Im Rahmen einer videogestützten systematischen Beobachtungsstudie mit experimentellen Versuchsdesign wird der Einfluss des Smartphones auf die Eltern- Kind-Interaktion während einer Freispielsituation untersucht. Das Konzept der Responsivität als einflussreiche elterliche Kompetenz steht hierbei im Fokus.
Bislang stand der Technologiekonsum von Kindern und Jugendlichen im Fokus der Aufmerksamkeit und wurde beispielsweise durch die BLIKK-Medienstudie (die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 2017) kritisch betrachtet. Zahlreiche Erziehungsratgeber, wie "Smartphones aber richtig!: Sichere Nutzung von Handys und Smartphones" (Feibel 2014) und "Jetzt pack doch mal das Handy weg!: Wie wir unsere Kinder von der digitalen Sucht befreien" (Feibel 2017), kamen auf den Markt, um die Medienkompetenz der Kinder zu fördern und Eltern im richtigen Umgang mit Konfliktsituationen zu unterstützen. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nahm sich dieser Thematik an und hat Empfehlungen für die Nutzungszeiten elektronischer Medien von Kindern veröffentlicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.1 Technoreference
2.1.1 Aktive Nutzung
2.1.2 Bloße Anwesenheit
2.1.3 Störung
2.1.4 Nutzungsgründe
2.2 Bindung
2.2.1 Bindungstheorie
2.2.2 Das innere Arbeitsmodell
2.2.3 Bindungstypen
2.2.4 Bindungs- und Explorationsbalance
2.2.5 Feinfühligkeit
2.3 Schlüsselkomponenten der Eltern-Kind-Interaktion
2.4 Responsivität
2.4.1 Definition
2.4.2 Bedeutung für die kindliche Entwicklung
2.4.3 Einflüsse durch das Smartphone
2.5 Spiel
2.5.1 Definition und Bedeutung
2.5.2 Die Rolle der Eltern im Spiel
2.5.3 Spieleinfühligkeit
3 Zielsetzung und Ableitung der Fragestellung
4 Methode
4.1 Beobachtungsverfahren als wissenschaftliche Methode
4.2 Versuchsplanung
4.3 Experimentelle Aufgabe
4.3.1 Experimentalgruppe
4.3.2 Kontrollgruppe
4.4 Coverstory
4.5 Stichprobe
4.6 Versuchsmaterial
4.6.1 Codiersystem
4.6.2 Fragebogen
4.7 Geräte und Untersuchungsraum
4.8 Versuchsdurchführung
5 Ergebnisse
5.1 Vorbemerkung
5.2 Reliabilitätsanalyse
5.3 Interkorrelationen der Fragebogenvariablen
5.4 Manipulationskontrolle
5.5 Nutzungsverhalten der Eltern
5.6 Responsivität
5.7 Hypothesentests
5.8 Weiterführende Analysen
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung der Studie
6.2 Ergebnisse
6.3 Limitationen
6.4 Ausblick
6.5 Fazit und Implikation
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Smartphone-Nutzung von Eltern auf deren Responsivität gegenüber ihrem Kind während einer gemeinsamen Spielinteraktion. Ziel ist es, durch ein experimentelles Versuchsdesign zu analysieren, ob aktive Smartphone-Nutzung oder bloße Anwesenheit des Geräts die Qualität der Eltern-Kind-Interaktion beeinträchtigen.
- Technoreference und elterliche Responsivität
- Einfluss von Smartphones auf die Eltern-Kind-Bindung
- Experimentelle Untersuchung zur Spielinteraktion
- Quantitative Video- und Fragebogenanalyse
Auszug aus dem Buch
2.1 Technoreference
Der Begriff Technoreference beschreibt Zeiten, in denen Technologiegeräte zu einer Unterbrechung oder Behinderung der Kommunikation und Interaktion zwischen Paaren und/oder Familienmitgliedern führen können (McDaniel, 2015). Dabei reicht Technoreference von Unterbrechungen in persönlichen Gesprächen bis hin zum Gefühl des Eindringens beispielsweise dann, wenn eine Person erlebt, dass ihr Partner während des Beisammenseins die Aufmerksamkeit auf ein technisches Gerät lenkt (McDaniel & Coyne, 2014). Die daraus resultierenden Auswirkungen sind facettenreich und betreffen viele unterschiedliche Lebensbereiche.
Zu Beginn werden die Auswirkungen durch die aktive Nutzung mobiler Geräte in Paarbeziehungen sowie zwischen Eltern und ihren Kindern dargestellt. Daran anknüpfend werden weitere empirische Ergebnisse zu anderen Darbietungsformen des Smartphones, wie die bloße Anwesenheit und die durch Klingel- oder Nachrichtentöne verursachte Störung, präsentiert. Zuletzt werden mögliche Gründe einer häufigen Nutzung und die damit einhergehende Technoreference genannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Smartphones im Alltag und dessen potenzielle negative Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Interaktion ein.
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert Konzepte wie Technoreference, Bindungstheorie, Responsivität und kindliches Spiel als Basis für die Forschungsarbeit.
3 Zielsetzung und Ableitung der Fragestellung: Hier wird das Ziel formuliert, den Forschungsstand zur Technoreference durch ein experimentelles Design zu erweitern und spezifische Hypothesen aufgestellt.
4 Methode: Das Kapitel beschreibt das experimentelle 2x3-gemischte Versuchsdesign, die Stichprobengewinnung sowie die eingesetzten Messinstrumente (Codiersystem und Fragebogen).
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die statistische Auswertung der Beobachtungs- und Fragebogendaten hinsichtlich der elterlichen Responsivität in verschiedenen Versuchsbedingungen.
6 Diskussion: Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, Limitationen der Studie benannt und Implikationen für die Praxis abgeleitet.
Schlüsselwörter
Smartphone, Technoreference, Eltern-Kind-Interaktion, Responsivität, Bindung, Spiel, Kindesentwicklung, Medienkonsum, Experiment, Verhaltensbeobachtung, Interaktionsqualität, Feinfühligkeit, Digitale Medien, Familienforschung, Psychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Diplomarbeit untersucht, wie sich die Nutzung von Smartphones durch Eltern auf ihre Interaktion mit ihren Kindern auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die sogenannte Technoreference, das Konzept der elterlichen Responsivität, die Bindungstheorie sowie das Spielverhalten im Kleinkindalter.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch ein experimentelles Design zu prüfen, inwieweit das Smartphone die elterliche Aufmerksamkeit und Feinfühligkeit während einer gemeinsamen Spielzeit stört.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein experimentelles 2x3-gemischtes Versuchsdesign eingesetzt, das durch eine systematische Videoanalyse (mikroanalytisch) und Fragebogenerhebungen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Grundlagen, die Beschreibung des methodischen Versuchsaufbaus und die detaillierte Darstellung der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Technoreference, elterliche Responsivität, Bindung, Spielinteraktion und Mediennutzung im Familienkontext.
Wie wurde das Smartphone in der Studie manipuliert?
Die Teilnehmer wurden in verschiedene Gruppen unterteilt, wobei die Experimentalbedingungen Störung, aktive Nutzung und bloße Anwesenheit des Smartphones während des Spielens variierten.
Was ergaben die Hypothesentests im Wesentlichen?
Die Studie konnte keine signifikanten Unterschiede zwischen der Experimental- und Kontrollgruppe bei der Responsivität feststellen, zeigte jedoch Tendenzen, dass aktive Nutzung das Reaktionsverhalten der Eltern beeinflussen kann.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2020, Der Einfluss des Smartphones auf die elterliche Responsivität während der Eltern-Kind-Interaktion, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1146288