Entwicklung der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur von Agrarbetrieben in Deutschland


Seminararbeit, 2004

21 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Erwerbstätige in der Landwirtschaft Deutschlands im Vergleich mit den anderen Wirtschaftssektoren
2.2 Einflussfaktoren auf einen Agrarbetrieb
2.3 Betriebsgrößenstrukturen von Agrarbetrieben
2.4 Erwerbsstrukturen von Agrarbetrieben
2.5 Der Vollererbsbetrieb
2.6 Der Zuerwerbsbetrieb
2.7 Der Nebenerwerbsbetrieb

3 Entwicklung der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur von Agrarbetrieben
3.1 Entwicklung in den alten Bundesländern bis
3.2 Entwicklung in den neuen Bundesländern bis
3.3 Entwicklung nach der Wiedervereinigung im Jahr

4 Zusammenfassung und Ausblick

5 Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Betriebsgrößenstruktur in der Landwirtschaft

Abbildung 2: Zahl landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland 1949- 1990

Tabelle 1: Anzahl und Durchschnittsgröße der Landwirtschaftlichen Betriebe in den alten Ländern der BRD

Tabelle 2: Erwerbsstruktur der deutschen Landwirtschaft ( alte Länder)

Tabelle 3: Betriebe der Pflanzenproduktion in der DDR ( 1989)

Tabelle 4: Betriebe der Tierproduktion in der DDR ( 1989)

Tabelle 5: Betriebsgrößenstrukturen in den alten und neuen Bundesländern 1996

Tabelle 6: Landwirtschaftliche Betriebe nach Größenklassen

1 Einleitung

In der folgenden Arbeit soll die Entwicklung der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur von Agrarbetrieben in Deutschland dargestellt werden.

Dabei wird zu Beginn ein allgemeiner Überblick über die Stellung der Landwirtschaft in Deutschland und ihrer Bedeutung für die Wirtschaft gegeben. Anschließend wird auf die Rahmenbedingungen eingegangen und es werden einige grundlegende Begriffe und Definitionen erklärt.

Im Hauptteil werden zunächst die Entwicklungen der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur in den alten sowie in den neuen Bundesländern vorgestellt, um anschließend die gemeinsame Entwicklung nach der Wiedervereinigung Deutschlands aufzuzeigen.

Der Schlussteil gibt einen Ausblick in die Zukunft und zeigt mögliche Tendenzen und Entwicklungen der Landwirtschaft.

2 Grundlagen und Definitionen

2.1 Erwerbstätige in der Landwirtschaft Deutschlands im Vergleich mit den anderen Wirtschaftssektoren

Die Landwirtschaft in Deutschland hat, gemessen an den anderen Sektoren der Volkswirtschaft, in der Vergangenheit immer mehr an Bedeutung verloren. Der Anteil der Landwirtschaft an der Bruttowertschöpfung betrug in den alten Bundesländern 1960 noch 5,2%. 1970 war er schon auf 2,9% und 1980 bereits auf 1,8% abgesunken (Bergmann 1992, S. 143). Im Wirtschaftsjahr 1995/1996 lag der Beitrag der Landwirtschaft zur Bruttowertschöpfung bei weniger als 1%, und auch in der Zeit bis 2001 gab es keine Steigerung. Der Anteil des primären Sektors an der Bruttowertschöpfung blieb bei etwa 1% (Klohn 1998, S. 4) (Baratta 2003, S. 216).

Auch der Anteil der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft ging immer weiter zurück. Waren 1980 noch 5,3% aller Erwerbstätigen in Deutschland in der Landwirtschaft beschäftigt , so sank der Anteil bis auf 2,7% im Jahr 2000 ab (Sick 1983, S. 185) (Baratta 2003, S. 216).

„Die unmittelbare Bedeutung der Landwirtschaft in Deutschland ist somit gering.“ (Klohn 1998, S. 4)

2.2 Einflussfaktoren auf einen Agrarbetrieb

Die Landwirtschaft in Deutschland ist nicht einheitlich. Je nach Ausprägung naturräumlicher und historischer Einflussfaktoren ist die regionale Differenzierung der Betriebsgröße und des Erwerbscharakters von Agrarbetrieben erheblich (Bauer 1992, S. 39). Diese unterschiedlichen naturgegebenen Verhältnisse bedingen zwangsläufig sehr verschiedenartige landwirtschaftliche Nutzungen.

Einer der wichtigsten Faktoren sind die verschiedenen Bodentypen, aber auch das Erbrecht hat erheblichen Einfluss auf die Struktur von Agrarbetrieben.

Böden:

„Die agrarische Nutzbarkeit der Böden richtet sich nach ihren chemischen, physikalischen, hydrologischen und biologischen Eigenschaften. Wichtige Kriterien stellen dabei die Mächtigkeit und Korngröße [..], die Durchlässigkeit [...] und Wärmeleitfähigkeit sowie die Regenerationsfähigkeit dar [...].“ (Sick 1983, S. 42)

Die unterschiedlichen Bodentypen in Deutschland, wie z.B. Braunerden, Parabraunerden, Podsole, Rendzinen und Löss bedingen eine entweder extensive oder intensive Bewirtschaftung der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) und damit auch die Größe der Agrarbetriebe. „Während auf guten Böden in ebener Lage die Intensität der Bewirtschaftung zunimmt, schreitet auf schlechteren Böden und in Berglagen die Extensivierung fort [...].“ (Sick 1983, S. 191)

Erbrechte:

Anerbenrecht :

Das Anerbenrecht ist ein Sondererbrecht für ländlichen Grundbesitz, wonach das Gut ungeteilt auf einen Erben übergeht ( z.B. Ältestenrecht oder Jüngstenrecht). Miterben sind auf einen geldwerten Abfindungsanspruch beschränkt. Dieses landwirtschaftliche Sonderrecht soll der Zerstückelung von Bauerngütern im Rahmen der Erbfolge entgegenwirken. Der Norden Deutschlands ( z.B. Schleswig- Holstein) ist stark durch das Anerbenrecht geprägt.

Realteilungsrecht.

Die Realteilung ist die gleichmäßige Aufteilung der Erbmasse unter den Erben. Sie bewirkt die Zersplitterung bäuerlicher Anwesen. Die Realteilungsgebiete sind hauptsächlich im Südwesten Deutschlands ( z.B. Baden- Württemberg).

2.3 Betriebsgrößenstrukturen von Agrarbetrieben

Die Größe eines Agrarbetriebes wird üblicherweise durch den Umfang der Fläche bestimmt, weil sie ein quantitativ eindeutiges Maß ist und weltweit statistisch erfasst werden kann.

In der Bundesrepublik Deutschland werden die Betriebe danach in folgende Größenklassen unterteilt:

0,01- 2 ha Zwergbetriebe

2- 5 ha Kleinstbetriebe

5- 10 ha Kleinbetriebe

10- 20 ha Mittelbetriebe

20- 100 ha Großbetriebe

über 100 ha Gutsbetriebe

Allerdings muss die Aussagekraft einer solchen Klassifizierung eingeschränkt werden. So kann z.B. heute ein Betrieb mit knapp über 20 ha nicht mehr als Großbetrieb bezeichnet werden, da die Bedeutung der Betriebsgrößen zeitlichen Veränderungen unterliegt (Sick 1983, S. 94f.).

Die Betriebsgrößenstruktur weist bei ihrer Verteilung ein Nord- Süd- Gefälle auf.

Schon im Deutschen Reich dominierten im Westen und Südwesten klein- und mittelbäuerliche Agrarbetriebe, während der Osten und Norden das Land der Großgrundbesitzer und Gutsherren war (Klohn 1998, S. 6).

Und auch heute werden die regionalen Unterschiede in der Betriebsgröße besonders deutlich anhand eines Vergleiches der durchschnittlichen Betriebsgröße auf Kreisebene.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Betriebsgrößenstruktur in der Landwirtschaft

Quelle: Diercke 2002, S. 49

In weiten Teilen Süddeutschlands und in den Mittelgebirgslagen des früheren Bundesgebiets ist die Landwirtschaft kleinstrukturiert. Hier verfügen die Betriebe im Schnitt über weniger als 20 ha LF, da das Realteilungsrecht eine Zersplitterung der Anwesen bewirkt hat.

Im Norden und Westen bewirtschaften die Betriebe durchschnittlich zwischen 20 und 100 ha LF. Hier gilt das Anerbenrecht, wonach das Gut auf einen Erben übergeht und somit nicht zerstückelt wird, sondern in seiner Größe erhalten bleibt.

Kreise, in denen die Betriebe im Durchschnitt über mehr als 100 ha LF verfügen, finden sich hauptsächlich in den neuen Bundesländern. Dies ist auf die frühere Agrarstruktur der DDR mit ihren flächenmäßig überdimensionierten landwirtschaftlichen Produktionsgenossen-schaften ( LPG ) zurückzuführen, die auch heute noch Auswirkungen auf die Betriebsgrößenstruktur in den neuen Bundesländern hat. Dabei zeigt sich auch hier eine deutliche Nord- Süd- Differenzierung. Während in Sachsen sowie in großen Teilen Thüringens und Brandenburgs im Schnitt 50 bis 250 ha LF pro Betrieb bewirtschaftet werden, verfügen die Betriebe in großen Teilen Mecklenburg- Vorpommerns, Brandenburgs und Sachsen-Anhalts über durchschnittlich mehr als 250 ha LF. Hier waren auch historisch eher große Betriebseinheiten anzutreffen (Diercke 2002, S. 49).

2.4 Erwerbsstrukturen von Agrarbetrieben

Nach dem Erwerbscharakter unterscheidet man die Agrarbetriebe zwischen Vollerwerbs-, Zuerwerbs- und Nebenerwerbsbetrieben.

„Die Erwerbsfunktion eines [Agrar]betriebes bestimmt sich nach dem Anteil der Landwirtschaft am Gesamterwerb.“ (Sick 1983, S. 92)

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Entwicklung der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur von Agrarbetrieben in Deutschland
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Grundseminar: Wirtschaftsgeographie
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V114500
ISBN (eBook)
9783640161331
Dateigröße
2141 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Erwerbs-, Betriebsgrößenstruktur, Agrarbetrieben, Deutschland, Grundseminar, Wirtschaftsgeographie, Stellung der Landwirtschaft, Landwirtschaft, alte Bundesländer, neue Bundesländer, Geographie
Arbeit zitieren
Verena Bayer (Autor), 2004, Entwicklung der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur von Agrarbetrieben in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114500

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