Kann den Grundsätzen des Beutelsbacher Konsens, bei der Auseinandersetzung mit Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit (hier Islamophobie) überhaupt entsprochen werden?
Um ein grundlegendes Verständnis für die Relevanz der Thematik zu schaffen, wird zunächst der Beutelsbacher Konsens mit seinen drei Grundsätzen umfassend beleuchtet. Im darauffolgenden Abschnitt werden diese Grundsätze, unter dem Aspekt der Islamophobie, näher betrachtet. Im abschließenden Abschnitt erfolgt eine kritische Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse sowie die Beantwortung der eingangs gestellten Forschungsfrage. Im dritten Kapitel wird innerhalb einer Projektarbeit eine politikdidaktische Analyse vorgenommen, die den Einfluss rechtspopulistischer Parteien (hier AfD) auf die gegenwärtige Gesellschaft und Politik untersucht. Infolgedessen wird eine fachdidaktische Auseinandersetzung mit der Klärung des Bildungsgehaltes sowie einer möglichen Umsetzung für den Politikunterricht abgeleitet. Im letzten Kapitel findet eine zusammenfassende und reflexive Betrachtung des wissenschaftlichen Essays, der Projektarbeit sowie des gesamten Moduls statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Beutelsbacher Konsens am Beispiel der Islamophobie in Deutschland
2.1 Der Beutelsbacher Konsens als Grundlage politischer Bildung
2.2 Die drei Grundsätze politischer Bildung am Beispiel der Islamophobie
2.3 Fazit
3 Projektarbeit: Einfluss der rechtspopulistischen Partei AfD auf politische und gesellschaftliche Akteure/-innen
3.1 Sachanalyse
3.1.1 Einfluss des Rechtspopulismus auf die gegenwärtige Gesellschaft und Politik
3.1.2 Historische Perspektive – Die Parteigeschichte der AfD
3.1.3 Gesellschaftliche Perspektive – Kurswechsel der AfD mobilisiert Wähler/-innen
3.1.4 Politische Perspektiv – Rechtspopulistische Methodik am Beispiel der AfD
3.1.5 Fazit
3.2 Fachdidaktische Auseinandersetzung
4 Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen den Grundsätzen des Beutelsbacher Konsenses und dem Umgang mit menschenrechtsfeindlichen Tendenzen (insbesondere Islamophobie) im Politikunterricht. Zudem wird der Einfluss rechtspopulistischer Parteien wie der AfD auf die gesellschaftliche und politische Landschaft analysiert, um daraus fachdidaktische Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte abzuleiten.
- Grundlagen und Postulate des Beutelsbacher Konsenses
- Herausforderungen der politischen Bildung durch Rechtspopulismus
- Analyse der AfD: Parteigeschichte, Wählerstruktur und politische Methodik
- Didaktische Konzepte zur Förderung politischer Mündigkeit
- Reflexion des Lehrerhandelns in kontroversen Unterrichtssettings
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Einfluss des Rechtspopulismus auf die gegenwärtige Gesellschaft und Politik
Die Europawahlen sind vorbei und die erwarteten Erfolge rechtspopulistischer Parteien sind eingetroffen. Zu diesen Parteien gehören insbesondere die italienische LEGA Nord, die französische Rassemblement National Marine Le Pens, die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) und die Alternative für Deutschland (AfD) (vgl. Ondarza & Schenuit 2019). Auch auf nationaler Ebene konnten diese Parteien große Gewinne verzeichnen. Bei der letzten Bundestagswahl im September 2017 gelang es beispielsweise der AfD die Zahl ihrer Wähler gegenüber dem Jahr 2013 fast zu verdreifachen (vgl. Decker 2018). Entsprechend konnte sie als drittstärkste Kraft in den Bundestag einziehen.
Für Becker, Dörre & Reif-Spirek (2018, S. 9) stellen die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 eine Zäsur in der politischen Entwicklung der Bundesrepublik dar, weil sie zur Stärkung rechtspopulistischer politischer Formationen geführt haben. Dieser politische Aufstieg des Rechtspopulismus in Deutschland und Europa lässt es als notwendig erscheinen, zu hinterfragen, was der Rechtspopulismus überhaupt ist und wofür er steht. Der Begriff Rechtspopulismus verbindet zwei Begriffselemente: rechts und Populismus (vgl. Pelinka 2007, S. 8). Der Begriff des Populismus dient einerseits zur Beschreibung einer spezifischen Form politischer Ansprachen, andererseits wird er in der wissenschaftlichen Forschung auch als Ideologie eingestuft (vgl. Priester 2017, S. 534; Reinfeldt 2000, S. 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen politischer Bildung vor dem Hintergrund des Erstarkens rechtspopulistischer Kräfte und definiert das Ziel der Erziehung zum mündigen Bürger.
2 Der Beutelsbacher Konsens am Beispiel der Islamophobie in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Grundsätze des Konsenses und diskutiert kritisch deren Anwendbarkeit bei der Thematisierung von Islamophobie im Schulunterricht.
3 Projektarbeit: Einfluss der rechtspopulistischen Partei AfD auf politische und gesellschaftliche Akteure/-innen: Hier erfolgt eine Sachanalyse zur Entwicklung und zum Auftreten der AfD sowie eine fachdidaktische Diskussion über handlungsorientierte Lehrmethoden in diesem Kontext.
4 Reflexion: Das abschließende Kapitel reflektiert den Erkenntnisgewinn des Moduls und bewertet die Bedeutung der erarbeiteten didaktischen Strategien für die eigene spätere Berufspraxis.
Schlüsselwörter
Politische Bildung, Beutelsbacher Konsens, Rechtspopulismus, AfD, Islamophobie, Mündigkeit, Politikunterricht, Kontroversitätsgebot, Überwältigungsverbot, Handlungsorientierung, Demokratiefeindlichkeit, Didaktik, Wählerverhalten, politische Urteilsbildung, Partizipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Relevanz und Anwendbarkeit des Beutelsbacher Konsenses für den Politikunterricht, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit rechtspopulistischen Phänomenen und Islamophobie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die didaktischen Prinzipien der politischen Bildung, das Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland sowie Methoden zur Förderung politischer Mündigkeit bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu untersuchen, ob der Beutelsbacher Konsens Lehrkräften genügend Orientierung bietet, um komplexe und kontroverse Themen wie Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit im Unterricht adäquat zu behandeln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine politikdidaktische Analyse, die sowohl theoretische Grundlagen (Beutelsbacher Konsens) als auch empirische Erkenntnisse (Sozialstruktur der AfD-Wählerschaft) kombiniert und fachdidaktisch reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Beutelsbacher Konsenses und eine spezifische Projektarbeit, die das Wirken der AfD sowie didaktische Handlungsmodelle in den Fokus rückt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Politische Bildung, Beutelsbacher Konsens, Rechtspopulismus, Islamophobie und handlungsorientierter Unterricht.
Warum ist das Thema der AfD für die politische Bildung so relevant?
Die AfD stellt durch ihre provokative Rhetorik und ihr Wählerpotenzial eine Herausforderung für die demokratische Diskurskultur dar, was Lehrkräfte zwingt, neue Wege der kontroversen Vermittlung zu finden.
Was bedeutet das "didaktische Dreieck" in dieser Arbeit?
Es beschreibt die Wechselbeziehung zwischen Lehrkraft, Lernenden und dem zu vermittelnden Inhalt, wobei insbesondere das Verhältnis zur Kontroversität und Interessenorientierung betont wird.
Welche Rolle spielen die "Mitte-Studien" für die Analyse?
Sie werden genutzt, um die Ängste der Wählerschaft (z. B. Angst vor dem Fremden oder Statusverlust) zu identifizieren, die als Erklärungsfaktor für den Erfolg rechtspopulistischer Parteien dienen.
Was ist das Fazit der Arbeit zur Rolle der Lehrkraft?
Lehrkräfte dürfen und sollen politische Haltung zeigen, solange sie das Überwältigungsverbot wahren. Sie sind in der Pflicht, antimuslimische Positionen kritisch zu hinterfragen, um die Werte einer liberalen Demokratie zu schützen.
- Arbeit zitieren
- Moustafa Abbas (Autor:in), 2019, Politik der Angst. Rechtspopulismus und dessen Einfluss auf die "Mitte" der Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1144699