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Warum meint Kant nicht Demokratie, wenn er von der republikanischen Verfassung spricht?

Über Kants "Zum ewigen Frieden"

Title: Warum meint Kant nicht Demokratie, wenn er von der republikanischen Verfassung spricht?

Seminar Paper , 2008 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katrin Werner (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Summary Excerpt Details

Die Schrift „Zum ewigen Frieden“ von Immanuel Kant erschien im Jahr 1795. Obwohl der Text mittlerweile über 200 Jahre alt ist, bietet er immer noch unwahrscheinlich viel Aktualität.
Kant greift mit seinem Text auf eine lange Tradition in der politischen Philosophie zurück. Viele vor ihm haben schon Friedensschriften verfasst, aber nur Kant ist es gelungen, dass sein Text selbst die historischen Veränderungen überlebt hat. Die Struktur des Textes ähnelt einem tatsächlichen Friedensvertrag. Kant beschreibt in den sechs Präliminarartikeln die Bedingungen für den ewigen Frieden, die dafür sorgen, dass wir einen Zustand der Kriegsabwesenheit erreichen. Um aber in den eigentlichen Friedenszustand zu gelangen, bedarf es einer Verrechtlichung. Diese beschreibt Kant in den drei Definitivartikeln, die dann die Hauptbedingungen für den ewigen Frieden darstellen.
Wie soll die Form der Staaten aussehen, damit ein Frieden möglich ist?
Diese Frage beantwortet Kant im ersten Definitivartikel, nachdem die Staaten eine republikanische Verfassung haben sollen. Doch ist die republikanische Verfassung die einzige, die zu ewigen Frieden führen kann?
Im Folgenden werde ich auf Kants Prinzipien der republikanischen Verfassung eingehen und versuchen die Frage im Zusammenhang mit den Ansichten Otfried Höffes zu diskutieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Republik als Bedingung für den ewigen Frieden

2.1. Kants Begriff der Republik

2.2. Warum meint Kant nicht Demokratie wenn er von der republikanischen Verfassung spricht?

2.3. Die Friedensfreundlichkeit der republikanischen Verfassung

3. Politiktheorie im Zeitalter der Globalisierung

3.1. Sind Republiken friedfertig?

3.2. Höffes Theorie internationaler politischer Gerechtigkeit

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Kants Konzept der republikanischen Verfassung im Kontext seines Werkes „Zum ewigen Frieden“ und hinterfragt seine Abgrenzung gegenüber dem Begriff der Demokratie. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit Kants Annahme einer inhärenten Friedfertigkeit von Republiken unter Berücksichtigung der kritischen Positionen von Otfried Höffe vor dem Hintergrund moderner globaler Politiktheorien weiterhin Bestand hat.

  • Kants politisches Staatsverständnis
  • Die Differenzierung von Republik und Demokratie
  • Friedenspotenziale liberaler Staatsformen
  • Kritische Analyse durch Otfried Höffe
  • Internationale politische Gerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

2.2. Warum meint Kant nicht Demokratie wenn er von der republikanischen Verfassung spricht?

Kant beschreibt die Demokratie in Abgrenzung zur Republik. Er unterscheidet die Formen eines Staates nach den Personen, die die Staatsgewalt besitzen und nach der Regierungsart, wie ein Oberhaupt sein Volk vertritt. Die erste Form bildet für Kant die Form der Beherrschung und die zweite Form die der Regierung. Zu den Formen der Beherrschung gehören für Kant die Autokratie, die Aristokratie und die Demokratie. Die Autokratie ist eine Herrschaftsform, in der die gesamte staatliche Gewalt bei einem Alleinherrscher liegt. Kant bezeichnet sie als Fürstengewalt.

Die Aristokratie versteht Kant als Adelsgewalt, d.h. eine Regierungsform, in der eine kleine Anzahl von Privilegierten die Staatsgewalt besitzt. Die Demokratie beschreibt Kant als Volksgewalt, d.h. die Staatsgewalt geht hier vom Volke aus.

Die Form der Regierung betrifft die „Art, wie der Staat von seiner Machtvollkommenheit Gebrauch macht.“ Diese ist wiederum auf Konstitutionen gegründet, d.h. „den Akt des allgemeinen Willens, wodurch die Menge ein Volk wird.“ Kant unterscheidet hier einmal zwischen republikanisch oder despotisch. Unter der Republik versteht Kant die Gewaltentrennung von ausführender und gesetzgebender Gewalt. Der Despotismus ist für Kant ein Staatsprinzip „der eigenmächtigen Vollziehung des Staats von Gesetzen, die er selbst gegeben hat, mithin der öffentliche Wille, sofern er von dem Regenten als sein Privatwille gehandhabt wird.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ und die Zielsetzung, dessen Prinzipien der republikanischen Verfassung im Licht von Höffes Theorien zu diskutieren.

2. Die Republik als Bedingung für den ewigen Frieden: Darlegung von Kants Definitionsmerkmalen für die Republik und Erläuterung, warum er diese von der antiken Demokratie abgrenzt und als Friedensvoraussetzung sieht.

2.1. Kants Begriff der Republik: Analyse der zentralen Pfeiler Freiheit, Gleichheit und Abhängigkeit als Grundlage für Kants Rechtsverständnis.

2.2. Warum meint Kant nicht Demokratie wenn er von der republikanischen Verfassung spricht?: Erklärung der kantischen Unterscheidung zwischen Regierungsformen und Staatsformen sowie der expliziten Ablehnung der direkten Demokratie als Despotismus.

2.3. Die Friedensfreundlichkeit der republikanischen Verfassung: Untersuchung der These, dass Staatsbürger aufgrund der Lasten eines Krieges einer republikanischen Führung die Zustimmung zu kriegerischen Handlungen verweigern würden.

3. Politiktheorie im Zeitalter der Globalisierung: Einordnung der kantischen Ideen in moderne globale Diskurse.

3.1. Sind Republiken friedfertig?: Diskussion von Otfried Höffes Kritik an Kants Friedens-These mittels historischer und statistischer Argumente.

3.2. Höffes Theorie internationaler politischer Gerechtigkeit: Darstellung von Höffes Modell einer internationalen Friedensordnung und den vier möglichen Rechtsgemeinschaften.

4. Schlussbemerkung: Fazit über die anhaltende Relevanz der Friedensidee und die Notwendigkeit, Kants Thesen angesichts heutiger politischer Realitäten kritisch zu betrachten.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Otfried Höffe, ewiger Frieden, Republik, Demokratie, Despotismus, Gewaltentrennung, Friedfertigkeit, internationale Friedensordnung, Politiktheorie, Liberalismus, Weltrepublik, Rechtsstaat, Souveränität, Globalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit Immanuel Kants politischer Philosophie im Kontext seines Werkes „Zum ewigen Frieden“ und hinterfragt seine theoretische Begründung der republikanischen Verfassung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das kantische Verständnis der Republik, die Abgrenzung zur direkten Demokratie, die Friedensfähigkeit von Staaten sowie die moderne Kritik von Otfried Höffe an diesen Konzepten.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Die Autorin untersucht, warum Kant den Begriff der Demokratie ablehnt, wenn er von der republikanischen Verfassung spricht, und wie sich diese Ansicht in der heutigen globalisierten Welt bewertet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Textanalyse von Kants Primärquellen sowie die komparative Betrachtung mit zeitgenössischer politischer Literatur von Otfried Höffe.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Kants Kriterien für einen ewigen Frieden und eine kritische Auseinandersetzung mit der Friedfertigkeit von Demokratien unter Einbeziehung von Höffes Gegenargumenten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind Kant, Friedensethik, republikanische Verfassung, Demokratiekritik, Gewaltenteilung und globale Gerechtigkeit.

Warum hält Kant die direkte Demokratie für einen Despotismus?

Kant argumentiert, dass in der direkten Demokratie keine Gewaltenteilung herrscht und das Volk gleichzeitig Gesetzgeber und Vollstrecker ist, was zu einer willkürlichen Ausübung der Macht führt.

Wie bewertet Otfried Höffe die These, dass Demokratien friedfertiger sind?

Höffe widerspricht der pauschalen Annahme, dass Demokratien per se friedfertig seien; er verweist auf statistische Daten und historisch belegte Kriege, um zu zeigen, dass wirtschaftliche Interessen auch in Demokratien zu kriegerischen Handlungen führen können.

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Details

Title
Warum meint Kant nicht Demokratie, wenn er von der republikanischen Verfassung spricht?
Subtitle
Über Kants "Zum ewigen Frieden"
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Philosophisches Institut)
Course
I.Kant - Zum ewigen Frieden
Grade
2,0
Author
Katrin Werner (Author)
Publication Year
2008
Pages
12
Catalog Number
V114202
ISBN (eBook)
9783640152117
ISBN (Book)
9783640154357
Language
German
Tags
Warum Kant Demokratie Verfassung Kant Frieden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Werner (Author), 2008, Warum meint Kant nicht Demokratie, wenn er von der republikanischen Verfassung spricht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114202
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