Fusionen und Übernahmen, kurz M&A, stellen eine Form des externen Wachstums für Unternehmen dar. M&A erfreuen sich großer Beliebtheit bei Managern, denen bei großen Übernahmen oft Boni in Millionenhöhe gezahlt werden. In den USA betrug das Volumen von M&A Deals in den letzten zehn Jahren stets mindestens 6% des Bruttoinlandsproduktes. Aufgrund ihrer gesamtwirtschaftlichen Relevanz wird über M&A auch beinahe täglich in den Medien berichtet. Die Forschung sieht M&A jedoch größtenteils kritisch. Viele Studien haben gezeigt, dass akquirierende Unternehmen durch M&A keinen Wert für ihre Shareholder schaffen oder sogar Kapital vernichten. Das Ziel der Arbeit ist es, einen aktuellen Überblick zur M&A Literatur zu geben und wichtige Treiber und Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg von M&A Deals zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Institutionelle Grundlagen
2.1. Der Begriff Mergers & Acquisitions
2.2. Charakteristika von M&A Deals
2.3. Ablauf eines M&A Deals
2.4. Historische Entwicklung
3. Theoretische Grundlagen
3.1. The Market for Corporate Control
3.2. Kaufpreis
4. Die Performance von M&A
4.1. Gewinne für Acquirer
4.2. Gewinne für Targets
5. Verhandlung und Deal-Gestaltung
5.1. Abwehrmaßnahmen
5.2. Verhandlungsaufnahme und Fire Sales
5.3. Zahlungsart
5.4. Die Rolle von Investmentbanken
5.5. Weitere Verhandlungsaspekte
6. Einflussfaktoren auf die Gesamtwertschaffung
6.1. Synergien
6.2. Arbeitnehmerschutz
6.3. Kulturelle Differenzen
6.4. M&A Erfahrung und Selbstüberschätzung
6.5. Relative Größe von M&A Deals
6.6. Mitläufereffekt von M&A Deals
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen aktuellen Überblick über die Fachliteratur zu Mergers & Acquisitions (M&A) zu geben, um wesentliche Faktoren und Treiber zu identifizieren, die über den wirtschaftlichen Erfolg solcher Transaktionen entscheiden. Im Fokus steht dabei primär die Perspektive des akquirierenden Unternehmens (Acquirer), da die Literatur zwar den Nutzen für Zielunternehmen (Targets) weitgehend bestätigt, die Wertschaffung für Acquirer jedoch kritisch bewertet oder gar als kapitalvernichtend einstuft.
- Institutionelle Grundlagen und der historische Verlauf von M&A-Wellen
- Theoretische Fundierung durch den "Market for Corporate Control"
- Analyse der Performance von M&A-Transaktionen für Acquirer und Targets
- Einflussfaktoren auf die Deal-Gestaltung (z.B. Abwehrmaßnahmen, Zahlungsart, Investmentbanken)
- Determinanten der Gesamtwertschaffung, wie Synergien, kulturelle Faktoren und Erfahrungswerte
Auszug aus dem Buch
2.4. Historische Entwicklung
Zwar kommen M&A Deals in Europa erst seit den 80er Jahren vermehrt vor, die weltweite Historie von M&A Deals reicht jedoch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Die Entwicklung des M&A Volumens zeigt dabei einen prozyklischen, wellenförmigen Verlauf mit steigender Tendenz. Auslöser von M&A Wellen sind häufig ökonomische, regulatorische oder technologische Herausforderungen, auf welche die Unternehmen versuchen zu reagieren. Mithilfe von M&A sollen dann angenommene, künftige Wertsteigerungspotenziale realisiert werden. Beendet wurden M&A Wellen häufig durch Krisen. Mit großer Einigkeit in der Literatur sind bisher mindestens sechs M&A Wellen identifiziert worden. Die erste Merger Welle (1897 – 1904) war von horizontalen Zusammenschlüssen großer amerikanischer Unternehmen im sekundären Sektor geprägt. Die Hauptmotivation für Zusammenschlüsse in dieser Welle waren das Erzielen von Marktmacht und Skaleneffekten. Beendet wurde die erste M&A Welle mit dem Börsencrash von 1904 und der Verabschiedung von Antitrust Acts, welche die Macht der kartellartigen Zusammenschlüsse beschränken sollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von M&A als externes Unternehmenswachstum ein und formuliert die Forschungsfrage mit Fokus auf die häufig kritisch betrachtete Perspektive des Acquirers.
2. Institutionelle Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den M&A-Begriff, die Charakteristika von Deals, den typischen Ablauf in drei Phasen sowie die historische Entwicklung anhand von Mergers-Wellen.
3. Theoretische Grundlagen: Hier wird der theoretische Rahmen durch Mannes "Market for Corporate Control" sowie die Bestimmung von Übernahmepreisen und deren Einfluss auf die Gewinnalokation gesetzt.
4. Die Performance von M&A: Dieser Teil befasst sich mit der empirischen Erfolgsmessung von M&A, wobei die divergierenden Ergebnisse hinsichtlich der Wertschaffung für Acquirer und der in der Regel positiven Ergebnisse für Targets gegenübergestellt werden.
5. Verhandlung und Deal-Gestaltung: Das Kapitel untersucht kritische Aspekte der Transaktionsphase, darunter Abwehrmaßnahmen, Verhandlungsmethoden, die Wahl der Zahlungsart und die Rolle von Investmentbanken.
6. Einflussfaktoren auf die Gesamtwertschaffung: Dies ist der inhaltliche Schwerpunkt, der untersucht, warum Synergieeffekte oft nicht realisiert werden, und analysiert Faktoren wie Arbeitnehmerschutz, kulturelle Unterschiede, Erfahrungswerte und relative Deal-Größen.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die unterstreicht, dass es keine universelle Erfolgsstrategie gibt, da M&A stets mit Risiken und Interessenkonflikten behaftet bleiben.
Schlüsselwörter
Mergers & Acquisitions, M&A, Acquirer, Target, Market for Corporate Control, Synergien, Unternehmenskontrolle, Übernahmeprämie, Deal-Gestaltung, Due Diligence, Integrationsphase, Shareholder Value, Kapitalmarkteffizienz, Corporate Governance, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit behandelt das Thema der Wertschaffung durch Fusionen und Übernahmen (M&A) und untersucht, unter welchen Bedingungen diese Transaktionen für die beteiligten Unternehmen erfolgreich oder nicht erfolgreich verlaufen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet die institutionellen Rahmenbedingungen, die theoretischen Hintergründe von Kontrollmärkten, die Performance-Messung von Transaktionen, die strategische Gestaltung von Verhandlungen sowie verschiedene Einflussfaktoren auf die tatsächliche Wertschaffung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen aktuellen Überblick über die M&A-Literatur zu erstellen und spezifische Treiber und Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg von M&A-Deals zu identifizieren, insbesondere aus Sicht des akquirierenden Unternehmens.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Auswertung und Synthese der bestehenden wissenschaftlichen Literatur zu M&A-Deals, inklusive empirischer Studien, theoretischer Hypothesen und einer Analyse aktueller Marktentwicklungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen (Market for Corporate Control) insbesondere die Performance von Acquirern und Targets, die Komplexität der Verhandlungsphase (z.B. Abwehrmaßnahmen) sowie diverse Einflussfaktoren auf die Gesamtwertschaffung wie Synergien, kulturelle Differenzen und Erfahrungseffekte untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Mergers & Acquisitions, Synergien, Market for Corporate Control, Unternehmenskontrolle, Übernahmeprämie, Deal-Gestaltung und Shareholder Value.
Welche Rolle spielen "Takeover Defenses" laut der Untersuchung?
Die Arbeit zeigt, dass Abwehrmaßnahmen von Targets die Übernahme zwar verteuern oder verzögern können, was unter Umständen zu höheren Prämien führt, jedoch aus Sicht des Acquirers in der Regel nachteilig sind und die Rentabilität gefährden.
Wie bewertet die Arbeit den Einfluss der "Unternehmenskultur"?
Die Arbeit führt aus, dass kulturelle Unterschiede sowohl Hindernisse für die Synergie-Realisierung als auch Quellen für Wissensaustausch sein können, wobei empirische Studien oft negative Effekte auf die Performance feststellen, da kulturelle Distanz mit höheren Integrationskosten verbunden ist.
- Citation du texte
- Christian Hänseler (Auteur), 2021, Wertschaffung durch Fusionen und Übernahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1141831