodemografischen Unterschieden (Alter, Geschlecht, Semester)
- Empirische Untersuchung mittels standardisierter psychologischer Testverfahren
Auszug aus dem Buch
2.1 Prokrastination
Der Begriff Prokrastination, unter dem auch zwanghaftes oder auch pathologisches Aufschiebeverhalten verstanden wird, hat seinen Wortstamm in der lateinischen Sprache und leitet sich aus dem Verb „procrastinare“ ab. Das Verb setzt sich aus den Einzelteilen pro = “für“ und crastinus = “morgen“ zusammen, die sich ins Deutsche als „vertagen“ oder „verschieben“ übersetzen lassen. Früher war damit „eine eher positiv bewertete Verhaltensweise gemeint, nämlich das reflektierte Aufschieben von schwerwiegenden Entscheidungen bis zu einem günstigen Zeitpunkt, der einer Handlung mehr Erfolg sichert“ (Höcker et al., 2017, S.9). In der heutigen Zeit wird pathologisches Aufschieben mit einer negativen Verhaltensweise assoziiert. Individuen „schieben“ längst überfällige Erledigungen vor sich hin oder zögern sie soweit es geht hinaus um angenehmere Dinge vorzuziehen, auch wenn sie wissen, dass dieses Verhalten eine negative Konsequenz mit sich ziehen kann (Ferrari, 1993). So bezeichnen auch Solomon und Rothblum (1984) die Prokrastination als ein unnötiges Aufschieben von Aufgaben bis zu dem Zeitpunkt, an dem man Unzufriedenheit empfindet. Ähnlich definiert auch Steel (2007) das pathologische Aufschiebeverhalten. Er beschreibt Prokrastination als eine beabsichtigte und freiwillige Handlungsverlagerung die hinausgezögert wird, obwohl der Betroffene Kenntnis darüber hat, sich danach in eine negative Situation zu begeben. Helmke und Schrader (2000) bezeichnen Prokrastination als „dysfunktionales Aufschieben, Verschieben oder Vermeidungsverhalten“ (Helmke & Schrader, 2000, S. 207). Für prokrastinierendes Verhalten existiert jedoch bis heute keine einheitliche Definition. So unterschiedlich wie die Beschreibungen dieses Phänomens der Forscher auch sind, führen sie in ihrem Kern auf die gleichen Merkmale zurück. Der häufigste gemeinsame Nenner dieser unterschiedlichen Definitionen ist, „dass Aktivitäten, die zur Erreichung wichtiger Ziele nötig sind, zugunsten anderer Aktivitäten aufgeschoben werden“ (Höcker et al., 2017, S.12).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Phänomen der Prokrastination, Abgrenzung zur akademischen Prokrastination und Darlegung der Relevanz des Themas im universitären Kontext.
2 Theoretischer Hintergrund: Darstellung psychologischer Modelle und Definitionen von Prokrastination, Persönlichkeit (Big-Five) und Selbstkontrolle sowie Herleitung der Untersuchungshypothesen.
3 Methode: Beschreibung des Studiendesigns, der Stichprobe (N=407 Studierende), der verwendeten Messinstrumente (APSI-d, Self-Control Skala, NEO-FFI-30) und der statistischen Datenaufbereitung.
4 Ergebnisse: Präsentation der deskriptiven Kennwerte sowie der inferenzstatistischen Prüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Korrelations- und Mittelwertvergleichen.
5 Diskussion: Interpretation der Untersuchungsergebnisse im Kontext bestehender Forschung, kritische Reflexion der Stärken und Schwächen der Studie sowie Ableitung von Implikationen für die Praxis.
6 Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und Referenzen, die der Arbeit zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Akademische Prokrastination, Big-Five-Modell, Persönlichkeitsmerkmale, Selbstkontrolle, Selbststeuerung, Aufschiebeverhalten, Studierende, Motivation, Volition, Empirische Untersuchung, NEO-FFI-30, APSI-d, Psychologie, Prävention, Handlungsverlagerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen akademischer Prokrastination und der Persönlichkeitsstruktur von Studierenden unter Berücksichtigung des Konstrukts Selbstkontrolle.
Welche Themenfelder sind zentral?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen des Aufschiebeverhaltens, die Big-Five-Persönlichkeitstheorie sowie Möglichkeiten der Messung dieser Konstrukte bei Studierenden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob bestimmte Persönlichkeitsmerkmale als Prädiktoren für Prokrastination dienen können und ob soziodemografische Unterschiede in der Prokrastinationsneigung bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie in Form einer Online-Befragung durchgeführt, bei der standardisierte Skalen zur Erfassung von Prokrastination, Persönlichkeit und Selbstkontrolle verwendet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung des methodischen Vorgehens bei der Datenerhebung sowie die ausführliche Darstellung und Diskussion der statistischen Ergebnisse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind akademische Prokrastination, Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale, Selbstkontrolle, empirische Forschung und studentisches Arbeitsverhalten.
Welche Persönlichkeitsmerkmale korrelieren laut der Studie am stärksten mit Prokrastination?
Die Studie zeigt einen signifikanten Zusammenhang insbesondere bei den Faktoren Gewissenhaftigkeit (negativ) und Neurotizismus (positiv).
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Prokrastination?
Ja, die Ergebnisse deuten auf signifikante Unterschiede hin, wobei in dieser Untersuchung männliche Studierende durchschnittlich weniger zu Prokrastination neigten als weibliche Studierende.
Wie verändert sich das Aufschiebeverhalten im Laufe des Studiums?
Die Untersuchung ergab, dass Studierende in höheren Semestern tendenziell weniger prokrastinieren als Studierende zu Beginn ihres Studiums.
Beeinflusst das Alter das Aufschiebeverhalten?
Ja, die Daten zeigen, dass Prokrastination mit zunehmendem Alter der Studierenden abnimmt.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2021, "Mach' ich morgen." Zusammenhang von Prokrastination und Persönlichkeitsmerkmalen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140055