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Nietzsches ewige Wiederkunft

Existentielle Intuition mit wissenschaftlichen Hintergedanken

Título: Nietzsches ewige Wiederkunft

Trabajo , 2002 , 41 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Axel Schubert (Autor)

Ciencias Culturales - General y definiciones
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Mit Nietzsches Denken werden für gewöhnlich vier Etikette in Verbindung gebracht. In beliebiger Reihenfolge werden der „Tod Gottes“, der „Wille zur Macht“, der „Übermensch“ und die „ewige Wiederkunft“ als diejenigen Aspekte aufgezählt, ohne die über ihn nicht zu reden sei. Die Verkündung vom „Tod Gottes“ und die damit einhergehende Rede vom „Antichristen“ sind aufgrund ihrer provokanten Art zu Berühmtheit gelangt. Der „Übermensch“ und der „Wille zur Macht“ sind zwei Begriffe, die zu ideologischer Propaganda missbraucht wurden.
Die „ewige Wiederkunft“ dagegen hatte für Nietzsche selbst die größte Bedeutung. An diesem „Gedanken der Gedanken“1 hat er sich die letzten acht Jahre seines bewussten Lebens abgearbeitet. Er hat diesen Gedanken förmlich gelebt und gelitten. Zu großen Teilen bleibt das unter diesem Begriff Zusammengefasste eine Privatangelegenheit Nietzsches. In den Nachgelassenen Fragmenten seiner Werke finden sich etliche Passagen, die sich mit diesem Gedanken auseinandersetzen. Dort findet auch fast ausschließlich die Erörterung
des naturwissenschaftlichen Potentials des Gedankens statt, während in den Veröffentlichungen das existentiell Bedrohliche und das moralisch Entmutigende zur Sprache kommt. Das Ziel dieser Arbeit ist es, diese beiden sehr unterschiedlichen Aspekte des für Nietzsche so wichtigen Gedankens herauszustellen und zu erörtern. Zunächst wird der Gedanke in den literarischen
Veröffentlichungen gesucht und erklärt werden. Daraufhin werden die für diesen
Gedanken bedeutendsten Stellen des Nachlasses dazu verwendet, die mathematischnaturwissenschaftliche Dimension aufzuweisen. Es wird der Frage nach der Plausibilität der zu dem Gedanken gehörenden Argumente gestellt werden. Zusätzlich wird auf die Konsequenz für die Metaphysik und den Identitätsbegriff eingegangen. Zum Schluss der Arbeit wird schließlich das merkwürdige Nebeneinander von autorisierter Veröffentlichung und privatem
Nachlass diskutiert. Es wird nach Gründen gesucht werden, die diese Trennung im
Werk Nietzsches erzeugt haben könnten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Gedanke der ewigen Wiederkunft – Literarische Präsentation

2.1 Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben

2.2 Die fröhliche Wissenschaft

2.3 Also sprach Zarathustra

2.3.1 Vom Gesicht und Räthsel

2.3.2 Der Genesende

3 Die Lehre von der ewigen Wiederkunft – Wissenschaftliche Hintergedanken

3.1 Naturwissenschaft

3.1.1 Der Energieerhaltungssatz

3.1.2 Finalität vs. Aeternität

3.1.3 Konsequenzen dieser Weltkonzeption

3.2 Exkurs: Eine neue Metaphysik des Werdens

3.3 Ist die Lehre von der ewigen Wiederkehr beweisbar?

3.4 Kritik der ewigen Wiederkunft

3.4.1 Danto

3.4.2 Simmel

3.4.3 Prinzip der Identität der Indiszernibilien

4 Die ewige Wiederkehr der Differenz

4.1 Identität und Differenz

4.2 Existentielle Differenz

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die zwei unterschiedlichen Aspekte von Nietzsches zentralem Gedanken der ewigen Wiederkunft – die literarisch-existentielle Verkündung und die mathematisch-naturwissenschaftliche Begründungsdimension – herauszustellen, zu erörtern und deren Trennung im Werk des Autors zu diskutieren.

  • Literarische Präsentation des Wiederkunftsgedankens in Nietzsches Werken.
  • Analyse der mathematisch-naturwissenschaftlichen Dimension (Thermodynamik, Zeitunendlichkeit).
  • Untersuchung der Plausibilität naturwissenschaftlicher Argumente für den Gedanken.
  • Konsequenzen für Metaphysik, Identitätsbegriff und das Verständnis des "Ich".
  • Diskussion des ambivalenten Verhältnisses zwischen veröffentlichten Schriften und privatem Nachlass.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Der Energieerhaltungssatz

In lapidarer Weise formuliert Nietzsche eine Konklusion, die programmatisch für den Charakter seines Argumentierens steht. In einem seiner letzten „Oktavhefte“ notiert er:

„Der Satz vom Bestehen der Energie fordert die ewige Wiederkehr.“

Hinter dieser wissenschaftlich und schlussfolgernd anmutenden Aussage steht eine Reihe von Annahmen und Zusammenhängen, die sie erst zu der notwendigen Forderung machen, als welche sie Nietzsche versteht. In erster Linie präsentiert sie aber den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Thermodynamik und Wiederkunftslehre.

Der Satz vom Bestehen der Energie bedeutet in allgemeiner Formulierung, dass in einem abgeschlossenen System bei jedem physikalischen oder chemischen Vorgang bestimmte messbare Größen stets konstant, d.h. ihre Werte erhalten bleiben. Das System ist insofern abgeschlossen, als keinerlei Masse- oder Energieaustausch mit der Umgebung stattfinden kann, ohne dass sich dabei der Masse- bzw. Energieinhalt ändert. Ist das der Fall, so wurde an diesem System äußere Arbeit verrichtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in Nietzsches vier zentrale Denketikette ein, hebt die "ewige Wiederkunft" als den für ihn bedeutendsten Gedanken hervor und skizziert das Ziel, dessen literarische und naturwissenschaftliche Facetten sowie das Verhältnis von Veröffentlichung zu Nachlass zu erörtern.

2 Der Gedanke der ewigen Wiederkunft – Literarische Präsentation: Dieses Kapitel verfolgt die Entwicklung des Wiederkunftsgedankens von frühen Andeutungen in den "Unzeitgemäßen Betrachtungen" über die "Fröhliche Wissenschaft" bis hin zu seiner zentralen, metaphorischen Darstellung in "Also sprach Zarathustra".

3 Die Lehre von der ewigen Wiederkunft – Wissenschaftliche Hintergedanken: Der Fokus liegt auf der Analyse der naturwissenschaftlichen Begründungsversuche, insbesondere unter Rückgriff auf Thermodynamik, die Unendlichkeit der Zeit und die Kritik an teleologischen Weltbildern, ergänzt durch eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kritik.

4 Die ewige Wiederkehr der Differenz: Es wird untersucht, wie Identität und Differenz in Bezug auf die Wiederkunft zu denken sind, wobei die Lehre als Kritik am klassischen Identitätsdenken interpretiert wird, die das "Ich" als Effekt einer dynamischen Prozessualität neu bestimmt.

5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassend wird reflektiert, dass der Gegensatz zwischen literarischer Andeutung und wissenschaftlicher Ausarbeitung im Nachlass einen neuen Skeptizismus begründet, wobei Nietzsches existentiell-moralische Konsequenzen letztlich schwerer wiegen als der Versuch eines strengen naturwissenschaftlichen Beweises.

Schlüsselwörter

Nietzsche, ewige Wiederkunft, Also sprach Zarathustra, Fröhliche Wissenschaft, Thermodynamik, Energieerhaltungssatz, Zeitunendlichkeit, Metaphysik des Werdens, Identität, Differenz, Nachlass, Nihilismus, Naturwissenschaft, Philosophie, Wille zur Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den zentralen, von Nietzsche als "Gedanken der Gedanken" bezeichneten Begriff der ewigen Wiederkunft. Sie untersucht sowohl die literarische Darstellung dieses Gedankens in Nietzsches öffentlichen Werken als auch die naturwissenschaftlichen Argumente und metaphysischen Überlegungen, die Nietzsche im privaten Nachlass entwickelte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen naturwissenschaftlicher Plausibilität (insbesondere Thermodynamik) und existentiell-literarischer Verkündung, die Problematik der Zeitunendlichkeit sowie die Dekonstruktion des klassischen Identitätsbegriffs durch die Wiederkunftslehre.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?

Das Hauptziel ist es, die Diskrepanz zwischen Nietzsches privater naturwissenschaftlicher Argumentation im Nachlass und der publikumswirksamen literarischen Form in den veröffentlichten Werken herauszustellen und die philosophischen Konsequenzen dieses "Nebeneinanders" zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer hermeneutischen und analytischen Methode. Sie rekonstruiert Nietzsches Argumente aus dem Nachlass, vergleicht diese mit seinen veröffentlichten Texten und zieht dabei zeitgenössische sowie moderne philosophische Interpretationen (u.a. Danto, Abel, Deleuze) heran, um die Konsistenz und Tragweite der Lehre zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Aufarbeitung der literarischen Darstellung (Zarathustra), eine Untersuchung der physikalischen Begründungsversuche (Energieerhaltung, Zeitunendlichkeit), eine kritische Auseinandersetzung mit Gegenargumenten (Danto, Simmel, Leibniz) und eine abschließende philosophische Neubestimmung von Identität und Differenz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Hauptthema "ewige Wiederkunft" sind die Begriffe "Wille zur Macht", "Identität", "Differenz", "Metaphysik des Werdens", "Thermodynamik", "Nachlass" und "Zarathustra" maßgeblich für die inhaltliche Ausrichtung.

Wie bewertet der Autor den Versuch, die ewige Wiederkunft wissenschaftlich zu beweisen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Nietzsche selbst keine vollständige, logisch zwingende wissenschaftliche Beweisführung gelungen ist. Er hebt hervor, dass Nietzsche die naturwissenschaftlichen Belange letztlich hinter die existentiell-moralische Bedeutung zurückstellte, da diese für sein eigenes Leben und Werk von größerer Relevanz waren.

Welche Rolle spielt die Trennung zwischen Werk und Nachlass für die Argumentation?

Diese Trennung ist zentral. Der Autor argumentiert, dass diese Zweiteilung für Nietzsche außergewöhnlich ist und ihn zum Begründer eines neuen Skeptizismus macht, da er seine eigenen Gedanken für die Öffentlichkeit filterte und deren volle (auch naturwissenschaftliche) Ausarbeitung im Nachlass zurückhielt.

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Detalles

Título
Nietzsches ewige Wiederkunft
Subtítulo
Existentielle Intuition mit wissenschaftlichen Hintergedanken
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Calificación
1,0
Autor
Axel Schubert (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
41
No. de catálogo
V114288
ISBN (Ebook)
9783640156153
ISBN (Libro)
9783640156276
Idioma
Alemán
Etiqueta
Friedrich Nietzsche ewige Wiederkunft Existenz Werden Differenz Danto Simmel Gilles Deleuze Identität Zarathustra Nietzsche Deleuze
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Axel Schubert (Autor), 2002, Nietzsches ewige Wiederkunft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114288
Leer eBook
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