Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Zusammenhang zwischen arbeitsbezogener Erreichbarkeit und Burnout zu untersuchen. Zusätzlich wird die Rolle der Work-Life-Balance und der Arbeitsbedingungen berücksichtigt, indem die individuelle Segmentierungspräferenz, Planungsautonomie und soziale Unterstützung als Moderatoren angenommen werden. Die Ergebnisse wiesen einen positiven Zusammenhang zwischen arbeitsbezogener Erreichbarkeit und Burnout nach und machten außerdem den moderierenden Einfluss der Segmentierungspräferenz deutlich. Als praktische Implikation wird auf Möglichkeiten von Unternehmen hinsichtlich der Einschränkung der arbeitsbezogenen Erreichbarkeit eingegangen. Zudem wird dargestellt, dass die individuelle Segmentierungspräferenz berücksichtigt werden sollte, um das Auftreten von Burnout zu verringern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Arbeitsbezogene Erreichbarkeit und Burnout
2.1 Arbeitsbezogene IuK-Nutzung in der Freizeit und Stress
2.2 Arbeitsbezogene IuK-Nutzung in der Freizeit und Erholung
2.3 Arbeitsbezogene IuK-Nutzung in der Freizeit und emotionale Erschöpfung
3 Arbeitsbezogene IuK-Nutzung in der Freizeit und Work-Life-Balance
3.1 Work-Family Border Theorie
3.2 Person-Environment Fit Theorie
4 Arbeitsbezogene IuK-Nutzung in der Freizeit und Arbeitsbedingungen
4.1 Das Job Demands-Resources Modell
4.2 Planungsautonomie
4.3 Soziale Unterstützung
5 Fazit und praktische Implikationen
5.1 Praktische Implikationen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen arbeitsbezogener IuK-Nutzung in der Freizeit und emotionaler Erschöpfung bei Beschäftigten. Dabei wird analysiert, inwiefern individuelle Segmentierungspräferenzen, Arbeitsbedingungen wie Planungsautonomie sowie soziale Unterstützung als Mediatoren oder Moderatoren diesen Zusammenhang beeinflussen können.
- Auswirkungen digitaler Erreichbarkeit auf die psychische Gesundheit
- Die Rolle der Work-Life-Balance und Segmentierungspräferenzen
- Anwendung des Job Demands-Resources Modells auf mobile Arbeit
- Bedeutung von Planungsautonomie und sozialer Unterstützung
- Strategien zur Prävention von Burnout im Arbeitskontext
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Die Arbeitsumgebung hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Aufgrund des technischen Fortschritts und einer zunehmenden Digitalisierung der Arbeitsabläufe ist es in den meisten Unternehmen gängige Praxis, Führungskräfte und Mitarbeiter(innen) mit Informations- und Kommunikationstechnologien (im Folgenden abgekürzt mit IuK) auszustatten. IuK umfassen verschiedene elektronische Geräte wie beispielsweise Computer, Smartphones und Tablets, welche sich häufig auch transportieren und mobil nutzen lassen. Sie wurden 2016 bereits von 83% aller Beschäftigten in Deutschland genutzt, um die alltäglichen Arbeitsaufgaben zu erledigen (Arnold, Butschek, Steffes, & Müller, 2016), wobei dieser Prozentsatz stetig ansteigt und im Jahr 2019 vermutlich noch höher ausfällt.
Die Arbeit mit IuK weist zunächst einige Vorteile auf: Die Produktivität der Beschäftigten erhöht sich, internationales Arbeiten wird ermöglicht und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wird erleichtert (Barnett, Spoehr, Moretti, Gregory, & Chiveralls, 2011). Dem gegenüber führen IuK jedoch ebenso zu erhöhten Erwartungen an die Beschäftigten, in der Freizeit erreichbar zu sein und Arbeitsaufgaben zu erledigen (Gajendran, Harrison, & Delaney-Klinger, 2015). Diese Erreichbarkeit wird häufig mit möglichen negativen gesundheitlichen Konsequenzen in Verbindung gebracht und dazu geführt, dass bereits einige Unternehmen wie Volkswagen und BMW Firmenstrategien zur Einschränkung der Erreichbarkeit außerhalb der vertraglich geregelten Arbeitszeiten eingeführt haben (Dettmers, 2017b; Lindecke, 2015; Ter Hoeven, van Zoonen, & Fonner, 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die zunehmende Digitalisierung und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen arbeitsbezogener IuK-Nutzung auf die emotionale Erschöpfung.
2 Arbeitsbezogene Erreichbarkeit und Burnout: Hier wird der theoretische Zusammenhang zwischen der Nutzung von Kommunikationsmedien in der Freizeit, Stresserleben, mangelnder Erholung und dem Burnout-Kernindikator emotionale Erschöpfung dargelegt.
3 Arbeitsbezogene IuK-Nutzung in der Freizeit und Work-Life-Balance: Dieses Kapitel betrachtet, wie die Verwischung von Arbeits- und Privatleben durch IuK die Work-Life-Balance beeinflusst, unter Heranziehung der Work-Family Border und der Person-Environment Fit Theorie.
4 Arbeitsbezogene IuK-Nutzung in der Freizeit und Arbeitsbedingungen: Es wird analysiert, wie Arbeitsbedingungen wie Planungsautonomie und soziale Unterstützung gemäß dem Job Demands-Resources Modell als Ressourcen bei arbeitsbezogener IuK-Nutzung fungieren können.
5 Fazit und praktische Implikationen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Beschäftigte zur Vermeidung von Burnout ab.
Schlüsselwörter
Arbeitsbezogene Erreichbarkeit, IuK-Nutzung, Burnout, Emotionale Erschöpfung, Work-Life-Balance, Digitalisierung, Job Demands-Resources Modell, Planungsautonomie, Soziale Unterstützung, Segmentierungspräferenz, Psychische Gesundheit, Stress, Erholung, Arbeitsbedingungen, Mobil arbeitende Beschäftigte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der modernen, digital geprägten Arbeitswelt, insbesondere der ständigen Erreichbarkeit per Smartphone oder Computer, auf die psychische Gesundheit und das Burnout-Risiko von Beschäftigten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die arbeitsbezogene IuK-Nutzung in der Freizeit, das Konstrukt der Work-Life-Balance, die emotionale Erschöpfung sowie die Rolle von betrieblichen Ressourcen wie Autonomie und Unterstützung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, den Zusammenhang zwischen der Nutzung von IuK in der Freizeit und emotionaler Erschöpfung zu klären sowie moderierende Faktoren zu identifizieren, die diesen Prozess abschwächen könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Anwendung theoretischer Modelle der Arbeits- und Organisationspsychologie, wie dem Job Demands-Resources Modell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen, der Einfluss von Segmentierungspräferenzen auf die Work-Life-Balance sowie die moderierende Wirkung von Arbeitsbedingungen auf das Stressempfinden detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Arbeitsbezogene Erreichbarkeit, Burnout, IuK-Nutzung, Emotionale Erschöpfung, Job Demands-Resources Modell und Work-Life-Balance.
Wie genau beeinflusst die Segmentierungspräferenz den Stress?
Personen, die eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben bevorzugen, erleben eine höhere Belastung, wenn die Segmentierung durch arbeitsbezogene IuK-Nutzung aufgehoben wird, was wiederum das Risiko für emotionale Erschöpfung erhöht.
Warum spielt die Planungsautonomie eine so wichtige Rolle?
Die Planungsautonomie fungiert als psychologische Ressource, die es Beschäftigten ermöglicht, ihre Zeit flexibler zu gestalten und dadurch die wahrgenommene Belastung durch zusätzliche Arbeitsanforderungen in der Freizeit zu puffern.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2019, Arbeitsbezogene Erreichbarkeit und Burnout. Die Rolle der Work-Life-Balance und der Arbeitsbedingungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1142253