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Organisationen und die Konstitution von Umwelt

Título: Organisationen und die Konstitution von Umwelt

Trabajo , 2007 , 25 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Ann-Kathrin Thoennes (Autor)

Medios / Comunicación - Métodos y lógica de la investigación
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Existiert Umwelt unabhängig vom Menschen oder ist sie subjektiv bestimmt?
Mit dieser Frage beschäftigen sich nicht nur Literaten und Philosophen, sondern auch Organisationstheoretiker wie Karl Weick. Im Unterschied zu vielen anderen Wissenschaftlern geht er davon aus, dass Organisationen und Umwelten nicht unabhängig voneinander existieren. Vielmehr ist für ihn Realität insofern subjektiv bestimmt, als Organisationen sie durch ihre Handlungen selbst konstituieren. Wie das geschieht, soll die vorliegende Arbeit zeigen.
In einem ersten Teil werden primäre Aussagen des Werks „Der Prozeß des Organisierens“ von Karl Weick vorgestellt und durch Beispiele veranschaulicht. Aufgrund ihrer zentralen Bedeutung geht es dabei insbesondere um die Begriffe des ökologischen Wandels, der Gestaltung, der Selektion und der Retention.
Wie relevant das Thema „Organisationen und die Konstitution von Umwelt“ für die Kommunikationswissenschaft, insbesondere aber für den praktischen Journalismus ist, soll im zweiten Teil der Arbeit anhand des Beispiels der kontinuierlichen Fernsehforschung beantwortet werden. Hierbei geht es zunächst um die Methoden der Einschaltquotenmessung, aber auch um die Verwendung der Nutzungsdaten durch die auf dem Markt agierenden Organisationen. Inwiefern der Marktbeitritt des ZDF, die dadurch bedingte zunehmende Konkurrenzsituation und schließlich die Einführung des dualen Rundfunksystems in Deutschland als ökologischer Wandel im Sinne Weicks bezeichnet werden können und welche Folgen die Veränderungen der Fernsehlandschaft für die Erhebung von und den Umgang mit Einschaltquoten hatten, zeigt ein weiteres Kapitel. Der nächste Abschnitt beschäftigt sich mit Gestaltung im Kontext der kontinuierlichen Fernsehforschung. Er beantwortet die Frage, welche Aspekte bei der Erhebung und Auswertung der Einschaltquoten von wem in welcher Intensität berücksichtigt werden und warum. Dabei wird gezeigt, dass in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen Interessen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten einerseits sowie privatrechtlicher Fernsehanbieter und Vertreter der Werbewirtschaft andererseits ausschlaggebend sind für die Gestaltung von Umwelten. Mit dem Selektionsprozess setzt sich Punkt 2.2.3 der Arbeit auseinander. Zentrale Fragen sind: Wie werden Einschaltquoten interpretiert? Und: Ist die derzeit verbreitete Auslegung sinnvoll oder lässt sie bestimmte Faktoren unberücksichtigt? Im letzten Punkt schließlich geht es um die Retention im Sinne Weicks. Aufgrund der hohen Bedeutung für die Praxis soll dabei insbesondere beantwortet werden, inwieweit die Marktteilnehmer die von ihnen verwendeten Interpretationen sowie ihr eigenes Denken und Handeln hinterfragen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Prozess des Organisierens nach Karl Weick

1.1 Ökologischer Wandel

1.2 Gestaltung

1.2.1 Gestaltung als Einklammerung

1.2.2 Gestaltung als sich selbst bestätigende Aussage

1.2.3 Gestaltung von Schranken

1.2.4 Zusammenfassung: Das Wesen der Gestaltung

1.3 Selektion

1.3.1 Selektion als retrospektive Sinngebung

1.3.2 Inputs der Selektion

1.3.3 Zusammenfassung: Das Wesen der Selektion

1.4 Retention

1.4.1 Retention als Speicherung gestalteter Umwelten

1.4.2 Die Notwendigkeit des Diskreditierens

1.4.3 Der Einfluss neuer Technologien

1.4.4 Zusammenfassung: Das Wesen der Retention

2. Der Organisationsprozess und die Konstitution von Umwelt am Beispiel der kontinuierlichen Fernsehforschung

2.1 Die kontinuierliche Fernsehforschung in der Praxis

2.1.1 Die Einschaltquotenmessung

2.1.2 Die Funktion von Einschaltquoten

2.2 Der Prozess des Organisierens im Kontext der kontinuierlichen Fernsehforschung

2.2.1 Ökologischer Wandel: Markteintritt des ZDF, zunehmende Konkurrenzsituation, Einführung des dualen Rundfunksystems

2.2.2 Gestaltung: Konzentration auf planungsrelevante Aspekte

2.2.3 Selektion: Interpretation der Einschaltquoten als Spiegel der Publikumswünsche

2.2.4 Retention: Speicherung gestalteter Umwelten

Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die theoretischen Konzepte von Karl Weick zur Konstitution von Umwelt durch Organisationen und überträgt diese auf die Praxis der kontinuierlichen Fernsehforschung in Deutschland. Das Ziel ist es, den Konstruktionscharakter von Einschaltquoten zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie organisatorische Routinen die Wahrnehmung der sozialen Realität beeinflussen können.

  • Prozess des Organisierens nach Karl Weick (ökologischer Wandel, Gestaltung, Selektion, Retention)
  • Methodik und Funktion der kontinuierlichen Fernsehforschung mittels Einschaltquoten
  • Konstruktion von "Umwelt" durch Medienorganisationen und Werbewirtschaft
  • Herausforderungen durch das duale Rundfunksystem und technologischen Wandel
  • Kritische Analyse von Routineinterpretationen in der Medienpraxis

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Gestaltung als Einklammerung

„Während ich rede und die Fliegen summen, fängt eine Seemöwe an der Amazonasmündung einen Fisch, in der Wildnis von Adirondack fällt ein Baum, in Deutschland niest ein Mann, in der Tatarei stirbt ein Pferd, und in Frankreich werden Zwillinge geboren. Was bedeutet das? Bildet die Gleichzeitigkeit dieser Ereignisse miteinander und mit Millionen anderen, ebenso unzusammenhängenden ein sinnvolles Band zwischen ihnen, und vereint sie sie zu irgend etwas, was für uns eine Welt bedeutet?“

Die „reale Ordnung der Welt“ besteht aus einer für das Individuum, aber auch für die einzelne Organisation, nicht fassbaren Anzahl gleichzeitiger Ereignisse, Erlebnisse und Zustände. Der Mensch wird tagtäglich mit einem ständig fließenden, für ihn in dieser Form nicht greifbaren Erlebensstrom konfrontiert. Die Gestaltung im Sinne Weicks legt diesem scheinbaren Chaos Ordnung auf, isoliert einzelne Abschnitte aus dem Strom der Erlebnisse und macht sie einer genaueren Betrachtung zugänglich. Sie kann somit als „Einklammerungstätigkeit“ beschrieben werden. Gestaltung ist eng mit ökologischen Wandel verbunden. Erst wenn Differenzen im Erlebensstrom auftreten, wird der Akteur tätig. Nicht das Alltägliche, sondern das Außergewöhnliche in Form von Veränderungen zieht die Aufmerksamkeit des Individuums oder der Organisation auf sich. Der Akteur handelt, um die Differenzen im Erlebensstrom näher betrachten zu können, er beginnt mit der Konstitution seiner Umwelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Prozess des Organisierens nach Karl Weick: Einführung in die Organisationstheorie nach Weick mit Fokus auf die vier Kernelemente: ökologischer Wandel, Gestaltung, Selektion und Retention.

2. Der Organisationsprozess und die Konstitution von Umwelt am Beispiel der kontinuierlichen Fernsehforschung: Anwendung der Weickschen Theorie auf die Praxis der Einschaltquotenmessung, um den Konstruktionsprozess in Medienorganisationen zu illustrieren.

Schlüsselwörter

Organisationen, Karl Weick, Prozess des Organisierens, ökologischer Wandel, Gestaltung, Selektion, Retention, Fernsehforschung, Einschaltquoten, Marktanteil, Konstitution von Umwelt, Routineinterpretationen, dualer Rundfunk, Medienpraxis, Sinngebung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Organisationen ihre Umwelt nicht als objektive Gegebenheit wahrnehmen, sondern durch ihre eigenen Handlungen und Interpretationsprozesse aktiv selbst konstituieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Mittelpunkt stehen die Organisationstheorie von Karl Weick sowie deren praktische Anwendung auf die kontinuierliche Fernsehforschung und die Nutzung von Einschaltquotendaten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Konstruktionscharakter der Fernsehforschung aufzudecken und zu zeigen, wie Marktteilnehmer durch einseitige Interpretationen von Nutzungsdaten eine subjektive Realität schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die Konzepte der Organisationstheorie mit einer Analyse der kontinuierlichen Fernsehforschung sowie einer Auswertung bestehender Fachliteratur verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung nach Weick und die empirische Anwendung auf die Fernsehforschung, insbesondere im Kontext von Wettbewerb und dualem Rundfunksystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Organisationen, Weick, Prozess des Organisierens, Einschaltquoten, Konstitution von Umwelt und Routineinterpretationen.

Wie beeinflusst der Markteintritt des ZDF laut Autorin die Forschung?

Der Markteintritt führte zu einer neuen Konkurrenzsituation, die methodische Neuerungen, wie die Einführung automatischer Messgeräte, notwendig machte.

Warum warnt die Autorin vor der unreflektierten Nutzung von Einschaltquoten?

Die unreflektierte Nutzung führt zu einer routinierten Sichtweise, welche die notwendige Flexibilität einschränkt und wichtige Aspekte der sozialen Wirklichkeit ausblendet.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Organisationen und die Konstitution von Umwelt
Universidad
University of Bamberg
Curso
HS: Die Mesoperspektive in der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Calificación
1,3
Autor
Ann-Kathrin Thoennes (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
25
No. de catálogo
V114005
ISBN (Ebook)
9783640144822
ISBN (Libro)
9783640146031
Idioma
Alemán
Etiqueta
Organisationen Konstitution Umwelt Mesoperspektive Publizistik- Kommunikationswissenschaft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ann-Kathrin Thoennes (Autor), 2007, Organisationen und die Konstitution von Umwelt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114005
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