Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den innerschulischen Sozialisationsprozessen. Diese werden anhand der Theorien von Talcott Parsons und Jürgen Habermas analysiert. Parson nimmt dabei das Rollenhandeln und die Verinnerlichung von Werten in den Blick, während den Fokus aus die Interaktion und Kommunikation mit den Lernenden legt. Dabei will die Arbeit zeigen, welche Sozialisationsprozesse relevant sind. Hierbei kommen nicht nur die pädagogischen Maßnahmen von Lehrkräften in den Blick, sondern auch die Wirkung der Organisations- und Verwaltungsebene auf die Lerngruppen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Schule als Sozialisationsinstanz: theoretische Grundlagen und aktueller Forschungsstand
3. Die Schule als Sozialisationsinstanz aus der Perspektive der Sozialisationstheorie von Talcott Parsons
4. Die Schule als Sozialisationsinstanz aus der Perspektive der Sozialisationstheorie von Jürgen Habermas
5. Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie die Schule als Sozialisationsinstanz die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern beeinflusst, wobei der Fokus auf innerschulischen Sozialisationsprozessen unter Einbeziehung der Theorien von Talcott Parsons und Jürgen Habermas liegt.
- Analyse der Schule als institutioneller Rahmen für Sozialisationsprozesse
- Untersuchung der Theorie von Talcott Parsons (Rollenhandeln und Wertverinnerlichung)
- Untersuchung der Theorie von Jürgen Habermas (kommunikatives Handeln und Lebenswelt)
- Gegenüberstellung und Vergleich der beiden systemtheoretisch geprägten Ansätze
- Erörterung der Rolle der Schule bei der gesellschaftlichen Integration
Auszug aus dem Buch
3. Die Schule als Sozialisationsinstanz aus der Perspektive der Sozialisationstheorie von Talcott Parsons
Der am 13. Dezember 1902 in Colorado Springs geborene Talcott Parsons (Münch 1999: 24) grenzt sich in seinen sozialtheoretischen Überlegungen von dem Begriff des Verhaltens ab, da Verhalten für ihn zu sehr auf das Reiz-Reaktions-Schema fokussiert (Staubmann 2015: 199 f.). Er geht von Kontrollinstanzen, der Konditionierung wie der Festlegung von Verhalten aus, womit er sich deutlich von den idealistischen und positivistischen Theorien unterscheidet (Staubmann 2015: 200). Zu diesen Theorien zählte Parsons u.a. Pareto, Durkheim oder Weber, mit denen er sich in seinem Werk „The Structure of Social Action“ eingehend beschäftigte (Bonß 2013: 75 f.).
Eine Handlung besteht nach Parsons aus fünf Komponenten: Bedingungen des Handelns, Mittel, um zu handeln, subjektive Ziele des Handelnden und den Normen, die bei ihm eine besondere Rolle innehaben, da sie von subjektiven Faktoren beeinflusst werden (Staubmann 2015: 200; Bonß 2013: 77 f.). Die Bedingungen hängen von dem situativen Kontext ab. Der Vorgang einer Handlung lässt sich an einem Beispiel illustrieren. Der Handelnde kann das subjektive Ziel haben ein Getränk zu kaufen. Als Mittel kann er hierfür Geld einsetzen. Der situative Kontext beeinflusst das Getränk, denn dieses kann sich unterscheiden, je nach dem welche Temperatur gerade ist oder wo sich das Individuum aufhält. Die normative Orientierung beeinflusst, ob im Vordergrund steht, dass das Produkt möglich günstig ist, fair gehandelt wurde, qualitativ hochwertig sein soll etc. Die Normen eines Individuums beeinflussen die eingesetzten Mittel und die festgelegten Zwecke. Diese Normen sind in einer Gesellschaft institutionell festgelegt und werden in einem Sozialisationsprozess internalisiert (Bonß 2013: 78). Die Wertinternalisierung ist dann erreicht, wenn gesellschaftliche Erwartungen von dem Handelnden erfüllt werden (Veith 2008: 40). Diese Werte werden aus Sicht des Individuums aber nicht als fremdbestimmt, sondern als selbstbestimmt gesehen (Bonß 2013: 78). Damit die Individuen das gewünscht Verhalten zeigen, muss es eine Motivation für dieses Verhalten geben (Staubmann 2015: 200).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die schulische Sozialisationsforschung ein, definiert den Fokus auf innerschulische Prozesse und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich des Einflusses der Schule auf die Entwicklung der Lernenden.
2. Die Schule als Sozialisationsinstanz: theoretische Grundlagen und aktueller Forschungsstand: Dieses Kapitel definiert die Schule als Sozialisationsinstanz anhand ihrer drei Ebenen (Mikro-, Verwaltung- und Makroebene) und erläutert deren Einfluss auf das schulische Geschehen.
3. Die Schule als Sozialisationsinstanz aus der Perspektive der Sozialisationstheorie von Talcott Parsons: Hier werden Parsons' handlungs- und systemtheoretische Ansätze, insbesondere Rollenhandeln, Wertinternalisierung und das AGIL-Schema, auf die Institution Schule angewandt.
4. Die Schule als Sozialisationsinstanz aus der Perspektive der Sozialisationstheorie von Jürgen Habermas: Dieses Kapitel betrachtet die Schule durch die Linse der Theorie des kommunikativen Handelns und thematisiert das Verhältnis von System und Lebenswelt.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Ergebnisse fassen die Perspektiven beider Theorien zusammen, grenzen sie voneinander ab und betonen das gemeinsame Ziel der Integration der Heranwachsenden in die Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Schule, Sozialisationsinstanz, Talcott Parsons, Jürgen Habermas, Sozialisation, Rollenhandeln, Wertinternalisierung, Systemtheorie, Kommunikation, kommunikatives Handeln, Lebenswelt, Institution, Schulforschung, Integration, Identitätsbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Schule als Sozialisationsinstanz und analysiert, wie innerschulische Prozesse die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern unter dem Einfluss systemtheoretischer Perspektiven prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung schulischer Sozialisation, die Analyse von Rollenhandeln und Wertverinnerlichung sowie die Bedeutung kommunikativen Handelns für die Integration in die Gesellschaft.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, innerschulische Sozialisationsprozesse anhand der Theorien von Talcott Parsons und Jürgen Habermas zu erklären und zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der existierende sozialisationstheoretische Ansätze auf die Institution Schule angewandt und in einem abschließenden Vergleich gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Schule als Sozialisationsinstanz sowie die spezifische Anwendung und Diskussion der Theorien von Parsons (Rollenhandeln) und Habermas (kommunikatives Handeln).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Sozialisationsinstanz, Systemtheorie, Rollenhandeln, kommunikatives Handeln und schulische Integration beschreiben.
Wie unterscheidet Parsons das Handeln in der Schule?
Parsons fokussiert auf das Rollenhandeln und die Motivation, wobei die Lehrkraft als Repräsentant des sozialen Systems auftritt, die durch Erwartungen und Kontrolle die Wertinternalisierung fördert.
Was ist das zentrale Argument von Habermas in Bezug auf die Schule?
Habermas betont, dass Schule als Subsystem der Lebenswelt fungiert, in der Schüler durch kommunikatives Handeln zu sprachfähigen Individuen erzogen werden sollen, wobei das bessere Argument die Gültigkeit von Normen bestimmt.
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- Hendrik Hundertmark (Autor), 2018, Schule als Sozialisationsinstanz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1145650