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Zu Mechthilds von Magdeburg 'Das fließende Licht der Gottheit'

Aspekte des Dialogs

Title: Zu Mechthilds von Magdeburg 'Das fließende Licht der Gottheit'

Seminar Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Asadeh Mansouri (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Als von Gott Berufene schreibt Mechthild von Magdeburg im 13. Jahrhundert ihr großes Werk Das fließende Licht der Gottheit. In sieben Büchern, die zusammen das Fließende Licht ergeben, beschreibt sie ihre Gottesvisionen und Offenbarungen. Dabei sind immer wieder Bezüge zum Minnesang, zum ins Volksprachliche übertragenen Hohelied und zu biblischen Erzählungen erkennbar. Das Liebesgespräch wird zur Grundlage ihres Werks: Mechthild hat es als erste konsequent als Modell der Gotteserfahrung verwendet, nachdem die theologische Tradition durch eine entsprechende mystische Exegese des Hohen Liedes die Vorraussetzung dafür geschaffen hatte.2 Vor allem der dialogische Aspekt des Liebesgespräches und die besondere (sprachliche) Beziehung, die die liebenden Gesprächspartner verbindet, rückt dabei in den Mittelpunkt. Das Verhältnis des Ichs zum Anderen drückt sich besonders im Dialog aus und gewinnt hier eine subtile, der Sprachtheorie nahestehende Aussagekraft. In seinen Grundlinien weist dieses Denken indes - auch wenn es auf den ersten Blick spezifisch modern wirkt - zurück auf eine lange Tradition, in der das anthropologische Verständnis sich verwiesen sieht auf eine konstitutive Funktion des Verhältnisses des einzelnen Menschen zum Du und zu seiner Umwelt.3 Mechthilds Dialoge der sele mit der minne sind mehr als literarische Beweise ihrer Gottesliebe. Vielmehr verbindet sie theologische Erkenntnisse im Dialog mit künstlerischer Textrezeption und einem Gottesverständnis, das in einer fast gleichberechtigten Liebe zu Gott besteht. Der Dialog wird damit zu mehr als einem stilistischen Mittel und gewinnt eine immanente Aussagekraft, die durch Mechthilds fragmentarischen Schreibstil verstärkt zur Geltung kommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mechthild von Magdeburg

2.1 Biographie

2.2 Das fließende Licht der Gottheit

2.2.1 Quellenlage

2.2.2 Aufbau und Inhalt

3. Der Dialog und Das fließende Licht der Gottheit

3.1 Dialoge in Philosophie und Literatur

3.1.1 Der Dialog in der christlichen Mystik

3.2 Der Liebesdialog bei Mechthild

4. Fazit: Mechthilds existenzielles Anliegen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion des Dialogs in Mechthild von Magdeburgs Werk Das fließende Licht der Gottheit. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie das Liebesgespräch als literarisches und theologisches Modell zur Darstellung mystischer Gotteserfahrung eingesetzt wird und welche Bedeutung dieser dialogische Ansatz für das Verständnis der Beziehung zwischen dem Ich und Gott hat.

  • Die literarische Form des Dialogs im Kontext mystischer Schriften.
  • Das Verhältnis von philosophischen und literarisch-dramatischen Dialogstrukturen.
  • Die Analyse der Liebesbeziehung zwischen Seele und Gott als dialogisches Modell.
  • Die Verbindung von theologischer Erkenntnis und sprachlicher Ästhetik.
  • Die Relevanz des dialogischen Prinzips als Mittel zur Reaktualisierung des mystischen Erlebens.

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Liebesdialog bei Mechthild

Auf den ersten Blick ähneln Mechthilds Dialoge in Das Fließende Licht der Gottheit eher dramatischen denn philosophischen Dialogen. Die Gespräche sind nicht eingebettet in eine narrative Textstruktur, sondern stehen meist als einzelne Kapitel und Textabschnitte für sich. Gleich zu Beginn ihres Buches im ersten Kapitel lässt sie (ihre) sele und die minne über die notwendigen Leiden der Seele aus Liebe zu Gott dialogisieren. Die Intimität der von Mechthild gewählten literarischen Form der an das Hohelied und den Minnesang angelehnten erotischen Liebesdialoge, suggeriert eine besondere Authentizität. Der Dialog scheint nicht nur „Ort der Vermittlung“ zwischen einer unio mystica und der Distanz zu Gott zu sein, sondern auch intimes Geständnis der Autorin. Das Gespräch wird kaum eingeführt und entwickelt sich zielstrebig auf eine Übereinkommen der beiden Gesprächspartner hin.

Es bleibt an dieser Stelle allerdings [...] beim Dialog zweier getrennter Stimmen, denn Frau Minne kündigt das Verschmelzen beider Positionen als Krönung der von der Seele verlangten Selbstaufgabe zwar an, doch wird dies innerhalb des Gesprächs selbst nicht vollzogen.

Suerbaum interpretiert dies als eine Absage an die individuelle Biographie. Die Klage der Seele bezüglich des Verlustes von „gut, frunde und mage“, die ja mit der persönlichen Biographie Mechthild übereinstimmt, ist nicht als Mechthilds persönliche Klage zu verstehen, sondern eine Anspielung auf das Vorbild der Apostel, die jegliche persönliche Bindung hinter sich gelassen haben. Mechthild hat also nicht nur „tagebuchartig“ formulierte Texte in Dialogform verfasst, sondern gezielt biblische und theologische Bezüge hergestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk Mechthilds von Magdeburg ein und stellt den Dialog als zentrales Modell ihrer Gotteserfahrung sowie ihre fragmentarische Schreibweise vor.

2. Mechthild von Magdeburg: Dieses Kapitel behandelt die biographischen Grundlagen, die Quellenlage der verschiedenen Handschriften sowie den Aufbau und Inhalt ihres Offenbarungsbuches.

3. Der Dialog und Das fließende Licht der Gottheit: Hier werden theoretische Grundlagen des Dialogs in Philosophie und Literatur sowie deren spezifische Anwendung in der christlichen Mystik und im Werk Mechthilds analysiert.

4. Fazit: Mechthilds existenzielles Anliegen: Das Fazit fasst zusammen, wie Mechthild durch den Dialog eine Brücke zwischen Geistlichem und Weltlichem schlägt und ihr Werk über die Zeit hinaus aktuell hält.

Schlüsselwörter

Mechthild von Magdeburg, Das fließende Licht der Gottheit, Mystik, Dialog, Liebesdialog, unio mystica, Minnesang, Hohelied, christliche Mystik, Sprachphilosophie, Gottesliebe, Mittelalterliche Literatur, existenzielle Erfahrung, literarische Form.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Form des Dialogs in Mechthild von Magdeburgs mystischem Hauptwerk und untersucht, wie diese Form zur Darstellung der Beziehung zwischen Gott und der Seele genutzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Mystik des Mittelalters, die Dialogtheorie, den Einfluss des höfischen Minnesangs auf religiöse Texte sowie das Gottesbild in den Schriften Mechthilds.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mechthild von Magdeburg den Dialog als bewusste literarische und theologische Technik einsetzt, um mystische Erfahrungen für den Leser nachvollziehbar und lebendig zu gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl theoretische Dialogmodelle als auch textimmanente Beobachtungen und intertextuelle Bezüge, etwa zum Hohelied, einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Dialogen in Literatur und Philosophie, die spezifische Ausprägung mystischer Dialoge sowie die detaillierte Analyse der Liebesdialoge im Werk Mechthilds.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Publikation?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mystik, Dialogik, unio mystica, Minnesang und die spezifische Identitätskonzeption der Seele bei Mechthild von Magdeburg charakterisiert.

Warum spielt das Hohelied eine so wichtige Rolle für das Verständnis von Mechthilds Werk?

Das Hohelied dient als zentrales biblisches Vorbild, das im Mittelalter als allegorischer Dialog zwischen Gott und der Seele interpretiert wurde und Mechthild die Struktur für ihre eigenen Liebesgespräche lieferte.

Inwiefern unterscheidet sich Mechthilds Dialogführung von der klassischen Philosophie?

Während philosophische Dialoge oft rational und diskursiv strukturiert sind, zeichnen sich Mechthilds Dialoge durch eine hohe Emotionalität, Intimität und das Ziel der mystischen Vereinigung aus, ohne dabei eine abgeschlossene narrative Struktur zu verfolgen.

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Details

Title
Zu Mechthilds von Magdeburg 'Das fließende Licht der Gottheit'
Subtitle
Aspekte des Dialogs
College
Technical University of Berlin  (Institut für Literaturwissenshaften - Ältere Deutsche Philologie)
Course
Mechthild von Magdeburg: Das fließende Licht der Gottheit
Grade
2,7
Author
Asadeh Mansouri (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V114007
ISBN (eBook)
9783640144846
ISBN (Book)
9783640150694
Language
German
Tags
Mechthilds Magdeburg Licht Gottheit Mechthild Magdeburg Licht Gottheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Asadeh Mansouri (Author), 2007, Zu Mechthilds von Magdeburg 'Das fließende Licht der Gottheit', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114007
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