Der Essay beschäftigt sich mit folgenden Punkten zur Vollgeldreform: Die Macht im Geldschöpfungsprivileg privater Banken, Gründe für eine Vollgeldreform, die Funktionsmechanismen der Vollgeldreform, Kritiken der Vollgeldreform sowie indirekte Auswirkungen einer Vollgeldreform auf das System.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Macht im Geldschöpfungsprivileg privater Banken
2. Gründe für eine Vollgeldreform
3. Die Funktionsmechanismen der Vollgeldreform
4. Kritiken der Vollgeldreform
5. Indirekte Auswirkungen einer Vollgeldreform auf das System
Zielsetzung & Themen
Dieses Essay untersucht die theoretischen Grundlagen sowie die direkten und indirekten Folgen einer Vollgeldreform. Ziel der Arbeit ist es, die Kritik am derzeitigen Geldschöpfungsprivileg privater Banken zu beleuchten und zu hinterfragen, inwiefern eine Verstaatlichung der Geldschöpfung zur Stabilität der Volkswirtschaft und zu einer gerechteren Vermögensverteilung beitragen kann.
- Kritische Analyse des Geldschöpfungsprozesses durch private Banken.
- Erläuterung der Funktionsweise und der Phasen einer Vollgeldreform.
- Untersuchung der soziologischen Dimensionen von Finanzmärkten.
- Diskussion von Argumenten und Gegenargumenten zur Vollgeldreform.
- Betrachtung von Ansätzen zur gesellschaftlichen Umverteilung und Armutsbekämpfung.
Auszug aus dem Buch
Die Macht im Geldschöpfungsprivileg privater Banken
Die soziologische Dimension der Vollgeldreform möchte vor allem auf das Machtproblem der Banken aufmerksam machen. Die Banken sehen Geld in erster Linie als Tauschmittel an. Die heutige Liberalisierung des Kapitalverkehrs hat hiermit jedoch nur wenig gemein. Hinter dem simplen Vorhang der Ökonomie verschleiern Banken die Ursachen für Finanzkrisen und Armut. Die Mechanismen dieser Ökonomie – also das heutige Geld – wurden von der Wirtschaftssoziologie – namentlich beispielsweise Weber, Parsons & Luhmann – als Steuerungs- und Kontrollmedium enttarnt (Huber, 2015: 292).
Nehmen wir zur Erläuterung dieser These die Erholung der Weltwirtschaftskrise aus dem Jahre 2007 als Beispiel. Ab 2009 konnte niemand den Anstieg der Finanzaktive im Bankgeschäft mit dem weitaus geringeren Wirtschaftswachstum insgesamt erklären. Während sich die Volkswirtschaft also noch weiter erholte, wurde bereits wieder in den Finanzsektor finanziert (Huber, 2018: 77). Warum also kann die Nachfrage nach Geld in einem einzigen Sektor überproportional gedeckt werden, der Durchschnitt der restlichen Sektoren aber nicht? Diese scheinbare Irrationalität liegt im außerordentlichen Privileg begründet, welches der Bankensektor genießt und es ihm erlaubt, Geldschöpfung zu privaten Gewinnzwecken zu vollziehen. Krisenzeiten zeigten zudem, dass er darüber hinaus für den Fall eines Kollapses in den eigenen Reihen sogar noch über Regierungsbürgschaften für die daran gebundenen Geschäfte verfügt.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Macht im Geldschöpfungsprivileg privater Banken: Das Kapitel analysiert die soziologische Rolle von Banken als Akteure, die Geld nicht nur als Tauschmittel, sondern als Kontrollmedium nutzen, um exklusive Finanzmärkte zulasten der Realwirtschaft zu fördern.
Gründe für eine Vollgeldreform: Hier wird argumentiert, dass das derzeitige System der Zinspolitik und Reservehaltung instabil ist und eine Verstaatlichung der Geldschöpfung notwendig macht, um das Allgemeinwohl zu schützen.
Die Funktionsmechanismen der Vollgeldreform: Dieses Kapitel beschreibt den schrittweisen Prozess der Umstellung auf Vollgeld sowie die Einführung der Monetative als neue Kontrollinstanz.
Kritiken der Vollgeldreform: Es werden potenzielle Gefahren wie die Verknappung von Wertpapieren und spekulativer Kapitalabfluss diskutiert, wobei diese als ausgleichbar eingestuft werden.
Indirekte Auswirkungen einer Vollgeldreform auf das System: Das abschließende Kapitel beleuchtet soziologische Folgen wie die mögliche Verringerung der Schere zwischen Arm und Reich durch eine gerechtere Geldverteilung.
Schlüsselwörter
Vollgeldreform, Geldschöpfungsprivileg, Giralgeld, Zentralbank, Finanzmarktstabilität, Monetative, Kapitalismus, Seigniorage, Realwirtschaft, Inflation, Deflation, Umverteilung, Geldmenge, Zinspolitik, Finanzkrisen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Essay primär?
Der Essay befasst sich mit der kritischen Analyse des aktuellen Währungssystems, in dem private Banken durch das Geldschöpfungsprivileg Giralgeld erzeugen, und untersucht die Vollgeldreform als alternative Lösung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die ökonomische und soziologische Macht der Banken, die Funktionsweise von Zentralbankgeldsystemen sowie die Auswirkungen der Finanzmarktpolitik auf gesellschaftliche Ungleichheit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine Vollgeldreform die wirtschaftliche Stabilität fördern und die Macht privater Banken zugunsten des Gemeinwohls einschränken könnte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor verwendet eine Literaturanalyse und eine soziologische Perspektive, um die Auswirkungen des bestehenden Finanzsystems auf Basis von Werken führender Ökonomen und Soziologen wie Joseph Huber und Rutger Bregman zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Kritik am Machtprivileg der Banken, die detaillierte Darstellung der Mechanismen einer Vollgeldreform, die Auseinandersetzung mit kritischen Gegenargumenten sowie die Diskussion soziologischer Folgen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Vollgeldreform, Geldschöpfung, Monetative, Finanzmarktkapitalismus, Seigniorage und die Stabilität der Realwirtschaft.
Was ist die „Monetative“ im Kontext der Reform?
Die Monetative wird als eine neue vierte Gewalt im Staat beschrieben, die die Geld- und Währungshoheit innehat und die gesamte Geldmenge sowie die Kreditvergabe reguliert.
Warum wird die derzeitige Zinspolitik kritisiert?
Sie wird kritisiert, da sie reaktionär auf Krisen wirkt, gewinnorientiert durch Privatbanken gestaltet wird und zur Bildung von Spekulationsblasen beitragen kann.
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- Niklas Pernat (Author), 2020, Was ist von einer Vollgeldreform zu halten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147865