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Franz Xaver Kroetz' "Wildwechsel"

In der Kontroverse mit Rainer Werner Fassbinder

Titre: Franz Xaver Kroetz' "Wildwechsel"

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2004 , 19 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Isabel Gotovac (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Wildwechsel gilt bis heute als Markenzeichen des frühen Franz Xaver Kroetz. Ende der
60er Jahre ließ der „Autor der Sprachlosigkeit und der Randgruppen“ sein Drama entstehen.
Durch jeglichen Verbot des Spielfilmes Wildwechsel gestaltet es sich gerade in Bezug auf
eine Analyse des Filmes Wildwechsel als recht schwierig, Untersuchungen in diese
Richtung hin anzustellen. Die gut dokumentierte Arbeit von Elke Gösche zu „Franz Xaver
Kroetz Wildwechsel“ hingegen erwies sich mir in meiner Arbeit als gute Quelle und
Zeugnis der zu untersuchenden Sache. Im Folgenden werde ich zum besseren Verständnis
des Stückes Wildwechsel einen Überblick über die Gattung des Volkstückes, von seinen
Anfängen durch Nestroy bis hin zu Kroetz im 20. Jahrhundert, geben. Anschließend werde
ich Franz Xaver Kroetz als Person vorstellen. Den Bogen spanne ich weiter zu der Verlagsund
Kulturgeschichte Wildwechsels, bevor ich dann an einem der wichtigsten Motive
Kroetz´, der Sprachlosigkeit anknüpfe. Den Abschluss meiner Arbeit bilden dann die
Äußerungen von Kroetz und Rainer Werner Fassbinder zur Kontroverse um die Verfilmung
des Stückes Wildwechsel. In Anbetracht auf den Umfang dieser weit reichenden
Kontroverse, kann in dieser Arbeit nur auf den Streit bezüglich der Fernsehversion
Wildwechsels eingegangen werden. Nicht dokumentiert sind die Rolle der
Filmbewertungsstelle der Länder (FBW) sowie die Freiwillige Selbstkontrolle der
Filmwirtschaft (FSK) in der Diskussion um die Kinofassung und Kinoauswertung.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Kritische Volksstück im 20. Jahrhundert

3. Zur Person Franz Xaver Kroetz- vom Gelegenheitsarbeiter zum Anwalt der Sprachlosen

4. Wildwechsel und sein Verlagsgeschichte

5. Wildwechsel als Teil der Kulturgeschichte

6. Sprachlosigkeit als Motiv der Kroetzschen Figuren

7. Filmische Realisation durch Rainer Werner Fassbinder

7. 1 Verfilmung durch Rainer Werner Fassbinder

7. 2 Beginn einer Kontroverse

8. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama „Wildwechsel“ von Franz Xaver Kroetz im Kontext seiner komplexen Rezeptionsgeschichte und der medienübergreifenden Kontroverse mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder. Ziel ist es, die spezifische Thematik der Sprachlosigkeit und der sozialen Determinanten in Kroetz' Werk aufzuzeigen sowie die Konfliktpunkte zwischen dramatischer Vorlage und filmischer Adaption darzulegen.

  • Entwicklung und Merkmale des „neuen kritischen Volksstücks“
  • Die literarische Persönlichkeit von Franz Xaver Kroetz
  • Das zentrale Motiv der Sprachlosigkeit als Auslöser für Gewalt
  • Die mediale Auseinandersetzung zwischen Autor und Regisseur
  • Rechtliche und künstlerische Aspekte der Adaption von Literatur

Auszug aus dem Buch

7.1 DIE VERFILMUNG DURCH FASSBINDER

Den Anstoß für die Verfilmung des Stückes gab der damalige Hauptabteilungsleiter der Abteilung Fernsehspiel des Senders Freies Berlin (SFB), Rolf Defrank. Im August 1971 nahm Rolf Defrank nach begeisterter Lektüre Kontakt zu Kroetz auf. In einem Gespräch äußerte man gegenseitiges Interesse und plante sodann gleich die Produktion des Spielfilmes Wildwechsel für März/April 1972. Kurzerhand wird Rainer Werner Fassbinder „als Drehbuchautor und Regisseur (...) verpflichtet, der sich auf eine telephonische Anfrage von Rolf Defrank spontan zur Übernahme dieser Arbeit bereit erklärte und anscheinend das Filmteam zusammenstellte.“29 Der SFB zieht die Intertel Television, München hinzu. In nur 24 Tagen wurde der Spielfilm abgedreht. Ganz gegen die Klauseln des Senderechtsvertrages fügte Rainer Werner Fassbinder ohne Rücksprache mit dem Autor oder dem Verlag zusätzliche Szenen hinzu, die später zum Stein des Anstoßes wurden.

Wie so of bei Kroetz handelt es sich auch bei Wildwechsel um ein Familienportrait: „In einer Serie von kurzen Szenen wird der Alltag einer Arbeiterfamilie beleuchtet, wobei es sich nicht um die Diskussion, sondern um die Präsentation von Verhältnissen handelt.“30 Der Film Wildwechsel erscheint als typischer früher Fassbinder- Film, der eine besonders eigenwillige Komponente innerhalb der Werkgeschichte des Kroetz- Dramas bildet und somit den Grundstein für die Fassbinder- Kroetz- Kontroverse um Wildwechsel legt. Fassbinder sah seine Lebensumstände gerade in seinen frühen Filmen, zu denen man auch Wildwechsel rechnen kann, als gut dargestellt. Er selbst nannte diese Werke sehr „privat“. Fasst man all die im Film vertretenen Aspekte zusammen, lassen sich das Verständnis für Auflehnung, Aggressivität und die Situation von Außenseitern, Sehnsucht nach Liebe, Angst vor Liebesentzug und Verrat als persönliche Determinanten Fassbinders Lebenseinstellung festmachen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Werks „Wildwechsel“ und Skizzierung des methodischen Vorgehens bei der Analyse der Kontroverse zwischen Kroetz und Fassbinder.

2. Das Kritische Volksstück im 20. Jahrhundert: Historische Einordnung der Gattung des kritischen Volksstücks unter besonderer Berücksichtigung der Einflüsse von Brecht, Fleißer und Horvath.

3. Zur Person Franz Xaver Kroetz- vom Gelegenheitsarbeiter zum Anwalt der Sprachlosen: Biografische Skizze des Autors, die verdeutlicht, wie seine Erfahrungen als Gelegenheitsarbeiter die soziale Perspektive seiner Stücke prägten.

4. Wildwechsel und sein Verlagsgeschichte: Darstellung der rechtlichen und vertraglichen Entwicklung des Stückes zwischen verschiedenen Verlagen von der Entstehung bis zur Selbstbetreuung durch den Autor.

5. Wildwechsel als Teil der Kulturgeschichte: Analyse der Rezeptionsgeschichte des Stücks und dessen Einbettung in die gesellschaftspolitische Stimmung der 60er und 70er Jahre.

6. Sprachlosigkeit als Motiv der Kroetzschen Figuren: Untersuchung des zentralen Leidenszustandes der Kroetz-Figuren, deren Unvermögen zur artikulierten Sprache zur Gewalt als Ausweg führt.

7. Filmische Realisation durch Rainer Werner Fassbinder: Einleitung zur Analyse der filmischen Adaption, die als autonomes Werk Fassbinders verstanden werden muss.

7. 1 Verfilmung durch Rainer Werner Fassbinder: Dokumentation der schnellen Entstehung des Films unter Regie von Fassbinder und der eigenmächtigen inhaltlichen Ergänzungen.

7. 2 Beginn einer Kontroverse: Untersuchung des daraus resultierenden Streits zwischen Autor und Regisseur, der bis vor Gericht ausgetragen wurde.

8. Schluss: Zusammenführende Reflexion über das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit der Adaption und den Urheberrechten des Autors.

Schlüsselwörter

Franz Xaver Kroetz, Wildwechsel, Rainer Werner Fassbinder, kritisches Volksstück, Sprachlosigkeit, Medienkontroverse, Theatergeschichte, Filmgeschichte, Verfilmung, Urheberrecht, Dramatik, Sozialkritik, Arbeiterliteratur, Adaption, Mediengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung des Dramas „Wildwechsel“ von Franz Xaver Kroetz und untersucht insbesondere die öffentlich ausgetragene Kontroverse zwischen dem Autor und dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder bezüglich dessen filmischer Adaption.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Gattungsgeschichte des kritischen Volksstücks, die Biografie von Kroetz, die Darstellung der Sprachlosigkeit als soziales Phänomen und die rechtlichen sowie künstlerischen Konflikte bei der Verfilmung literarischer Stoffe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den „Fall“ Wildwechsel als aufschlussreiches Beispiel für die unterschiedlichen Perspektiven von Autor und Regisseur auf ein Werk zu beleuchten und aufzuzeigen, wie unterschiedliche künstlerische Intentionen in eine mediale Auseinandersetzung münden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und medienwissenschaftliche Analyse, die auf Sekundärliteratur, Verlagsdokumenten, historischen Presseberichten und juristischen Quellen zur Kontroverse basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Volksstücks, die Biografie des Autors, die Verlags- und Kulturgeschichte des Stücks, eine Analyse des Motivs der Sprachlosigkeit sowie die detaillierte Betrachtung der Verfilmung durch Fassbinder und des anschließenden Rechtsstreits.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe „Kritisches Volksstück“, „Sprachlosigkeit“, „Medienkontroverse“ und „Urheberrecht“ definiert.

Warum war der Film für Kroetz ein solcher Streitpunkt?

Kroetz empfand die eigenmächtigen Ergänzungen Fassbinders, wie etwa spezifische Sexualdarstellungen, als „Pornografie mit sozialkritischem Touch“ und sah dadurch sein Werk verfälscht und seine Interessen als Autor gröblich verletzt.

Welche Bedeutung hatte das Urteil für nachfolgende Autoren?

Das Urteil wurde als Präzedenzfall gewertet, da es die Stellung des Autors gegenüber seinen Interpreten stärkte und Autoren vor einer „Interpretationswillkür“ durch Regisseure und Produzenten schützte.

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Résumé des informations

Titre
Franz Xaver Kroetz' "Wildwechsel"
Sous-titre
In der Kontroverse mit Rainer Werner Fassbinder
Université
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Cours
Proseminar Rainer Werner Fassbinder
Note
1,7
Auteur
Bachelor of Arts Isabel Gotovac (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
19
N° de catalogue
V114336
ISBN (ebook)
9783640158621
ISBN (Livre)
9783640159697
Langue
allemand
mots-clé
Franz Xaver Kroetz Wildwechsel Proseminar Rainer Werner Fassbinder
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Bachelor of Arts Isabel Gotovac (Auteur), 2004, Franz Xaver Kroetz' "Wildwechsel", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114336
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Extrait de  19  pages
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