Diese Arbeit bearbeitet ein Fallbeispiel über pathologischen Internetgebrauch und eine mittelgradige depressive affektive Störung. Das Fallbeispiel ist ein ausgedachtes, anhand dessen beide Aspekte erläutert werden können. Die Suchtspirale ist in dieses eingebettet und die Komorbidität der beiden Aspekte wird erläutert. Im zweiten Teil wird ein weiteres Fallbeispiel untersucht, das eine Krisensituation aufgrund der Doppeldiagnose widerspiegelt. Innerhalb des Fallbeispiels werden Handlungsmöglichkeiten eines Sozialarbeiters/einer Sozialarbeiterin, sowie der Umgang mit dem Klienten aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Fallbeispiel: Pathologischer Internetgebrauch und mittelgradige depressive affektive Störung.
2. Krisensituation aufgrund der Doppeldiagnose
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert anhand eines detaillierten Fallbeispiels die komplexen Zusammenhänge zwischen einer mittelgradigen depressiven affektiven Störung und einem pathologischen Internetgebrauch bei einem jungen Erwachsenen. Das primäre Ziel ist die wissenschaftliche Einordnung dieser Doppeldiagnose sowie die Darstellung praxisnaher Ansätze der Krisenintervention.
- Psychologische Einordnung von Doppeldiagnosen und Komorbiditäten
- Anwendung des Affektregulationsmodells und der Selbstmedikationshypothese
- Analyse dysfunktionaler Copingstrategien im Kontext von Mediensucht
- Prozessablauf einer professionellen sozialpsychiatrischen Krisenintervention
- Methoden zur Suizidprävention und Ressourcenaktivierung
Auszug aus dem Buch
1. Fallbeispiel: Pathologischer Internetgebrauch und mittelgradige depressive affektive Störung.
Alex ist 25 Jahre alt und von Beruf Kaufmann für Büromanagement. Bei einem Staffellauf hat er seine beste Freundin Nina kennengelernt, die dasselbe Hobby, das Laufen, teilt wie er. Gemeinsam beschlossen sie ihre teuren Wohnungen innerhalb der Großstadt zu kündigen und zusammen eine WG zu gründen. Die beiden verstehen sich sehr gut, unternehmen viel zusammen und haben gemeinsame Putztage. Doch seit knapp einem dreiviertel Jahr quält Alex eine gedrückte Stimmung, die auch Freundin Nina ihm mittlerweile anmerkt (vgl. Falkai, 2015, S.110 f.). Andauernd ist er tagsüber schlecht gelaunt und traurig, Alex beschreibt Nina das Gefühl manchmal anhand einer inneren Leere. Diese innere Leere würde nur verschwinden, so Alex, wenn er genüsslich WoW spiele. Nur das Spielen in der Welt von World of Warcraft einem Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel, würde ihm helfen seine Leere schwinden zu lassen und seine Stimmung zu heben.
Die Stunde, die er mal WoW spiele, würden ihm endlich mal Freude an sehr schlechten Tagen bereiten, was mittlerweile nur noch selten vorkommt. Nina ist mittlerweile besorgt, schließlich ist Alex nicht nur traurig, sondern hat komplett das Interesse an früheren Hobbys verloren und wirkt freudlos (vgl. ebd., S.111). Er hat kein Interesse mehr daran mit ihr gemeinsam Laufen zu gehen, obwohl sie dieses Hobby teilen und auch die gemeinsamen Kinobesuche und Putztage lässt Alex ausfallen. Sie hat schon versucht einen Heimkinoabend mit Alex zu machen, doch auch dort wirkt er, wenn er teilnimmt, immer angespannt und traurig, gar so als würde er gar keine Freude empfinden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fallbeispiel: Pathologischer Internetgebrauch und mittelgradige depressive affektive Störung: Dieses Kapitel führt anhand des Fallbeispiels Alex in die Symptomatik einer Doppeldiagnose ein und verknüpft diese theoretisch mit dem Affektregulationsmodell und dem DSM-5.
2. Krisensituation aufgrund der Doppeldiagnose: Dieses Kapitel beleuchtet den konkreten Ablauf einer sozialpsychiatrischen Krisenintervention, von der ersten Kontaktaufnahme über die Gefährdungseinschätzung bis hin zur gemeinsamen Erarbeitung von Zielen und Ressourcen.
Schlüsselwörter
Doppeldiagnose, Depression, Internet Gaming Disorder, pathologischer Internetgebrauch, Krisenintervention, Affektregulationsmodell, Komorbidität, Suchtprävention, Copingstrategien, Suizidprävention, Non-Suizidvertrag, Sozialpsychiatrischer Dienst, psychische Störung, Selbstmedikation, klinische Sozialarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen und süchtigem Verhalten, konkretisiert an der Doppeldiagnose aus depressiver Störung und exzessivem Online-Spielverhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die klinische Sozialarbeit, die Diagnostik nach DSM-5 sowie die praktische Anwendung von Kriseninterventionsmodellen bei substanzungebundenen Suchterkrankungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Kausalbeziehungen zwischen einer depressiven Grunderkrankung und der Entwicklung einer Mediensucht zu verdeutlichen und den professionellen Umgang damit in der psychosozialen Beratung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt die Fallanalyse als wissenschaftliche Methode, kombiniert mit einer fundierten Literaturrecherche zu diagnostischen Kriterien und theoretischen Modellen der Suchtentstehung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Fallbeschreibung inklusive Symptomanalyse und in die Darstellung eines konkreten Interventionsprozesses inklusive Gefährdungseinschätzung und Netzwerkarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Doppeldiagnose, Internet Gaming Disorder, Krisenintervention, Affektregulationsmodell und Copingstrategien.
Welche Rolle spielt die "Gilde" für den Klienten Alex?
Die Gilde im Online-Spiel dient für Alex als "heile Welt" und Ersatz für die in der Realität fehlende Anerkennung, was seine dysfunktionale Copingstrategie der Flucht in die virtuelle Realität verstärkt.
Warum ist die Erstellung eines Non-Suizidvertrages im Fallbeispiel notwendig?
Der Vertrag dient der akuten Sicherung, da Alex im Beratungsgespräch Suizidgedanken als Ausweg aus seiner belastenden Lebenssituation geäußert hat.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Abhängigkeitserkrankungen. Grundlagen psychiatrischer Störungsbilder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1144053