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Märchenparodien - Von der Parodie im Allgemeinen zur Märchenparodie im Besonderen

Título: Märchenparodien - Von der Parodie im Allgemeinen zur Märchenparodie im Besonderen

Trabajo , 2007 , 37 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Rainer Schoenauer (Autor)

Etnología / Folclore
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So reich die Quellen für Märchenparodien sprudeln, so ärmlich dümpelt die Literatur, die sich mit ihnen beschäftigt dahin. (...)
Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass vieles andere trivial und unbrauchbar ist, von der verwirrenden Komplexität seiner Ausführungen ganz zu schweigen. Viele Autoren begnügen sich damit, Definitionen und Meinungen anderer Wissenschaftler zu zitieren, aneinander zu reihen und kurz zu erläutern. „Wer soll eigentlich diesen ganzen Wust lesen, den der wildgewordene Wissenschaftsbetrieb Jahr für Jahr unten herauslässt?“4. So schreibt Hans Ritz etwas salopp über wissenschaftliche Publikationen und wenn dies auch übertrieben sein mag, so muss man doch sagen, dass es nicht immer einfach war aus dem vielen Material das Richtige und Nützliche heraus zu filtern. Deswegen beruht vieles in dieser Arbeit auf eigener Gedankenleistung und folgt eigenen Überlegungen, getreu Kants Devise „sapere aude“ („Habe Mut dich deines Verstandes zu bedienen!“). Nicht allein weil die Literatur recht unbefriedigend war und das Thema „Märchenparodie“ entweder gar nicht oder nur kurz am Rande erwähnt wurde, sondern auch weil ich mit „Onkel Hotte“, „Shrek“, der „Märchenstunde“ und den anderen Märchenparodien, Beispiele gewählt habe, die literarisch noch nicht aufgearbeitet wurden.
Zunächst werde ich versuchen den Begriff der Parodie sowohl nach antikem, wie auch nach neuzeitlichem Verständnis zu definieren (2. Kapitel). Das dritte Kapitel beschäftigt sich dann mit einem Kommunikationsmodell der Parodie nach Wolfgang Karrer und entwickelt daraus ein genaueres Modell. Die darauf folgenden drei Kapitel setzen sich dann mit dem Typ der Märchenparodie näher auseinander, wobei sich jeweils ein Kapitel der Vorlage und darauf bezogenen Eigenschaften (Kapitel 4), ein Kapitel den Veränderungsmöglichkeiten (Kapitel 5) und eines der Intention widmen (Kapitel 6), die sich grob in Kritik, Unterhaltung und das eigenständige Werk unterteilt. Das siebte Kapitel schließlich befasst sich mit der Frage, ob Märchenparodien überhaupt literarisch und gesellschaftlich wertvoll sind. Dabei ist dieser Teil weniger eine Diskussion der Pros und Kontras, sondern vielmehr ein Plädoyer für Sinn und Wert von Parodien im Allgemeinen und der Märchenparodie im Besonderen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition der Parodie

2.1 Antikes Parodienverständnis

2.2 Neuzeitliches Parodienverständnis

3. Kommunikationsmodelle der Parodie

3.1 Karrers Kommunikationsmodell

3.2 Neues Kommunikationsmodell

4. Vorlage

4.1 Bekanntheitsgrad der Märchen

4.2 Offenheit des Inhalts

4.3 Kritik am Märchen

5. Veränderungsmöglichkeiten

5.1 Kombination von Genres und Motiven

5.2 Umkehrung

6. Intention

6.1 Kritik

6.1.1 Kritik an Werk und/oder Autor

6.1.2 Kritik an gesellschaftlichen Faktoren

6.1.3 Kritik an der Märcheninterpretation

6.2 Unterhaltung

6.3 Das selbstständige Werk

7. Der Wert der Märchenparodien

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Märchenparodie als zeitgenössische literarische und mediale Gattung. Dabei wird analysiert, warum Märchen besonders häufig als Vorlage dienen und durch welche kommunikativen Prozesse sowie inhaltlichen Veränderungsstrategien, wie Kombination und Umkehrung, Parodien ihre Wirkung entfalten. Ziel ist es, den kulturellen Stellenwert der Märchenparodie jenseits der reinen Unterhaltung kritisch zu würdigen.

  • Historische und neuzeitliche Definitionen der Parodie
  • Kommunikationsmodelle für parodistische Texte
  • Die Rolle der Märchenvorlage (Bekanntheit und inhaltliche Offenheit)
  • Strategien der Veränderung: Genre-Kombinationen und Charakter-Umkehrung
  • Intentionen der Parodie: Zwischen gesellschaftskritischem Korrektiv und Unterhaltung

Auszug aus dem Buch

5. Veränderungsmöglichkeiten

Die Kreativität eines Parodienautors zeigt sich daran, wie er mit der Vorlage umgeht, was er aus dem Gegebenen macht und welche Wirkung er damit erzielt. Dabei muss ihm ein Spagat zwischen dem Original und seiner Parodie gelingen. Denn der Leser oder Zuschauer muss bei aller Verfremdung, in der Parodie immer noch das Original erkennen, um Bezüge herzustellen und Vergleiche ziehen zu können. Denn wie zu Beginn des 4. Kapitels erwähnt, wirkt eine Parodie erst, wenn der Rezipient die Vorlage nicht nur kennt, sondern auch erkennt.

Dazu genügt es meist, wenn der Parodienautor die oft sprechenden Titel der Märchen im Großen und Ganzen stehen lässt und nur leicht abändert. Während man hinter der Parodie „Murat und Aische“, das Märchen „Hänsel und Gretel“ auf den ersten Blick noch nicht unbedingt vermutet – es könnte sich ja auch um „Brüderchen und Schwesterchen“ handeln – verweisen Titel wie „Radkäppchen und der böse Golf“, „Der Wolf und das böse Rotkäppchen“ oder auch „Schneekoppwittchen und die sieben Fruchtzwerge“ eindeutig auf ihre Originale.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in den Boom der Märchenparodien in modernen Medien ein und skizziert das methodische Vorgehen.

2. Definition der Parodie: Es werden antike und neuzeitliche Begriffsverständnisse gegenübergestellt, um eine präzise Definition für die Untersuchung zu gewinnen.

3. Kommunikationsmodelle der Parodie: Das Kapitel entwickelt auf Basis von Wolfgang Karrers Modell ein eigenes, differenzierteres Kommunikationsschema für den parodistischen Prozess.

4. Vorlage: Hier wird untersucht, warum Märchen aufgrund ihres hohen Bekanntheitsgrades und ihrer inhaltlichen Offenheit als ideale Vorlagen für parodistische Bearbeitungen fungieren.

5. Veränderungsmöglichkeiten: Die Analyse konzentriert sich auf die Techniken der Genre-Kombination und der Charakter-Umkehrung als zentrale Gestaltungsmittel.

6. Intention: Dieses Kapitel beleuchtet die Zielsetzungen hinter Parodien, von kritischen Ansätzen gegenüber Werken und gesellschaftlichen Missständen bis hin zur reinen Unterhaltungsfunktion.

7. Der Wert der Märchenparodien: Eine kritische Auseinandersetzung mit den Vorurteilen gegenüber Parodien, die diese als „parasitär“ oder „minderwertig“ abwerten.

8. Zusammenfassung: Die zentralen Thesen und Ergebnisse der Arbeit werden abschließend zusammengeführt und reflektiert.

Schlüsselwörter

Märchenparodie, Parodie, Kommunikationsmodell, Märchen, Brüder Grimm, Transformation, Genre-Kombination, Umkehrung, Kritik, Unterhaltung, Rezipient, Intertextualität, Literaturwissenschaft, Volkskunde, Medien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Genre der Märchenparodie im Kontext der modernen Medien und Literatur und analysiert deren Funktion sowie die Methoden ihrer Erstellung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Definition der Parodie, die Eignung von Märchen als Vorlage, verschiedene Kommunikationsmodelle sowie die Absichten der Autoren und der Wert des Genres.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Märchenparodien weit mehr als bloße Imitationen sind und als eigenständige, kreative sowie kritische Auseinandersetzung mit kulturellen Stoffen betrachtet werden müssen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin oder der Autor stützt sich auf eine Analyse von Primär- und Sekundärliteratur, entwickelt ein eigenes Kommunikationsmodell und nutzt konkrete Beispiele (z.B. „Shrek“ oder „Onkel Hotte“).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vorlagen-Eigenschaften, die Vorstellung von Veränderungstechniken wie Umkehrung sowie die differenzierte Betrachtung der Intentionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind neben der Märchenparodie selbst die Themenbereiche der intertextuellen Kommunikation, der Satire, der Kritik an Erziehungsmustern und die Transformation narrativer Strukturen.

Wie unterscheidet sich die Parodie in diesem Kontext von der Satire?

Während sich die Parodie primär auf literarische Vorlagen und deren Strukturen bezieht, zielt die Satire stärker auf aktuelle gesellschaftspolitische Missstände, wobei die Grenzen heute fließend sind.

Warum spielt die „Umkehrung“ eine so wichtige Rolle für Märchenparodien?

Die Umkehrung von Rollen (z.B. vom Opfer zum Täter) bricht mit der eindimensionalen Harmonie der Grimmschen Märchen und dient als effektives Mittel zur Kritik und zur Distanzierung vom Original.

Welche Rolle spielt die „Offenheit“ des Märchens?

Die mangelnde zeitliche und örtliche Fixierung der Märchen erlaubt es dem Parodisten, beliebige Elemente aus der modernen Welt oder anderen Genres (Fantasy, Science-Fiction) einzufügen.

Final del extracto de 37 páginas  - subir

Detalles

Título
Märchenparodien - Von der Parodie im Allgemeinen zur Märchenparodie im Besonderen
Universidad
University of Bamberg
Curso
Märchen als volkskundliche Erzählform
Calificación
2,0
Autor
Rainer Schoenauer (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
37
No. de catálogo
V114208
ISBN (Ebook)
9783640152148
ISBN (Libro)
9783640154388
Idioma
Alemán
Etiqueta
Märchenparodien Parodie Allgemeinen Märchenparodie Besonderen Märchen Erzählform
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Rainer Schoenauer (Autor), 2007, Märchenparodien - Von der Parodie im Allgemeinen zur Märchenparodie im Besonderen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114208
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