Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law

Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG). Ein Überblick über die Anordnungen und ihre Folgen

Title: Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG). Ein Überblick über die Anordnungen und ihre Folgen

Bachelor Thesis , 2021 , 75 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tobias Gietmann (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Bachelorarbeit thematisiert die Bedeutung der Regelungen über die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG) und verschafft einen Überblick über die Anordnungen und die daraus resultierenden Folgen. Sachgerecht kann das nur gelingen, wenn zunächst eine kurze Auseinandersetzung mit den zugrundeliegenden Regelungen erfolgt. Das Augenmerk der Arbeit liegt auf einer praxisnahen Beleuchtung der gesetzlichen Maßnahmen unter besonderer Berücksichtigung der Folgen für die Geschäftsleiter.

Die Insolvenz stellt in Deutschland nach wie vor ein Thema dar, über das lieber geschwiegen wird. Es ist verpönt. Auch 22 Jahre nach Einführung und zahlreichen Modifikationen der Insolvenzordnung und damit Ablösung der Konkurs- bzw. der Gesamtvollstreckungsordnung ist die Insolvenz weder gesellschaftsfähig noch als Sanierungsinstrument in den Köpfen deutscher Geschäftsleiter angekommen. In der Folge vermeiden sie daher die Auseinandersetzung damit.

In Zeiten der COVID-19-Pandemie liegt das neben der Sache. Die enorme Bedeutung des Insolvenzrechts ist bereits daran abzuleiten, dass das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetzt (COVInsAG) das erste Gesetz überhaupt war, dass der Gesetzgeber im Rahmen der Corona-Pandemie am 27. März 2020 beschlossen und verkündet hat. Die Folgen der Pandemie für die Wirtschaft sind beispiellos. Ebenso die Dynamik. Jegliche bisher entwickelten Definitionen, Szenarien und zeitliche Ablaufpläne von Unternehmenskrisen verloren über Nacht ihre Gültigkeit bezogen auf die Pandemie. Seit der beschleunigten Einführung im März 2020 war die Entwicklung des COVInsAG und insbesondere die Aussetzung der Insolvenzantragspflichten von kurzfristigen Veränderungen geprägt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einführung

I. Situation im Bereich der Unternehmensinsolvenzen

II. Rechtspolitische Abwägung zwischen gebotener Hilfe vs. Schöpfung von sog. „Zombieunternehmen“

1. Finanzhilfen und flankierende Maßnahmen als Voraussetzungen für die Regelungen des COVInsAG

2. Wirtschaftswissenschaftliche Bedeutung von Zombieunternehmen und von diesen ausgehenden Gefahren

III. Das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG)

1. Das COVInsAG als Adaption der Hochwassergesetze der Jahre 2002, 2013 und 2016?

2. Gesetzgebungsverfahren zum COVInsAG

B. Die Insolvenzantragspflicht

I. Die Unternehmenskrise als Vorbote der Insolvenz

II. Eröffnungsgründe für Insolvenzverfahren

1. Eröffnungsgrund der Zahlungsunfähigkeit, § 17 InsO

2. Eröffnungsgrund der Überschuldung, § 19 InsO

III. Die Insolvenzantragspflicht im Lichte der Geschäftsleiter

1. Bedeutung der Insolvenzantragspflicht

2. Fristen des § 15a InsO

C. Aussetzungstatbestand, § 1 COVInsAG

I. Ziel der Aussetzung der Insolvenzantragspflichten des COVInsAG

1. In Bezug auf den Tatbestand der Zahlungsunfähigkeit, § 17 InsO

2. In Bezug auf den Tatbestand der Überschuldung, § 19 InsO

II. Anwendung des § 1 COVInsAG

1. Regelkonforme Aussetzung

2. Reichweite der Aussetzung gem. § 1 S. 1 COVInsAG

3. Aussetzung bei bereits eingetretener Insolvenzantragspflicht

4. Negierte Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

5. Vermutungsregelung des § 1 S. 3 COVInsAG

III. Regelungsgehalt des § 1 Abs. 2 COVInsAG

1. Zeitlicher Anwendungsbereich

2. Sachlicher Anwendungsbereich

IV. Regelungsgehalt des § 1 Abs. 3 COVInsAG

1. Zeitlicher Anwendungsbereich

2. Sachlicher Anwendungsbereich

3. Intention des Gesetzgebers für die unterschiedliche Behandlung des Insolvenzgrunds der Zahlungsunfähigkeit

D. Die Folgen der Aussetzung der Antragspflicht gem. § 2 COVInsAG

I. Anwendungsbereich

1. Zahlungen im ordnungsgemäßen Geschäftsgang, § 2 Abs. 1 Nr. 1 COVInsAG

2. Anfechtungsschutz für gewährte Darlehen, § 2 Abs. 1 Nr. 2 COVInsAG

II. Öffnungstatbestand des § 2 Abs. 2 COVInsAG

III. Schranken der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG im Bereich des Gläubigerschutzes

1. Deliktischer Gläubigerschutz

2. Strafrechtlicher Gläubigerschutz

3. Öffentlich-rechtliche Rechtsfolgen

E. Bedeutung der Risiken des COVInsAG für Geschäftsleiter

I. Exkulpation

II. Anforderungen für die Exkulpation

III. Zeitliche Divergenz bei der Exkulpation

F. Insolvenzantragsrechte

I. Insolvenzantragsrecht des Schuldners

II. Insolvenzantragsrecht des Gläubigers

G. Prognose der wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Auswirkungen der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG

H. Alternativen zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG

J. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen und die rechtliche Bedeutung des COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetzes (COVInsAG) auf die Insolvenzantragspflicht in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die Komplexität der gesetzlichen Regelungen, die insbesondere Geschäftsleiter betreffen, praxisnah zu analysieren und die Risiken sowie Folgen der Aussetzung – insbesondere im Hinblick auf den Gläubigerschutz und die Haftungsrisiken für Organmitglieder – aufzuzeigen.

  • Bedeutung und Zweck der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG
  • Haftungsrisiken für Geschäftsleiter bei Missachtung oder fehlerhafter Anwendung der Regelungen
  • Anfechtungsschutz und Privilegierung von Sanierungskrediten
  • Die Problematik von sogenannten „Zombieunternehmen“ als unerwünschte Nebenwirkung
  • Praktische Herausforderungen der Exkulpation durch Dokumentation

Auszug aus dem Buch

Die Unternehmenskrise als Vorbote der Insolvenz

Der Begriff der Unternehmenskrise, wie die Rechtswissenschaft sie im Kontext verwendet, impliziert ein Unternehmen in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der BGH stellt dazu auf die Zuführung von externem Kapital ab. Ursachen solcher Krisen können exogene wie auch endogene Faktoren sein. Unternehmen in Krisen ist gemeinsam, dass sie verschiedene Stadien durchlaufen, welche durch einen typischen Verlauf gekennzeichnet sind. Außerhalb einer pandemisch beeinflussten Wirtschaftssituation ergeben sich Krisenstadien nicht korrelationslos voneinander, vielmehr bauen sie aufeinander auf. Diese Stadien sind gem. der IDW Systematisierung in sechs Phasen aufgeteilt. Ein Insolvenzverfahren flankiert das Ende der letzten Phase einer Unternehmenskrise.

Die bekannten Krisenstadien und -ursachen stellen das Derivat aus empirischen Untersuchungen und Datenbasen dar. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie auf einem normalen, sich selbst regulierenden und weitgehend einflussfreien Marktgeschehen aufbauen. Mithin können die normalen Krisenstadien in einer pandemischen Situation nicht als Indikatoren für die Bewertung von Krisenszenarien, Handlungsspielräumen und Interventionsmöglichkeiten herangezogen werden. Die Zeitspanne zwischen dem Beginn einer Unternehmenskrise und einer Insolvenzreife kann durch die Pandemie auf wenige Tage reduziert sein.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einführung: Diese Einleitung beschreibt die wirtschaftliche Situation während der Pandemie und den paradoxen Rückgang der Insolvenzzahlen sowie das Ziel der Arbeit, die Bedeutung des COVInsAG zu beleuchten.

B. Die Insolvenzantragspflicht: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Insolvenzantragspflicht, die verschiedenen Eröffnungsgründe wie Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung sowie die spezifische Rolle und Pflichten der Geschäftsleiter.

C. Aussetzungstatbestand, § 1 COVInsAG: Hier wird der Kern des COVInsAG, insbesondere die Voraussetzungen, der zeitliche Anwendungsbereich und die verschiedenen Aussetzungs- sowie Rückausnahmeregelungen detailliert analysiert.

D. Die Folgen der Aussetzung der Antragspflicht gem. § 2 COVInsAG: In diesem Abschnitt werden die rechtlichen Folgen der Aussetzung, insbesondere der Anfechtungsschutz für Kredite und die Privilegierung von Zahlungen im ordnungsgemäßen Geschäftsgang, erörtert.

E. Bedeutung der Risiken des COVInsAG für Geschäftsleiter: Dieses Kapitel behandelt die verbleibenden Haftungsrisiken für Geschäftsleiter trotz der Aussetzung und unterstreicht die Wichtigkeit einer lückenlosen Dokumentation zur Exkulpation.

F. Insolvenzantragsrechte: Hier werden die verbleibenden Rechte von Schuldnern und Gläubigern zur Stellung eines Insolvenzantrags trotz suspendierter Antragspflicht behandelt.

G. Prognose der wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Auswirkungen der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG: Dieser Abschnitt wagt eine Einschätzung zur Wirksamkeit der Maßnahmen und diskutiert die langfristigen wirtschaftlichen Folgen, wie etwa die Gefahr einer zukünftigen „Insolvenzwelle“.

H. Alternativen zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG: Es werden alternative Ansätze wie das Eigenverwaltungsverfahren als mögliche und teils bessere Instrumente zur Bewältigung der Krisensituation gegenübergestellt.

J. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung kritisiert die Balance des Gesetzes zwischen Schuldnerentlastung und Gläubigerschutz und betont die Mängel in der Rechtssicherheit durch unbestimmte Begriffe.

Schlüsselwörter

COVID-19, COVInsAG, Insolvenzantragspflicht, Insolvenzreife, Geschäftsleiterhaftung, Sanierung, Zombieunternehmen, Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Insolvenzanfechtung, Gläubigerschutz, Exkulpation, Unternehmenskrise, Pandemie, Rechtssicherheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Analyse des COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetzes (COVInsAG) und dessen Auswirkungen auf die Insolvenzantragspflicht in Deutschland während der Pandemie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Aussetzungsregeln, Haftungsrisiken für Geschäftsleiter, der Anfechtungsschutz für Sanierungskredite sowie das Phänomen der sogenannten Zombieunternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das COVInsAG Geschäftsleiter entlasten sollte, welche Unsicherheiten das Gesetz dabei schuf und wie sich dies auf die Haftungssituation in der Praxis auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Arbeit, die Gesetzesanalysen, Literaturstudien und eine Auswertung von Insolvenzstatistiken kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Tatbestände des § 1 und § 2 COVInsAG, die Exkulpationsmöglichkeiten für Geschäftsleiter sowie die Folgen für den Gläubigerschutz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind COVInsAG, Insolvenzantragspflicht, Geschäftsleiterhaftung, Sanierung, Anfechtungsschutz und Zombieunternehmen.

Warum ist eine lückenlose Dokumentation für Geschäftsleiter so wichtig?

Da das Gesetz Beweislastregeln und Rückausnahmen enthält, ist eine präzise Dokumentation der Sanierungsbemühungen das einzige wirksame Mittel zur Exkulpation vor einer drohenden Haftungsinanspruchnahme.

Inwiefern beeinflusst die "Herbst-Lücke" die Anwendbarkeit des Gesetzes?

Die Arbeit diskutiert die Problematik des Zeitraums vom 1.10.2020 bis zum 31.12.2020, in dem die Aussetzung der Antragspflicht wegen Zahlungsunfähigkeit aufgehoben war, was zu erheblichen Rechtsunsicherheiten für betroffene Unternehmen führte.

Excerpt out of 75 pages  - scroll top

Details

Title
Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG). Ein Überblick über die Anordnungen und ihre Folgen
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
Tobias Gietmann (Author)
Publication Year
2021
Pages
75
Catalog Number
V1141816
ISBN (eBook)
9783346511126
ISBN (Book)
9783346511133
Language
German
Tags
Insolvenz COVInsAG Corona Covid-19 Insolvenzrecht Unternehmenskrise Wirtschaftskrise Insolvenzantragspflicht Zahlungsunfähgkeit Überschuldung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Gietmann (Author), 2021, Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG). Ein Überblick über die Anordnungen und ihre Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1141816
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  75  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint