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Der Deutsche Presserat - Organisation, Aufgaben und Ziele

Title: Der Deutsche Presserat - Organisation, Aufgaben und Ziele

Term Paper , 2007 , 11 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julia Neumann (Author)

Communications - Ethics in the Media
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Ausgangspunkt für die vorliegende Arbeit ist der ständig wiederkehrende Vorwurf, der Deutsche Presserat sei ein zahnloser Tiger. Damit ist gemeint, dass der Deutsche Presserat bei Verstößen gegen den Pressekodex das entsprechende Medium zwar rügen kann, doch stehen ihm darüber hinaus keine wirklichen Strafmaßnahmen zur Verfügung. Die Kritiker bemängeln diese Tatsache und bezeichnen den Deutschen Presserat deshalb als zahnlosen Tiger. Dieser Vorwurf wurde auch beim Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Deutschen Presserats am 20. November 2006 immer wieder laut. Klaus Uwe Benneter, Mitglied der SPD-Kommission, setzte den Stellenwert der Entscheidungen, die der Deutsche Presserat trifft, mit einem „Sack Reis in China, der umfällt“ gleich (Polarline.de, 2008). In der vorliegenden Arbeit soll dieser Vorwurf näher untersucht werden. Dabei soll zunächst in Kapitel 2 auf die Struktur und Organisation, sowie die Aufgaben und Ziele des Deutschen Presserats eingegangen werden, da dieser das von der Anschuldigung betroffene Gremium ist. Darüber hinaus werden der Pressekodex und das Beschwerdeverfahren beim Deutschen Presserat miteinbezogen werden, um die Sanktionsmöglichkeiten, die angesichts des Vorwurfs des zahnlosen Tigers eine wichtige Rolle spielen, darzustellen. Schließlich wird in Kapitel 3 der Kernpunkt der vorliegenden Arbeit behandelt werden: anhand von Fallbeispielen und Meinungen von Befürwortern und Gegnern des Deutschen Presserats soll der Vorwurf des zahnlosen Tigers diskutiert und mögliche Alternativen bewertet werden. 2. Der Deutsche Presserat Bei dem Gremium Deutscher Presserat handelt es sich um eine freiwillige Selbstkontrollinstanz der Printmedien. Selbstkontrolle deshalb, weil sie von Verlegern und Journalisten gegründet und ausgeführt wird und freiwillig, weil sich die deutschen Presseorgane aus freiem Willen dazu bereit erklärt haben, den Deutschen Presserat anzuerkennen, sich nach dem Pressekodex zu verhalten und dessen Sanktionen anzunehmen. Der Deutsche Presserat versucht auf der einen Seite, „geschädigten“ Personen zu helfen und die Printmedien in ihre Schranken zu weisen. Auf der anderen Seite jedoch gewährleistet die Selbstkontrollinstanz auch die Presse- und Meinungsfreiheit und hat es sich insgesamt zur Aufgabe gemacht, das Ansehen der deutschen Presse zu wahren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Deutsche Presserat

2.1 Struktur und Organisation

2.2 Aufgaben und Ziele

2.3 Der Pressekodex

2.4 Das Beschwerdeverfahren

2.4.1 Die Sanktionsmöglichkeiten

3. Der zahnlose Tiger

3.1 Fallbeispiele

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den weit verbreiteten Vorwurf, der Deutsche Presserat agiere als wirkungsloser „zahnloser Tiger“. Ziel ist es, durch die Analyse der internen Strukturen, des Beschwerdeverfahrens sowie anhand konkreter Fallbeispiele zu prüfen, ob die freiwillige Selbstkontrolle der Presse in der Praxis tatsächlich versagt oder ob sie als notwendiges Instrument zur Wahrung der Pressefreiheit ohne staatliche Zensur bestehen bleiben sollte.

  • Struktur, Organisation und Arbeitsweise des Deutschen Presserats
  • Die Funktion und Bedeutung des Pressekodex für die journalistische Ethik
  • Das Beschwerdeverfahren und die Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen
  • Diskussion der Wirksamkeit medialer Selbstkontrolle anhand aktueller Fallbeispiele
  • Abwägung zwischen freiwilliger Selbstregulierung und staatlichen Regulierungsalternativen

Auszug aus dem Buch

3.1 Fallbeispiele

Die Schauspielerin Sibel Kekilli war im Jahre 2004 Opfer einer Hetzkampagne der BILD-Zeitung. Die erfolgreiche Schauspielerin war gerade für den Film „Gegen die Wand“ ausgezeichnet worden, als die BILD-Journalisten über ihr Vorleben als Pornodarstellerin berichteten. Zwei Jahre vor dem Beginn ihrer Schauspielkarriere hat sich Sibel Kekilli laut eigener Aussage ihren Lebensunterhalt mit der Mitwirkung in Pornofilmen finanziert (vgl. Munzinger, 2008).

Die Schauspielerin wandte sich an den Deutschen Presserat, um die Berichterstattung der BILD-Zeitung zu stoppen. Es steht außer Frage, dass die Berichterstattung über die Vergangenheit eines Menschen gestattet ist, doch darf diese nicht das Ansehen des Menschen, in diesem Falle von Sibel Kekilli, allein auf die Vergangenheit reduzieren und ihre Persönlichkeit mit der Rolle gleichsetzen. Diese Berichterstattung in der BILD Zeitung verletzte die Menschenwürde von Frau Kekilli und verstieß damit gegen Ziffer 1 des Pressekodex: „Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberstes Gebot der Presse“ (vgl. Presserat.de, 2008c).

Anfang des Jahres 2004 begann die Berichterstattung der BILD-Zeitung – erst Ende des Jahres rügte der Deutsche Presserat öffentlich diese Berichterstattung – es verging ein weiteres Jahr bis die BILD-Zeitung diese Rüge auf Seite 4 abdruckte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Vorwurf des „zahnlosen Tigers“ vor und skizziert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Der Deutsche Presserat: Dieses Kapitel erläutert die organisatorische Struktur, die Ziele des Gremiums, den Pressekodex als ethische Richtlinie und den Ablauf des Beschwerdeverfahrens.

2.1 Struktur und Organisation: Hier werden die verbandsbasierte Trägerschaft und die verschiedenen Gremien des Presserats detailliert beschrieben.

2.2 Aufgaben und Ziele: Das Kapitel beschreibt das Engagement für die Pressefreiheit sowie die Rolle als Ansprechpartner für Beschwerden aus der Leserschaft.

2.3 Der Pressekodex: Erläutert wird der Pressekodex als ethischer Kodex und seine Funktion als Richtlinie für journalistische Arbeit ohne Gesetzescharakter.

2.4 Das Beschwerdeverfahren: Beschreibt den formalen Prozess von der Einreichung einer Beschwerde bis zur möglichen Entscheidung durch den Beschwerdeausschuss.

2.4.1 Die Sanktionsmöglichkeiten: Detaillierte Darstellung der vier Instrumente (Hinweis, Missbilligung, öffentliche Rüge, nicht-öffentliche Rüge) zur Ahndung von Verstößen.

3. Der zahnlose Tiger: In diesem Kapitel wird der Vorwurf der Unwirksamkeit der Selbstkontrolle kritisch hinterfragt und die Machtlosigkeit gegenüber verweigernden Medien diskutiert.

3.1 Fallbeispiele: Analyse der Fälle Sibel Kekilli und Michael Engelmann zur Illustration der Probleme bei der Durchsetzung von Rügen.

4. Schlussbetrachtung: Abschließende Einschätzung zur Sinnhaftigkeit des Presserats und Ablehnung einer staatlichen Zensur zugunsten journalistischer Verantwortung.

Schlüsselwörter

Deutscher Presserat, Pressekodex, Selbstkontrolle, Pressefreiheit, Beschwerdeverfahren, zahnloser Tiger, journalistische Ethik, Medienethik, Rüge, Sanktionen, Journalismus, Medienkritik, BILD-Zeitung, Menschenwürde, Selbstregulierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Effektivität des Deutschen Presserats und geht dem häufig geäußerten Vorwurf nach, das Gremium sei aufgrund seiner begrenzten Sanktionsmöglichkeiten ein „zahnloser Tiger“.

Welches ist das zentrale Themenfeld der Untersuchung?

Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen der freiwilligen Selbstkontrolle der Presse und der notwendigen Einhaltung ethischer Standards im Journalismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, ob die Kritik an der freiwilligen Selbstkontrolle berechtigt ist und ob der Presserat trotz seiner Machtlosigkeit gegenüber renitenten Medien eine notwendige Instanz darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse der Strukturen des Presserats sowie einer kritischen Fallstudienanalyse anhand konkreter Medienberichterstattungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Organisation und Arbeitsweise des Presserats sowie eine kritische Diskussion der Effektivität der Sanktionsinstrumente anhand von Fallbeispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Deutscher Presserat, Pressekodex, Selbstkontrolle, Medienethik, Rüge, Pressefreiheit und Journalismus.

Welche Rolle spielt die „Freiwilligkeit“ beim Scheitern von Sanktionen?

Da der Presserat auf Freiwilligkeit beruht, kann er Medien nicht rechtlich zum Abdruck einer Rüge zwingen; dies führt dazu, dass der beabsichtigte Imageschaden bei hartnäckigen Verweigerern ausbleibt.

Warum wird im Fazit von Zensur abgeraten?

Die Autorin/der Autor argumentiert, dass staatliche Zensur keine Lösung ist, da sie den demokratischen Grundprinzipien widerspricht und man stattdessen auf die Eigenverantwortung der Journalisten setzen sollte.

Was zeigen die Fallbeispiele Sibel Kekilli und Michael Engelmann?

Diese Fälle verdeutlichen exemplarisch, wie Medien ethische Grenzen überschreiten können und dass der Presserat in der Praxis Schwierigkeiten hat, eine effektive Entschuldigung oder Rüge beim betreffenden Medium durchzusetzen.

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Details

Title
Der Deutsche Presserat - Organisation, Aufgaben und Ziele
College
University of Hamburg
Course
Das Mediensystem der Bundesrepublik
Grade
1,3
Author
Julia Neumann (Author)
Publication Year
2007
Pages
11
Catalog Number
V114469
ISBN (eBook)
9783640152919
ISBN (Book)
9783640154951
Language
German
Tags
Deutsche Presserat Organisation Aufgaben Ziele Mediensystem Bundesrepublik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Neumann (Author), 2007, Der Deutsche Presserat - Organisation, Aufgaben und Ziele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114469
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