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Perzeption von CVC-Nichtwörtern über weißem Rauschen im Deutschen

Titre: Perzeption von CVC-Nichtwörtern über weißem Rauschen im Deutschen

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 17 Pages , Note: 1,3

Autor:in: B.A. David Spitzl (Auteur)

Science de Langue / Linguistique (interdisciplinaire)
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Résumé Extrait Résumé des informations

Zumeist werden phonetische Experimente unter Idealbedingungen durchgeführt, d.h. die
Stimuli, die akustisch präsentiert werden, werden der Versuchsperson möglichst klar und
verständlich präsentiert. Somit versucht man beispielsweise mögliche Fehlerraten, die auf das
reine akustische Verständnis zurückzuführen sind, zu minimieren. In natürlicher
Kommunikation ist es jedoch äußerst selten, dass solche Idealbedingungen vorherrschen.
Vielmehr liegt es oft am Hörer, das Signal über den allgemeinen Geräuschpegel hinweg
herauszufiltern und zu begreifen. In der Regel funktioniert dies ohne Probleme, auch wenn
man sich zum Beispiel an einer vielbefahrenen Straße unterhält. Trotz allem können immer
wieder Missverständnisse auftreten und Wörter falsch verstanden werden. Experimente, die
ein Hintergrundgeräusch simulieren und damit die Sprachwahrnehmung beeinflussen können,
können Aufschlüsse auf die generelle Sprachperzeption geben. Die folgende Studie soll sich
damit beschäftigen, Mißperzeption, also falsch interpretierte Wahrnehmung von Sprache,
unter Einfluss von weißem Rauschen zu analysieren und aufzudecken, welche Prozesse aus
welchem Grund dafür verantwortlich sind.
Hierbei liegt die Konzentration allein auf CVC (Konsonant-Vokal-Konsonant)-Silben, wobei
jede der Komponenten bei einer vorkommenden Mißperzeption genauer untersucht werden
soll, sprich als Onset, Vokal und Coda. Es soll begründet werden, warum bei einer
Mißperzeption beispielsweise ein /p/ anstelle des präsentierten /k/ verstanden wurde und
warum hohe Vokale hinteren überlegen sind, sowie Ursachen beschrieben werden, die zur
Tilgung von Codas führen.
Bisherige Experimente haben bereits Mißperzeptionen von Konsonanten beschrieben (Miller
& Nicely 1955) und kamen zu dem Ergebnis, dass konsonantische Kontraste im Onset
robuster sind als in der Coda und hohe Vokale robuster als hintere Vokale. Pickett (1957)
berichtet von „asymmetrical patterns of confusions“ zwischen hinteren Vokalen, die für ihre
vorderen Gegenstücke gehalten werden, jedoch nicht andersherum. Ergebnisse der Studien
sind beispielsweise, dass Stimmhaftigkeit und Artikulationsart die robustesten Kontraste
bilden, dass jedoch der Artikulationsort anfällig für Verwirrungen bei der Sprachperzeption
ist.
Die genannten Experimente basierten im Gegensatz zu der folgenden Studie auf CV bzw. VC
Silbenstrukturen, wurden aber auch mit Hilfe von weißem Rauschen durchgeführt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode

2.1 Versuchspersonen

2.2 Stimuli

2.3 Durchführung

2.4 Analyse

3. Hypothesen und Beobachtungen

4. Diskussion

4.1 Vokaldifferenzen

4.2 Fronting von Vokalen

4.3 Robustheit von Stimmhaftigkeit und Artikulationsart über Artikulationsart

4.4 Vorteil Onset über Coda

4.5 Mißperzeption von stimmlosen Konsonanten

5. Zusammenfassung

6. Appendix

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die phonetischen Ursachen und Prozesse zu identifizieren, die bei der Wahrnehmung von CVC-Nicht-Wörtern unter dem Einfluss von weißem Rauschen zu Mißperzeptionen führen. Dabei wird untersucht, wie unterschiedliche Positionen (Onset, Vokal, Coda) und lautliche Eigenschaften (Stimmhaftigkeit, Artikulationsart und -ort, Vokalhöhe) die Stabilität der Sprachwahrnehmung beeinflussen.

  • Analyse von Mißperzeptionen bei Onset-, Vokal- und Coda-Segmenten in CVC-Silben.
  • Untersuchung der Robustheit von Konsonantenkontrasten unter Rauscheinfluss.
  • Erforschung der Unterschiede in der Perzeptionsstabilität zwischen vorderen und hinteren Vokalen.
  • Vergleich der Stabilität von Silbenanfängen (Onset) gegenüber Silbenenden (Coda).
  • Transfer von Erkenntnissen aus englischsprachigen Studien auf das deutsche Phonemsystem.

Auszug aus dem Buch

4.1 Vokaldifferenzen

Vordere Vokale scheinen einen Vorteil gegenüber hinteren zu haben, sie sind robuster. Gründe dafür mögen akustischer und auditorischer Herkunft sein. Allgemein liegt der größte Unterschied zwischen hohen, mittleren oder tiefen Vokalen bei der Frequenz des ersten Formanten F1 und parallel dazu gibt es unter ihnen Unterschiede in der Bandbreite. Bei hinteren Vokalen ist eine Unterscheidung bei F2 und teilweise auch bei F3 zu erkennen. Es gilt jedenfalls, dass F1 intensiver als die anderen Formanten ist und dadurch die Gesamtintensität eines Vokals bestimmt.

Daraus folgt, dass Vokale, die eine von vorn herein größere Intensität von F1 aufweisen, besser von den Hörern wahrgenommen werden können. Die Vokalhöhe wird von den Hörern zudem nicht nur auf Grund von F1 festgelegt, es geht ebenso um die Gesamtintensität des Vokals selbst. Vorstellbar wäre auch eine auditorische Begründung dafür, dass vordere Vokale einen Vorteil gegenüber hinteren haben. Formanten können neuronale Schwingungen für das Sprachverstehen im Gehirn hervorrufen. Bei der ersten Schallanalyse in der Cochlea (Tonotopie) sind Formanten beteiligt. Genauer gesagt sind diese neuronalen Schwingungen für F1 Formanten erheblicher als für höhere Formanten. Bei Hintergrundgeräuschen wie dem weißen Rauschen im Experiment kann man dann feststellen, dass die Haupt-Peaks (also F1) durchschlagender erkennbar sind. Es lässt sich jedenfalls festhalten, dass sich neuronale Schwingungen und akustische Vorteile von F1 markanter durchsetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Sprachperzeption unter suboptimalen Bedingungen (weißes Rauschen) ein und definiert das Ziel, die Ursachen für Mißperzeptionen bei CVC-Silben zu ergründen.

2. Methode: Hier wird das experimentelle Design beschrieben, das auf einem Datensatz von CVC-Nicht-Wörtern basiert, sowie die Durchführung mit 50 Probanden und die anschließende computergestützte Analyse erläutert.

3. Hypothesen und Beobachtungen: Dieses Kapitel stellt die auf den Daten basierenden Annahmen zur Robustheit verschiedener Konsonantenklassen auf und führt in die Analyse der Fehlerraten in den Matrizen ein.

4. Diskussion: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die beobachteten Vokaldifferenzen, Phänomene des Vokal-Frontings, die Robustheit von Stimmhaftigkeit im Vergleich zum Artikulationsort sowie Asymmetrien bei Konsonanten.

5. Zusammenfassung: Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse über die Abhängigkeit der Perzeption von Formanten und die generelle Robustheit von Onsets gegenüber Codas rekapituliert.

6. Appendix: Dieser Abschnitt enthält das vollständige Stimulus-Material sowie die detaillierten Konfusionsmatrizen, die als Grundlage für die statistische Auswertung der Studie dienen.

Schlüsselwörter

Sprachperzeption, CVC-Nicht-Wörter, weißes Rauschen, Formanten, Artikulationsort, Stimmhaftigkeit, Onset, Coda, Vokalhöhe, Mißperzeption, Konsonanten, Silbenstruktur, Phonetik, Sprachwahrnehmung, Frequenzanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Menschen Sprache wahrnehmen, wenn diese durch Hintergrundgeräusche, konkret weißes Rauschen, gestört ist, wobei der Fokus auf kurzen Nonsens-Silben (CVC) liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die akustischen und auditorischen Faktoren, die dazu führen, dass Laute (Konsonanten und Vokale) unter Rauschbedingungen falsch interpretiert werden.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Robustheit phonetischer Kontraste zu entwickeln und zu erklären, warum bestimmte Laute in bestimmten Silbenpositionen stabiler wahrgenommen werden als andere.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine experimentelle Untersuchung durchgeführt, bei der 50 Versuchspersonen CVC-Nicht-Wörter unter Rauschbelastung transkribierten, wobei die Ergebnisse anschließend anhand von Konfusionsmatrizen analysiert wurden.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse der perzeptuellen Unterschiede zwischen vorderen und hinteren Vokalen, der Stabilität von Onset- gegenüber Coda-Konsonanten und dem Einfluss von Frequenzbereichen auf die Erkennbarkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind CVC-Silben, Sprachwahrnehmung, Formanten, Stimmhaftigkeit, Artikulationsort und die Robustheit von Sprachsignalen.

Warum werden vordere Vokale robuster wahrgenommen als hintere?

Dies wird auf die größere Intensität des ersten Formanten (F1) bei vorderen Vokalen und die daraus resultierende bessere Unterscheidbarkeit unter Störgeräuschen zurückgeführt.

Welche Rolle spielt die Position des Konsonanten in der Silbe?

Es zeigt sich, dass Onset-Konsonanten (Silbenanfang) wesentlich stabiler wahrgenommen werden als Coda-Konsonanten (Silbenende), was unter anderem mit der Energieverteilung und dem "release burst" zusammenhängt.

Warum treten bei Coda-Konsonanten häufiger Tilgungen auf?

Dies liegt an der schwächeren Ausprägung der akustischen Merkmale (Formantübergänge) am Silbenende, was es dem auditorischen System erschwert, diese Laute korrekt zu identifizieren.

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Résumé des informations

Titre
Perzeption von CVC-Nichtwörtern über weißem Rauschen im Deutschen
Université
University of Constance
Cours
Phonetics II - Speech Perception and Language Comprehension
Note
1,3
Auteur
B.A. David Spitzl (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
17
N° de catalogue
V114300
ISBN (ebook)
9783640158461
ISBN (Livre)
9783640159567
Langue
allemand
mots-clé
Perzeption CVC-Nichtwörtern Phonetics Speech Perception Language Comprehension weißes rauschen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
B.A. David Spitzl (Auteur), 2007, Perzeption von CVC-Nichtwörtern über weißem Rauschen im Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114300
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Extrait de  17  pages
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