Arbeiten bis zum Umfallen - Aus zahlreichen Studien geht hervor, dass eine Vielzahl von Beschäftigten trotz Krankheit ihrer Arbeit weiterhin nachgehen. Diese Verhaltensweise nennt sich Präsentismus. Forschungen haben gezeigt, dass dieser nicht nur den Arbeitnehmern, sondern auch dem Betrieb schaden kann.
Vor diesem Hintergrund wird in diesem Essay folgende Forschungsfrage beleuchtet: Welche Ursachen und Auswirkungen bringt Präsentismus mit sich? Und welche Maßnahmen können zur Verringerung dieses Phänomens beitragen?
Um die Forschungsfrage zu untersuchen, wird in dieser Arbeit das Thema Präsentismus näher betrachtet. Zu Beginn wird im zweiten Kapitel durch eine Definition des Begriffs Präsentismus sowie die Abgrenzung zum Absentismus ein Überblick zu der Thematik gegeben. Anschließend wird basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beleuchtet, welche Faktoren zum Auftreten von Präsentismus beitragen sowie welche Auswirkungen dieses Phänomen für die einzelnen Mitarbeitenden, Teams und die Organisation hat. Im darauffolgenden dritten Kapitel werden Empfehlungen für Betriebe im Umgang mit Präsentismus sowie geeignete Präventionsmaßnahmen erläutert. Zum Abschluss dieser Arbeit erfolgt ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Begriffsbestimmung: Präsentismus
2.2 Ursachen
2.3 Auswirkungen
3 Maßnahmen zur Verringerung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das Phänomen Präsentismus – die Arbeitsaufnahme trotz gesundheitlicher Einschränkungen – zu analysieren. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, welche Ursachen diesem Verhalten zugrunde liegen, welche Auswirkungen es auf die verschiedenen Akteure im Betrieb hat und mit welchen Strategien Unternehmen der Entstehung von Präsentismus effektiv entgegenwirken können.
- Definition und Abgrenzung von Präsentismus und Absentismus
- Analyse personenbezogener und arbeitsorganisatorischer Ursachen
- Untersuchung der psychischen und physischen Folgen für Mitarbeitende
- Ökonomische und betriebliche Auswirkungen des Präsentismus
- Präventionsstrategien und betriebliches Gesundheitsmanagement
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsbestimmung: Präsentismus
Bis heute existieren in der psychologischen Forschung unterschiedliche Definitionen für den Begriff Präsentismus (Lohaus, Habermann, El Kertoubi & Röser, 2021). Die Präsentismusforschung differenziert dabei zwei Ansätze (Hägerbäumer, 2017). Produktivitätsorientierte Untersuchungen, die vor allem in den USA durchgeführt werden, beschreiben Präsentismus als verringerte Arbeitsleistung aufgrund von Krankheit. Hingegen definieren die europäischen psychologisch, soziologisch oder gesundheitswissenschaftlich ausgerichteten Studien Präsentismus als die Anwesenheit von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz trotz Krankheit. Dieses Krankheitsverhalten ist die Folge eines komplexen Entscheidungsprozesses. Bei diesem wägt der Beschäftigte die Vor- und Nachteile der An- bzw. Abwesenheit am Arbeitsplatz bei Krankheit, abhängig von der gesundheitlichen, privaten sowie beruflichen Situation, gegeneinander ab (Hägerbäumer, 2017).
Das Ausmaß dieses globalen Phänomens verdeutlichen zahlreiche Studien, wie beispielsweise die Studienergebnisse der repräsentativen Befragung „DGB-Index Gute Arbeit Kompakt 02/2016“ (Institut DGB-Index Gute Arbeit, 2016; Lohaus et al., 2021). Aus diesen geht hervor, dass in Deutschland mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (68 %) trotz Krankheit arbeiten gehen. Darüber hinaus geht fast jeder Zweite eine Woche oder mehr pro Jahr krank zur Arbeit (Institut DGB-Index Gute Arbeit, 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Präsentismus ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert den Begriff Präsentismus, grenzt ihn vom Absentismus ab und analysiert die vielschichtigen Ursachen sowie die potenziellen Auswirkungen des Phänomens.
3 Maßnahmen zur Verringerung: Hier werden gezielte betriebliche Präventionsmaßnahmen und Strategien zur Förderung einer gesundheitsorientierten Unternehmenskultur erläutert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Kontext von Digitalisierung und flexiblen Arbeitsmodellen.
Schlüsselwörter
Präsentismus, Absentismus, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsbelastung, Krankheit, Fehlzeiten, Gesundheitskultur, Arbeitsleistung, Prävention, Mitarbeiterführung, Arbeitnehmer, Unternehmenskultur, Arbeitsbedingungen, Leistungsfähigkeit, Gesundheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen Präsentismus, bei dem Arbeitnehmer trotz Krankheit am Arbeitsplatz erscheinen, und beleuchtet dessen Ursachen, Folgen und Gegenmaßnahmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die theoretische Einordnung des Begriffs, die Analyse von Risikofaktoren (personenbezogen und arbeitsbedingt) sowie die Entwicklung von Lösungsansätzen für Unternehmen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Ursachen und Auswirkungen mit Präsentismus einhergehen und welche konkreten Maßnahmen zu seiner Verringerung beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung bestehender wissenschaftlicher Studien, Forschungsberichte und Fachliteratur zur Präsentismusforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Darlegung von Ursachen (u.a. demografische Faktoren, Arbeitsdruck, Unternehmenskultur), eine Analyse der Auswirkungen (Produktivitätsverlust, gesundheitliche Folgen) und praktische Handlungsempfehlungen für Betriebe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Präsentismus, Absentismus, betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsbelastung, Prävention und Gesundheitskultur.
Gibt es auch positive Aspekte beim Präsentismus?
Ja, laut Literatur kann Präsentismus unter Umständen positive Effekte haben, etwa indem er die Genesung durch die Aufrechterhaltung beruflicher Routinen unterstützt oder das Selbstwertgefühl der Betroffenen stärkt.
Welche Rolle spielt die Führungskraft beim Thema Präsentismus?
Die Führungskraft hat eine Vorbildfunktion; durch den eigenen Umgang mit Krankheit beeinflusst sie direkt das Verhalten der Mitarbeiter und trägt Mitverantwortung für das Organisationsklima.
Wie beeinflussen Arbeitsbedingungen das Verhalten der Mitarbeiter?
Ungünstige Arbeitsbedingungen wie hoher Arbeitsdruck, Kälte oder Hitze korrelieren positiv mit Präsentismus, während flexible Arbeitsstrukturen und autonomeres Arbeiten tendenziell zu weniger Präsentismus führen.
- Arbeit zitieren
- Katja Meyer (Autor:in), 2021, Präsentismus. Wirkung von Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1146597