Der Aufstieg Octavians im Spiegel der Res gestae divi Augusti


Masterarbeit, 2021

113 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Andere Quellen der augusteischen und postaugusteischen Zeit
1.1.1. Quellen der augusteischen Zeit
1.1.1.1. Augustus
1.1.1.2. Cicero
1.1.1.3. Nikolaos
1.1.2. Quellen der postaugusteischen Zeit
1.1.2.1. Velleius
1.1.2.2. Plutarch
1.1.2.3. Tacitus
1.1.2.4. Sueton
1.1.1.1. Appian
1.1.1.2. Cassius Dio

2. „Krise ohne Ausweg“ (133-44 v. Chr.)

3. Octavians Aufstieg im Spiegel der RGDA
3.1. Prolog: Octavians Herkunft und Jugend (63-44 v. Chr.)
3.2. Beitritt zur politischen Bühne (44/43 v. Chr.)
3.2.1. Eilmeldung aus Rom: Der Diktator ist tot!
3.2.2. Ankunft in Rom – beginnende Auseinandersetzung mit Antonius
3.2.3. Bündnis mit Cicero und dem Senat
3.2.4. Darstellungen in den RGDA
3.3. Das Zweite Triumvirat (43-36 v. Chr.)
3.3.1. Proskriptionen
3.3.2. Philippinischer Krieg gegen die Caesarmörder
3.3.3. Darstellungen in den RGDA
3.3.4. Konflikt mit Sextus Pompeius
3.3.5. Darstellungen in den RGDA
3.4. Kampf gegen Antonius um die Alleinherrschaft (36-30 v. Chr.)
3.4.1. Der Propagandakrieg
3.4.2. Der Ptolemäische Krieg
3.4.3. Darstellungen in den RGDA

4. Fazit

5. Quellen- und Literaturverzeichnis
5.1. Quellenverzeichnis
5.2. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der 19. August des Jahres 14 n. Chr.: Nach 57 Jahren auf der politischen Bühne und 35 Tage vor seinem 76. Geburtstag starb Augustus im Beisein seiner Frau Livia in demselben Haus und in demselben Zimmer, in dem 72 Jahre zuvor auch sein Vater verschied.1 Im Ort Nola, wo er über 50 Jahre zuvor sein erstes Konsulat angetreten hatte, soll sich Augustus mit einer Formel verabschiedet haben, die damalige Komödianten und Schauspieler am Ende eines Bühnenstückes sprachen:

„Wenn euch das Ganze wohl gefallen hat, so klatscht Beifall, und gebt mir alle als Freude das Geleit.“2

Ob diese Formel tatsächlich Teil seiner letzten Worte war – zumal Sueton der einzige Historiograph ist, der derartiges überliefert – ist unter Maßgabe der sich bietenden Überlieferungen nicht feststellbar. Gleichwohl verdeutlicht es auf humoristische Weise, welches Bild der Kaiser hinterließ:

Augustus – Pontifex Maximus , Co(n)s(ul) XIII, Imp(erator) XXI, Trib(uniciae) pot(estatis) XXXVII, P(ater) p(atriae); der erste Kaiser der römischen Geschichte, Friedensbringer, Neugestalter von Staat, Gesellschaft und Kultus, Begründer der iulisch-claudischen Dynastie. Augustus, der sogar für die biblische Geschichte eine bedeutende Rolle spielte: Die von ihm beauftragte Volkszählung zwingt Maria und Josef nach Bethlehem zu reisen – dort, wo Jesus von Nazareth geboren wird. Seine Hinterlassenschaften sind noch heute, etwa 2000 Jahre später, spürbar: So sorgte er im Lauf seines Regiments für eine Stabilität in den Provinzen, unter denen sich aus der römischen Besetzung und der einheimischen Bevölkerung die heutigen romanischen Völker entwickelt haben. Auch wird das japanische Staatsoberhaupt bisweilen Kaiser genannt und der achte Monat des gregorianischen Kalenders heißt August und nicht Sextilis. Das Leben und Wirken eines Mannes, das vor ihm seinesgleichen suchte und nach seinem Schaffen unnachahmlich schien.

Alfödi fasst den Nachruf des Augustus treffend zusammen:

„Der Kaiser, der in der dankbaren Erinnerung der Nachwelt als ein >übermenschlich erhabenes Wesen < (so könnte man das Prädikat Augustus umschreiben) weiterlebt."3

In Anbetracht seiner zahlreichen Ehrungen und Leistungen ist es nachvollziehbar, dass er seine Ästimation nicht in Vergessenheit wissen wollte. Noch bevor der Senat beschloss, den Prinzeps Post mortem zu divinisieren,4 wurde nicht nur seine Leiche auf dem Marsfeld verbrannt sowie seine Asche in dem prachtvollen Augustusmausoleum beigesetzt, sondern ebenso vor der Begräbnisstätte und somit gut sichtbar für die Öffentlichkeit, wurde auf des Kaisers Geheiß, ein Teil seines testamentarischen Nachlasses auf zwei Bronzepfeilern eingraviert.5 Es handelt sich hierbei um die Res gestae divi Augusti (Die Taten des vergöttlichten Augustus),6 die – wie der Name es impliziert – seine politischen Leistungen in eigens gewählten Worten wiedergeben. Die Meißelung auf Bronze lässt vermuten, dass ihr ein Ausdruck von Heiligkeit und Langlebigkeit verliehen und sie der Bedeutsamkeit nach auf eine Stufe mit römischen Gesetzestafeln und anderen wichtigen Dokumenten gestellt wurde.7 Ob die RGDA nach dem Tod des Kaisers im gesamten Reich veröffentlicht wurden, ist umstritten. Anzunehmen ist aber, dass die jeweiligen Provinzstatthalter und/oder Provinzräte die Publizierung innehatten und Rom in die Verbreitung der Huldigung eingebunden war. Zwar ist das vor dem Mausoleum befindliche Original nicht mehr erhalten, doch wurden die Worte des verstorbenen Herrschers in einigen Provinzen verewigt, sodass die Tatenberichte nahezu vollständig überliefert sind.8

Anzumerken ist, dass es vor Augustus kein Römer im Zuge seines testamentarischen Nachlasses vermochte Tatenberichte zu schreiben und posthum veröffentlichen zu lassen. Ein Testament, wie es Augustus hinterließ, weist üblicherweise mehrere Teilbereiche auf, die der Reihenfolge nach hinsichtlich der Adressaten immer offizieller werden. So beginnt ein klassisches Testament mit persönlichen Angaben und anschließenden Erbregelungen. Daraufhin folgt – falls im testamentarischen Nachlass enthalten – ein Tatenbericht, der sowohl als privates als auch offizielles Dokument betrachtet werden kann. Die anschließenden Rechenschafts- und Finanzberichte dagegen weisen einen sehr offiziellen Charakter auf und sind, wie im Fall der RGDA auch, in der dritten Person Singular verfasst.

Augustus hinterlässt mit den RGDA nicht nur einen Maßstab und ein Leitbild für die künftigen Herrscher des Reiches, sondern auch eine Konservierung seiner Ehrungen und Leistungen und damit auch seiner geschaffenen Selbstdarstellung. Dass ein Jeder bei der Verfassung seines eignen Vermächtnisses, insbesondere wenn dieser eine vergleichbare Position wie die des Augustus innehat, in Erinnerung schwelgend positiver über sich und seine Taten schreibt, indes sogar unangenehm negative Ereignisse weglässt, ist wohl annehmbar und verständlich. Im Falle der RDGA wird dem Kaiser überdies von einigen Historikern vorgeworfen, einen propagandistischen Nachlass verewigt zu haben – insbesondere Augustus Darbietungen zur Zeit des Niedergangs der Römischen Republik, also sein politischer Aufstieg (44-31/30 v. Chr.), seien von einem immensen Euphemismus durchzogen. Dies gelte nicht nur für die Tatenberichte des Augustus, sondern ebenso für die (post)augusteische Geschichtsschreibung.9 Die Historiographen sollen demnach geblendet von der Tatsache gewesen sein, dass Augustus das Römische Reich aus den Wirren fast hundertjähriger Bürgerkriege heraus auf ein festes Fundament gestellt hatte und mit dem Prinzipat eine Herrschaftsform etablierte, unter der die Ordnung wiederhergestellt und der Frieden gewahrt wurde; dies ließe in Vergessenheit geraten, dass Octavians Aufstieg zum Augustus in Wahrheit „eine blutige Machtergreifung im Zuge skrupelloser Wechsel der Fronten“ war.10 Von einer schrecklichen Machtergreifung lässt Augustus in den RGDA nichts verlauten; vielmehr gibt er zu Beginn seines Tatenberichts – im Kontext seines politischen Aktivwerdens – eine barmherzige Intention an und umschreibt folglich die Machtübernahme als heroische Rettertat:

„Annos undeviginti natus exercitum privato consilio et privata impensa comparavi, per quem rem publicam a dominatione factionis oppressam in libertatem vindicavi.11

Unter der Annahme, es handelte sich bei dem historischen Prozess des Niedergangs der Republik um eine „Krise ohne Alternative“12 sowie in Anbetracht seiner beeindruckenden Hinterlassenschaften und seiner vermutlich beschönigenden Selbstdarstellung im Allgemeinen sowie speziell in den RGDA ist es Alfödi zufolge „kein Wunder, daß (sic!) die starke Dissonanz zwischen seinen schrecklichen Anfängen und der wohltuend gemäßigten Regierung späterer Jahre in den uns verbliebenen Schriftquellen durch euphemistische Umbiegung und fälschendes Zurechtmaßen der Tatsachen überdeckt wird.“13

Sowohl in dem o.g. Ausschnitt als auch in den übrigen Teilen der Tatenberichte, die seinen politischen Aufstieg umfassen, ist fraglich, inwiefern Augustus Darstellungen in den RGDA mit der historischen Realität korrelieren – intendierte Octavian auf dem Weg zur Macht primär die pietas gegenüber seinem Adoptivvater und agierte aus Sorge um den Staat oder handelt es sich bei seinem Aufstieg um ein politisch wohlbedachtes Kalkül um des Machts willen? Inwieweit können die Teile seines Tatenberichts, die seinen Aufstieg umfassen, als propagandistischer Nachlass zur Verschleierung seiner blutrünstigen Machtergreifung begriffen werden?

Um die aufgeworfenen Fragen beantworten zu können, wird diese Arbeit im Folgenden den politischen Aufstieg Octavians (44 v. Chr. – 31/30 v. Chr.) im Spiegel der RGDA untersuchen. Aufgrund der vom Prinzeps eigens verfassten – oder zumindest in Abstimmung mit versierten Literaten niedergeschriebenen – Worte und seiner selbstdarstellerischen Schreibweise bietet das Werk eine Menge an Informationen sowie einen unschätzbaren Einblick in das politische Denken und die Ideologie des Kaisers. Mitunter deshalb nannte Theodor Mommsen sie anerkennend „die Königin der antiken Inschriften“.14 Die RGDA erlauben zudem einen großen Raum an Interpretationen, sodass für ihre Untersuchung eine Hinzuziehung der augusteischen und postaugusteischen Historiographie sowie Publikationen der modernen Geschichtswissenschaft unabdinglich ist: Durch einen Vergleich der Selbstdarstellung des Kaisers und der übrigen historiographischen Werke öffnet sich eine Art quellenmäßiger Kontrast, der für die Geschichtsschreibung von immensem Wert ist und auch in dieser Arbeit – gemeinsam mit ausgewählter Sekundärliteratur – Aufschluss darüber geben soll, wie Octavians politischer Aufstieg in Wahrheit verlief, welche Beweggründe er indes hatte und inwieweit die zu untersuchenden Teile des Rechenschaftsberichts propagandistische Züge aufweisen. Um eine historisch triftige Analyse der RGDA zu gewährleisten und der Kontroverse des Historikers Alfödi nachzugehen, wird gleichwohl auch die Geschichtsschreibung auf ihre Plausibilität hin untersucht.15 Hierzu wird in Kapitel 1.1. eine Skizzierung der Verfasser der augusteischen und postaugusteischen Überlieferungen ihrer Herkunft, ihrer Werke, ihrer Wertvorstellung und ihrer politischen Haltung nach vorgenommen.16 Im zweiten Kapitel und noch bevor die Untersuchung der RGDA beginnen, wird zum allgemeinen Verständnis der politischen Lage, die epochale Krise der Römischen Republik und die damit einhergehenden Bürgerkriege näher beleuchtet. Die vom Historiker Meier betitelte „Krise ohne Alternative“ und der sukzessive Zerfall der republikanischen Ordnung ebneten den Ausgangspunkt für Octavians Emporstieg und sind thematische Voraussetzung für die Analyse seiner Tatenberichte. Die Untersuchung der RGDA wird im dritten Kapitel sodann in drei Abschnitte – Beitritt zur politischen Bühne Roms (44-43 v. Chr.), Das Zweite Triumvirat (43-36 v. Chr.),17 Kampf gegen Antonius um die Alleinherrschaft (36-30 v. Chr.) – unterteilt, die Octavians Aufstieg chronologisch gliedern. In diesen werden vorab unter Zuhilfenahme und Abwägung von Primär- und Sekundärliteratur historisch plausible Abbildungen der einzelnen Geschichtsabschnitte erfasst, die daraufhin jeweils in Kontrast zu Augustus Darbietungen in den RGDA gesetzt werden. Unter den drei Abschnitten wird in dieser Arbeit der erste Teil – Octavians politisches Aktivwerden (44-43 v. Chr.) – am minutiösesten dargestellt, weil Augustus diesbezüglich ebenso vergleichsweise weitschweifig berichtet; als eine Art Einleitung hat das erste Kapitel der RGDA zudem eine prägende Wirkung auf die folgenden Kapitel. Zusammengenommen lässt sich somit erahnen, welche Bedeutsamkeit Augustus den Anfangsjahren seines politischen Aufstiegs beigemessen hat und/oder welch immensen Erklärungsbedarf er zu diesen hatte.

1.1. Andere Quellen der augusteischen und postaugusteischen Zeit

Die Unterteilung zwischen augusteischen und postaugusteischen Schriften dient der Abgrenzung zwischen teils-zensierten und nicht-zensierten Texten.18 Römische Schriften, die über einen amtierenden Herrscher handelten, unterlagen einer gewissen Zensur, sodass auch Literaten zu Augustus´ Lebzeiten – wenn überhaupt – nur indirekt Kritik an diesem äußern konnten. Publizistische Geißelungen o.ä. waren in jener Zeit einfach zu gefährlich. Im Fall Augustus hatte sich der spätere Prinzeps mit den Proskriptionen und den Hinrichtungen in Perusia bereits zu Beginn seiner politischen Karriere einen fürchterlichen Ruf verschafft.19 Überdies soll er sowohl Künstler als auch Literaten zur Schönfärberei seiner Person angehalten haben. Ein dementsprechendes Übereinkommen kann demnach nicht zwischen Autoren und dem ersten Kaiser Roms in der postaugusteischen Zeit geschlossen worden sein.

Die in dieser Arbeit zu beleuchtenden Literaten werden im Folgenden daher chronologisch nach ihren Lebzeiten aufgeführt und untersucht.

1.1.1. Quellen der augusteischen Zeit

1.1.1.1. Augustus

Neben den RGDA – sowie einer Schrift mit Rechtfertigungsreden, die nach dem militärischen Erfolg gegen Sextus Pompeius im Jahr 36 v. Chr. publiziert wurden20 – veröffentlichte Augustus noch ein weiteres Werk: Seine eigene Autobiographie.21 Diese ist unglücklicherweise nur sehr fragmentarisch erhalten; vermutlich gibt es kein einziges Zitat, das sich mit Sicherheit aus direkter Lektüre des zitierenden Autors erklären lässt.22 Ausgangspunkt des heutigen Wissens über die Autobiographie des Kaisers ist eine kurze Notiz in der Augustus-Vita des Sueton.23 In dieser heißt es, dass der Prinzeps ein 13 Bücher umfassendes Werk über sein Leben (de vita sua) schrieb, in denen er seine Erlebnisse bis zum Kantabrischen Krieg schilderte.24 Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde die Biographie in den Jahren 25/24 v. Chr. verfasst und publiziert. Ungewöhnlich war es allemal, dass ein amtierender Kaiser über das eigene Leben mit Mitte Dreißig berichtete.25 Auf die Frage, weshalb Augustus seine Autobiographie – wenn er diese schon inmitten seines Lebens verfassen wollte – nicht nach der Schlacht von Actium im Jahr 30 v. Chr. oder nach der Verleihung des imperium proconsulare im Jahr 27 v. Chr. niederschrieb, gibt es eine einfache Antwort: Die Fragmente des Werkes sind allesamt von einer apologetischen Tendenz geprägt. Octavians Karriere bot bis zum Jahr 30 v. Chr. – wie Alfödi bereits in der Einleitung vorwegnimmt – genügend Anlass, bestimmte Dinge in der Öffentlichkeit zurechtzurücken. Zudem ergaben sich in dieser Zeit deutliche Signale eines zunehmenden Unbehagens an der Herrschaft des Augustus – indes formierten sich eine durchaus ernstzunehmende Opposition. Darüber hinaus betrachtete ihn der Senat mit Argwohn und insbesondere die Bevölkerung im Osten war ihm gegenüber durch die Vormachtstellung von Antonius und Kleopatra skeptisch eingestellt.26 Mit dem Anzetteln des Kantabrischen Krieges wollte Octavian die innenpolitischen Schwierigkeiten durch einen öffentlichkeitswirksamen außenpolitischen Erfolg in den Griff bekommen. Beinahe nichts konnte einer Führungspersönlichkeit im Römischen Reich mehr Meriten verschaffen, als ein militärischer Erfolg – und das wusste Augustus.27 Unmittelbar nach dem Kriegserfolg war somit der günstigste Zeitpunkt, um eine politische Rechtfertigungsschrift zu veröffentlichen. Trotz ihrer fragmentarischen Überlieferung ist die Autobiographie des Augustus von immensem Wert für die Geschichtswissenschaft; sie illustriert zum einen, dass Augustus in dieser Zeit alles andere als unangefochten war und zum anderen, dass das Werk eindeutig darauf abzielte, seine Kritiker zu beschämen, die öffentliche Meinung zu korrigieren und überdies in seinem Sinne zu beeinflussen.28 Doch war die Autobiographie mehr als ein propagandistisch-apologetisches Machwerk des Augustus; obzwar er nicht in der dritten Person Singular von sich schrieb, dienten ihm höchstwahrscheinlich die commentrarii Caesars als Vorbild seines Schaffens. Antike Kenner schätzten Augustus als einen meisterlichen Stilisten. Er wusste genau, was literarische Qualität bedeutet und was einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens würdig war.29 Nach Malitz trug seine Eloquenz entscheidend zur propagandistischen Wirkung seiner Hinterlassenschaften und demzufolge auch zu einer euphemistischen Darstellung seiner Person in der Historiographie bei. Dies wird durch Folgendes deutlich: Dass Sueton – Sonnabend zufolge – die originale Fassung der Biographie noch vorlag; bedeutet in der Schlussfolge, dass die Autobiographie den Historiographen vor Sueton unmittelbar und denen nach Sueton zumindest mittelbar zugänglich gewesen sein könnte.30 Die Tatsache, dass de vita sua das – aus heutiger Sicht – erstveröffentlichte Werk über Octavians Leben und Wirken ist, lässt daher erahnen, dass die Arbeit einen immensen Einfluss auf die nachfolgende Geschichtsschreibung hatte.31 Entsprechendes berichtet auch Kober. Ihm zufolge lassen teils wörtliche Übereinstimmungen in den Überlieferungen der drei Autoren Nikolaos von Damaskus, Appian von Alexandreia und Velleius Paterculus weitreichende Vermutungen zu, wonach die direkt oder indirekt genutzte Hauptquelle ihrer Darstellungen über Octavians Aufstieg die Autobiographie des Augustus ist.32 Aus diesen Gründen müssen insbesondere die Werke von Nikolaos, Appian und Velleius mit besonderem Augenmerk auf octavianfreundliche Darstellungen untersucht werden.

1.1.1.2. Cicero

Gleichwohl einige Überlieferungen Ciceros in der augusteischen Zeit entstanden sind und sein persönliches Verhältnis zum späteren Prinzeps eine bestimmte Wirkung auf seine Äußerungen gehabt haben, müssen Ciceros Überlieferungen gesondert betrachtet werden, wie im Folgenden dargelegt.

Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.) – der römische Anwalt, Politiker, Schriftsteller und Philosoph – wurde in Arpinum als Sohn einer Familie des Ritterstandes geboren. Die Tullii Cicerones verfügten über einen gewissen Wohlstand und hatten mannigfaltige Beziehungen zur stadtrömischen Aristokratie; gleichwohl sie in den Kategorien der Nobilität keinen hohen Rang innehatten.33 Ciceros individuelle Anlagen dagegen brillierten seit Anbeginn und so gelang es ihm als homo novus alle Ämter des cursus honorum zu durchlaufen.34 Talent, unermüdlicher Fleiß und die Schaffung eines Netzwerkes bedeutender Personen um ihn herum sorgten somit nicht nur für einen Erfolg als Anwalt, sondern waren ebenso Basis seines politischen Durchbruchs; mit dem Konsulat im Jahr 63 v. Chr. erreichte er seinen politischen Kulminationspunkt.35 Cicero war ein Mann des Senats – ein Mann des Staates. Eine Verschmelzung von individuellen und staatlichen Belangen erreichte seinen Höhepunkt in der popularen Offensive 63 v. Chr. und allen voran in der Catilinarischen Verschwörung. Aufgrund eines gescheiterten Versuchs erneut Konsul zu werden, plante der Politiker Catilina einen Putsch, der folglich sozialrevolutionäre Züge annahm. Auf Catilinas Rekrutierung einer Privatarmee reagierte Cicero bzw. der Senat mit dem senatus consultum ultimum. 36 Catilina wurde zum hostis (Staatsfeind) erklärt und kurz darauf hingerichtet.37 Unter enormen persönlichen Einsatz gelang es Cicero also alle „Angriffe auf den Staat“ abzuwehren. Die Rolle als Optimat, als Konsul, der die res publica schützte, prägte seine Haltung nachhaltig bis zum Zeitpunkt seines Ablebens.38 Wenngleich Cicero stets um das Wohl der Römischen Republik und um die Ordnung in dieser besorgt war; galt die ständige Bekräftigung und Idealisierung der mois maiorum vielmehr der machtpolitischen Sicherung der Senatsaristokratie. Er sah folglich die Funktion und Position des Senats – und somit auch seine eigene – als gefährdet. Entsprechend trat er seither als Vorkämpfer gegen das Senatsfeindliche an. So ist sein Verhältnis zu Caesar auf den ersten Blick ambivalent, angesichts seiner eingenommenen Rolle aber nachvollziehbar – sobald Caesar für ihn und die Senatsaristokratie zur Gefahr wurde, wendete sich Cicero gegen ihn – dies ist exemplarisch für Ciceros Haltung gegenüber den Machthabern seiner Zeit.39 Teilten diese seine Wertevorstellung nicht, wurden sie in seinen Schriften und insbesondere seinen Reden hart angegangen.40 Obgleich sich Cicero grundsätzlich mit der Ordnung der res publica identifizierte und sie als die bestmöglichste Verfasstheit schlechthin betrachtete, ging er mit einigen Punkten der bestehenden Ordnung nicht konform; so sollte ihm zufolge in erster Linie die Leistung des Einzelnen über dessen politischen Karriereaufstieg entscheiden – nicht die Herkunft. Stellte dies jemand in Abrede, griff dieser in Ciceros Augen die Grundfeste des römischen Staates an.41 Wohl ebenso aufgrund seines Status als homo novus neigte Cicero des Öfteren zur besonderen Hervorhebung der eigenen Leistungen.42 Um seine Reden, Briefe und theoretischen Schriften für diese Arbeit dienstbar zu machen, müssen seine Überlieferungen im Spiegel seiner Herkunft, seiner Biographie, seiner Wertevorstellung und seiner Intention betrachtet werden. Letzteres ist das, was Ciceros Überlieferungen im Kontext dieser Arbeit von postaugusteischen Quellen unterscheidet. Im Gegensatz zur zeitgenössischen Panegyrik war es Cicero als Staatsmann jeder Zeit möglich – ja sogar seine Aufgabe – Kritik an den Machthabern zu äußern. Dennoch kann von einer objektiven Historiographie wahrlich keine Rede sein. Oft sind seine Aussagen durch politische Motiviertheiten und Interessen, die er als Vertreter des Senats verfolgte, beeinflusst und müssen dahingehend kritisch beleuchtet werden; so beispielsweise seine zahlreich publizierten Reden. Wenngleich sie zumeist in ihrer Originalsubstanz erhalten sind, spiegeln sie seine eigene Meinung oft nicht wider. Stattdessen sind sie taktisch klug und für eine beabsichtigte Wirkung zielorientiert formuliert – wie die für diese Arbeit bedeutsamen Philippischen Reden, mit welchen Cicero eine Opposition gegen Antonius formierte.43 Sowohl Ciceros Reden als auch seinen veröffentlichten Briefen liegen keine gleichartigen Vergleichsmöglichkeiten gegenüber, da sie die einzig erhaltenden Beispiele aus der klassischen Zeit sind. Was Ciceros Reden von seinen Briefen jedoch unterscheidet, ist, dass letztere meist nur für den Adressaten selbst und nicht für den Senat und die Öffentlichkeit bestimmt waren.44 Entsprechend sind die Briefkorrespondenzen Ciceros eine wichtige Quelle mit Erkenntnissen sehr persönlicher Art. Die in dieser Arbeit untersuchten Atticus-Briefe, welche im 1. Jh. n. Chr. veröffentlicht wurden, gewähren unschätzbaren Einblick in seine Biographie, sein Denken und sein Fühlen.45 Gegenseitig abgewogen sowie komplementierend erlauben die Atticus-Briefe und die Philippischen Reden einen Einblick in das private und öffentliche Leben Ciceros in den Jahren 44-43 v. Chr. Beide Überlieferungen werden mit chronologisch nachfolgender Historiographie verglichen, um eine plausible Abbildung der historischen Geschehnisse abzubilden.

1.1.1.3. Nikolaos

Überlieferungen, die die Zeit von Octavians Jugend bis hin zu dessen Veteranenrekrutierung im Herbst 44 v. Chr. bezeugen, liegen von dem Schriftsteller und peripatetischen Philosophen Nikolaos von Damaskus vor. Dieser wurde um 64 v. Chr. in Damaskus als Sohn des wohlhabenden Politikers Antipatros geboren und erhielt bereits früh eine umfangreiche Ausbildung. Nachdem er als Erzieher für die Kinder von Antonius und Kleopatra tätig war, wurde er zum Vertrauensmann und Hofhistoriker des Herodes – der im 1. Jh. v. Chr. jüdischer Klientelkönig Roms war. Dass Nikolaos und Augustus einander kannten und ein gewisses Verhältnis zueinander hatten, wird durch die Tatsache deutlich, dass Herodes nach einem eigenmächtigen Arabienfeldzug bei Augustus im Jahr 8/7 v. Chr. in Ungnade gefallen war und Nikolaos Bemühungen die Versöhnung der beiden zustande brachte.46 Sonnabend bezeichnet Nikolaos sogar als „eifrigen Anhänger“ von Augustus, der mittels Herodes bereits seit Beginn der 20er Jahre v. Chr. Kontakt zu Augustus gepflegt haben soll.47 Angesichts dieser Verbindung muss Nikolaos angefertigte Biographie „Perí tu bíu tu Kaísaros Augústa“ (Das Leben des Kaisers Augustus) kritisch betrachtet werden. Zwar ist sowohl der Endpunkt des Werkes, als auch dessen Publizierungsdatum umstritten, doch schwanken die Vermutungen über die Veröffentlichung der Biographie zwischen 25 und 14 n. Chr.48 Für den Fall der herrschenden Meinung, dass die Biographie zwischen 25 und 21 v. Chr. veröffentlicht wurde, intendierte die Publizierung der Biographie nach Sonnabend eindeutig die Popularisierung von Augustus in den griechischen Provinzen.49 Dass die Biographie in griechischer Sprache abgefasst wurde, deute darauf hin, dass das griechische Publikum der östlichen Provinzen primäre Adressaten des Werkes gewesen sein sollen. Antonius, der lediglich einige Jahre zuvor starb, tat alles in seiner Macht stehende, um Augustus in den östlichen Ländern zu diskreditieren – allein dies machte eine entsprechende Werbearbeit sinnvoll. Sonnabend behauptet sogar, dass Nikolaos Augustus in Kategorien porträtierte, die bei den Griechen im Mutterland, in Kleinasien, Syrien und Ägypten aufgrund ihrer ganz eigenen Vorstellung eines guten Herrschers Anklang fanden. Nach Sonnabend sind seine Vermutungen Indizien dafür, dass Augustus in das diesbezügliche Schaffen von Nikolaos eingebunden war – ja, es möglicherweise sogar veranlassen ließ – um somit seine Beliebtheit in den östlichen Gefilden voranzutreiben.50 Kober stimmt diesbezüglich zu weiten Teilen mit Sonnabend überein.51 Dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Augustus-Biographie von Nikolaos und der Autobiographie des Augustus gibt, ist annehmbar – schließlich sind es Nikolaos Überlieferungen, die der Autobiographie von Augustus am weitreichendsten gleichen.52 Die de vita sua wird aller Wahrscheinlichkeit nach von Nikolaos als Hauptquelle für sein Schaffen genutzt worden sein. Dass es Augustus dazu bewegte mit Mitte Dreißig eine Autobiographie zu verfassen, ist schon äußerst ungewöhnlich – aber noch ungewöhnlicher ist, dass ein Vertrauter des Kaisers, kurze Zeit nach der Veröffentlichung der Autobiographie, ebenfalls eine Biographie über den Prinzeps publizierte, die dieser zu allem Überfluss in starken Teilen gleicht. Demgemäß könnten sich Sonnabends Vermutungen – wonach die Augustus-Biographie die kaiserliche Reputation in den östlichen Teilen des Reiches aufbessern sollte – als wahr herausstellen. Insgesamt liegt die Vermutung nahe, dass Nikolaos Werk also dasselbe intendierte, wie die Autobiographie des Augustus: Die öffentliche Meinung über ihn zu korrigieren und zu seinem Vorteil zu beeinflussen – es scheint so als wäre das Werk Nikolaos die für den Osten des Römischen Reiches verfasste, griechisch sprachige Version der Autobiographie des Augustus. Nikolaos soll bis zu seinem Tod in Rom gelebt haben und entsprechend unmittelbar von Augustus Nimbus beeinflusst worden sein.53 Abgesehen davon unterlagen die Publizierungen zur augusteischen Zeit – wie in Kapitel 1.1.1 dargestellt – einer gewissen Zensur. All dies muss bei einer Zuhilfenahme von Nikolaos Überlieferungen zur Rekonstruktion der Ereignisse um Octavians Aufstieg beachtet werden.

1.1.2. Quellen der postaugusteischen Zeit

1.1.2.1. Velleius

Velleius Paterculus (um 20-30 n. Chr.) ist der einzige – in dieser Arbeit erwähnte – Geschichtsschreiber, der zur augusteischen Zeit lebte und sein Werk postaugusteisch publizierte. Er gehörte väterlicherseits dem römischen Ritterstand und mütterlicherseits einer führenden Familie des campanischen Munizipaladels an. Im jungen Alter trat Velleius in die Armee ein und diente unter Publius Vinicus in Thrakien und Makedonien.54 Zudem wurde er Zeuge der Begegnung zwischen Gaius Caesar und dem Partherkönig Phraates und unter Tiberius zum praefectus equitum.55 Im Jahr 6 n. Chr. fungierte Velleius als quaestor, ließ jedoch die Anwartschaft auf eine Provinz fallen, um gemeinsam mit Tiberius in Pannonia gegen Aufständische vorzugehen.56 Abgesehen von kurzen Unterbrechungen blieb Velleius im Dunstkreis des Tiberius und nahm in den Jahren 9 bis 11 an dessen Feldzügen in Germania und dem anschließenden Triumph in Rom teil.57 15 n. Chr. bekleidete er letztlich die Praetur, für die ihn Augustus kurz vor seinem Tod empfohlen hatte.58 In den darauffolgenden Jahren bis zu seinem Ableben um 30 n. Chr. widmete sich Velleius allen Anschein nach der Historiographie. Die 1515 n. Chr. im elsässischen Kloster Murbach aufgefundene Historia Romana ist die einzig nahezu vollständig erhaltene historische Darstellung des Augustus durch einen Zeitzeugen. Das Geschichtswerk des Velleius reicht dabei von der Gründung Roms bis in Tiberius Regentschaft hinein. Entgegen der übrigen antiken Geschichtsschreibung (Tacitus, Sueton, Dio) wird Tiberius von Velleius mit einer überaus hohen Wertschätzung versehen – ähnlich lobpreist er auch Augustus.59 Überdies nutzte Velleius sowohl Augustus Autobiographie als auch die RGDA als Quelle seiner Schriftstellerei.60 Dementsprechend umstritten ist die Frage um den historiographischen Wert seiner Arbeit; lange Zeit galt die Historia Romana als rhetorischen Machwerk eines opportunistischen und schmeichlerischen Hofchronisten.61 Zwar erfolgt in der heutigen Zeit eine Neubewertung des Velleius – hinsichtlich des interpretationsfähigen und interpretationsbedürftigen Textes – doch müssen in dieser Arbeit im Kontext des Aufstiegs Octavians Velleius Überlieferungen unter dem Verdacht einer tendenziösen Schönfärberei zugunsten des Augustus untersucht werden.62

1.1.2.2. Plutarch

Plutarch (um 45-125 n. Chr.) – Philosoph, Schriftsteller und Priester des Apollotempels – wurde in der griechischen Stadt Chaironeia geboren und verbrachte dort die überwiegende Zeit seines Lebens. Er wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf und genoss eine umfangreiche Ausbildung; diese umfasste insbesondere die Rhetorik und Philosophie. Seine derartigen Qualifikationen bereiteten ihn auf zahlreichen politischen und literarischen Tätigkeiten vor.63 Plutarchs schriftstellerische Hinterlassenschaften können in zwei übergeordnete Gruppen gegliedert werden: die philosophischen Schriften und die historisch-biographischen Arbeiten. Obschon Plutarchs Werke historische Informationen bieten und er demzufolge häufig zu den antiken Geschichtsschreibern gezählt wird, galt sein Anspruch und Interesse weniger der Historiographie, sondern vielmehr den Charakterstudien. Deutlich wird dies insbesondere durch seine Bíoi parálleloi (Parallelbiographien), in denen jeweils ein historisch herausragender Grieche (oder Makedone) und ein Römer miteinander verglichen werden.64 Das Ziel dieser Vorgehensweise war es höchstwahrscheinlich, die aufgeführten Personen nach ihren charakterlichen Zügen und ihren offenkundigen moralischen Absichten zu beleuchten. Indem Plutarch sie miteinander vergleicht, hebt er ihre diesbezüglichen Stärken und Schwächen weiter hervor.65 Welche Beweggründe er zur Erstellung des Werkes hatte und welche Ziele er dabei verfolgte, ist nicht überliefert. Vermutlich führt er seine Intentionen im Prolog seiner Arbeit an, der – gemeinsam mit dem Auftakt seiner Parallelbiographien: Dem Vergleich zwischen Epaminondas und Scipio Africanus – verloren gegangen sind.66 Plutarch setzt sich indes von der erzählenden Geschichtsschreibung ab, um persönlichere Informationen in den Vordergrund rücken zu können. Die Bíoi bieten demnach weniger Auskünfte über typische historiographische Themen wie Gesetze, andere politische Maßnahmen und Kriege, dafür aber ein umso umfangreiches Detailmaterial zur Wesensart der untersuchten Personen und somit einen geistreichen Überblick über die griechische und römische Geschichte aus der Perspektive ihrer eminentesten Persönlichkeiten.67 Aufgrund seiner Methodik – Vergleichsarbeit der jeweiligen Persönlichkeiten – gilt es seinen Überlieferungen gegenüber Obacht zu geben, da er indes dazu neigte, Handlungen von einer Person auf eine andere zu übertragen, Zeitspannen zu verkürzen oder auszudehnen sowie Vieles hinzu zu dichten, um plausible Details nachzubilden und glaubwürdige Motive zu konstruieren. Nichtsdestotrotz unterscheidet sich Plutarchs dahingehende Vorgehensweise nicht signifikant von denen der geläufigen antiken Geschichtsschreiber – vielmehr wird ihm Scharfsinnigkeit und Interpretationsvermögen zugeschrieben.68 Auffällig ist zudem, dass Plutarch im Gegensatz zu Tacitus besonders selten bestimmte Moralvorstellungen predigte.69 Plutarch versucht die untersuchten Figuren aus psychologischer Sicht zu verstehen. Diese menschliche Empathie und sein Detailreichtum über Persönliches dienen in dieser Arbeit als Kontrast und Ergänzung zu Überlieferungen der übrigen Historiographen.70

1.1.2.3. Tacitus

Der lateinische Historiograph und römische Senator Publius Cornelius Tacitus (um 55-120 n. Chr.) stammt aus einer Familie des Ritterstandes und stieg als erster Angehöriger der Familie in die Nobilität auf (homo novus).71 Er durchlief unter der flavischen Herrschaft im Jahr 70 bis 96 n. Chr. den cursus honorum, wurde nach dem Tod Domitians zum Konsul und schließlich 110 bis 112 n. Chr. zum Prokonsul in Asia.72 Die Ermordung des letzten flavischen Kaisers Domitians im Jahr 96 n. Chr. löste eine Kontroverse über die Verhaltensweise des Kaisers gegenüber dem Senat aus. Infolgedessen beschäftigte sich Tacitus mit dieser Problematik in seinem Werk Agricola und bezog indes Stellung. Darüber hinaus griff er die Thematik später sowohl in der Historiae als auch in den Annales wieder auf.73 Tacitus gehörte zur senatorischen Führungsschicht des Römisches Reiches. Diese hatte durch Augustus´ eingeführter Prinzipat maßgeblich an Einfluss verloren. Tacitus trauerte der Zeit nach, in welcher der aristokratische Senat noch eine wichtigere politische Bedeutung hatte.74 Im Mittelpunkt seiner Werke stehen die moralischen Bewertungen individueller Handlungen, welche nahezu allein auf die Ideale der senatsaristokratischen Tugenden bezogen sind. Stets hebt er „richtiges“ und „falsches“ Verhalten hervor und stellt dieses als Auslöser wichtiger historischer Ereignisse dar – insbesondere, wenn es um den kaiserlichen Hof des 1. Jh. geht. So leiten sich Charakterisierungen und Bewertungen der Kaiser in seiner jungen Annalistik stets von der jeweilen Kaiser-Senats-Beziehung und der Wahrung der altrömischen Ethik ab.75 Ein Jeder wird zum Ziel seiner Kritik, der sich nicht an die aristokratischen Werte hält.76 Als Quellenmaterial seiner Werke nutzt Tacitus allen voran historiographische Darstellungen und Memoiren. Von seinen Informationsgebern sind jedoch nur wenige bekannt; sowohl bei Tacitus als auch bei Sueton sind diesbezüglich republikanisch-senatorische Quellen hervorzuheben, dessen Autoren, bereits zu Lebzeiten des Augustus, den Verlust der senatorischen libertas beklagten.77 Anfang des 2. Jh. n. Chr. – als Tacitus die Annalen niederschrieb – war die Souveränität der Kaiser so immens, dass das Volk und der Senat im Theaterstück des politischen Roms beinahe nur noch Statisten waren.78 Zudem soll Tacitus ein negatives Bild des Kaisertums im Allgemeinen besessen haben, da er dieses – u.a. geprägt durch die Schreckensherrschaft Domitians79 – mit der Unterdrückung der Meinungsfreiheit assoziierte.80 Auffällig ist, dass Tacitus´ Werke ein pessimistisches und negatives Welt- und Menschenbild zeichnen; in den einfachsten Handlungen sucht er häufig verbrecherische Motive. Seiner Meinung nach gab es in Rom fast ausschließlich verbrecherische Opportunisten – zu denen auch generell der Kaiser sowie der kaiserliche Hof gehörten.81 Nach eigenen Aussagen strebt Tacitus in seiner Arbeit nach einer gewissen Detailgenauigkeit. Er schreibt in den Annalen, dass er „ohne Parteilichkeit für und wider“ (sine ira et studio) berichtet, um somit unabhängig in seinem Urteil zu sein.82 Dadurch möchte er seine Vorgänger in der Geschichtsschreibung übertrumpfen und seine Historiographie nicht mit einer Dichtung gleichzusetzen wissen. Tacitus Überlieferungen sollen demnach einen hohen Informationsgehalt bzw. einen hohen Informationswert bieten.83 Zudem ist seine vermeintliche Objektivität ebenfalls kritisch zu betrachten: Auf der einen Seite ist es der Geschichtsschreibung kaum möglich eine vollkommende Unvoreingenommenheit zu wahren, aber auf der anderen Seite ist Tacitus´ senatorische und flavische Färbung vermutlich so präsent, dass im Weiteren nicht von einer Objektivität gesprochen werden kann. Um seine Haltung und Einstellung zu gewissen Vorkommnissen kund zu tun, legt er dabei „Zeitzeugen“ Worte in den Mund. Groot zufolge gelingt ihm sein Vorhaben „ sine ira et studio“ deshalb größtenteils nicht.84 Unter Beachtung der in diesem Kapitel genannten Gesichtspunkte sind seine Werke für die Geschichtswissenschaft von enormer Wichtigkeit. In diese Arbeit werden allen voran die Annalen (ab excessu divi Augusti) untersucht, die in den ersten zehn Kapiteln seines ersten Buchs von Augustus und seiner Zeit berichten.85

1.1.2.4. Sueton

Gaius Suetonius Tranquillus, kurz Sueton (um 70-122 n. Chr.), war ein römischer Biograph und Antiquar aus Hippo Regius, der als Sohn eines Ritters geboren wurde. Nach seiner Ausbildung als Anwalt fungierte er unter Trajan als Verwaltungsbeamter, durchlief keine senatorische Karriere und arbeitete bis mindestens 121 n. Chr. als Kanzleichef am Hof des Kaisers.86 Hauptwerk des Sueton sind die Kaiserviten (De vita Caesarum libri XII), in welchen er das Leben Caesars sowie der Kaiser Augustus bis Domitian niederschrieb.87 Als bibliothecis hatte Sueton des Weiteren Zugang zu den imperialen Archiven und erhielt Einblicke in für die Öffentlichkeit verborgene Schriften wie beispielweise Korrespondenzen der Kaiserfamilien, Senats- und Volksbeschlüsse sowie sämtliche Verträge. Inwieweit Sueton die kaiserlichen Archive für seine Schriftstellerei nutzte, ist bisher unbekannt.88

Aufgrund seiner familiär ritterlichen Herkunft wird Sueton häufig nachgesagt, dass er einen „beschränkten Horizont“ besäßen habe. Dieser soll sich im Zusammenhang mit einer fehlenden senatorischen Laufbahn insbesondere im politischen Kontext gezeigt haben. Ihm sei es dementsprechend nicht möglich gewesen, politische Zusammenhänge zu verstehen und adäquat niederzuschreiben, sodass er Informationen aus Überlieferungen nahezu unkritisch übernommen haben soll. Darüber hinaus unterstreiche sein umstrittener Hang zur tragischen Geschichtsschreibung die Ungeeignetheit seiner Überlieferungen; so soll Sueton seine Schriften mit Übertreibungen sowie Schönfärberei geschmückt haben und sich immer wieder in kleinen, irrelevanten Details verloren haben. Das Ergebnis sei eine verzerrte historische Perspektive.89 Während einige Historiker Sueton unterstellen, er hätte hinsichtlich der Darbietung der vielen Informationen nicht die Fähigkeit Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, betrachtet der Historiker Sonnabend dies als gewollte Zurückhaltung von Wertungen, Deutungen und Reflexionen. Der Leser könne sich aufgrund der minutiösen Schilderungen somit selbst ein Urteil über die Gegebenheiten der damaligen Zeit machen.90 Groot stimmt diesbezüglich mit Sonnabend überein und behauptet zudem, dass Sueton um eine möglichst weitreichende Objektivität bemüht war und demzufolge in seinen Biographien nicht auf Wünsche spezieller gesellschaftlicher Gruppen einging.91 Sueton intendierte nicht die Beschreibung eines ideellen Lebens und perfekten Verhaltens, nach welchem sich die römischen Bürger zu verhalten hatten.92 Für ein fehlendes politisches Verständnis Suetons spricht sich Sonnabend ebenfalls aus, doch sieht er diese Wissenslücke auch als Vorteil seiner Historiographie an. Ihm könne demzufolge keine senatorische Befangenheit unterstellt werden. Diese Behauptung von Sonnabend sollte jedoch kritisch betrachtet werden. Zwar hatte Sueton keinen familiär senatorischen Hintergrund und durchlief selbst auch keine derartige politische Laufbahn, doch bediente er sich vorrangig an Überlieferungen von republikanisch-senatorischen Autoren. Insofern kann Sueton von einer originären senatorischen Befangenheit großenteils freigesprochen werden; dessen Berichte jedoch nicht.93 Kurzum sind in seinen Darbietungen sowohl senatorische als auch ritterliche Einflüsse zu finden.94 Im politischen Bereich ist Sueton ein Anhänger der kaiserlichen Monarchie; seiner Ansicht nach sei die Monarchie gottgewollt und eine Garantie für Wohl des römischen Volks.95 Als gute Kaiser wertet Sueton nicht nur solche, die einen respektvollen Umgang mit dem Senat, dem Volk und insbesondere dem Ritterstand pflegen, sondern auch diejenigen, die die altrömischen Tugenden sowohl politisch als auch privat wahren und achten. Er selbst respektierte die altrömischen Tugenden und Traditionen, glaubte an die altrömische Religion und war in seinem gesellschaftlichen Denken ebenso traditionell.96

Suetons Überlieferungen können demzufolge als instruktiver Kontrast zu Tacitus Schaffen gesehen werden, da er höchstwahrscheinlich nicht die Intention hatte, seine Leser politisch und moralisch beeinflussen zu wollen. Aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive träten Suetons Schriften daher nahezu gleichberechtigt neben die römische Annalistik von Tacitus, so Sallmann.97

1.1.1.1. Appian

Eine weitere Quelle, die von Octavians politischem Aufstieg berichtet, ist die Rhomaika bzw. Historia Romana (Römische Geschichte) von Appian aus Alexandria (um 90/95-160 n. Chr.). Über sein Leben sind nur wenig Details bekannt – da seine im Proömium seines Geschichtswerks erwähnte Autobiographie verloren gegangen ist.98 Aus diesem Grund sind Angaben zu seinen Wertvorstellungen und seiner politischen Einstellung nur unzureichend. Spärliche biographische Angaben finden sich in seinem eigenen Werk, einem Brief von Frontos und bei Photios. Appian stammt demzufolge aus der städtischen Oberschicht und bekleidete mehrere hohe Ämter der alexandrinischen Stadtverwaltung. Wohl unter Hadrian erhielt er das römische Bürgerrecht, wurde in den Ritterstand erhoben und zog nach Rom. Dort fungierte er als Anwalt und erhielt zudem den Titel eines procurator Augusti.99 Etwa zu dieser Zeit – Mitte des 2. Jh. n. Chr. – begann Appian mit der Anfertigung der Römischen Geschichte. Diese umfasst 24 Bücher, die, nach ethnologischen Kriterien gegliedert, von der Königszeit bis zu den Feldzügen Traians in Dakien und Arabien berichten. Die Provinzen und Völker wurden dabei chronologisch in der Reihenfolge dargestellt, in der ihre Integration in das Römische Reich abgeschlossen war. Die Eigenart eines ethnographischen Gliederungsschemas wählte Appian vermutlich, um der Leserschaft eine bessere Orientierung des Geschehens und eine umfassendere Schilderung der Ereignisse zu bieten. Ferner lassen sich die Bücher in einzelne Monographien unterteilen, womit er intendiert haben könnte, in seiner Darstellung den überschaubaren lokalen Rahmen dem globalen Panorama der fortschreitenden Formierung eines kolossalen Staatsgebildes vorzuziehen. Seine Darstellungen sind sehr ungleichmäßig; über bestimmte Phasen berichtet er sprunghaft, während er überdies zum Teil sehr minutiös und detailreich schreibt – so auch über die römischen Bürgerkriege. Ob und inwieweit Appians Werk zweckdienlich für diese Arbeit ist, muss anhand einer Beurteilung der historischen Triftigkeit seiner Geschichtsschreibung erfolgen. Der deutsche Philologe Schwartz äußerte sich Ende des 19 Jh. sehr kritisch über die Zuverlässigkeit der Römischen Geschichte. Ihm zufolge mangelte es Appian an Quellen – und in der Tat erwähnt er nur wenige in seinem Werk – sowie demzufolge an einer kritischen Abwägung dieser. Obgleich Schwartz sehr negatives Urteil durch Gabba, Hahn und Goldman revidiert werden konnte, herrscht bis dato Uneinigkeit über den historischen Wert der Rhomaika. Nach der substanziellen Neubewertung des Geschichtswerks verwendete Appian indes nicht nur römische, sondern auch griechische Quellen. Zweifellos ist zudem, dass nicht alle Teile der Historia Romana von gleichem historischem Wert sind. Die Bücher 13-17, die die römischen Bürgerkriege der Jahre 133-35 v. Chr. umfassen und vollständig in Handschrift erhalten sind, ragen zwar an Bedeutung heraus, doch sind ihrer Glaubwürdigkeit nach ebenso umstritten.100 Bezüglich Augustus ist ferner hinzuzufügen, dass Appian Werk sehr octavianfreundliche aber auch sehr octavianfeindliche Passagen aufweisen soll. Der Grund hierfür ist, dass der Historiograph sich in seiner Geschichtsschreibung sowohl auf die Autobiographie des Augustus, als auch auf das verlorene Geschichtswerk von Antonius General Gaius Asinius Pollio stützt.101 Demnach bietet die Römische Geschichte einen umfangreichen Pool an Informationen für diese Arbeit; wird aber stets in Abwägung mit anderen Überlieferungen und unter Prüfung der Plausibilität übernommen.

1.1.1.2. Cassius Dio

Lucius Cassius Dio (um 164-229 n. Chr.) war ein römischer Historiograph, Senator und Konsul aus Nikaia (Bithynien). Er stammt aus einer wohlhabenden Familie und bereits sein Vater war von senatorischem Rang. Im jungen Alter ging Dio nach Rom und durchlief dort unter Commodus und den severischen Kaisern eine erfolgreiche senatorische Karriere und bekleidete hohe Staatsämter102 ; so gehörte er als Suffektkonsul im Jahr 205/206 zu den Vertrauten des Kaisers und war Mitglied des Consiliums. Obwohl er in seinem Werk zahlreich andeutet, dass er in dieser Zeit Senatssitzungen beiwohnte, hatte er dort vermutlich keinen größeren Einfluss.103 Nachdem Dio daraufhin eher nachrangige Funktionen innehatte, erhielt seine politische Karriere in den 20er Jahren des 3. Jh. n. Chr. einen erneuten Auftrieb, indem er von verschiedenen Kaisern in wichtige Ämter berufen wurde. Im Jahr 223 war er Prokonsul der Provinz Afrika, gefolgt von einem Posten als legatus Augusti in Dalmatien (224-226) und Pannonia Superior (226-228). Als Höhepunkt seiner Karriere kann wohl zweifelsohne die zweite Berufung als Konsul festgehalten werden; dieses Mal wurde er neben Kaiser Severus zum consul ordinarius ernannt. Anschließend zog es Dio nach Bithynien zurück, wo er seinen Lebensabend bestritt.

Dios Hauptwerk ist die „Römische Geschichte“ (Rhomaiké Historíe), die er in griechischer Sprache zu der Zeit des Septimius Severus´ verfasste. Das Werk umfasst 80 Bücher, wovon die Bänder 36-60 (68 v. Chr. bis 47 n. Chr.) und somit die Zeit des Wirkens Augustus´ (Bd. 45-56) vollständig erhalten sind.104 Sein Werk ist größtenteils annalistisch aufgebaut – nur größtenteils, weil er Ereignisse thematisch zusammenfasst, um ein leichteres Verständnis zu erzeugen. Primär geht es ihm um die größere Erzähllinie, die – anders als bei Sueton – von „trivialen“ Einzelheiten nicht eingeschränkt werden sollte. Demzufolge soll es der Römischen Geschichte an exakten Datierungen, anderweitigen Zahlen sowie Namen mangeln.105

Die Rhomaiké Historíe kann aus unterschiedlichen Gründen in die Zeit der Republik und in die Zeit des Kaisertums unterteilt werden. Der wohl wichtigste Aspekt für eine derartige Zweiteilung des Werkes ist die Normativität des Autors. Während Dio die republikanische Zeit ohne jeglichen moralischen Ansatz beschreibt und seine Historiographie nahezu urteilsfrei scheint, gilt für ihn diese Distanz nicht, wenn es um die Kaiserzeit geht. Die moralische Beurteilung der verschiedenen Kaiser rückt in seiner Geschichtsschreibung mit dem Beginn des Prinzipats in den Vordergrund. Diese veränderte Sichtweise ist gewiss nicht zufällig; gemäß seinem Lebenslauf kann nämlich konstatiert werden, dass seine politischen Höhen und Tiefen stets weniger von seinen eignen Fähigkeiten und Qualitäten als Politiker oder Schriftsteller, sondern vielmehr von dem Wohlwollen der unterschiedlichen Kaiser abhingen. Seinerzeit wurde Dio von einer Phase des Umbruchs geprägt; auf eine ruhige, humanitäre Kaiserzeit folgte zu Beginn des 3. Jh. n. Chr. eine größer werdende Spannung zwischen Kaisertum und Senat. Dio entwickelte infolgedessen eine funktionale Sichtweise auf historische Ereignisse. Kaiser beurteilt er hierbei auf der Grundlage ihrer Charaktere, ihrer Lebensweisen, ihrer Qualitäten als Staatsführer und allen voran hinsichtlich ihres Umgangs mit dem Senat.106 Denn wie auch Tacitus schrieb Dio in der Tradition der senatorischen Historiographie und machte folglich seine kaiserliche Bewertung insbesondere von dessen Verhältnis zum Senat abhängig.107 Mit seinen Beurteilungen entwirft Dio ein Idealbild eines römischen Kaisers aus senatorischer Perspektive und unterbreitet den zeitgenössischen Kaisern sogleich ein Angebot, welche Grenzen der römische Senat akzeptiert und setzt. Ziel dessen war es, einerseits, den Standesgenossen die alte einflussreiche Position ihres Gremiums vor Augen zu führen, um Motivation zu schüren, diesen Einfluss zurückgewinnen zu wollen sowie andererseits, gewisse Normen zwischen dem Herrscher und dem Senat auszuhandeln. Generell war Dio aber gewiss kein Feind der Monarchie – vielmehr erwähnt er an zahlreichen Stellen, dass die Monarchie unverzichtbar für das Fortbestehen des Imperiums sei.108

Besonders die Kaiser des 1. Jh. werden von Dio in „gute“ und „schlechte“ Kaiser unterschieden.109 Ein weiterer signifikanter Einfluss auf Dios Gesamtbewertung eines Kaisers hat seine Denkweise über menschliche Charaktere, die durch die Vorstellungen der Stoiker geprägt wurde; demnach ist der Charakter eines Menschen vorherbestimmt, sodass die wahren Eigenschaften erst dann zu Tage treten, wenn es die Umstände – wie beispielsweise eine gewisse Machtstellung – erlauben.110 In der Konsequenz werden Herrscher strikt in „gute“ und „schlechte“ Charaktere kategorisiert, was aus heutiger Sicht einer Art Stigmatisierung gleicht. In der Psychologie spricht man diesbezüglich von Beurteilungs- und Wahrnehmungsverzerrungen – kurzum; vom Halo-Effekt.111 Groot behauptet zudem, dass auch hinsichtlich Dios Schönfärberei eine Unterteilung zwischen der Zeit vor und nach dem Prinzipat geschehen müsste. Während Dio aus eigenem Interesse die Kaiserzeit positiver darstellte, als sie letztendlich war, verschweige Dio die negativen Eigenschaften Octavians nicht – im Gegenteil; im 53. Buch stellt Dio Octavians Skrupellosigkeit und politische Heuchlerei dar und insgesamt sollen sich positive und negative Eigenschaften und Taten in Dios Werk im Gleichgewicht halten.112 Heutige Historiker vermuten zudem, dass Tacitus, Sueton und Dio größtenteils dieselben Überlieferungen für die Geschichtsschreibung des frühen 1. Jh. verwendeten – diese Quellen wollten u.a. einen Kontrast zwischen Augustus und Tiberius zu Ungunsten des Letzteren aufzeigen.113 Mag man dem Glauben schenken, wäre dies nicht nur euphemistischer Nährboden, sondern zugleich auch Zugpferd von Dios Projektion der eigenen Wunschvorstellungen auf die augusteische Zeit. Diese Idealisierung zugunsten seiner eignen machtpolitischen Interessen sorgt in der Konsequenz dafür, dass das Bild, welches Dio über Augustus skizziert, weniger menschlich und historisch relevant ist. Groot beschreibt Dios Darstellung von Augustus als „abstraktes Bild, in dem menschliche Elemente auf Kosten von idealisierten Eigenschaften verloren gegangen sind.“114 Zwar gelte dies primär für die Zeit des Prinzipats, doch müsse Octavians Aufstieg stets unter dem Verdacht eines latenten Euphemismus untersucht werden.115

2. „Krise ohne Ausweg“ (133-44 v. Chr.)

Dass die Spätrepublik zuweilen des octavianischen Aufstiegs ihr Ende fand – und sich spätestens durch die Etablierung des Prinzipats verabschiedete – wurde bereits konstatiert. Um ein Gesamtbild von Octavians Machtergreifung zu zeichnen, ist eine kurze Beleuchtung der vorherigen, beinahe neun Dezennien dauernden Krise fundamental.

Nach Deininger, Heuss und Bleicken ist der römische Imperialismus bzw. das römische Weltreich die Mutter der epochalen Krise116, „welche sich in den revolutionären Zuckungen der ausgehenden Republik äußerte.“117 Das Römische Reich zerbrach folglich an ihrer Herrschaftsgröße, die von einem stadtstaatlichen Regiment nicht gelenkt werden konnte.118 Auch für Meier besteht ein Kausalzusammenhang zwischen der Ausdehnung des Römischen Reichs und der Bewahrung der gemeindestaatlichen Verfassung.119 Das vorletzte Jahrhundert der römischen Republik muss als zweigeteilt betrachtet werden; einerseits die äußere und andererseits die innere Entwicklung Roms. Nach Außen trennte der Sieg über Karthago im Jahr 146 v. Chr. das Jahrhundert in zwei Hälften. Ein Ereignis, durch welches Rom seine bereits zuvor errungene Herrschaft in der damalig bekannten Welt manifestierte. Im Inneren spürte man dagegen deutlich, welche Konsequenzen die tatsächlich errungene Vormachtstellung sowie das vorherige Ringen um diese Position für die römische Gesellschaft hatte.120 Der nicht mehr aufzuhaltende Niedergang des verschuldeten Bauernstandes, die sich daraus ergebene Abwanderung von Teilen der Landbevölkerung in die Hauptstadt, die immense Expansion der Bevölkerungszahl in Rom sowie die Vergrößerung der unteren sozialen Schicht dort, der zunehmende Materialismus und die Entstehung der publicani waren die inneren Folgen der äußeren Entwicklung. Dass es in der römischen Republik zu Spannungen innerhalb der Gesellschaft kam, wurde aller spätestens mit dem Reformversuch des Volkstribuns Tiberius Gracchus und dem Beginn der Bürgerkriege im Jahr 133 v. Chr. deutlich und vor aller Welt öffentlich.121 Insbesondere durch Ciceros Äußerungen wird offenkundig, dass das Auftreten der beiden Gracchen von den Römern als einläutende Phase der blutigen inneren Konfliktbewältigung wahrgenommen wurde.122 Falsch ist gleichwohl die Annahme, die Hauptursache der bürgerkriegsähnlichen Krisen und der tatsächlichen Bürgerkriege ausschließlich als Ergebnis der Verarmung römischer Bauern und die daraus folgende Entwicklung zu begreifen. Ebenso trugen neu in das Reich strömende kulturelle Einflüsse123 und ein wachsender wirtschaftlicher Wohlstand zu einer teilweisen Abkehr der traditionellen Gesellschafts- und Wertgefüge und somit zu einer sich zuspitzenden Krise der res publica bei.124 Der Verfall römisch traditioneller Werte wird von zahlreichen antiken Schriftstellern oder Einflussnehmern – wie Sallust, Cicero, Tacitus, Cassius Dio und vielen mehr – als maßgebliche Ursache für den Niedergang der späten Republik angenommen. Dass diese Auffassungen als subjektive Färbung einen gravierenden Einfluss auf die Geschichtsschreibung dieser Historiographen hatte, muss in der Geschichtswissenschaft demnach zwingend berücksichtigt werden. Bereits Scipio Nascia soll sich gegen eine Vernichtung Karthagos ausgesprochen haben, da er die Existenz eines äußeren Feindes als Voraussetzung zur Wahrung der römischen Werte sah.125 Auch Sallust berichtet über den moralischen Zerfall der römischen Bevölkerung; nach dem Sieg gegen Karthago schwanden zwar Strapazen, Gefahren sowie bedenkliche und schwierige Lagen, doch zugleich wuchsen das Verlangen nach Macht und Geld. Dies waren nach Sallust die Wurzeln allen Übels, da die Habsucht Treue, Redlichkeit und viele übrige gute Eigenschaften untergrub und dafür Hochmut und Grausamkeit lehrte.126 Cicero stimmt diesbezüglich mit Sallust überein und sieht allen voran Sulla als Antriebgeber und Hauptschuldigen am moralischen Verfall der römischen Gesellschaft.127

Zusammengenommen sind sich die Historiker aber einig: der Ausgangspunkt des Untergangs soll im römischen Imperialismus begründet liegen - die res publica scheiterte aber schlussendlich an einer Vielzahl einzelner Phänomene, die sich in einer kohärenten Wechselwirkung zu einer Krise dynamisierten.128 Die wirtschaftliche Not gepaart mit einem allgemeinen Verlust der römischen Werte waren es, die die breite Masse der Bevölkerung erst politisch mobilisierbar machte und sie gewillt werden ließ, sich gegen das traditionelle Machtgefüge ausspielen zu lassen.129 Ausgespielt wurde das Volk von Einzelpersönlichkeiten der römischen Geschichte, die die sozialen Missstände als Sprungbrett für ihren persönlichen Aufstieg zu nutzen versuchten; ihr Emporstieg war dabei jenseits althergebrachter Pfade.130 In der Endphase der Republik erlebte Rom eine nie dagewesene Form der politischen Auseinandersetzung: Machtkämpfe wurden sowohl innerhalb des Verfassungssystems, als auch im offenen Straßenkampf ausgetragen, während die Nobilität und mit ihr der Senat zusehends die Kontrolle über die Geschehnisse verloren. Die republikanische Ordnung versank letztlich in einer Kohärenz aus übergroß werdenden sozialen Spannungen, dem gesellschaftlichen Machtverlust der Nobilitätsschicht und dem Emporkommen jener Männer, welche sich den althergebrachten Formen von Machtausübung und -verteilung über weite Strecken verweigerten und die gesellschaftlichen Veränderungen – zu dem sie entscheidend beitrugen – als Legitimation ihres Aufstiegs instrumentalisierten. Die Unzufriedenheit der Plebs diente ihnen dabei, die Macht zu ihren eigenen Gunsten umzuverteilen.131

Aufgrund der scheinbar unauflösbaren Polarität zwischen versagenden Verfassungsstrukturen und gewaltigen Machtakkumulationen Einzelner spricht Meier in diesem Zusammenhang von einer „Krise ohne Alternative“132 Dabei stand der Krisenprozess bei den politischen Auseinandersetzungen nicht primär im Vordergrund – vielmehr kumulierten sich die Nebenwirkungen zu langfristigen Veränderungen; seit Sulla gab es starke Tendenzen das republikanische System dahingehend zu reformieren, dass es auf eine Monarchie ähnliche Struktur zuläuft bzw. die Konzentration der Macht in der Hand eines Einzelnen liegen würde. Sowohl Sulla, als auch Pompeius und Caesar unternehmen derartige Bemühungen ohne einen eigenen nachhaltigen Erfolg. Anders als Meier sieht Welwei den Zusammenbruch der res publica nicht als historische Notwendigkeit.133 Die Republik hätte ihm zufolge nicht ewig Bestand gehabt, aber eine „Krise ohne Alternative“ sei dies nicht gewesen. Sicherlich hätte es andere Möglichkeiten zum Fortbestehen des republikanischen Systems oder der Etablierung einer Monarchie gegeben – und wenn es sich dabei nur um Veränderungen in die eine oder andere Richtung gehandelt hätte.134 Meiers Aussage beruht aber auf der Annahme eines fehlenden Bewusstseins der damaligen Akteure für Alternativen, sodass das Zulaufen auf eine monarchistische Staatsform als einziger Weg betrachtet wurde. Überdies sei dieser Ausspruch nach Hatscher schon heuristisch nicht befriedigend, da der Terminus in sich widersprüchlich ist. Ursprünglich handelt es sich bei dem Begriff „Krise“ um den Wendepunkt in einer Krankheitsgeschichte, in der „Leben oder Tod“ die Alternativen darstellen. Die Möglichkeit bzw. Notwendigkeit von zwei sich ausschließenden Möglichkeiten sind hingegen die Wesensmerkmale des Begriffs „Alternative“. Somit gehören Krise und Alternative sprachlich zusammen und die Formulierung Meiers weist eine Redundanz auf.135 Da eine echte historische Krise nach Rilinger nie mit einer wählbaren Alternative verbunden ist, kann die spätrepublikanische Zeit – unter der Annahme des o.g. unzureichenden Bewusstseins – viel eher als „Krise ohne Ausweg“ betitelt werden. Gäbe es eine Alternative zur Etablierung der Monarchie, hätte es sich somit nicht um eine Krise gehandelt.136 Dass die Republik untergehen musste, lässt sich also pauschal nicht beweisen; eine Rettung im Sinne einer gigantisch sozialen Deus ex machina könne nie gänzlich ausgeschlossen werden, so Gotter.137

Welwei zufolge sind es allen voran die „kolossalen Individualitäten“ Caesar und Augustus gewesen, die der römischen Republik den entscheidenden Todesstoß gaben.138 Girardet stimmt diesbezüglich mit Welwei überein, sieht in der Person Caesars aber „den wohl am schwersten wiegenden Krisenfaktor“139 des spätrepublikanischen Untergangs. Die Tatsache, dass Caesar im Jahr 50 v. Chr. Prokonsul der römischen Republik war, besiegelte – so Girardet – das Ende der res publica.140 Und tatsächlich hatte Caesar einen offensichtlichen Anteil am Ende der Republik: Nach dem Vorbild Sullas nahm er eine radikale Umformung der republikanischen Ordnung und eine damit einhergehende schrittweise Aushebelung der Magistrate vor, um schließlich als dictator perpetuo (Diktator auf Lebenszeit) ein System der Alleinherrschaft zu etablieren. Diktator auf Lebenszeit: die übermenschliche Erhöhung der Stellung Caesars im Staat, welche gegen die Verfassung von einem Senat zuerkannt wurde, der aus Angst vor Proskriptionen zitterte.141 Das Amt des Diktators war ursprünglich geschaffen worden, um einem Einzelnen im Fall einer politischen Notsituation für eine temporäre Zeit gewisse Vollmachten zu gewähren. Entgegen des republikanischen Charakters entfremdete Caesar die Diktatur, um sich als Monarch zu etablieren.142 Dies stieß insbesondere bei der Senatsaristokratie auf Unmut; einige von ihnen sahen sich ihrer Entscheidungsgewalt beraubt. Sie hatten ihr Leben der Republik verschrieben, taten ihren Dienst am Staat und mussten nun zusehen, wie ihr Leben vor ihren eigenen Augen zerfiel.143 Eine rufschädigende Propaganda setzte gegen ihn ein und spitzte sich indes immer weiter zu, sodass Caesar schließlich als Tyrann tituliert wurde.144 Das bedeutet, dass seine Beseitigung nicht als solche gesühnt werden sollte.145 Im Allgemeinen war der Tyrannenmord in der Antike positiv bewertet. Bereits bei den Griechen galt derjenige, der einen Tyrannen tötete als Held. Und auch Cicero schreibt in seinem letzten Werk: „Wer einen Tyrannen tötet, hat mit Sicherheit kein Verbrechen begangen. So denkt jedenfalls das Volk von Rom, dass die Tat als das glänzende aller guten Werke ansieht.“146 Und so kam es, dass sich unter den Initiatoren Gaius Cassius Longinus und Marcus Iunius Brutus eine etwa 60-köpfige Opposition gegen Caesar verbündete und ihn am 15. März 44 v. Chr. während einer Senatssitzung im Theater des Pompeius ermordeten.147

[...]


1 Vgl. Suet. Aug. 100, 1; Vgl. Tac. ann. I, 9.

2 Suet. Aug. 99, 1.

3 Alfödi, A.: Oktavians Aufstieg zur Macht, Bonn 1976, 9.

4 Vgl. Petersen, T.: PR-Arbeit in der Antike. Wie Augustus zum vielleicht erfolgreichsten Politiker aller Zeiten wurde, München 2005, 186.

5 Vgl. Strab. geogr. V 3, 8; Vgl. Weber, E.: Augustus. Meine Taten. Res gestae divi Augusti, 7. Aufl., Berlin/Boston 2015, 10f.

6 Die Res gestae divi Augusti wird im Folgenden mit RGDA abgekürzt.

7 Vgl. Cooley, A.: RGDA, Text Translation, and Commentary, Cambridge 2010, 3.

8 Vgl. Eck, W.: Augustus und seine Zeit, 5. Aufl., München 2009, 7f.; Vgl. Weber 2015, 11. 54f. Das Monumentum Ancyranum erlaubt gemeinsam mit den fragmentarisch überlieferten Monumentum Apolloniense und Monumentum Antiochenum eine nahezu vollständige Rekonstruktion des verlorenen Originals: In Ancyra wurde die RGDA an die Steinwände des Tempels für Roma und Augustus eingemeißelt. Das Monumentum Ancyranum stellt aufgrund ihres fast vollständigen Erhalts die Hauptquelle für Augustus Tatenberichte dar und ist in lateinischer und griechischer Sprache tradiert. Der Inschrift des Monumentum Ancyranums und Monumentum Antiochenums geht ein Prolog vorweg, der sich als solcher nicht über der Originalfassung finden lässt: „Nachstehend die Abschrift des auf zwei in Rom aufgestellten Bronzepfeilern eingegrabenen Berichtes von den Taten des göttlichen Augustus, durch welche er den Erdkreis der Herrschaft des römischen Volkes unterwarf, und von den Aufwendungen, die er für Staat und Volk von Rom machte.“

9 Vgl. Alfödi 1976, 9.

10 S. u. vgl. Mackenthun, G.: Politisches Denken. Athen und Rom, Göttingen 2020, 124.

11 R. Ges. div. Aug. 1.

12 S. u. vgl. Meier, C.: Res publica amissa. Eine Studie zu Verfassung und Geschichte der späten römischen Republik, Stuttgart 2017, 204.

13 S. u. vgl. Alfödi 1976, 9.

14 S. u. vgl. Weber 2015, 7.

15 Vgl. Sonnabend, H.: Geschichte der antiken Biographen. Von Isokrates bis zur Historia Augusta, Stuttgart 2002, 137. Es ist kein Zufall, dass beinahe alle antiken Historiographen politische Ämter innehatten. Geschichtsschreibung war für die Römer immer ein Stück Politik – ein Versuch der politischen Einflussnahme während und nach der Amtszeit des jeweiligen Machthabers.

16 Vgl. Sonnabend 2002, 169. Die Kenntnis über das Leben, die Werke und die Wertvorstellungen der einzelnen Autoren ist dabei unabdingbare Voraussetzung für das Verständnis und eine folgerichtige Einordnung ihrer publizistischen Arbeiten.

17 Vgl. Eck 2009, 34. Zwar endete das Triumvirat aller Voraussicht nach erst am 31. Dezember 33 v. Chr., doch wenngleich Antonius und Octavian ihre triumvirale potestas behielten, entwickelte sich zwischen ihnen ein Kampf um die Alleinherrschaft. In diesem Sinne trägt der darauffolgende Abschnitt den Titel „Kampf gegen Antonius um die Alleinherrschaft“ – gleichwohl das Triumvirat nicht beendet war.

18 Was nicht mit augusteisch beeinflussten und unbeeinflussten Überlieferungen verwechselt werden darf; denn indirekten Einfluss auf die postaugusteische Historiographie übte Augustus auch durch seine propagandistische Politik, die Zäsur der Kunst und Literatur sowie seine eigene Autobiographie und letztlich die RGDA aus.

19 Vgl. Petersen 2005, 71-75.

20 Vgl. Malitz, J.: Autobiographie und Biographie römischer Kaiser im 1 Jhdt. n. Chr., in: Propaganda – Selbstdarstellung – Repräsentation im römischen Kaiserreich des 1 Jhdts. n. Chr., hrsg. v. G. Weber u. M. Zimmermann, Historia-Einzelschrift 1964, Stuttgart 2003, 227-42, hier: 229.

21 Vgl. Sonnabend 2002, 115.

22 Vgl. Malitz 2003, 229.

23 Vgl. Sonnabend 2002, 115.

24 Vgl. Suet. Aug. 85: „ et aliqua de vita sua, quam tredecim libris Cantabrico tenus bello nec ultra exposuit “.

25 Vgl. Malitz 2003, 230.

26 Vgl. Sonnabend 2002, 117f.

27 Dies lehrte ihn die Historie seines Adoptivvaters.

28 Vgl. ebd., 117.

29 Vgl. Malitz 2003, 233f.

30 Vgl. Sonnabend 2002, 117; Vgl. Malitz 2003, 230. Malitz zufolge ist umstritten, ob Sueton in Besitz des Originals war. Aber selbst, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, täte das dem Einfluss der Autobiographie auf die chronologisch nachfolgende Historiographie keinen Abbruch.

31 Vgl. Sonnabend 2002, 118.

32 Vgl. Kober, M.: Die politischen Anfänge Octavians in der Darstellung des Velleius und dessen Verhältnis zur historiographischen Tradition. Ein philologischer Quellenvergleich: Nikolaus von Damaskus, Appianos von Alexandria, Velleius Paterculus, Würzburg 2000, 90.

33 Vgl. Bringmann, K.: Cicero, in: DNP 2, Stuttgart/Weimar 1997, 1190-96, hier: 1191.

34 Vgl. Gotter, U.: Der Diktator ist tot! Politik in Rom zwischen den Iden des März und der Begründung des zweiten Triumvirats, Stuttgart 1996, 108.

35 Vgl. Cic. off. II, 59; Vgl. Cic. Brut. 321. 323; Vgl. Gotter 1996, 108f.

36 Vgl. Sallust Cat. 29, 2-3.

37 Vgl. Bringmann 1997, 1192.

38 Vgl. Gotter 1996, 110.

39 Vgl. Bringmann 1997, 1192f.; Vgl. Gotter 1996, 113. Im Jahr 60 v. Chr. gelang es Caesar nicht, Cicero zur Teilnahme am späteren Triumvirat zu bewegen. Infolgedessen sank Ciceros politischer Einfluss und kehrte bis zum Ableben Caesars in einem bedeutenden Ausmaß nicht mehr zurück. Zwar schätzte er Caesar als intelligenten und politisch versierten Mann und hegte zeitweise große Hoffnungen in den späteren Diktator, doch erloschen diese durch Caesars Machtbestreben und sein wiederholtes Vorgehen gegen den Senat. Nachdem Caesar zum Staatsfeind erklärt wurde, stellte sich Cicero dementsprechend im Bürgerkrieg gegen Pompeius auf die Seite des Letzteren. Im Jahr 47 v. Chr. – kurz nach dem Sieg Caesars und dem Tod von Pompeius – begnadigt er Cicero nichtsdestoweniger im Rahmen der clementia. Zwar lobpreiste er Caesar in der Folgezeit wiederholt, als dieser aber seine Macht auf Kosten der res publica weiter ausbaute, wurde Cicero unwiderruflich zu Caesars Gegner. Die Niederschlagung der Catilinarischen Verschwörung war für Cicero zum Muster des richtigen Umgangs mit Staatsfeinden geworden; ein normativer Maßstab, wonach derjenige, der die Konfliktlösung im Jahr 63 v. Chr. guthieß ein Optimat und derjenige, der sie nicht guthieß, ein Mitglied der Popularen und somit gegen die Ordnung und die Verfasstheit des Staates war.

40 Vgl. Bringmann 1997, 1196.

41 Vgl. Gotter 1996, 109. Eine Abrede dieses Prinzips kritisierte sogleich Ciceros Emporkommen, denn dieser verdankte seinen Erfolg allen voran sich selbst. Entsprechend steht er mit seinem vehementen Entgegentreten insbesondere für seinen eigenen Werdegang und seine Überzeugungen ein.

42 Vgl. Bringmann 1997, 1195.

43 Vgl. Bringmann 1997, 1196f.

44 Vgl. ebd., 1198. Ausnahmen bestätigen die Regel: Beispielsweise die epistulae ad familiares, welche offizielle Schriften mit politischen Zwecken enthält.

45 Vgl. ebd., 1197f.

46 Vgl. Meister, K.: Nikolaos von Damaskus, in: DNP 8, Stuttgart/Weimar 2000, 920-22, hier: 921.

47 Vgl. Sonnabend 2002, 122.

48 Vgl. Meister 2000, 921. Der eigentliche Umfang der Biographie sowie die Jahre, indem das Werk schließt und in welchem es veröffentlicht wurde, sind unbekannt, weil ausschließlich Fragmente aus Konstantinischen Exzerpten überliefert sind.

49 Vgl. Kober 2000, 91; Vgl. Sonnabend 2002, 122f.

50 Vgl. Sonnabend 2002, 122f.

51 Vgl. Kober 2000, 91. Gleichwohl Sonnabends Vermutung nach Augustus Eingebundenheit in die Schaffung der Biographie plausibel ist, hinkt das erstgenannte Argument dahingehend, dass die Abfassung einer Biographie in griechischer Sprache von einem griechisch-sprechenden Schriftsteller nicht außergewöhnlich war – insbesondere deswegen, weil Latein im Osten zwar Amtssprache war, aber Griechisch Hoch- und Kultursprache im gesamten östlichen Mittelmeerraum blieb. Überdies war es für die Eliten Roms selbstverständlich der griechischen Sprache mächtig zu sein.

52 Vgl. ebd., 91. Velleius und Appians Darstellungen über Octavian weichen stärker von dem ab, was in den Fragmenten überliefert ist, als die Schilderungen von Nikolaos.

53 Vgl. Meister 2000, 921.

54 Vgl. Vell. II 101, 3; Vgl. Krapinger, G.: Velleius Paterculus, in: DNP 12, Stuttgart/Weimar 2002, 1169-71, hier: 1169.

55 Vgl. Vell. II 101, 2f.; 104, 3.; Vgl. Krapinger, 1169.

56 Vgl. Vell. II 111, 3; Vgl. Krapinger, 1169f.

57 Vgl. Vell. II 121, 3; Vgl. Krapinger, 1170.

58 Vgl. Vell. II 124, 4; Vgl. Krapinger, 1170.

59 Vgl. Krapinger, 1169f. Nicht wirklich überraschend angesichts der Tatsache, dass Velleius Kontakt zu Augustus und Tiberius hegte und Teil ihrer Anhängerschaften war.

60 Vgl. Kapitel 1.1.1.1.

61 Vgl. Krapinger, 1170. Allen voran aufgrund der ausschweifenden Schmeicheleien gegenüber Augustus und Tiberius.

62 Vgl. Krapinger, 1170.

63 Vgl. Pelling, C. B. R./ Heinze, T.: Plutarchos. Leben und Werküberblick, Stuttgart/Weimar 2000, 1159-65, hier: 1159; Vgl. Sonnabend 2002, 146.

64 Vgl. Pelling/ Heinze 2000, 1160.

65 Vgl. ebd., 1162.

66 Vgl. Sonnabend 2002, 147.

67 Vgl. Pelling/ Heinze 2000, 1161f.

68 Vgl. ebd., 1163.

69 Vgl. ebd., 1163f.

70 Vgl. ebd., 1164.

71 Vgl. Flaig, E.: Tacitus, in: DNP 11, Stuttgart/Weimar 2001, 1209-14; hier: 1209; Vgl. Groot, H.: Zur Bedeutung der öffentlichen Spiele bei Tacitus, Sueton und Cassius Dio. Überlegungen zur Selbstbeschreibung der römischen Gesellschaft, Bd. 12, Berlin 2008, 25-26. Über sein Dasein sind bis heute nur vereinzelnde Zeugnisse überliefert, sodass indes Vermutungen angestellt werden, um die lückenhafte Biographie zu rekonstruieren. Unter den vorhandenen Überlieferungen zu Tacitus ist vorrangig die Briefsammlung Plinius d. J. zu erwähnen.

72 Vgl. Flaig 2001, 1209; Vgl. Groot 2008, 25-26.

73 Vgl. Flaig 2001, 1209f.

74 Vgl. Vittinghoff, F.: Civitas Romana. Stadt und politisch-soziale Integration im Imperium Romanum der Kaiserzeit, Stuttgart 1994, 320; Vgl. Groot 2008, 27. So ist es nicht verwunderlich, dass die senatorische Geschichtsschreibung dem Prinzeps und der julisch-claudischen Dynastie kritisch gegenüberstand. Inwieweit Tacitus´ Berichte durch eine senatorische Färbung geprägt sind, lässt sich vollends nicht festhalten und bleibt weiterhin umstritten. So spricht sich Vittinghoff gegen einen solchen Einfluss in den taciteischen Berichten aus und verweist in seiner Begründung auf Tacitus´ ritterliche Herkunft. Der überwiegende Teil der Historiker ist nichtsdestoweniger der Ansicht, dass Tacitus´ Einstellungen gegenüber der Monarchie sowie insbesondere auch gegenüber Augustus und der julisch-claudischen Dynastie sowohl durch seine politische Karriere als auch durch die flavische Herrschaft negativ beeinflusst wurde.

75 Vgl. Groot 2008, 28-32; Vgl. Sonnabend 2002, 137.

76 Vgl. Tac. ann. IV, 32f.; Vgl. Groot 2008, 32. Deutlich wird dies im Folgenden: da in Tacitus´ Werken immer wieder ersichtlich ist, dass Persönlichkeit, Denkweisen, Einstellungen und Charaktereigenschaften einen eminenten Einfluss auf die politische Tatkraft und Überzeugung eines Kaisers haben und seiner Ansicht nach für eine richtige Deutung der Geschichte maßgeblich sind, hebt dies hervor, dass die jeweilige Kaiser-Senats-Beziehung und die Einhaltung der senatsaristokratischen Tugenden Tacitus´ Normativ zur Bewertung eines Kaisers und dessen Taten sind.

77 Vgl. Flaig 2001, 1213.

78 Vgl. Gugel, H.: Studien zur biographischen Technik Suetons, Wien 1977, 146.

79 Vgl. Tac. Hist. I, 1.

80 Vgl. Flaig 2001, 1211. Inwieweit das negative Bild berechtigt war, ist umstritten.

81 Vgl. Groot 2008, 27; Vgl. Krüger, J.: Nero. Der römische Kaiser und seine Zeit, Wien/Köln/Wismar 2012, 561.

82 S. u. vgl. Tac. ann. I, 1.

83 Vgl. Tac. ann. I, 1; IV 3, 3; 32f.; Vgl. Flaig 2001, 1213; Vgl. Krüger 2012, 562. Deutlich wird dies u.a. durch Inschriften, welche einige seiner Angaben bestätigen. Wenngleich beachtet werden sollte, dass es sich dabei lediglich um wenige Details handelt und somit keine gesicherte Aussage über die Akribie seiner gesamten Schriften getroffen werden kann. Tacitus´ Ziele waren zwar die politische Belehrung und sittliche Läuterung, jedoch bedauerte er, dass er große Mühe hatte besonders die Annalen spannend und fesselnd darzustellen. Der Grund hierfür sei die Eintönigkeit des Geschehens gewesen, wie er beklagt. In diesem Sinne wendete er sich häufig vom annalistischen Stil seiner Annalen ab, indem seine Bücher – Wider der klassischen Annalistik – mit dem Tod einer politisch bedeutenden Person endeten. Dadurch wollte er Spannung für das nächste Buch erzeugen und vermischt – genau wie seine Vorgänger – Geschichtsschreibung mit Dichtung.

84 Vgl. Groot 2008, 29.

85 Vgl. Tac. ann. I, 1-10.

86 Vgl. Sallmann, K.: Suetonius Tranquillus, in: DNP 11, Stuttgart/Weimar 2001, 1084-88, hier: 1084; Vgl. Groot 2008, 32. Wie auch bei Tactius lässt sich Suetons Leben fast ausschließlich anhand seiner eigenen Werke sowie der Briefsammlung Plinius d. J. erschließen. In diesem Sinne ist auch der Zeitpunkt seines Ablebens ungewiss.

87 Vgl. Suet. Aug. 9, 1; Vgl. Lambrecht, U.: Herrscherbild und Principatsidee in Suetons Kaiserbiographien. Untersuchungen zur Caesar- und Augustus-Vita, Bonn 1984, 115; Vgl. Sonnabend 2002, 180. Anders als Tacitus beginnt Sueton seine Kaiserbiographien mit Caesar; wenngleich dieser kein legitimer Alleinherrscher war und Augustus der Prinzipat erst im Jahr 27 v. Chr. etablierte. Entscheidend für Sueton war jedoch, dass Caesars Wirken und sein Erbe die Weichen für Augustus politische Karriere stellten und deren Vitae demnach nur zusammen betrachtet werden können. Jede Biographie ist in drei Teile untergliedert. Die ersten und dritten Teile der Kaiserviten sind chronologisch geordnet, während sich die Hauptteile jeweils nach Rubriken wie Privatleben, Charaktereigenschaften sowie militärische, zivile und politische Leistungen gliedern. Die Darstellung in Rubriken nahm er dabei bewusst vor, um eine übersichtlichere Gliederung zu schaffen und ein besseres Verständnis beim Leser zu erreichen. Wie schon Tacitus dienten Sueton Plinius d. Ä., aber auch Cluvius und Rufus als Quellenmaterial für seine Werke.

88 Vgl. Sallmann 2001, 1084f.

89 Vgl. Krüger 2012, 563.

90 Vgl. Sonnabend 2002, 176.

91 Vgl. Lambrecht 1984, 81; Vgl. Sonnabend 2002, 176-77; Vgl. Groot 2008, 38. Seine Werke waren für ein breites Publikum bestimmt: Im Gegensatz zu Tacitus schrieb er nicht für spezielle gesellschaftliche und politische Kreise, sondern für jeden Römer, der die Fähigkeit besaß, lesen zu können.

92 Vgl. Groot 2008, 37-39. Anders bei Tacitus: sein Ziel war es dagegen, eine urteilsfreie Annalistik zu verfassen, was ihm als Moralist jedoch nur bedingt gelang.

93 Vgl. Sonnabend 2002, 176-77.

94 Vgl. Sonnabend 2002, 176-77; Vgl. Groot 2008, 38. Indes muss beachtet werden, dass der Ritterstand insgesamt inhomogen war, sodass nicht von typischen Vertretern und Haltungen des Ritterstands gesprochen werden kann. Suetons Vorstellungen gemäß müsse zwischen dem Senat und den Rittern ein gegenseitiger Respekt herrschen. Darüber hinaus sieht er den Ritterstand eindeutig als zweiten Stand in der Gesellschaft an. Auch wenn sich senatorische und ritterliche Wertvorstellungen in weiten Zügen gleichen, gibt es insbesondere Unterschiede in ihrer Haltung gegenüber den Kaisern. Viele Mitglieder des Ritterstandes haben ein näheres Verhältnis zum Kaiser, da der Ritterstand im Allgemeinen mehr im Dienst des Kaisers steht als der Senat.

95 Vgl. Suet. Clau. 12, 7; Vgl. Groot 2008, 38. Im Falle eines respektvollen Umgangs mit dem Senat und der Ritterschaft.

96 Vgl. Groot 2008, 39.

97 Vgl. Sallmann, 1086.

98 Vgl. Magnino, D.: Appianos, in: DNP 1, Stuttgart/Weimar 1997, 903-05, hier: 903.

99 Vgl. ebd., 904.

100 Vgl. Magnino 1997, 905.

101 Vgl. Pina Polo, F.: The triumviral period. Civil war, political crisis and socioeconomic transformations, Zaragoza 2020, 309.

102 Vgl. Birley, A. R.: Cassius Dio, in: DNP 2, Stuttgart/Weimar 1998, 1014-15, hier: 1014.

103 Vgl. Groot 2008, 41.

104 Vgl. Birley 1998, 1015.

105 Vgl. Groot 2008, 42.

106 Vgl. ebd., 42f.

107 Vgl. Hose, M.: Erneuerung der Vergangenheit. Die Historiker im Imperium Romanum von Florus bis Cassius Dio, Berlin 1994, 413-7; Vgl. Groot 2008, 43-49; Vgl. Schulz, V.: Nero und Domitian bei Cassius Dio. Zwei Tyrannen aus Sicht des 3. Jh. n. Chr., in: Nero und Domitian. Mediale Diskurse der Herrscherrepräsentation im Vergleich, hrsg. v. S. Bönisch-Meyer u. L. Cordes, Tübingen 2014, 405-36, hier: 428f. Im Gegensatz zu Tacitus verschob sich die Frage über das Wirken des Senats von einer moralischen zu einer existentiellen; während Tacitus den moralischen Verfall befürchtete, sorgte sich Dio um das Fortleben des Senats als Gremium. Die senatsfeindliche Politik des 2. und 3. Jh. sorgte für eine Dezimierung des Senatorenstandes. Insbesondere unter Commodus und Caracalla wurden so viele Senatoren hingerichtet, dass vielfach Männer niedriger Herkunft ihren Platz einnahmen. Obgleich der Senat zu Lebzeiten Dios die einzige politische Instanz war, die die Autorität des Kaisers legitimieren konnte, verlor der Senat allen voran im Zuge des politischen Aufstiegs der Ritter im 3. Jh. an Macht.

108 Vgl. Cass. Dio XLIV 2, 2; Vgl. Groot 2008, 46-48. Deutlich wird dies anhand zweier berühmt gewordener Reden von Maecenas und Agrippa aus dem 52. Buch. Auf die Frage nach der besten Staatsform vertritt Agrippa einen republikanischen Standpunkt, während Maecenas ein monarchistisches System als das richtige für das Römische Reich postuliert. Laut Groot ist hier auffällig, dass Maecenas Dios Ansichten insofern teilt, als dass die Rede von Dio sein könnte. Maecenas – oder auch Dio – gibt indes an, dass die Monarchie der römischen Gesellschaft Ruhe, Sicherheit und Stabilität bietet, während eine demokratische Staatsform die Gefahr von Bürgerkriegen und Unruhen in sich birgt. Höchstwahrscheinlich ist es also Dio, der Maecenas diese Worte in den Mund legt – dies wäre eine typische Art und Weise Dios, um seine eignen Anschauungen kundzutun.

109 Vgl. Groot 2008, 47. Um eine entsprechende Aufteilung vornehmen zu können, verwendet er positive und negative Charaktereigenschaften; inspiriert von den Kardinaltugenden des Aristoteles nennt Dio die Mäßigung, Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit als Eigenschaften eines „guten“ Kaisers. Ein „schlechter“ Kaiser dagegen weist seiner Ansicht nach Laster auf wie Habsucht, Ehrsucht, Streitsucht und Herrschsucht.

110 Vgl. ebd., 47f.

111 Vgl. Fischer, L./ Wiswede, G.: Grundlage der Sozialpsychologie, 3. Auf., München 2009, 234. Dabei werden einzelne, zumeist einprägsame, Merkmale und Handlungen insofern verallgemeinert bzw. generalisiert, als dass weitere Eindrücke das gefällte Gesamturteil nicht mehr entscheidend verändern können.

112 Vgl. Groot 2008, 49.

113 Vgl. Sallmann 2001, 1086; Vgl. Groot 2008, 176; Vgl. Krüger 2012, 563.

114 S. u. vgl. Groot 2008, 177.

115 Vgl. ebd.

116 Vgl. Heuss, A.: Das Revolutionsproblem im Spiegel der antiken Geschichte, in: HZ 216, Berlin 1973, 1-72, hier: 53; Vgl. Deininger, J.: Der Wandel von der Republik zum Prinzipat in Rom. Ein Ausnahmefall der antiken Verfassungsentwicklung? in: Griechenland und Rom. Vergleichende Untersuchungen zu Entwicklungstendenzen und –höhepunkten der antiken Geschichte, Kunst und Literatur, hrsg. v. E. G. Schmidt, Erlangen/Jena 1996, 81-94, hier: 86; Vgl. Bleicken, J.: Geschichte der römischen Republik, 6. Aufl., München 2010, 154-6.

117 Heuss 1973, 53.

118 Vgl. Bleicken 2010, 154.

119 Vgl. Meier 2017, 155.

120 Vgl. Heftner, H.: Der Aufstieg Roms. Vom Pyrrhoskrieg bis zum Fall Karthago (280-146 v. Chr.), Regensburg 1997, 407-10.

121 Vgl. Christ, K.: Krise und Untergang der römischen Republik, 4. Aufl., Darmstadt 2000, 117-19.

122 Vgl. Cic. rep. I, 31.

123 Vgl. Meier 2017, 318f.

124 Vgl. ebd., 302.

125 Vgl. App. Lib. 69, 315.

126 Vgl. Sall. Cat. 10f.; Sall. Iug. 41, 1-3.

127 Vgl. Cic. off. II, 27; Vgl. Neumann, N. C.: Der Ausnahmezustand in der Römischen Republik, Wien 2010, 147.

128 Vgl. Christ 2000, 167.

129 Vgl. Neumann 2010, 147.

130 Vgl. Meier 2017, 204f.; Vgl. Neumann 2010, 148.

131 Vgl. Neumann 2010, 149f.

132 S. u. vgl. Meier 2017, 201-05.

133 Vgl. Welwei, K.-W.: Caesars Diktatur, der Prinzipat des Augustus und die Fiktion der historischen Notwendigkeit, in: Gym. 103, Heidelberg 6/1996, 477-497, hier: 489.

134 Vgl. Hatscher, C. R.: Charisma und Res publica. Max Webers Herrschaftssoziologie und die römische Republik, Stuttgart 2000, 11-13.

135 Vgl. ebd., 12. Fortan wird in dieser Arbeit deshalb von einer „Krise ohne Ausweg“ gesprochen.

136 Vgl. Girardet, K. M.: Politische Verantwortung im Ernstfall. Cicero, die Diktatur und der Diktator Caesar, in: Lenaika. Festschrift für C.W. Mueller zum 65. Geburtstag am 28.01.1996, hrsg. v. C. Mueller-Goldingen u. K. Sier, Stuttgart/Leipzig 1996, 217-251, hier: 248f.

137 Vgl. Gotter 1996, 258.

138 Vgl. Girardet 1996, 247; Vgl. Welwei 1996, 497f.

139 S. u. vgl. Girardet 1996, 247.

140 Vgl. ebd., 247.

141 Vgl. Alfödi 1976, 15. Wie einst bei Sulla.

142 Vgl. Grant, M.: Die Geschichte Roms. Von den Etruskern bis zum Untergang des Römischen Reiches, Bergisch Gladbach 1986, 194.

143 Vgl. Dahlheim, W.: Augustus: Anführer, Herrscher, Heiland, München 2010, 11-13.

144 Vgl. Plut. Caes. 57; Vgl. Dahlheim 2010, 9.

145 Vgl. Baltrusch, E.: Caesar und Pompeius, 3. Aufl., Darmstadt 2011, 164.

146 Uthmann, J.: Attentat. Mord mit gutem Gewissen, Berlin 1996, 9.

147 Vgl. Plut. Caes. 66, 5f.; Vgl. Suet. Iul. 82, 1f.; Vgl. Baltrusch 2011, 168.

Ende der Leseprobe aus 113 Seiten

Details

Titel
Der Aufstieg Octavians im Spiegel der Res gestae divi Augusti
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Klassische Altertumskunde)
Note
2,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
113
Katalognummer
V1143911
ISBN (eBook)
9783346521316
ISBN (Buch)
9783346521323
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Augustus, Octavian, Aufstieg, Caesar, Rom, Römisches Reich, Antonius, Agrippa, Cicero, Cassius Dio, Tacitus, Sueton, Appian, Velleius, Plutarch, Nikolaos, Kleoparta, Cleopatra, Proskription, RGDA, Res Gestae, Res Gestae divi Augusti, Sextus Pompeius
Arbeit zitieren
Ferris Lühr (Autor:in), 2021, Der Aufstieg Octavians im Spiegel der Res gestae divi Augusti, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1143911

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