Das erste Kapitel dieser Arbeit hat theoriebasiert die Erstellung eines Strukturbaumes zum Konstrukt „Stressbewältigung“ zum Ziel. Hierfür werden gängige Stressbewältigungsmodelle vorgestellt. Das Konstrukt soll im Rahmen eines Projektes zum Thema „Stress im Beamtenberuf“ beleuchtet werden. Der genaue Erhebungskontext wird im Kapitel 1.2 näher erläutert. Aufbauend auf dem Strukturbaum soll ein Fragebogen erstellt werden, deren Bestandteile das Kapitel 1.4 fasst.
Im zweiten Kapitel werden jeweils drei unterschiedliche Lage- und Streuparameter der deskriptiven Statistik erläutert und an einem selbsterstellten Beispiel mit 20 Studienteilnehmern, die im Rahmen einer Befragung ihr Alter angeben, veranschaulicht.
Im Rahmen der Dachevaluation der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) wurde von Infratest im Zeitraum vom Juni bis August 2015 eine telefonische repräsentative Beschäftigungsbefragung zum Thema physische und psychische Belastungen am Arbeitsplatz durchgeführt. Es wurden insgesamt N= 5.000 Personen befragt im Alter zwischen 15 und 80 Jahren (Sommer & Schmitt-Howe, 2018).
Der aus dieser Befragung stammente Datensatz ZA6759_Arbeitnehmer_v1-0-0.sav (Sommer & Schmitt-Howe, 2018), wird im letzten Kapitel der Arbeit mit Hilfe von inferenzstatistischen sowie deskriptiven Analysen ausgewertet. Die Auswertung erfolgt mit dem Statistikprogramm SPSS.
Inhaltsverzeichnis
1 Erarbeitung eines Strukturbaumes
1.1 Konstrukt Stressbewältigung
1.1.1 Stressbewältigung nach Bandura
1.1.2 Das ABC-Modell nach Ellis
1.1.3 Stressbewältigung nach Lazarus
1.1.4 Stressbewältigung auf transaktionaler Basis
1.2 Erhebungskontext
1.3 Strukturbaum
1.4 Bestandteile des Fragebogens
2 Deskriptive Statistiken
2.1 Lageparameter
2.1.1 Modus oder Modalwert
2.1.2 Median
2.1.3 Arithmetisches Mittel oder Mittelwert
2.2 Streuparameter
2.2.1 Spannweite
2.2.2 Varianz und Standardabweichung
2.2.3 Quartilsabstand und Boxplot
3 Durchführung einer deskriptiven und inferenzstatistischen Analyse
3.1 Deskriptive Analyse von Alter und Geschlechtsverteilung
3.2 Darstellung der Verteilung von Führungskräften und Mitarbeitern ohne Personalverantwortung
3.3 Deskriptive Analyse der Belastungen – Ergebnisse der Studie
3.3.1 Belastung: Bewegungsarme Tätigkeit
3.3.2 Belastung: Arbeitsumgebung
3.3.3 Belastung: Schwere körperliche Belastungen
3.3.4 Belastung: Umgang mit Maschinen und Arbeitsgeräte
3.3.5 Belastung: Umgang mit Gefahr- oder Biostoffen
3.3.6 Belastung: Umgang mit schwierigen Personengruppen
3.3.7 Belastung: Zeitdruck oder organisatorisch bedingte Probleme
3.3.8 Belastung: soziale Beziehungen
3.4 Mittelwertberechnung der physischen Belastung (Variablen W15A212b bis W15A212e)
3.5 Mittelwertberechnung der psychischen Belastung (Variablen W15A212f bis W15A212h)
3.6 Untersuchung der Stärke der physischen und psychischen Belastung in Abhängigkeit der Personalverantwortung (Mitarbeiter mit vs. Mitarbeiter ohne Personalverantwortung)
3.7 Diskussion und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Konstrukt der Stressbewältigung theoretisch zu fundieren und durch einen Strukturbaum zu veranschaulichen, um darauf basierend eine empirische Analyse von Belastungen am Arbeitsplatz durchzuführen, wobei insbesondere der Vergleich zwischen Mitarbeitern mit und ohne Personalverantwortung im Fokus steht.
- Theoretische Fundierung von Stressbewältigungsmodellen (Bandura, Ellis, Lazarus)
- Erstellung eines Strukturbaums zur Stressbewältigung
- Deskriptive statistische Analyse von Alters-, Geschlechts- und Belastungsverteilungen
- Inferenzstatistische Untersuchung psychischer und physischer Belastungsunterschiede mittels Mann-Whitney-U-Test
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Stressbewältigung nach Bandura
Bandura (2001) geht davon aus, dass das menschliche Verhalten und die Änderungen des Verhaltens maßgeblich von der Selbstwirksamkeitserwartung (auch Kompetenzerwartung) beeinflusst werden (Bandura, 2001, S. 9). Bandura (1994) definiert die Selbstwirksamkeitserwartung als: „Perceived self-efficacy is defined as people's beliefs about their capabilities to produce designated levels of performance that exercise influence over events that affect their lives” (Bandura, 1994, S. 71). So bezieht sich die wahrgenommene Selbstwirksamkeitserwartung demnach auf das selbstbezogene Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Handlungen zu organisieren und durchzuführen, die maßgeblich sind, um bevorstehende Situationen (und Handlungen) zu bewältigen (Gebauer, 2013, S. 54). Des Weiteren steht die individuelle Kompetenzerwartung im engen Zusammenhang mit der kollektiven Kompetenzerwartung, sie stehen in einer positiven Wechselwirkung zueinander (Bandura, 2001, S. 9). Dieses Zusammenspiel nimmt Einfluss auf das Verhalten, die Anstrengung, die Ausdauer und die Art der eingesetzten Strategie. Das im Endeffekt tatsächlich gezeigte menschliche Verhalten wird zudem von der Ergebniserwartung beeinflusst, also der Erwartung, dass ein gezeigtes Verhalten zu angestrebten Ergebnissen führen kann (Bandura, 2001, S. 15).
Die Selbstwirksamkeitserwartung ist von vier Erfahrungsbereichen abhängig: Bewältigungserfahrung, Stellvertretende Erfahrung, Verbale Informationsvermittlung sowie Psychologische und affektive Zustände.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Erarbeitung eines Strukturbaumes: Dieses Kapitel stellt theoretische Modelle zur Stressbewältigung vor, leitet daraus einen Strukturbaum ab und definiert die Grundlagen für die Erstellung eines Fragebogens zum Thema „Stress im Beamtenberuf“.
2 Deskriptive Statistiken: Hier werden zentrale Lage- und Streuparameter der deskriptiven Statistik (wie Modus, Median, Mittelwert, Varianz) definiert und anhand von studentischen Beispieldaten illustriert.
3 Durchführung einer deskriptiven und inferenzstatistischen Analyse: In diesem Kapitel erfolgt die Auswertung eines umfangreichen Datensatzes zu Arbeitsbelastungen, wobei neben deskriptiven Analysen auch inferenzstatistische Tests (Mann-Whitney-U-Test) durchgeführt werden, um Unterschiede zwischen Führungskräften und Mitarbeitern aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Stressbewältigung, Selbstwirksamkeitserwartung, Coping, Arbeitsbelastung, Deskriptive Statistik, Inferenzstatistik, Mann-Whitney-U-Test, Führungskräfte, Personalverantwortung, Arbeitsplatz, Gesundheitsmanagement, Stressmodelle, Strukturbaum, Datenauswertung, Stressfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Herleitung von Stressbewältigungskonzepten und der empirischen Untersuchung von physischen sowie psychischen Belastungen am Arbeitsplatz von Beamten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Stresspsychologie, die deskriptive und inferenzstatistische Datenanalyse sowie die praktische Anwendung von Stressmodellen auf den Beamtenberuf.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Stressbewältigungsstrategien zu untersuchen und mittels eines Soll-Ist-Vergleichs zu ermitteln, wie sich Belastungen in Abhängigkeit von der Personalverantwortung unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse zur Theoriebildung, deskriptiver Statistik zur Datenbeschreibung und inferenzstatistischen Verfahren (Mann-Whitney-U-Test) zur Hypothesenprüfung angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Modellbildung, die Erläuterung statistischer Kennzahlen sowie die detaillierte Auswertung von Belastungsfaktoren im Arbeitskontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Stressbewältigung, Selbstwirksamkeitserwartung, Coping, Arbeitsbelastung, Inferenzstatistik und Mann-Whitney-U-Test sind prägende Begriffe.
Gibt es signifikante Unterschiede in der physischen Belastung zwischen den Gruppen?
Nein, die inferenzstatistische Auswertung ergab keine signifikanten Unterschiede in der physischen Belastung zwischen Mitarbeitern mit und ohne Personalverantwortung.
Wie unterscheidet sich die psychische Belastung zwischen den untersuchten Gruppen?
Die Untersuchung ergab, dass Mitarbeiter ohne Personalverantwortung eine signifikant höhere psychische Belastung aufweisen als Führungskräfte.
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- Anonym (Author), 2021, Erarbeitung eines Strukturbaumes. Lage- und Streuparameter, inferenzstatistische Analysen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1143575