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Der „Große Lauschangriff“ im Fokus der Grundrechte

Título: Der „Große Lauschangriff“ im Fokus der Grundrechte

Trabajo , 2008 , 24 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: David Liebelt (Autor)

Derecho - Derecho público / Derecho constitucional / Derechos fundamentales
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Heutzutage hat die organisierte Kriminalität ein neues Gesicht und einen neuen Charakter. Sie kennt keine nationalstaatlichen Grenzen mehr und hat vielfältige neue Betätigungsfelder gefunden: Menschenhandel, Organhandel, Drogen- und Waffenschmuggel. Es handelt sich um ein sehr effektives und gut eingespieltes System, das grenzüberschreitend in verschiedensten Staaten operiert, selbst in Ländern mit hoch entwickelten Rechtssystemen. Dabei nutzen die Kriminellen alle möglichen Mittel, von modernster Technik bis zum menschlichen Genie. Die alten Methoden der Strafverfolgung sind häufig unzureichend, um diese Bedrohung effektiv zu bekämpfen.

Jetzt stellt sich der Politik die Frage, ob nicht auch die Ermittler die neuesten Techniken einsetzen sollten, um die öffentliche Sicherheit zu schützen. Zu diesen modernen Techniken zählen insbesondere Einrichtungen zum Abhören von Wohnungen. Diese Einrichtungen sind nicht besonders teuer und lassen sich ohne viel Aufmerksamkeit zu erzeugen installieren. Dabei sind sie sehr effektiv, um entscheidende Informationen für die Strafverfolgung und die Prävention vor weiteren Straftaten zu bekommen. Der Preis scheint gering und der Gewinn enorm.

Geleitet von diesen Überlegungen beschloss die Bundesregierung 1998 den Ermittlern den Einsatz dieser Mittel zu ermöglichen. Fraglich war, ob die geforderten Eingriffsbefugnisse allein durch eine Änderung und Ergänzung des einfachen Rechts - insbesondere der Strafprozessordnung - eingeführt werden konnten oder ob dafür auch eine Änderung des Grundrechts auf die Unverletzlichkeit der Wohnung in Artikel 13 des Grundgesetzes erforderlich war. Schließlich gelangte man zu dem Ergebnis, dass derartige repressiv motivierte Maßnahmen nicht ohne Grundgesetzänderung eingeführt werden konnten. Das von zwei Dritteln des Bundestags und Bundesrats beschlossene Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes trat am 26. April 1998 in Kraft. Die Strafprozessordnung wurde am 4. Mai 1998 durch das Gesetz zur Verbesserung der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität entsprechend geändert...

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hintergrund

1. Hintergrund zur Menschwürdegarantie in Art. 1 I GG

2. Hintergrund zu der Ewigkeitsklausel in Art. 79 III GG

3. Die Rolle des Bundesverfassungsgerichts bei der Auslegung

4. Hintergrund zum Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung in Art. 13 GG

III. Der so genannte "Große Lauschangriff"

1. Die Änderung des Art. 13 GG

2. Diskussion um die Verfassungsmäßigkeit der Änderung

a) Die Argumente der Kritiker

b) Die Argumente der Befürworter

IV. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

1. Sachverhalt

2. Verfassungsmäßigkeit von Art. 13 III GG n. F.

a) Die Entscheidung vom Senat

b) Die abweichende Meinung

3. Verfassungsmäßigkeit der Vorschriften der StPO

a) Welche Grundgesetzartikel sind Prüfungsmaßstab?

b) Schutzbereich von Art. 13 GG

c) Eingriffe

d) Materielle Eingriffsvoraussetzungen

e) Formelle Eingriffsvoraussetzungen

V. Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum "Großen Lauschangriff" vom 3. März 2004 unter besonderer Berücksichtigung des Spannungsfeldes zwischen staatlichen Befugnissen zur Strafverfolgung und dem absoluten Schutz der Menschenwürde gemäß Art. 1 I GG sowie der Ewigkeitsgarantie des Art. 79 III GG.

  • Verfassungsrechtliche Zulässigkeit der akustischen Wohnraumüberwachung
  • Stellung der Menschenwürde als höchster Rechtswert im Grundgesetz
  • Stufentheorie des Bundesverfassungsgerichts zur Eingriffsintensität
  • Kernbereichsschutz privater Lebensgestaltung
  • Demokratische Legitimation und Grenzen der richterlichen Rechtsfortbildung

Auszug aus dem Buch

3. Die Rolle des Bundesverfassungsgerichts bei der Auslegung

Bei dieser Frage spielt das Bundesverfassungsgericht eine wichtige Rolle. Mit einer bestimmten Auslegung von Grundrechten kann das Bundesverfassungsgericht die Handlungsmöglichkeiten des Gesetzgebers entweder erweitern oder verkleinern. Die Auslegung durch das Bundesverfassungsgericht hat eine zunehmende Bedeutung. Denn die Väter des Grundgesetzes konnten nicht alle späteren Realitäten und Gefahren vorhersehen. Auf diese reagiert der Gesetzgeber vielmehr mit neuen Gesetzen, die die Menschenwürde berühren können. In diesen Fällen muss dann das Bundesverfassungsgericht darüber entscheiden, ob ein Eingriff und eine Verletzung der Menschenwürde vorliegen.

Auch wenn der Gesetzgeber einen der Grundrechtsartikel im Grundgesetz ändern möchte, ist die Auslegung des Bundesverfassungsgerichts von Bedeutung. Denn wenn es entscheidet, dass ein Grundrecht einen Menschenwürdegehalt hat, dann ist dieser von Art. 79 III GG geschützt. Dieser Menschenwürdegehalt darf dann auch durch die Grundgesetzänderung nicht berührt werden.

Das Problem ist so komplex, dass ich es an einem Beispiel analysieren möchte. Als Beispiel habe ich das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum so genannten "Großen Lauschangriff" vom 3. März 2004 gewählt. Unter dem „Großen Lauschangriff“ ist die akustische Überwachung von Wohnungen mit technischen Mitteln zu verstehen. Der "Große Lauschangriff" betrifft Art. 13 GG, die Unverletzlichkeit der Wohnung.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit moderner Ermittlungsmethoden zur Bekämpfung organisierter Kriminalität und das dadurch ausgelöste verfassungsrechtliche Spannungsverhältnis zwischen Sicherheit und Freiheit.

II. Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Grundlagen der Menschenwürdegarantie, der Ewigkeitsklausel, die Rolle des Bundesverfassungsgerichts sowie das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung.

III. Der so genannte "Große Lauschangriff": Hier wird die legislative Einführung der akustischen Wohnraumüberwachung durch die Grundgesetzänderung von 1998 und die begleitende verfassungsrechtliche Debatte zwischen Befürwortern und Kritikern dargestellt.

IV. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts: Dieses zentrale Kapitel analysiert das Urteil vom 3. März 2004, insbesondere die Stufentheorie des Senats sowie das Sondervotum der abweichenden Richterinnen zur Verfassungsmäßigkeit der neuen Befugnisse.

V. Würdigung: Der Autor reflektiert das Urteil und die Notwendigkeit einer vorsichtigen Handhabung akustischer Überwachung, um die Menschenwürde als zentrales Verfassungsprinzip dauerhaft zu sichern.

Schlüsselwörter

Großer Lauschangriff, Menschenwürde, Art. 1 GG, Ewigkeitsklausel, Art. 79 GG, Art. 13 GG, Wohnraumüberwachung, Bundesverfassungsgericht, Stufentheorie, Kernbereichsschutz, Strafverfolgung, Verfassungsmäßigkeit, Grundrechte, Rechtsstaat, Privatsphäre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der verfassungsrechtlichen Einordnung des "Großen Lauschangriffs" und prüft, ob die akustische Überwachung von Wohnungen mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Schutz der Menschenwürde, der Unverletzlichkeit der Wohnung, der verfassungsändernden Gesetzgebung und den Anforderungen an eine verfassungskonforme Überwachungspraxis.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die akustische Wohnraumüberwachung zur Strafverfolgung den unantastbaren Menschenwürdegrundsatz aus Art. 1 I GG verletzt und damit gegen die Ewigkeitsgarantie des Art. 79 III GG verstößt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine juristische Analyse, die primär auf der Auslegung von Grundrechten, der verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung und der wissenschaftlichen Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Einführung der Überwachungsmaßnahmen, die kontroverse Argumentation von Kritikern und Befürwortern sowie die detaillierte Urteilsbegründung des Bundesverfassungsgerichts.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen den Schutz der Menschenwürde, die Stufentheorie, den Kernbereich privater Lebensgestaltung und das Verhältnismäßigkeitsprinzip.

Warum spielt die Stufentheorie für den Senat eine entscheidende Rolle?

Die Stufentheorie ermöglicht es dem Senat, je nach Eingriffsintensität unterschiedliche Schutzmaßnahmen zu definieren, wodurch eine menschenwürdekonforme Auslegung des Gesetzes überhaupt erst realisiert werden kann.

Wie begründet das Sondervotum die Verfassungswidrigkeit?

Die abweichenden Richterinnen argumentieren, dass der Menschenwürdegrundsatz nicht nur Handlungen, sondern den Ort (die Wohnung) als Rückzugsraum schützt, weshalb jede akustische Überwachung diesen Kernbereich unzulässig verletze.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Der „Große Lauschangriff“ im Fokus der Grundrechte
Universidad
University of Freiburg  (Institut für Öffentliches Recht)
Curso
Grundrechte im politischen System
Calificación
2,3
Autor
David Liebelt (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
24
No. de catálogo
V114179
ISBN (Ebook)
9783640156542
ISBN (Libro)
9783640156573
Idioma
Alemán
Etiqueta
Lauschangriff“ Fokus Grundrechte System
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
David Liebelt (Autor), 2008, Der „Große Lauschangriff“ im Fokus der Grundrechte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114179
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