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Wer will eigentlich Vollbeschäftigung?

Title: Wer will eigentlich Vollbeschäftigung?

Seminar Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: befriedigend

Autor:in: Alex Theile (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Eines der wohl fundamentalsten Themen unserer und vergangener Gesellschaften ist das Problem der Erwerbsbeschäftigung. Erwerbsbeschäftigung soll heißen, dass jeder, der arbeitet, mindestens so viel Geld dafür bekommt, dass es zum Überleben reicht. Doch diese Auffassung ist in der modernen Gesellschaft wohl kaum noch zu vertreten. Nach dem 2. Weltkrieg stieg der Bedarf, nicht nur an Grundgütern, sondern auch an Luxusgütern. Solch ein Anstieg resultiert aus einer sich stark entwickelnden Wirtschaft. Jedoch zeigt die Geschichte, dass Wirtschaft nicht als Fundament und dauerhaft stabil gesehen werden darf.

Vielmehr ist zu erkennen, dass mit der Ölkrise in den 1970ern ein neues Problem auf die Gesellschaft und ihre Verantwortlichen zukam, die Massenarbeitslosigkeit. In den vergangenen Jahrzehnten bis in die Gegenwart wurden Konzepte erarbeitet, diese Erscheinung in Grenzen zu halten.

Ein sich daraus ergebendes Ziel war die Vollbeschäftigung. Nun gibt es verschiedenste Auffassungen von Vollbeschäftigung. Im Verlauf des Textes wird auf folgende Fragen eingegangen: Was ist eigentlich Vollbeschäftigung? Daraus resultierend: wird Vollbeschäftigung eigentlich noch gewollt? Welche Effekte hat Vollbeschäftigung auf einzelne Institutionen? Und schließlich: Gibt es eine Möglichkeit Vollbeschäftigung zu erzeugen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist eigentlich Vollbeschäftigung

2.1. Die Allgemeine

2.3. Die Grobe

2.4. Die Verfeinerte

2.5. Die Unvollkommende

2.5 Die Letzte

3. Vollbeschäftigung das Ziel

3.1. Kapitaleigner

3.2. Unternehmer

3.3. Unternehmerverbände

3.4. Gewerkschaften

3.5. Empfänger von Sozialleistungen

3.6. Politische Vertreter

4. Schluss

5. Literaturliste

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Vollbeschäftigung in modernen Gesellschaften, hinterfragt die Validität verschiedener Definitionen und analysiert kritisch die Interessenlagen maßgeblicher gesellschaftlicher Akteure in Bezug auf dieses Ziel.

  • Analyse und Dekonstruktion gängiger Definitionen von Vollbeschäftigung.
  • Untersuchung der ambivalenten Interessen von Kapitaleignern und Unternehmen.
  • Bewertung der Rolle von Gewerkschaften und Unternehmerverbänden im Beschäftigungskontext.
  • Reflektion über politische Strategien und die Realisierbarkeit von Vollbeschäftigung in der Gegenwart.

Auszug aus dem Buch

3.2. Unternehmer

Betrachtet man die Unternehmer, so gilt zu sagen, dass jene Abhängige von den Kapitaleigner sind. (Vobruba;2000: 49 ). Die Unterteilung erlaubt einen besseren Einblick in die wirklichen Interessen der Unternehmer.

Man erkennt, dass das Interesse wohl eher ambivalent als eindeutig ist. Der Grund für diese nichtsausagende Haltung ist logisch, aber ebenso kompliziert für die Gesamtbewertung. Auf der einen Seit steht da das Interesse, den Gewinn des Unternehmens zu maximieren. Somit kann der Unternehmer dem Kapitaleigner gleichgesetzt werden, denn in diesem Moment möchte er auch keine Vollbeschäftigung. Eine Vollbeschäftigung würde für ihn betriebswirtschaftlich ein Minus bedeuten.

Doch das Unternehmer trifft ein viel schwerwiegenderes Problem. Die produzierte Ware muss irgendwo verkauft werden. Das wiederum geht nur, wenn auch Kaufkraft in der Bevölkerung vorhanden ist. Diese Kaufkraft erhöht sich umso mehr, desto mehr Menschen arbeiten. Denn wer arbeitet und Geld hat, der kann auch welches ausgeben. Für den Unternehmer hätte dann die Vollbeschäftigung einen Vorteil „...des weiteren würden der aus einem steigendem Beschäftigungsniveau folgende forcierte Wertschöpfungsprozess...die Absatzchancen der Unternehmer verbessern...“(Bleses, Vetterlein; 2000:17)

Auch würde eine Mehrbeschäftigung von Arbeitnehmern die Abgabenlast des Unternehmers gegenüber dem Staat senken, da der Staat weniger Sozialausgaben hätte. (Bleses Vetterlein;2000: 17)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung des Problems der Massenarbeitslosigkeit seit den 1970er Jahren ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Definition und Begehrtheit von Vollbeschäftigung.

2. Was ist eigentlich Vollbeschäftigung: Dieses Kapitel dekonstruiert verschiedene Definitionsansätze von Vollbeschäftigung, von einfachen bis hin zu verfeinerten Modellen, und zeigt auf, dass diese oft an der Realität scheitern.

3. Vollbeschäftigung das Ziel: Das Hauptkapitel untersucht die divergierenden und teils ambivalenten Interessen von Kapitaleignern, Unternehmern, Verbänden, Gewerkschaften, Sozialleistungsempfängern und der Politik bezüglich der Vollbeschäftigung.

4. Schluss: Der Schlussteil reflektiert das Scheitern bisheriger arbeitsmarktpolitischer Strategien und plädiert dafür, statt utopischer Vollbeschäftigungsziele eher pragmatische Überbrückungsmaßnahmen für konjunkturbedingte Arbeitslosigkeit zu entwickeln.

5. Literaturliste: Die Literaturliste verzeichnet die verwendeten soziologischen und wirtschaftswissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Vollbeschäftigung, Massenarbeitslosigkeit, Erwerbsbeschäftigung, Kapitaleigner, Unternehmer, Gewerkschaften, Interessenlage, Sozialleistungen, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsgeschichte, Philippskurve, Mehrbeschäftigung, Beschäftigungspolitik, Inflation, Arbeitgeberverbände.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel und der Bedeutung des Begriffs der Vollbeschäftigung in der modernen Gesellschaft und stellt die Frage, ob dieses Ziel unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen überhaupt noch erstrebenswert oder realistisch ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definitionsproblematik des Vollbeschäftigungsbegriffs, die Analyse der Interessenkonflikte verschiedener gesellschaftlicher Akteure sowie eine kritische Bewertung aktueller politischer Strategien zur Arbeitsmarktsteuerung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu ergründen, warum der einst zentrale gesellschaftspolitische Konsens zur Vollbeschäftigung erodiert ist und welche Institutionen tatsächlich noch ein Interesse an seiner Realisierung haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturbasierte soziologische Analyse, bei der vorliegende Theorien und Erkenntnisse der Arbeitsmarktforschung (unter anderem von G. Vobruba sowie Bleses und Vetterlein) zusammengeführt und kritisch interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Klärung und eine detaillierte Interessenanalyse, in der die Sichtweisen von Kapitaleignern, Unternehmen, Gewerkschaften, Sozialleistungsempfängern und politischen Vertretern gegenübergestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Vollbeschäftigung, Massenarbeitslosigkeit, Interessenkonflikte, Arbeitsmarkt, Gewerkschaften, Kapitaleigner und Beschäftigungspolitik sind die prägenden Begriffe der Analyse.

Welche Rolle spielt die Inflation bei der Debatte um Vollbeschäftigung?

Die Arbeit verweist auf die sogenannte Philippskurve, nach der eine hohe Beschäftigungszahl oft mit einer höheren Inflation einhergeht, was insbesondere für Kapitaleigner ein Argument gegen das Ziel der absoluten Vollbeschäftigung darstellt.

Warum ist das Interesse von Unternehmern an Vollbeschäftigung ambivalent?

Unternehmer fürchten einerseits höhere Kosten bei Vollbeschäftigung, erkennen jedoch andererseits, dass eine hohe Beschäftigungsquote die Kaufkraft in der Bevölkerung stärkt und somit ihre eigenen Absatzchancen verbessert.

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Details

Title
Wer will eigentlich Vollbeschäftigung?
College
University of Leipzig  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar: Zukunft der Arbeitslosigkeit
Grade
befriedigend
Author
Alex Theile (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V11476
ISBN (eBook)
9783638176316
Language
German
Tags
Gewerkschaften Arbeitnehmerverbände Vollbeschäftigung Arbeitslosenzahl Zukunft Arbeitslosigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alex Theile (Author), 2003, Wer will eigentlich Vollbeschäftigung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11476
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