Kann durch die demokratieerzieherische Methode des Klassenrats ein Beitrag zur Aggressions- und Gewaltprävention in der Schule geleistet werden? Zur Beantwortung dieser Frage erschien es mir notwendig, zunächst die Begriffe ‚Aggression‘ und ‚Gewalt‘ zu umreißen und auf die definitorischen Schwierigkeiten hinzuweisen. Daraufhin werden Aggression und Gewalt speziell im Rahmen Schule betrachtet und deren Formen, Entstehungsbedingungen und Risikofaktoren sowie eine Kategorisierung von gewaltpräventiven Maßnahmen vorgestellt.
Im Hauptteil dieser Arbeit werden die historischen Vorläufer und der ideengeschichtliche Ursprung der Demokratieerziehung skizziert und die Ergebnisse quantitativer und qualitativer Forschungsvorhaben zum Thema Demokratieerziehung, Jugendpartizipation und zur Methode Klassenrat präsentiert. Daraufhin stelle ich zunächst die Motivation dafür dar, die demokratieerzieherische Methode im Rahmen Schule als gewaltpräventive Maßnahme zu verwenden, um danach eine ausführliche Darstellung der Methode ‚Klassenrat‘ zu leisten. Im Anschluss werden auftretende Probleme und Schwierigkeiten in der Arbeit mit dem Klassenrat benannt, die einer erfolgreichen Implementierung im Wege stehen könnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlegung für Aggression und Gewalt
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Aggression und Gewalt im Rahmen der Schule
3. Gewaltprävention durch Demokratieerziehung
3.1 Historische Einordnung
3.2 Forschung und Empirie
3.3 Der Klassenrat
3.3.1 Motivation
3.3.2 Die Methode
3.3.3 Reflexion
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, ob die demokratieerzieherische Methode des Klassenrats einen effektiven Beitrag zur Prävention von Aggression und Gewalt in der Schule leisten kann, indem sie demokratische Partizipationsmöglichkeiten und soziale Kompetenzbildung fördert.
- Theoretische Verortung von Aggression und Gewalt im schulischen Kontext
- Historische und ideengeschichtliche Herleitung der Demokratieerziehung
- Strukturelle Analyse und Anwendungsmöglichkeiten des Klassenrats
- Empirische Einordnung der Wirksamkeit von Schülerpartizipation
- Kritische Reflexion der Implementierung und der Rolle der Lehrkraft
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Die Methode
Im Folgenden werden zunächst die Struktur und der Ablauf des Klassenrats, die Rollenverteilung sowie ein Set von Regeln vorgestellt.
Daublebsky und Lauble beschreiben das Konzept wie folgt: „Der Klassenrat ist ein Zeitfenster, in dem die Klasse alle aktuellen Themen, die die Schule, die Klasse und/oder die Schüler/innen betreffen, in einer demokratischen und eigenverantwortlichen Form besprechen kann. Im Klassenrat sind Lehrer/in und Schüler/innen gleichberechtigte Partner.“ (Daublebsky/Lauble 2006, S. 7). Sie stellen weiterhin eine Reihe von ‚Minimalstandards‘ auf, die eine strukturelle Beschreibung des Grundkonzeptes darstellen und nun verkürzt wiedergegeben werden:
Der Klassenrat
findet wöchentlich und zuverlässig an einem vertrauten und bewusst gestalteten Ort in der Sozialform des Sitzkreises statt.
folgt selbstständig entwickelten und vereinbarten Gesprächs- und Verhaltensregeln sowie Sanktionen.
gewährt jedem Schüler/jeder Schülerin und jedem Lehrer/jeder Lehrerin das Recht, im Vorfeld Themen und Anträge einzubringen, die beispielsweise in einem Klassenratsbuch oder einer Wandzeitung schriftlich festgehalten werden müssen.
fasst Beschlüsse, die in Form eines Klassenratsprotokolls schriftlich dokumentiert und in darauffolgenden Sitzungen auf ihre Erfüllung hin überprüft werden.
hat einen ritualisierten und strukturierten Ablauf.
erfordert die Verteilung bestimmter Rollen, die für vom Plenum beschlossene Zeiträume eingenommen werden (vgl. Daublebsky/Lauble 2006, S. 17).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Gewaltprävention ein und formuliert die zentrale Fragestellung, ob der Klassenrat einen Beitrag zur Aggressions- und Gewaltprävention leisten kann.
2. Theoretische Grundlegung für Aggression und Gewalt: Dieses Kapitel erörtert definitorische Schwierigkeiten der Begriffe Aggression und Gewalt und betrachtet deren Formen sowie Risikofaktoren speziell im schulischen Umfeld.
3. Gewaltprävention durch Demokratieerziehung: Der Hauptteil widmet sich der historischen Einordnung der Demokratieerziehung, präsentiert Forschungsergebnisse und analysiert den Klassenrat hinsichtlich Motivation, methodischem Ablauf und kritischer Reflexion.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Klassenrat als einen Baustein der primären Gewaltprävention, unterstreicht jedoch die Notwendigkeit einer schulweiten Koordination.
Schlüsselwörter
Gewaltprävention, Demokratieerziehung, Klassenrat, Schule, Partizipation, Aggression, Konfliktbewältigung, Schulsozialarbeit, Schulklima, Demokratielernen, Sozialkompetenz, Konfliktaushandlung, Schülerbeteiligung, Pädagogik, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen demokratischer Erziehung in der Schule und der Prävention von aggressivem Verhalten durch die Implementierung des Klassenrats.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die theoretische Definition von Gewalt, die historische Entwicklung von Demokratieerziehung und die praktische Umsetzung sowie Reflexion der Klassenrat-Methode.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob durch die demokratieerzieherische Methode des Klassenrats ein Beitrag zur Aggressions- und Gewaltprävention in der Schule geleistet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Hausarbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung vorliegender qualitativer und quantitativer Studien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung, die Darstellung von Forschungsergebnissen zu Partizipation sowie die detaillierte Beschreibung der Klassenrat-Struktur und der Lehrerrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Gewaltprävention, Demokratieerziehung, Klassenrat, Partizipation und Konfliktbewältigung charakterisieren.
Inwiefern beeinflusst das Lehrerverhalten den Klassenrat?
Die Rolle des Lehrers wandelt sich im Laufe des Prozesses vom Modell und Unterstützer bis hin zum gleichberechtigten Teilnehmer, um die Eigenverantwortung der Schüler zu stärken.
Welche Risiken birgt der Klassenrat laut der Analyse?
Ein zentrales Risiko besteht darin, dass der Klassenrat bei fehlenden Lösungsstrategien zum 'Tribunal' werden kann oder dass Konflikte durch die öffentliche Thematisierung eher befeuert werden.
Warum ist das Thema 'hausgemachte' Faktoren in der Schule so relevant?
Da die Schule laut der Arbeit einen maßgeblichen Anteil an der Gewaltgenese haben kann, ist die Identifizierung innerschulischer Faktoren entscheidend für eine wirksame Prävention.
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- Sebastian Grünberg (Author), 2018, Aggressions- und Gewaltprävention in der Schule durch Demokratieerziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1146785