Die sog. Neuen Technologien hielten in den vergangenen Jahren immer stärkeren Einzug in den Produktionsprozeß. Durch den Einsatz mikrocomputergesteuerter Systeme werden ganze Produktionszweige erfasst und neu gestaltet. Für den Bereich der industriellen Fertigung sind hier z.B. CNC—gesteuerte Werkzeugmaschienen, computergestützte Fertigungssysteme oder auch Industrieroboter zu nennen. Dieser schleichende technische Wandel hat für die Beschäftigten der industriellen Produktion vielfältige Auswirkungen auf ihre Arbeitsbedingungen.
Die vorliegende Arbeit verfolgt zwei Aufgaben: Zum einen soll gezeigt werden, welche Auswirkungen der technische Wandel auf klassische Felder der gewerkschaftlichen Interessenvertretung (Arbeitsplatzsicherheit, Arbeitsbedingungen, Qualifikation/Lohn) hat und in welcher Weise die Gewerkschaftspolitik auf diese Herausforderung reagiert. Im zweiten Teil wird dargestellt, welche Auswirkungen die qualitativen und quantitativen Veränderungen des Arbeitsmarktes, die u.a. durch den technologischen Wandel ausgelöst wurden, auf die Gewerkschaft als organisierte Interessenvertretung der Arbeitnehmer haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Gewerkschaftspolitik auf klassischen Feldern der Interessenvertretung angesichts der "Technischen Revolution"
2.1 Arbeitsplatzsicherheit
2.2 Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung
2.3 Qualifikation/Lohn
3. Quantitative und qualitative Entwicklungen an den Arbeitsmärkten und ihre Rückwirkungen auf die Gewerkschaft als organisierte Interessenvertretung der Arbeitnehmer
3.1 Quantitative Entwicklungen
3.2 Qualitative Entwicklungen
4. Zitiernachweise und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie sich neue Produktionstechniken auf die Rolle der Gewerkschaften als Interessenvertreter der Arbeitnehmer auswirken, wobei sowohl klassische Themenfelder als auch strukturelle Veränderungen am Arbeitsmarkt analysiert werden.
- Einfluss der "Technischen Revolution" auf die gewerkschaftliche Arbeit.
- Herausforderungen für Arbeitsplatzsicherheit, Arbeitsbedingungen und Qualifikation.
- Quantitative und qualitative Veränderungen der Arbeitsmärkte.
- Gefahren einer zunehmenden Polarisierung innerhalb der Gewerkschaftsbewegung.
- Zukunft der gewerkschaftlichen Interessenvertretung in einer flexiblen Arbeitswelt.
Auszug aus dem Buch
2.1 Arbeitsplatzsicherheit
Durch den Einsatz neuer Technologien ist es den Unternehmen möglich geworden, Rationalisierungsmassnahmen auf breiter Basis durchzuführen. Computer und computergesteuerte Maschienen erlauben es, die Produktion je Arbeitsstunde, also die Arbeitsproduktivität, zu erhöhen. Das hat zur Folge, dass dasselbe Produktionsvolumen durch den Einsatz neuer Technologien mit mehr Kapital und weniger Arbeit produziert wird. Das so eingesparte Arbeitsvolumen wird umgesetzt in "eingesparte" Arbeitnehmer. Entlassungen sind die Folge.
Die gewerkschaftliche Reaktion auf diese Herausforderung manifestiert sich in Forderungen nach Arbeitszeitverkürzungen und Lohnsteigerungen, um ihrer Klientel eine Beteiligung am Produktionsfortschritt zu gewährleisten, bzw. verlorengegangene Arbeitsplätze über den Weg der Arbeitszeitverkürzung wiederzugewinnen.
Auf der anderen Seite werden sog. Rationalisierungsschutzabkommen geschlossen, die versuchen, für besonders gefährdete, insbesondere langjährig beschäftigte und ältere Arbeitnehmer, Absicherungen, wie z.B. Verdienst— und Kündigungsschutz, einzuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert den Einfluss technischer Innovationen auf die Industrieproduktion und definiert die zwei zentralen Untersuchungsbereiche: die klassische Interessenvertretung und die Auswirkungen marktstruktureller Veränderungen.
2. Die Gewerkschaftspolitik auf klassischen Feldern der Interessenvertretung angesichts der "Technischen Revolution": Dieses Kapitel analysiert die gewerkschaftlichen Strategien in Bezug auf Arbeitsplatzsicherheit, Arbeitsbedingungen sowie Qualifikationsanforderungen und Lohnentwicklung.
3. Quantitative und qualitative Entwicklungen an den Arbeitsmärkten und ihre Rückwirkungen auf die Gewerkschaft als organisierte Interessenvertretung der Arbeitnehmer: Der Autor untersucht, wie Strukturwandel und Flexibilisierung zu einer Polarisierung zwischen Kern- und Randarbeitnehmerschaft führen und die Organisationskraft der Gewerkschaften bedrohen.
4. Zitiernachweise und Literaturverzeichnis: Auflistung der im Text verwendeten Quellen und weiterführender Literatur zur Thematik.
Schlüsselwörter
Gewerkschaften, Neue Technologien, Rationalisierung, Arbeitsplatzsicherheit, Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung, Qualifikation, Tarifpolitik, Arbeitsmarkt, Stammbelegschaft, Randbelegschaft, Flexibilisierung, Industrieproduktion, Strukturwandel, Interessenvertretung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Auswirkungen der "Technischen Revolution" und neuer Produktionstechniken auf die gewerkschaftliche Politik und die Arbeitswelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Arbeitsplatzsicherheit, Mitbestimmung, Qualifikationswandel, Lohnpolitik und die strukturelle Veränderung von Arbeitsmärkten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gewerkschaften auf die durch Technologie ausgelösten Veränderungen reagieren und welche Risiken für ihre Rolle als Interessenvertreter entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine sozialwissenschaftliche Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung von Arbeitsmarktstudien sowie gewerkschaftlichen Strategieansätzen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse klassischer gewerkschaftlicher Handlungsfelder sowie der Auswirkungen qualitativer und quantitativer Entwicklungen an den Arbeitsmärkten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gewerkschaften, Rationalisierung, Arbeitsmarktflexibilisierung, Stamm- und Randbelegschaft sowie technischer Wandel.
Was beschreibt die "Höherqualifizierungsthese"?
Sie postuliert, dass neue Technologien zu anspruchsvolleren Tätigkeiten mit mehr Selbstständigkeit führen, was sich positiv auf die Qualifikation und teilweise auf die Löhne auswirken kann.
Warum warnt der Autor vor der Entwicklung zur "Versicherung für privilegierte Gruppen"?
Der Autor warnt, dass Gewerkschaften durch eine zu starke Konzentration auf Kernarbeitnehmer ihre soziale Basis schwächen und ihren allgemeinen gesellschaftlichen Vertretungsauftrag riskieren.
- Citation du texte
- Thomas Jung-Hammon (Auteur), 1987, Der Einfluss neuer Produktionstechniken auf die Gewerkschaft als Interessenvertretung der Arbeitnehmer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114133