In der Arbeit werden Defizite der maritimen Sicherheitsarchitektur aufgezeigt. Konkret werden die anhaltenden Diskussionen um eine gemeinsame nationale Küstenwache aufgenommen und nach einer Übersicht über die Akteure mit Blick auf die Bewältigung möglicher Schadensereignisse weitergeführt. Hierbei liegt der Fokus auf den Kompetenzfragen innerhalb deutscher Gewässer in Nord- und Ostsee.
Der Seglergruß Mast- und Schotbruch, im Sinne „alles Gute“, ist auch Menschen ohne maritimen Bezug geläufig. Doch was ist, wenn der Ausspruch tatsächlich Wirklichkeit wird und Schiffe havarieren oder sich zu einer Gefahrenquelle entwickeln?
Anders als die ZDF-Serie Küstenwache suggeriert, ist die nicht-militärische Gefahrenabwehr auf Nord- und Ostsee geprägt von einer zerstückelten und teils überlagernden Zuständigkeitsverteilung der Behörden und Institutionen, die an der maritimen Gefahrenabwehr beteiligt sind. Mehr als 20 Einrichtungen von Bund und Ländern wirken an der maritimen Gefahrenabwehr mit. Selbstredend ergibt sich aus der Vielfalt der beteiligten Institutionen ein erhöhter Koordinationsaufwand und im Zweifelsfall der Bedarf einer einheitlichen Führungsstruktur.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Besonderheiten der maritimen Gefahrenabwehr
- Die Zuständigkeit der nicht-militärischen Gefahrenabwehr auf Nord- und Ostsee
- Die Akteure der maritimen Gefahrenabwehr
- Das Zusammenwirken der Akteure und die Diskussion um eine gemeinsame Küstenwache
- Problemstellungen
- Die Küstenwache. Ein Modell interföderaler Zusammenarbeit?
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert die Strukturen der maritimen Gefahrenabwehr auf Nord- und Ostsee und untersucht die Chancen und Risiken einer gemeinsamen Küstenwache des Bundes und der Länder.
- Zuständigkeiten und Aufgaben der verschiedenen Akteure der maritimen Gefahrenabwehr
- Herausforderungen der Zusammenarbeit und Koordination zwischen den Akteuren
- Potenzial und Risiken einer gemeinsamen Küstenwache als Modell der interföderalen Zusammenarbeit
- Rechtliche Rahmenbedingungen und internationaler Kontext der maritimen Gefahrenabwehr
- Mögliche Lösungsansätze für eine effektivere und effizientere maritime Gefahrenabwehr
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung erläutert die Relevanz der maritimen Gefahrenabwehr und stellt die Thematik der Hausarbeit vor. Das zweite Kapitel beleuchtet die Besonderheiten der maritimen Gefahrenabwehr, insbesondere die Zuständigkeit der nicht-militärischen Gefahrenabwehr auf Nord- und Ostsee sowie die beteiligten Akteure. Das dritte Kapitel geht auf das Zusammenwirken der verschiedenen Akteure ein und untersucht die Diskussion um eine gemeinsame Küstenwache. Dabei werden die Herausforderungen der Koordination und die Potenziale einer verstärkten Zusammenarbeit diskutiert.
Schlüsselwörter
Maritime Gefahrenabwehr, Küstenwache, Nordsee, Ostsee, Bundesländer, Interföderale Zusammenarbeit, Zuständigkeit, Akteure, Herausforderungen, Chancen, Risiken.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird über eine gemeinsame nationale Küstenwache in Deutschland diskutiert?
Aktuell ist die maritime Gefahrenabwehr auf über 20 Behörden von Bund und Ländern verteilt. Eine gemeinsame Küstenwache soll Koordinationsaufwand reduzieren und klare Führungsstrukturen schaffen.
Wer sind die Hauptakteure der maritimen Gefahrenabwehr?
Beteiligt sind unter anderem der Bundesgrenzschutz (heute Bundespolizei), der Zoll, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sowie die Wasserschutzpolizeien der Küstenländer.
Was sind die größten Herausforderungen bei Schiffshavarien?
Die größte Herausforderung liegt in der Zerstückelung der Zuständigkeiten, was im Ernstfall zu Verzögerungen bei der Rettung und Gefahrenabwehr führen kann.
Was versteht man unter nicht-militärischer Gefahrenabwehr auf See?
Dazu gehören Aufgaben wie Umweltschutz (Ölbekämpfung), Schiffssicherheit, Kriminalitätsbekämpfung und die allgemeine Sicherheit des Schiffsverkehrs in deutschen Gewässern.
Welche Rolle spielen die Bundesländer bei der Küstenwache?
Die Bundesländer sind über ihre Wasserschutzpolizeien für die Gefahrenabwehr im Küstenmeer zuständig, was eine enge Abstimmung mit den Bundesbehörden (interföderale Zusammenarbeit) erfordert.
- Quote paper
- Gerold Stabel (Author), 2021, Die Strukturen der maritimen Gefahrenabwehr auf Nord- und Ostsee, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1143137