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Netzwerke von armen und reichen Bewohnern

Titre: Netzwerke von armen und reichen Bewohnern

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 20 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Lueder Thienken (Auteur)

Sociologie - Divers
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Diese Arbeit widmet sich der Fragestellung, in wie fern sich das soziale Netzwerk einer Person auf deren Berufs- und Einkommenschancen auswirkt und deren soziale Mobilität beeinflussen kann. Hierzu werden einige theoretische Aspekte vorgestellt, darunter der Ansatz der „weak und strong ties“ von Mark Granovetter, der die Stärken schwacher Beziehungen in ihrem höheren Informationsfluss sieht, die starken Beziehungen jedoch aufgrund ihrer unterstützenden Funktion in Krisensituationen wertschätzt. Da statusniedere Personen meist auf ein verlässliches Netzwerk angewiesen sind, mangelt es ihnen an nötigen Bekanntschaften, die ihnen nützliche Informationen zu einem besseren Arbeitsplatz übermitteln könnten. Dieses Dilemma führt neben den ohnehin schon existierenden ökonomischen und bildungsbezogenen Nachteilen zusätzlich zu einer Verfestigung der sozio-ökonomischen Immobilität der sozial benachteiligten Bevölkerung.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Das Problem sozialer Ungleichheit

2. Netzwerke und Soziales Kapital

3. Das Ego-zentrierte Netzwerk als eine Form der Netzwerkanalyse

4. Die Stärken der „schwachen Beziehungen“ (weak ties)

5. Die Stärken der „starken Beziehungen“ (strong ties)

6. Der Einfluss von Status

7. Soziales Kapital und Stellensuche

8. Der Einfluss städtischer Siedlungen

9. Zusammenhang von Siedlungsgröße und Netzwerk

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss persönlicher sozialer Netzwerke auf die beruflichen Chancen und die soziale Mobilität von Individuen, wobei insbesondere die sozioökonomischen Auswirkungen bei unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen im städtischen Kontext beleuchtet werden.

  • Wirkung von "weak" und "strong ties" auf den Informationsfluss und die Unterstützung in Krisenzeiten.
  • Einfluss des individuellen Status auf die Netzwerkstruktur und den Zugang zu Ressourcen.
  • Die Rolle von Netzwerken bei der Stellensuche und deren Bedeutung für die soziale Immobilität.
  • Zusammenhang zwischen städtischer Segregation, Wohnvierteln und der Stigmatisierung von Bewohnern.

Auszug aus dem Buch

4. Die Stärken der „schwachen Beziehungen“ (weak ties)

Nach Granovetter gibt es verschiedene Intensitäten von Beziehungen. So definiert er zum einen die engen Beziehungen zu Freunden und Verwandten einer Person als „strong ties“. Das Netzwerk, welches sich aus diesem Geflecht an untereinander verwandten oder befreundeten Personen ergibt, bezeichnet er als „dichtes“ Netzwerk. Hier sind die Interrelationen unter den partizipierenden Akteuren sehr eng verzahnt, einfach ausgedrückt könnte man sagen: „jeder kennt jeden“. „Weak ties“ hingegen definiert Granovetter als Verbindungen zu Bekannten. Die Intensität der Beziehung ist nicht so stark, demzufolge sind sich die Bekannten Egos untereinander auch meist nur flüchtig oder gar nicht bekannt. Aus einem solchen Geflecht an sehr schwachen Verbindungen ergibt sich ein sog. „low density network“ (Granovetter 1983, S.202).

Gewöhnlicherweise ist ein Individuum, Ego, in ein Netzwerk aus guten Freunden und Verwandten „eingebettet“, die auch untereinander enge Beziehungen pflegen (es entsteht ein dichtes Cluster sozialer Beziehungen). Zudem ist es üblich, dass Ego auch eine Reihe von Bekanntschaften hat, die nur sehr schwach in das jeweilige Netzwerk von Ego integriert sind. Es kann davon ausgegangen werden, dass nahezu jeder dieser Bekannten sein eigenes dichtes Netzwerk an Freunden und Bekannten unterhält und folglich ebenfalls in eine „dicht verknüpfte Gruppe“ („closely/densely knit clump of social structure“, Granovetter 1983, S.202) eingebunden ist. Die „weak ties“ zwischen den beiden Bekannten sind jedoch die entscheidende „Brücke“, um zwischen den beiden dicht verknüpften Gruppen eine Verbindung zu schaffen und den Austausch von Informationen und Ressourcen zu ermöglichen (Granovetter 1983, S.202, s. Abb.4).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Problem sozialer Ungleichheit: Die Einleitung thematisiert den Zusammenhang zwischen sozialer Mobilität, Bildung und Berufsstatus und betont die Bedeutung der "Embeddedness" von Akteuren für die Verfestigung sozialer Ungleichheit.

2. Netzwerke und Soziales Kapital: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des Sozialkapitals nach Coleman und Putnam und definiert Ressourcen wie Familien- und Gruppensolidarität, Vertrauen und strukturelle Autonomie.

3. Das Ego-zentrierte Netzwerk als eine Form der Netzwerkanalyse: Es wird die Methodik der Netzwerkanalyse vorgestellt, wobei das Fischer-Instrument als zentrales Erhebungswerkzeug für persönliche, ego-zentrierte Netzwerke dient.

4. Die Stärken der „schwachen Beziehungen“ (weak ties): Dieses Kapitel analysiert die Funktion schwacher Verbindungen als Brücken zwischen dicht vernetzten Gruppen, die den Informationsaustausch über das eigene soziale Cluster hinaus ermöglichen.

5. Die Stärken der „starken Beziehungen“ (strong ties): Hier wird die unterstützende Rolle enger Beziehungen (strong ties) in Krisenzeiten und bei der ökonomischen Absicherung, insbesondere in prekären Lebenslagen, hervorgehoben.

6. Der Einfluss von Status: Das Kapitel untersucht den Homophilie-Effekt, bei dem Akteure bevorzugt Kontakte zu Statusgleichen pflegen, was die Netzwerkgröße und -zusammensetzung massiv beeinflusst.

7. Soziales Kapital und Stellensuche: Es wird verdeutlicht, dass die Vermittlung von Arbeitsstellen maßgeblich über schwache Kontakte verläuft, wodurch Personen ohne solche Netzwerke im Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

8. Der Einfluss städtischer Siedlungen: Die Analyse konzentriert sich auf den Zusammenhang zwischen Stadtgröße, Heterogenität und der Tendenz, in anonymen Großstädten eher schwache, unpersönliche Kontakte aufzubauen.

9. Zusammenhang von Siedlungsgröße und Netzwerk: Dieses Kapitel verknüpft die bisherigen Ergebnisse mit der räumlichen Ebene und beschreibt die Entstehung homogener Quartiere sowie deren Auswirkungen auf abweichendes Verhalten.

10. Fazit: Das Fazit fasst die Resultate zusammen und warnt vor der reziproken Verstärkung sozialer Benachteiligung durch eingeschränkte Netzwerkreichweiten in abgegrenzten, statusniederen Wohnvierteln.

Schlüsselwörter

Soziale Netzwerke, Soziales Kapital, Weak Ties, Strong Ties, Soziale Mobilität, Netzwerkanalyse, Fischer-Instrument, Soziale Ungleichheit, Stellensuche, Homophilie, Stadtsoziologie, Segregation, Stigmatisierung, Prekäre Lebenslagen, Soziale Immobilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie soziale Netzwerke von Individuen deren Berufs- und Einkommenschancen sowie ihre soziale Mobilität beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Konzept des Sozialkapitals, die Unterscheidung zwischen starken und schwachen sozialen Bindungen, der Einfluss des gesellschaftlichen Status und die Auswirkungen städtischer Wohnumgebungen auf individuelle Netzwerke.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Art und Struktur der sozialen Kontakte eines Menschen zu einer Verfestigung sozioökonomischer Immobilität beitragen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung netzwerkanalytischer Ansätze, insbesondere dem Fischer-Instrument, und stützt sich auf ethnographische sowie soziologische Studien zur Netzwerktheorie.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Netzwerktheorie, den Vergleich zwischen schwachen und starken Beziehungen, den Einfluss von Status auf die Kontaktwahl und die Folgen von Netzwerkkonzentrationen in städtischen Armutsvierteln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Sozialkapital, Weak Ties, soziale Ungleichheit, Homophilie und Segregation charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Rolle von "weak ties" von der von "strong ties" bei der Stellensuche?

Während "strong ties" primär emotionale und materielle Unterstützung bieten, fungieren "weak ties" als essenzielle Informationsbrücken, die Zugang zu neuen Stellen außerhalb des eigenen sozialen Umfelds ermöglichen.

Welchen Einfluss hat das Wohnviertel auf das Verhalten der Bewohner laut der Arbeit?

Das Wohnviertel kann durch die Konzentration ähnlicher Lebensstile und die beschränkte Reichweite der Netzwerke eine reziproke Verstärkung bestimmter Verhaltensmuster sowie eine Stigmatisierung der Bewohner fördern.

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Résumé des informations

Titre
Netzwerke von armen und reichen Bewohnern
Université
University of Bonn  (Seminar für politische Wissenschaft und Soziologie)
Cours
Armut und Reichtum in der Stadt
Note
2,0
Auteur
Lueder Thienken (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
20
N° de catalogue
V114051
ISBN (ebook)
9783640173389
ISBN (Livre)
9783640173686
Langue
allemand
mots-clé
Netzwerke Bewohnern Armut Reichtum Stadt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lueder Thienken (Auteur), 2007, Netzwerke von armen und reichen Bewohnern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114051
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