In der folgenden Arbeit soll die Entwicklung der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur von Agrarbetrieben in Deutschland dargestellt werden.
Dabei wird zu Beginn ein allgemeiner Überblick über die Stellung der Landwirtschaft in Deutschland und ihrer Bedeutung für die Wirtschaft gegeben. Anschließend wird auf die Rahmenbedingungen eingegangen und es werden einige grundlegende Begriffe und Definitionen erklärt.
Im Hauptteil werden zunächst die Entwicklungen der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur in den alten sowie in den neuen Bundesländern vorgestellt, um anschließend die gemeinsame Entwicklung nach der Wiedervereinigung Deutschlands aufzuzeigen.
Der Schlussteil gibt einen Ausblick in die Zukunft und zeigt mögliche Tendenzen und Entwicklungen der Landwirtschaft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Erwerbstätige in der Landwirtschaft Deutschlands im Vergleich mit den anderen Wirtschaftssektoren
2.2 Einflussfaktoren auf einen Agrarbetrieb
2.3 Betriebsgrößenstrukturen von Agrarbetrieben
2.4 Erwerbsstrukturen von Agrarbetrieben
2.5 Der Vollererbsbetrieb
2.6 Der Zuerwerbsbetrieb
2.7 Der Nebenerwerbsbetrieb
3 Entwicklung der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur von Agrarbetrieben
3.1 Entwicklung in den alten Bundesländern bis 1990
3.2 Entwicklung in den neuen Bundesländern bis 1990
3.3 Entwicklung nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Wandlungsprozesse der landwirtschaftlichen Erwerbs- und Betriebsstrukturen in Deutschland unter Berücksichtigung der unterschiedlichen historischen Rahmenbedingungen in den alten und neuen Bundesländern.
- Regionale Differenzierungen der Betriebsgrößen
- Einflussfaktoren durch Bodenbeschaffenheit und Erbrecht
- Klassifizierung in Voll-, Zu- und Nebenerwerbsbetriebe
- Strukturwandel und Kollektivierung in Ostdeutschland
- Auswirkungen der Wiedervereinigung auf den Agrarsektor
Auszug aus dem Buch
2.2 Einflussfaktoren auf einen Agrarbetrieb
Die Landwirtschaft in Deutschland ist nicht einheitlich. Je nach Ausprägung naturräumlicher und historischer Einflussfaktoren ist die regionale Differenzierung der Betriebsgröße und des Erwerbscharakters von Agrarbetrieben erheblich (Bauer 1992, S. 39). Diese unterschiedlichen naturgegebenen Verhältnisse bedingen zwangsläufig sehr verschiedenartige landwirtschaftliche Nutzungen.
Einer der wichtigsten Faktoren sind die verschiedenen Bodentypen, aber auch das Erbrecht hat erheblichen Einfluss auf die Struktur von Agrarbetrieben.
Böden: „Die agrarische Nutzbarkeit der Böden richtet sich nach ihren chemischen, physikalischen, hydrologischen und biologischen Eigenschaften. Wichtige Kriterien stellen dabei die Mächtigkeit und Korngröße [..], die Durchlässigkeit [...] und Wärmeleitfähigkeit sowie die Regenerationsfähigkeit dar [...].“ (Sick 1983, S. 42)
Die unterschiedlichen Bodentypen in Deutschland, wie z.B. Braunerden, Parabraunerden, Podsole, Rendzinen und Löss bedingen eine entweder extensive oder intensive Bewirtschaftung der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) und damit auch die Größe der Agrarbetriebe. „Während auf guten Böden in ebener Lage die Intensität der Bewirtschaftung zunimmt, schreitet auf schlechteren Böden und in Berglagen die Extensivierung fort [...].“ (Sick 1983, S. 191)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, die Entwicklung der landwirtschaftlichen Strukturen in Deutschland zu untersuchen und dabei die Bedeutung der Landwirtschaft zu beleuchten.
2 Grundlagen und Definitionen: In diesem Kapitel werden die ökonomische Rolle der Landwirtschaft, wichtige Standortfaktoren sowie die Kriterien zur Unterscheidung von Betriebsgrößen und Erwerbsformen dargelegt.
3 Entwicklung der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur von Agrarbetrieben: Dieses Hauptkapitel analysiert den historischen Strukturwandel in den alten und neuen Bundesländern sowie die daraus resultierenden Angleichungsprozesse nach 1990.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse zur betrieblichen Disparität synthetisiert und zukünftige Tendenzen des Strukturwandels sowie die Rolle des Nebenerwerbs diskutiert.
Schlüsselwörter
Landwirtschaft, Agrarbetriebe, Betriebsgrößenstruktur, Strukturwandel, Vollerwerb, Nebenerwerb, Zuerwerb, Erbrecht, Bodenreform, Wiedervereinigung, BRD, DDR, LPG, Flächennutzung, Agrarpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den langfristigen Strukturwandel in der deutschen Landwirtschaft mit besonderem Fokus auf die Veränderung der Betriebsgrößen und der Erwerbscharaktere.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Agrarbetrieben im Kontext von Wirtschaftsstruktur, historisch-regionalen Unterschieden (alte vs. neue Bundesländer) und der betriebswirtschaftlichen Klassifizierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Disparitäten zwischen den Agrarstrukturen aufzuzeigen und die Auswirkungen des Strukturwandels sowie der Wiedervereinigung auf die Betriebsgröße darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine geographische Analyse auf Basis von Sekundärliteratur, statistischen Auswertungen der Agrarberichte und der Auswertung von Fallbeispielen zur Strukturveränderung.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entwicklung in den alten Bundesländern, die spezifische Kollektivierungsgeschichte der neuen Bundesländer und die gemeinsame Entwicklung seit der Wiedervereinigung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Strukturwandel, Betriebsgröße, Vollerwerb, Nebenerwerb, LPG und Bodenreform.
Warum unterscheidet die Arbeit zwischen Anerbenrecht und Realteilung?
Diese Rechtsformen erklären maßgeblich die historisch gewachsene Verteilung der Betriebsgrößen, wobei das Anerbenrecht im Norden eher großbetriebliche, die Realteilung im Süden eher kleinstrukturierte Betriebe förderte.
Welchen Einfluss hatte die DDR-Agrarpolitik auf den heutigen Zustand?
Die Zwangskollektivierung in landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) schuf überdimensionierte Großbetriebe, die auch nach der Wiedervereinigung die Betriebsstruktur der neuen Bundesländer nachhaltig prägen.
- Citar trabajo
- Verena Bayer (Autor), 2004, Entwicklung der Erwerbs- und Betriebsgrößenstruktur von Agrarbetrieben in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114500