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Kindlicher Lauterwerb im Erstspracherwerb

Title: Kindlicher Lauterwerb im Erstspracherwerb

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 31 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Emilija Mitreska (Author)

Speech Science / Linguistics
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Das Thema kindlicher Lauterwerb im Erstspracherwerb ist umfangreicher als man allein vom Titel her zunächst vermuten kann. Dieses Thema ist schon lange Forschungsgebiet vieler verschiedener WissenschaftlerInnen. Diese konkurrieren von Anfang an bei der Verwendung verschiedener Termini insbesondere bei der Beschreibung des Lauterwerbssystems und der Vorgänge, in denen das Kind zu seiner ersten Lautsprache kommt. Denn von Geburt an befindet sich ein Kind in einer Gemeinschaft, die hauptsächlich mit dem Mittel Sprache kommuniziert und die sich von Anfang an auch verbal an das Kind wendet. Diesbezüglich stellt sich die Frage, ob ein Kind Lautsprache passiv durch Imitation oder aktiv durch das Verstehen seiner unmittelbaren Umgebung lernt. Die Antwort auf diese Frage soll die vorliegende Arbeit liefern.
In der folgenden Ausarbeitung sollen zunächst die wesentlichen Aspekte des kindlichen Erstsprach- und Lauterwerbs bzw. das Erlernen lautsprachlicher Strukturen vorgestellt werden. Dabei wird definiert, was man unter Erstspracherwerb versteht, um dem Leser einen groben Überblick über die Entstehung des Sprachlautsystems bei Kindern zu vermitteln.
Daran schließt sich die Darstellung der verschiedenen Lauterwerbsphasen an, wobei man hierzu gleich erwähnen muss, dass es unter Linguisten, die sich mit dem Thema „Lauterwerb bei Kindern“ beschäftigt haben, keine einheitlichen Einsichten über die Phasenunterteilung gibt. Viele SprachforscherInnen sind sich aber darüber einig, dass das Kind gezwungen ist, die Sprache zu erlernen, wenn es in der Sprachgemeinschaft bestehen möchte. So beginnt ein Kind, sich seine Welt durch Gurr- und Lalllaute, erste Wörter bis zur Drei- und Mehräußerungen anzueignen.
Im Abschnitt 4 soll das Ziel dieser Arbeit sein, grob zu skizzieren, wie Kinder Lautsegmente erwerben. Der Hauptvermerk wird hierzu auf den Vereinfachungsstrategien, die ein Kind beim Lautsegmenterwerb verwendet, sowie auf dem ersten distinktiven Lautoppositionserwerb liegen, wobei dieser ferner auch zu erläutern sein wird. Im Anschluss daran wird dann gezeigt, wie Kinder die Silben in der Erstsprache erwerben. Im Zentrum werden zunächst die allgemeine Silbenphonologie, dann die Silbenerwerb¬reihen¬folge und schließlich die Phasen des Silbenerwerbs stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kindlicher Erstspracherwerb

2.1. Was ist Erstspracherwerb?

3. Phasen des kindlichen Lauterwerbs

3.1. Babbelphase

3.1.1. Phase des Gurrens

3.1.2. Phase des Lallens

a. Was bedeutet die Lallphase für Kinder?

b. Die Übergangsphase zwischen Lall– und Sprechphase

3.2. Sprechphase

3.2.1. Erwerb der ersten Wörter

a. Einwortäußerungen

b. Zwei-Wortäußerungen

c. Drei- und Mehrwortäußerungen

4. Erwerb der Lautsegmente bei Kindern

4.1. Vereinfachungsstrategien im Lautsegmenterwerb

4.2. Erster distinktiver Lautoppositionserwerb

4.2.1. Konsonantische und vokalische Spaltung

4.2.2. Implikation der Lautelemente

4.2.3. Weitere Entwicklung der Konsonanten und der Vokale

5. Silbenerwerb im L1- Erwerb

5.1. Allgemeine Silbenphonologie

5.1.1. Silbenkonstituenten und Sonoritätsprinzip

5.1.2. Die Markiertheit in der Silbenphonologie

5.1.3. Silbifizierung nach der Onset-Maximierung

5.2. Silbenerwerbreihenfolge in der Erstsprache

5.3. Phasen des Silbentypenerwerbs

5.3.1. Phase des CV- Silbentypenerwerbs

5.3.2. Phase des CVC- Silbentypenerwerbs

5.3.3. Phase des V und VC- Silbentypenerwerbs

5.3.4. Phase des Erwerbs aller anderen Silbentypen

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den kindlichen Spracherwerb mit einem primären Fokus auf die Entwicklung des Lautsystems und der Silbenstruktur. Ziel ist es, den komplexen Prozess von den ersten vorsprachlichen Lautäußerungen bis hin zum Erwerb differenzierter phonologischer Strukturen zu skizzieren und die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten nachzuvollziehen.

  • Phasen des vorsprachlichen Lauterwerbs (Gurren, Lallen).
  • Entwicklung des Lautsegmenterwerbs und Vereinfachungsstrategien.
  • Erwerb distinktiver Merkmale und Lautoppositionen.
  • Allgemeine Silbenphonologie und Silbifizierungsprozesse.
  • Reihenfolge und Phasen des kindlichen Silbentypenerwerbs.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Phase des Lallens

Der „Gurrphase“ schließt sich zwischen dem siebten und achten Monat die „Lallphase“ an (vgl. Piske, T., S. 12). Sie ist eine Phase, in der das Kind alle denkbaren konsonanten- und vokalähnlichen Laute, die vorwiegend aus Vokalen bestehen, erzeugen kann, d.h. auch Laute, die über das lautliche Material der Muttersprache deutlich hinausgehen. Man kann diese Lallphase als ein phantasievolles, aber ungeordnetes Experimentieren des Kindes mit der eigenen Fähigkeit zur Lautproduktion betrachten, wobei das Kind die Kontrolle und die Koordination über die Artikulationsorgane, Atmung und Stimmgebung erreicht (Grimm, H./Engelkamp, J., S. 233). Sie wird dadurch charakterisiert, dass „parallel zur Phonation abwechselnd ein Öffnen und Schließen des Ansatzrohres stattfindet“ (Piske, T., S.12).

Jakobson vertritt die Meinung, dass Kinder typische Lautmuster, die sie in ihrem Umfeld bzw. in ihrer Umgebung hören, lallen. Diesbezüglich imitieren sie sämtliche Laute, die sie mit ihren Sprechorganen produzieren können. Dies erklärt, warum es in der Kindersprache Laute gibt, die in der Erwachsenensprache völlig fremd sind (vgl. Jakobson, R., S.20).

Hierzu muss hervorgehoben werden, dass Lallen sich vom Gurren dadurch unterscheidet, dass es eine sehr sprachähnliche Lautqualität aufweist. Die Laute, die von Kindern produziert werden, ähneln etwas den der Erwachsenen. In der Gurrphase dagegen ähneln die Laute noch nicht den der Erwachsenen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität des kindlichen Lauterwerbs ein und legt das Ziel der Arbeit fest, die Lauterwerbsphasen sowie den Silbenerwerb zu untersuchen.

2. Kindlicher Erstspracherwerb: Hier wird der Erstspracherwerb als ungesteuerter Lernprozess definiert, der eng mit der kognitiven und sozial-affektiven Entwicklung des Kindes verknüpft ist.

3. Phasen des kindlichen Lauterwerbs: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung von den ersten Gurrlauten über das Lallen bis hin zur Sprechphase, in der das Kind beginnt, bedeutungsvolle Wörter zu bilden.

4. Erwerb der Lautsegmente bei Kindern: Hier liegt der Schwerpunkt auf den Vereinfachungsstrategien, die Kinder beim Lautsegmenterwerb nutzen, sowie auf der Entwicklung der ersten distinktiven Lautoppositionen.

5. Silbenerwerb im L1- Erwerb: Dieses Kapitel erläutert die Silbenphonologie, das Sonoritätsprinzip und die spezifische Reihenfolge, in der Kinder verschiedene Silbentypen (wie CV, CVC, etc.) erwerben.

6. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über den Prozess des Laut- und Silbenerwerbs zusammen und gibt einen kurzen Ausblick auf theoretische Ansätze zum Spracherwerb.

Schlüsselwörter

Kindlicher Lauterwerb, Erstspracherwerb, Lallphase, Gurrphase, Lautsegmente, Phonologie, Silbenerwerb, Silbenphonologie, Sonoritätsprinzip, Markiertheit, Vereinfachungsstrategien, Lautopposition, Sprachforscher, Sprachentwicklung, Vokalsystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Prozessen und Phasen, die Kinder während des Erwerbs ihrer Muttersprache im Bereich der Lautbildung und Silbenstruktur durchlaufen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?

Zentrale Themen sind die frühkindlichen Phasen (Gurren, Lallen), der Erwerb von Lautsegmenten, phonologische Vereinfachungsstrategien sowie die systematische Entwicklung verschiedener Silbentypen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, einen Überblick über die Mechanismen des kindlichen Lauterwerbs zu geben und zu zeigen, wie Kinder schrittweise das Laut- und Silbensystem ihrer Sprache aufbauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender sprachwissenschaftlicher Theorien und Untersuchungen, insbesondere zur kindlichen Sprachaneignung und zur Guttman-Skala für Silbentypen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Lauterwerbsphasen, die Strategien zur Vereinfachung bei der Produktion, die Ausbildung von Vokal- und Konsonantensystemen sowie die spezifische Abfolge des Silbenerwerbs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Lauterwerb, Silbenphonologie, Sonoritätsprinzip, Vereinfachungsstrategien und die Unterscheidung der verschiedenen Silbentypen wie CV oder CVC.

Was besagt die Kontinuitätshypothese im Vergleich zur Diskontinuitätshypothese?

Die Kontinuitätshypothese sieht das Lallen als notwendige Übungsphase für das spätere Sprechen, während die Diskontinuitätshypothese nach Jakobson einen Bruch zwischen der vorsprachlichen Lallphase und dem tatsächlichen Wortwerb annimmt.

Welche Rolle spielt die "Guttman scale of syllable types" in der Arbeit?

Die Skala dient dazu, die empirisch beobachtete Reihenfolge aufzuzeigen, in der Kinder verschiedene Silbentypen erwerben, beginnend bei der einfachen CV-Struktur bis hin zu komplexen Konsonantenclustern.

Warum sind CV-Silben für Kinder "nicht markiert"?

CV-Silben gelten als universell und unmarkiert, da sie die grundlegende und einfachste Struktur von Konsonant und Vokal darstellen, die von allen Kindern frühzeitig produziert werden kann.

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Details

Title
Kindlicher Lauterwerb im Erstspracherwerb
College
University of Heidelberg  (Deutsch als Fremdsprache)
Course
Erstspracherwerb
Grade
1,5
Author
Emilija Mitreska (Author)
Publication Year
2008
Pages
31
Catalog Number
V114026
ISBN (eBook)
9783640149223
ISBN (Book)
9783640149711
Language
German
Tags
Kindlicher Lauterwerb Erstspracherwerb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Emilija Mitreska (Author), 2008, Kindlicher Lauterwerb im Erstspracherwerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114026
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