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Heroin und Jazz. Untersuchung sozialgeschichtlicher Einflüsse einer Droge auf den Jazz

Titel: Heroin und Jazz. Untersuchung sozialgeschichtlicher Einflüsse einer Droge auf den Jazz

Hausarbeit , 2020 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Niklas Pernat (Autor:in)

Soziologie - Medien, Kunst, Musik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit soll die Verankerung der Droge in der Jazzkultur an der Wurzel packen. Dabei beleuchtet sie die Stellung des Heroins in der amerikanischen Gesellschaft der 1940er und 1950er-Jahre mit besonderem Fokus auf das kulturelle Konsumverhalten amerikanischer Jazzmusiker. Zugleich untersucht sie aber auch die sozialen Strukturen der nachgezeichneten Jazzkultur mit besonderem Fokus auf Heroinkonsum. Kurz gesagt geht es also um das dunkelste Kapitel der sozialen Bedingung des Jazz, die die Musik zu dem gemacht hat, was sie heute ist.

Die gemeinsame Geschichte von Heroin und Jazzmusik erstreckt sich über eine Zeitspanne von etwa drei Dekaden, zwischen Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts, vorrangig in den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit den bluesigen Crossover-Elementen wurde der so genannte Dixieland-Jazz in erster Linie von Afroamerikanern verkörpert. Jene Afroamerikaner, die zuvor unter der Sklaverei die Staaten mit aufbauten und zur Zeit der Great Depression in den 1930er-Jahren aufgrund ihrer Marginalisierung ganz besonders unter Armut und gesellschaftlicher Ausgrenzung litten. Die Entstehung erster schwarzer Ghettos in den USA lieferte den fruchtbaren Boden für schmerzbetäubenden Drogenkonsum jeglicher Art. Ganz vorne mit dabei: Heroin.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Heroin

1.1 Heroin im Amerika der 1940er und 1950er Jahre

1.2 Der Fall Billie Holiday

2 Bebop und die musikalische Revolution im Jazz

2.1 Heroin im Bebop-Jazz

3 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die soziokulturelle Verankerung von Heroinkonsum innerhalb der amerikanischen Jazzszene der 1940er und 1950er Jahre und analysiert dabei das Spannungsfeld zwischen künstlerischem Ausdruck, gesellschaftlicher Marginalisierung und politischer Repression.

  • Sozialgeschichte des Heroinkonsums in den USA
  • Kulturelle Identität und "Coolness" im Jazz
  • Einfluss staatlicher Drogenpolitik auf Jazzmusiker am Beispiel von Billie Holiday
  • Soziologische Betrachtung des Bebop als Ausdrucksform von Unterdrückung
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Kriminalisierung von Drogenabhängigkeit

Auszug aus dem Buch

1.1 Heroin im Amerika der 1940er und 1950er Jahre

Was genau bedeutet es also cool durch Heroin zu sein? Harry Shapiro fasst dies in seinen Aufsätzen über Drogenkultur im Musikbusiness wie folgt zusammen:

»Heroin erfüllte die symbolischen, praktischen, psychologischen und sozialen Bedürfnisse des coolen, über den Dingen stehenden Jazzmusikers […].«14

Diese kulturelle Perspektive auf den Heroinkonsum bringt nun jedoch auch ein neues Suchtpotential zum Vorschein. Neben dem eigentlichen Effekt der Droge, herrschte in der Jazzszene anscheinend das weitverbreitete Bild, Heroin symbolisiere die Coolness der Jazzmusiker. Jene Coolness, die einen entscheidenden Teil des Jazz-Bühnenbilds zeichnet. Es bestand demnach also auch ein gewisser Reiz daran, wenn nicht sogar eine Sucht danach, in der Jazzszene eine solche authentische Erfahrung erleben zu können. Vor allem unter Weißen sei dies weiterverbreitet, da schwarze Musiker eher ihre Angst vor Unterdrückung als Grund für ihren Konsum vor den Auftritten nannten15. Das wohl beste Beispiel ist hier Charlie Parker, der ebenfalls Heroin vor dem Spielen nahm. Er spielte so gut, dass sein Publikum dachte, das Heroin würde ihn so gut machen. Dabei spielte er seinen Angaben nach einfach normal und das Heroin sorgte regelrecht dafür, dass er überhaupt auftreten konnte16. Er selbst wusste, dass Heroin mehr Teufelszeug als Wundermittel war. Nur seine Fans eben nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Heroin: Dieses Kapitel definiert Heroin als Substanz, beschreibt dessen historischen Wandel vom legalen Medikament zum verbotenen Rauschgift und beleuchtet die soziokulturellen Hintergründe des Konsums in der Jazzszene.

1.1 Heroin im Amerika der 1940er und 1950er Jahre: Der Abschnitt untersucht die Verknüpfung von Heroinkonsum mit dem kulturellen Ideal der "Coolness" und analysiert die Rolle staatlicher Akteure wie Harry J. Anslinger bei der Kriminalisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen.

1.2 Der Fall Billie Holiday: Anhand der Biografie von Billie Holiday wird die systematische Schikane gegen Jazzmusiker und der Konflikt zwischen der Avantgarde-Kultur und den restriktiven gesellschaftlichen Idealen der Nachkriegszeit aufgezeigt.

2 Bebop und die musikalische Revolution im Jazz: Das Kapitel verortet den Bebop als musikalischen Ausdruck von Zorn und Schmerz unterdrückter afroamerikanischer Jugendlicher während des Zweiten Weltkriegs.

2.1 Heroin im Bebop-Jazz: Hier wird das Verhältnis von Musikern zum Drogenmilieu diskutiert und aufgezeigt, dass der Heroinkonsum trotz der kulturellen Isolation und Kriminalisierung nicht zwingend eine treibende Kraft für die musikalische Innovation war.

3 Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass die Kriminalisierung von Drogen Abhängigkeiten nicht löst, und plädiert – in Anlehnung an die Vorreiterrolle des Jazz – für einen wissenschaftlich fundierten, entdämonisierten Umgang mit der Suchtproblematik.

Schlüsselwörter

Heroin, Jazz, Bebop, Sozialgeschichte, Drogenpolitik, Harry J. Anslinger, Billie Holiday, Kriminalisierung, Rassentrennung, Subkultur, Suchtprävention, Coolness, Marginalisierung, Afroamerikaner, Musikgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die sozialgeschichtlichen Hintergründe und die Verflechtung von Heroinkonsum mit der US-amerikanischen Jazzkultur in den 1940er und 1950er Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Drogenkultur innerhalb der Jazzszene, der staatlichen Drogenbekämpfung durch Harry J. Anslinger sowie dem soziopolitischen Kontext des Bebop.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die "dunklen Seiten" der sozialen Bedingungen des Jazz zu beleuchten und zu verstehen, welche Rolle Heroin als Ausdrucksmittel innerhalb dieser Subkultur spielte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer sozialhistorischen Analyse, die sich auf Fachliteratur und Zeitzeugnisse stützt, um gesellschaftliche Strukturen und Verhaltensweisen der Epoche zu interpretieren.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die chemischen und sozialen Aspekte von Heroin, die kulturelle Symbolik der Droge, den Fall Billie Holiday sowie die Entstehung des Bebop als neue musikalische Ausdrucksform.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Heroinkonsum, Jazzgeschichte, politische Repression, soziale Marginalisierung und Entdämonisierung der Sucht definieren.

Warum wurde gerade Billie Holiday als Fallbeispiel gewählt?

Billie Holiday dient als exemplarisches Mahnmal dafür, wie Jazzmusiker durch die gezielte Kriminalisierung seitens der Behörden, angeführt von Harry J. Anslinger, beruflich und persönlich verfolgt wurden.

Welche Rolle spielt der Bebop in der Argumentation?

Der Bebop wird nicht nur als musikalische Revolution verstanden, sondern auch als Spiegel der sozialen Isolation und des Widerstands der afroamerikanischen Gemeinschaft gegen Unterdrückung.

Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Drogenpolitik?

Der Autor argumentiert, dass eine reine Kriminalisierung kontraproduktiv ist und fordert stattdessen eine Entdämonisierung der Drogenproblematik sowie einen Fokus auf therapeutische Hilfsangebote.

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Details

Titel
Heroin und Jazz. Untersuchung sozialgeschichtlicher Einflüsse einer Droge auf den Jazz
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Sozialgeschichte der Jazzmusik
Note
1,7
Autor
Niklas Pernat (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V1147870
ISBN (eBook)
9783346529428
ISBN (Buch)
9783346529435
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heroin Jazz soziologie sozialgeschichte Drogen Musik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Niklas Pernat (Autor:in), 2020, Heroin und Jazz. Untersuchung sozialgeschichtlicher Einflüsse einer Droge auf den Jazz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1147870
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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