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Die bidūn und die Problematik der kuwaitischen Staatsangehörigkeit. Zur Situation Staatenloser in Kuwait

Title: Die bidūn und die Problematik der kuwaitischen Staatsangehörigkeit. Zur Situation Staatenloser in Kuwait

Master's Thesis , 2021 , 87 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Orientalism / Sinology - Islamic Studies
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Summary Excerpt Details

Die folgende Arbeit setzt sich unter dem Stichwort bidūn, mit der Gruppe der staatenlosen Menschen in Kuwait auseinander.

Kuwait, ein Golfland, das an den Grenzen des Osmanischen Reiches lag und 1899 britisches Protektorat wurde und seit seinen Anfängen eine eigene politische Struktur aufweist, ist ziemlich einzigartig. Daher beginnt die Arbeit mit einer Einführung in die Geschichte des Staates Kuwait. Welche Kräfte haben das Verhältnis zwischen dem Herrscher und den Regierten beeinflusst? Während der Auseinandersetzung mit diesem Thema wurden weitere wichtige Themen sichtbar, wie die Stammesgemeinschaften, der Ölreichtum und die Staatsbildung in der Geschichte Kuwaits. Die Arbeit zeigt auch die Wurzeln bestimmter historischer Probleme und Machtstrukturen auf, die bis heute existieren, da all dies mit Staatsangehörigkeit und Staatenlosigkeit zusammenhängt. Diese Themen sind wichtig und wirkten sich direkt auf die Staatsangehörigkeit aus.
Anschließend wird in dieser Arbeit versucht, Staatenlosigkeit zu theoretisieren. Wie hat der Staat die Nationalität beschrieben? Wie hat sich die Beziehung zwischen den Konzepten der Staatenlosigkeit und der Staatsangehörigkeit bei den bidūn in Kuwait seit der Unabhängigkeit 1961 entwickelt? Wie wird die Situation der bidūn beschrieben? Kämpfen sie für ihre Rechte und wie? Welche Antwort gibt ihnen der Staat? Abschließend wird die Theorie mit der Praxis, anhand des Beispiels der bidūn, verbunden und versucht eine klarere Vision von Staatsangehörigkeit und Staatenlosigkeit in Kuwait aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte Kuwaits

2.1. Kuwaits Besiedlung und die Ṣabāḥ

2.2. Frühe Staatsbildung

2.2.1. Die Osmanen und die Briten

2.2.2. Grenzbildung

3. Das Öl, die Stämme und Massenbeschäftigung

3.1. Öl und seine soziale Auswirkungen

3.1.1. Öl, Beschäftigung und Wohlfahrtsstaat

3.1.2. Bildung staatlicher Institutionen

3.2. Stämme und Staatsformation

3.2.1. Stammesunterstützung

3.2.2. 'Abdallāh as-Sālim aṣ-Ṣabāḥ (reg. 1950 - 1965) und die Stämme

3.2.3. Sesshaftigkeit

4. Staatsbildung und Staatsangehörigkeit

4.1. Ursprung und Definition „Staatsangehörigkeit“ und „staatenlos“

4.2. Staatsangehörigkeit in Kuwait

4.2.1. Die bidūn

4.2.2. Wie das Problem der Staatenlosigkeit in Kuwait entstand?

4.2.3. Diskriminierung und Staatenlosigkeit

4.3. Die Situation der bidūn

4.3.1. 1986, Golfkrieg von 1990-1991 und die Folgen

4.3.2. Der Arabische Frühling 2011 und seine Folgen

4.3.3. Rechte und Hilfe für die bidūn

4.3.4. Hindernisse

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Entstehung und die soziale sowie rechtliche Problematik der "bidūn" in Kuwait im Kontext der historischen Staatsbildung und der Transformation des Landes durch den Ölreichtum. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Entwicklung der Staatsangehörigkeit, der sich daraus ergebenden Staatenlosigkeit und der prekären Lebenssituation dieser Bevölkerungsgruppe.

  • Historische Entwicklung Kuwaits und die Rolle der Stämme
  • Einfluss des Ölreichtums auf Staatsbildung und Migration
  • Rechtliche Grundlagen der kuwaitischen Staatsangehörigkeit und deren Restriktionen
  • Analyse der Lebensbedingungen der bidūn und deren gesellschaftliche Marginalisierung
  • Politische Dynamiken zwischen Herrscherfamilie, Staatsbürgern und staatenlosen Gruppen

Auszug aus dem Buch

2.1. Kuwaits Besiedlung und die Ṣabāḥ

Die Gründung einer Siedlung in Kuwait begann Anfang des 17. Jahrhunderts mit Nomaden und Seeleuten, die sich in der Nähe des Hafens von Kuwait niederließen. Nach Angaben des Historikers Aḥmad Muṣṭafā Abū-Hakīma wurde al-Kūt um 1716 von Mitgliedern des Ḫālid-Stammes, einem dominierenden Stamm aus dem Nordosten Arabiens, erbaut. Zu dieser Zeit war das Gebiet des heutigen Kuwait bis Ende des 19. Jahrhunderts Teil des Osmanischen Reiches (1299 - 1922) und gehörte nominell zu Basra. Das Osmanische Reich konnte dieses Gebiet nur begrenzt kontrollieren, hatte aber kein wirkliches Interesse daran, Kontrolle über das Gebiet auszuüben, und ließ die Nomadenstämme frei herumlaufen. Neben der Präsenz und dem Einfluss regionaler Stämme und den Osmanen waren auch portugiesische, niederländische und russische Seeleute in Kuwait präsent. Da es sich um ein Stammesgebiet handelte, das für das Osmanische Reich von geringer Bedeutung war, gibt es nur wenige Quellen zu den Entwicklungen im 17. Jahrhundert in Kuwait.

Der Ḫālid-Stamm, der einen großen Teil der ostarabischen Halbinsel im 17. und im 18. Jahrhundert beherrschte, erbaute die Kūt als Lager für Waffen und Munition, aufgrund ständiger Kriege mit anderen Stämmen in der Region. Darüber hinaus förderten sie den Karawanentransport der Waren entlang der Golfküste nach Syrien, und als Nomadenwachen schützten sie diese Karawanen in der Wüste. So waren die herrschenden Mächte mit dem Schutz von Kaufleuten und dem Warenhandel verbunden, und daher ist die politische Geschichte Kuwaits direkt mit einer Wirtschaftsgeschichte des Gebiets verflochten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Begrifflichkeit "bidūn" und die aktuelle Problematik der staatenlosen Bevölkerungsgruppen in Kuwait.

2. Geschichte Kuwaits: Überblick über die Besiedlungsgeschichte, die frühen Machtverhältnisse zwischen Stämmen und den kolonialen Einfluss Großbritanniens.

3. Das Öl, die Stämme und Massenbeschäftigung: Analyse der sozioökonomischen Transformation durch den Ölfund, die Entstehung des Wohlfahrtsstaats und die staatliche Einflussnahme auf die Stämme.

4. Staatsbildung und Staatsangehörigkeit: Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Staatsbürgerschaft und die gezielte Ausgrenzung der bidūn aus der kuwaitischen Gesellschaft.

5. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die komplexen Zusammenhänge von Identität, Staatsbildung und der strukturellen Diskriminierung der bidūn.

Schlüsselwörter

Kuwait, bidūn, Staatenlosigkeit, Staatsangehörigkeit, Ölreichtum, Stämme, Migration, soziale Ausgrenzung, Wohlfahrtsstaat, Herrscherfamilie, Identität, Diskriminierung, Golfregion, Staatsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Situation der "bidūn" in Kuwait, also der Bevölkerungsgruppe, die keine offizielle Staatsangehörigkeit besitzt und dadurch von zahlreichen sozialen und politischen Rechten ausgeschlossen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themen umfassen die Geschichte der kuwaitischen Staatsbildung, die Auswirkungen des Ölreichtums auf die Gesellschaft, das kuwaitische Staatsangehörigkeitsrecht und die politische Strategie gegenüber den bidūn.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entstehung der Staatenlosigkeit in Kuwait nachvollziehbar zu machen und zu verdeutlichen, wie politische und wirtschaftliche Entscheidungen des 20. Jahrhunderts die heutige Marginalisierung dieser Gruppe zementiert haben.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die sich auf historische Quellen, Experteninterviews, Sekundärliteratur und Berichte internationaler Menschenrechtsorganisationen stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Entwicklung vom Nomadentum zum modernen Staat, die Instrumentalisierung von Staatsangehörigkeitsgesetzen zur Kontrolle der Bevölkerung und die Auswirkungen der verschiedenen Golfkriege auf den Status der bidūn.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wesentliche Begriffe sind Kuwait, bidūn, Staatenlosigkeit, Staatsangehörigkeit, Stämme und soziale Diskriminierung.

Warum ist das 1959 erlassene Staatsangehörigkeitsgesetz für die bidūn so entscheidend?

Es markierte eine Verschärfung der Kriterien für die Einbürgerung und bildete das bürokratische Instrument, das vielen bidūn aufgrund fehlender Dokumentation über ihren Aufenthalt oder ihre Herkunft den Zugang zur Staatsbürgerschaft verwehrte.

Welche Rolle spielt die Herrscherfamilie bei der Vergabe von Staatsbürgerschaften?

Die Vergabe wurde oft als politisches Steuerungsinstrument genutzt, um Loyalität zu sichern, politische Gegner im Parlament zu schwächen oder durch "künstliche" Einbürgerungen demografische Mehrheiten zu beeinflussen.

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Details

Title
Die bidūn und die Problematik der kuwaitischen Staatsangehörigkeit. Zur Situation Staatenloser in Kuwait
College
University of Hamburg  (Asien-Afrika-Institut)
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
87
Catalog Number
V1147815
ISBN (eBook)
9783346536044
ISBN (Book)
9783346536051
Language
German
Tags
Kuwait bidun Staatsangehörigkeit Staatenlose staatenlos Islamwissenschaft Orientalistik Arabistik Öl Stämme Sabah Wohlfahrtsstaat Staatsbürgerschaft bidūn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Die bidūn und die Problematik der kuwaitischen Staatsangehörigkeit. Zur Situation Staatenloser in Kuwait, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147815
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