Ziel dieser Arbeit ist es, die folgende Frage zu untersuchen: Inwiefern eignet sich die Mindfulness-Based Stress Reduction als Intervention bei der Therapie der einsatzbedingten posttraumatischen Belastungsstörung? Das Thema dieser Arbeit ist daher der Nutzen der MBSR als Begleitmaßnahme bei der Therapie der PTBS und soll aufgrund der erhöhten Betroffenheit in Bezug auf einsatzbedingt erkrankte Soldaten und Soldatinnen beleuchtet werden. Diese Thematik lässt sich in der klinischen Psychologie verorten, da diese die Gesamtheit psychischer Störungen erforscht, diagnostiziert und darüber hinaus auch die Therapie dieser umfasst. Diese Teildisziplin der Psychologie untersucht neben psychischen Störungen auch die psychischen Aspekte somatischer Störungen von Menschen in allen Altersklassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Posttraumatische Belastungsstörung
2.1 Auslöser und Traumadefinition
2.2 Diagnostik und Symptome
3 Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung
3.1 Psychotherapie
3.2 Achtsamkeitsverfahren
4 Mindfulness-Based Stress Reduction
4.1 grundlegende Prinzipien
4.2 Ziele und Wirkprinzipien
4.3 Indikationen und Kontraindikationen
4.4 Ablauf des Kurses
4.5 Übungen
4.5.1 Atem
4.5.2 Sitzmeditation
4.5.3 Body-Scan-Meditation
4.5.4 Yoga
4.5.5 Gehmeditation
4.6 Wirksamkeit bei der Behandlung einsatzbedingter Posttraumatische Belastungsstörung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) als unterstützende Intervention zur Behandlung der einsatzbedingten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) bei Soldatinnen und Soldaten geeignet ist, um Symptome zu mildern und die Lebensqualität zu verbessern.
- Grundlagen und Symptomatik der PTBS
- Behandlungsansätze in der klinischen Psychologie
- Wirkweise und Prinzipien der MBSR
- Empirische Evidenz der MBSR bei militärisch traumatisierten Personen
Auszug aus dem Buch
4.2 Ziele und Wirkprinzipien
Durch das nicht wertende Bewusstsein für den aktuellen Moment entsteht, laut Kabat-Zinn (2013, 336-338) die Möglichkeit überlegt anstatt automatisiert zu reagieren, indem Gedanken, Emotionen und Empfindungen identifiziert und angenommen werden anstatt z. B. mit einer Kampf- oder-Flucht-Reaktion auf Aufregung und Anspannung zu reagieren. Dies kann möglicherweise dazu führen, dass PTBS-Erkrankten Reize, die mit dem traumatischen Ereignis zusammenhängen, nicht mehr vermeiden (vgl. Kapitel 2.2), da sie ihre Reaktion auf diese besser beeinflussen bzw. kontrollieren können.
Kabat-Zinn (2013, S. 441) betont, dass körperliche Empfindungen oder Angstzustände nicht bekämpft oder beurteilt, sondern sich dieser bewusst gemacht und von ihnen abgelassen werden soll. Demnach ist es wichtig für die Betroffenen zu erkennen, dass sie mehr als ihre Ängste und Befürchtungen sind und diese nicht ihr Leben bestimmen. Bei der MBSR gibt es, Kabat-Zinn (2013, S. 420 f.) zufolge, zwei Ansätze zum Umgang mit emotionalem Schmerz. Beim problemfokussierten Coping wird die Aufmerksamkeit aktiv auf das Problem selbst gelenkt, hingegen beim emotionsfokussierten Coping auf die dadurch entstandene Emotion. Dies sind die beiden wichtigsten interagierenden Komponenten von emotionalem Schmerz. Können getrennt voneinander betrachtet werden, steig die Wahrscheinlichkeit auf eine effektive Lösung für die Gesamtsituation.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problematik einsatzbedingter Traumata und Darstellung des Ziels, den Nutzen von MBSR bei PTBS-Patienten zu untersuchen.
2 Posttraumatische Belastungsstörung: Erläuterung der medizinischen Definitionen, Ursachen, Symptome sowie der Abgrenzung zwischen PTBS und der komplexen PTBS.
3 Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung: Überblick über etablierte psychotherapeutische Verfahren und Einführung in die Relevanz von Achtsamkeitsmethoden in der Traumatherapie.
4 Mindfulness-Based Stress Reduction: Detaillierte Darstellung der MBSR-Methode, ihrer Prinzipien, praktischen Übungen und der empirischen Belege für ihre Wirksamkeit bei Soldaten.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der MBSR als wirksame Begleitmaßnahme und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Mindfulness-Based Stress Reduction, MBSR, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Soldaten, Achtsamkeit, Traumatherapie, Stressbewältigung, klinische Psychologie, Emotionsregulation, psychische Gesundheit, Intervention, Evidenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einsatz und Nutzen des Achtsamkeitsprogramms MBSR als begleitende Maßnahme bei der Behandlung von PTBS-erkrankten Soldaten und Soldatinnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Symptomatik von Traumafolgestörungen, klassische psychotherapeutische Behandlungsansätze sowie die spezifischen Wirkprinzipien von Achtsamkeitsübungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Literatur zu beantworten, inwieweit MBSR eine effektive Ergänzung zur Standardtherapie bei einsatzbedingter PTBS darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller Studien und Fachliteratur zur Wirksamkeit von MBSR basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Krankheitsbildes, die Erläuterung gängiger Behandlungsformen und eine tiefgehende Analyse der MBSR-Methode inklusive ihrer Übungen und empirischer Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören MBSR, PTBS, Achtsamkeit, Soldaten, Trauma, Emotionsregulation und Evidenz.
Warum ist die Unterscheidung zwischen PTBS und KPTBS relevant?
Da viele Soldaten mehrfach belastende Ereignisse erfahren, ist die Abgrenzung zur komplexen PTBS wichtig, da diese zusätzliche Probleme in der Selbstorganisation mit sich bringt, auf die MBSR positiven Einfluss nehmen könnte.
Können MBSR-Übungen bei akuter Suizidalität angewendet werden?
Nein, laut der Arbeit ist die alleinige Behandlung mit körperbezogenen Achtsamkeitsübungen bei Betroffenen mit psychotischen Krisen oder akuter Suizidalität kontraindiziert.
Wie trägt MBSR zur Stressreduktion bei?
MBSR fördert ein nicht-wertendes Bewusstsein für den Moment, wodurch Patienten lernen, weniger automatisiert auf traumatische Reize zu reagieren und eine größere Distanz zu ihren Gedanken und Gefühlen aufzubauen.
- Arbeit zitieren
- Anna-Lena Reisch (Autor:in), 2021, Mindfulness-Based Stress Reduction als Teil der Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung bei Soldaten und Soldatinnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1146059