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Bilanzierung von Asset Backed Securities (ABS) - Transaktionen nach HGB und EStG

Title: Bilanzierung von Asset Backed Securities (ABS) - Transaktionen nach HGB und EStG

Seminar Paper , 2007 , 34 Pages , Grade: 1,3 - 1,7

Autor:in: Marko Graßmann (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Die Tendenz zur Verbriefung von Krediten und anderen Vermögensgegenständen gehört zweifelsohne zu den auffälligen Entwicklungen an der Kapitalmärkten der letzten Jahrzehnte. Ausgehend von der erstmaligen Verbriefung (Securitization) ameri-kanischer Hypothekenkredite in den 70er Jahren hat sich erst seit dem Ende der 90er Jahre in Europa ein Markt entwickelt.1 Sowohl im Volumen der Transaktionen, als auch hinsichtlich der Anzahl der Asset-Klassen hinkt der europäische Verbriefungsmarkt seinem amerikanischen Pendant erheblich hinterher.2
Von der Begebung von forderungsbesicherten Wertpapieren - Asset Backed Securities – profitieren einerseits die Investoren mit einem vergleichsweise geringen Risiko, da die Vermögenswerte im Rahmen eines True Sale vom Veräußerer, dem Originator, abgetrennt werden und somit isoliert am Kapitalmarkt platziert werden. Andererseits ermöglicht es den Unternehmen eine günstige Refinanzierungsmöglichkeit, die zudem die Ausnutzung des Porfolioeffekts erlaubt.3 Diese bilanzneutrale Finanzierung gestat-tet den Unternehmen weit reichende Möglichkeiten des Bilanzmanagements und somit Einfluss auf die Bonität zu nehmen.
Im Folgenden soll die Bilanzierung dieser Strukturen aus der Perspektive eines Kon-zerns nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) dargestellt werden. Hierfür ist zunächst die grundsätzliche Funktionsweise mit den involvierten Akteuren darzustellen. Die vielfälti-gen und für die Bilanzierung bedeutsamen Ausgestaltungsmöglichkeiten werden erläutert. Der Hauptteil beschäftigt sich mit der Abbildung von ABS-Strukturen im handelsrechtlichen Bilanzabschluss. Im Blickpunkt stehen hier die Forderungen als Verbriefungsobjekt sowie die sog. Zweckgesellschaft als zentrales Vehikel. Es soll der Frage nachgegangen werden, welche Anforderungen an den bilanziellen Abgang der Forderungen gestellt werden bzw. welche Ausgestaltungen einem Ausscheiden aus dem Konsolidierungskreis entgegenstehen. Eine Betrachtung über den Einzelab-schluss des Unternehmens hinaus soll nicht ungeachtet bleiben. Eine Konzernbetrach-tung verlangt die Prüfung, ob durch Zweckgesellschaften ausgelagerte Vermögensge-genstände zu bilanzieren sind. Die bereits erwähnten Bilanzstrukturwirkungen gilt es ebenfalls näher zu betrachten. Der letzte Teil widmet sich den steuerlichen Wirkungen, die ABS-Transaktionen nach sich ziehen.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. ABS-Transaktion als abzubildender Sachverhalt

2.1. Struktur einer ABS-Transaktion

2.1.1. Grundstruktur und Akteure

2.1.2. Ausgestaltungsmöglichkeiten

2.2. Beweggründe einer ABS-Transaktion

2.2.1. Bilanzielle Motive

2.2.2. Weitere Vorteile von ABS-Transaktionen

2.3. Abgrenzung zum Factoring

3. Bilanzierung von Asset Backed Securities nach HGB

3.1. Übergang des wirtschaftlichen Eigentums der Forderungen

3.1.1. Voraussetzungen für den Forderungsabgang beim Veräußerer

3.1.2. Forderungsabgang verhindernde Ausgestaltungen

3.2. Berücksichtigung von Zweckgesellschaften im Konzern

3.2.1. Konsolidierungspflicht nach § 290 HGB

3.2.2. Anforderungen an die Konsolidierung der Zweckgesellschaft

3.2.3. Konsolidierung nach E-DRS 16

3.3. Bilanzielle Auswirkungen von ABS

3.3.1. Bilanzierung beim Originator in Abhängigkeit der Ausgestaltung

3.3.2. Bilanzierung der Zweckgesellschaft

3.4. Ökonomische Beurteilung

4. Steuerliche Implikationen von ABS-Transaktionen

4.1. Situation beim Originator

4.1.1. Ertragssteuerliche Konsequenzen

4.1.2. Gewerbesteuerliche Konsequenzen

4.2. Standortwahl der Zweckgesellschaft

4.2.1. Ertragssteuerliche Überlegungen

4.2.2. Gewerbesteuerliche Überlegungen

4.2.3. Umsatzsteuerliche Überlegungen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die handelsrechtliche Bilanzierung von Asset Backed Securities (ABS)-Transaktionen nach HGB sowie die daraus resultierenden steuerlichen Konsequenzen. Das primäre Ziel ist es, die Voraussetzungen für den bilanziell wirksamen Forderungsabgang beim Originator zu definieren und die Auswirkungen auf die Bilanzstruktur sowie die steuerliche Belastung unter Berücksichtigung der Zweckgesellschaft zu analysieren.

  • Grundlagen und Akteure der ABS-Transaktion
  • Handelsrechtliche Voraussetzungen für den Forderungsabgang (True Sale vs. Secured Borrowing)
  • Konsolidierung von Zweckgesellschaften im HGB-Konzernabschluss
  • Ertrags- und gewerbesteuerliche Implikationen für den Originator
  • Standortfaktoren für Zweckgesellschaften

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Voraussetzungen für den Forderungsabgang beim Veräußerer

Die Bilanzierung richtet sich zunächst nach den allgemeinen Rechnungslegungsvorschriften der §§ 238 ff. HGB. Der Hauptfachausschuss (HFA) des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) konkretisiert in seiner detaillierten Stellungnahme im Jahre 2002 erstmals, dass nach dem HGB die Bilanzbefreiung des Forderungsverkäufers beim Übergang des wirtschaftlichen Eigentums erfolgt. Der bilanziell wirksame Übergang der Forderungen auf die Zweckgesellschaft ist somit an Voraussetzungen gebunden. Eine zivilrechtlich wirksame Veräußerung ist ebenso Voraussetzung, wie die Endgültigkeit des Verkaufes. Enthält der Vertrag eine Verpflichtung zum Rückkauf der Forderungen im Rahmen eines echten Pensionsgeschäftes, ist von keiner wirksamen Übertragung auszugehen.

Das IDW knüpft den Übergang des wirtschaftlichen Eigentums an die Übertragung des Bonitätsrisikos, das Risiko, dass die Durchsetzung des Zahlungsanspruchs nicht möglich ist. Besonderer Aufmerksamkeit kommen in diesem Zusammenhang den Besicherungsmaßnahmen (Credit Enhancements) des Originator zu. Kaufpreisabschläge und andere Ausgestaltungen, die das Bonitätsrisiko teilweise beim Originator belassen, dürfen nicht in einem unangemessenen Umfang vorliegen. Die Angemessenheit richtet sich nach den Abschlägen vergleichbarer Gestaltungen, wie denen von Factoring-Geschäften. Für eine Angemessenheit spricht auch die Orientierung an den tatsächlichen Ausfällen der Vergangenheit. Gestattet ist zudem ein Risikoaufschlag für die Unsicherheit zukünftiger Änderungen des Ausfallrisikos.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Kreditverbriefung und Erläuterung der Motivation sowie der Vorgehensweise der Arbeit.

2. ABS-Transaktion als abzubildender Sachverhalt: Darstellung der Grundstruktur, der beteiligten Akteure sowie der Motive und Abgrenzung zum Factoring.

3. Bilanzierung von Asset Backed Securities nach HGB: Analyse der Kriterien für den Forderungsabgang, der Konsolidierung von Zweckgesellschaften und der bilanziellen Ausweisungsalternativen.

4. Steuerliche Implikationen von ABS-Transaktionen: Untersuchung der ertrags-, gewerbe- und umsatzsteuerlichen Auswirkungen für den Originator sowie der steuerlichen Aspekte bei der Standortwahl der Zweckgesellschaft.

5. Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse hinsichtlich der bilanziellen und steuerlichen Behandlung von ABS-Transaktionen im deutschen Rechtsraum.

Schlüsselwörter

Asset Backed Securities, ABS-Transaktion, Bilanzierung, HGB, Forderungsabgang, True Sale, Secured Borrowing, Zweckgesellschaft, Konsolidierung, Bonitätsrisiko, Originator, Gewerbesteuer, Verbriefung, Credit Enhancement, Forderungsverkauf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen und steuerlichen Behandlung von Asset Backed Securities (ABS) nach deutschem Handelsrecht (HGB).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf die Struktur von ABS-Transaktionen, die Voraussetzungen für den bilanziellen Forderungsabgang sowie die steuerlichen Konsequenzen für den Originator und die Zweckgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erläuterung der Anforderungen, die an einen bilanziellen Abgang der Forderungen gestellt werden, um eine "Off-Balance"-Finanzierung zu erreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse der geltenden Rechnungslegungsstandards (HGB) sowie der Stellungnahmen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) und der steuerlichen Gesetzgebung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Übergang des wirtschaftlichen Eigentums, die Konsolidierungspflicht von Zweckgesellschaften sowie die bilanziellen Auswirkungen beim Originator unter verschiedenen Ausgestaltungsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Bilanzierung, True Sale, ABS-Transaktion, Zweckgesellschaft, HGB, Bonitätsrisiko und steuerliche Implikationen.

Warum ist das Konzept des "wirtschaftlichen Eigentums" bei ABS so bedeutend?

Da für den bilanziellen Abgang der Forderungen (Off-Balance) nach HGB nicht nur die zivilrechtliche Übertragung, sondern der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums – insbesondere des Bonitätsrisikos – entscheidend ist.

Welchen Einfluss haben Zweckgesellschaften auf den Konzernabschluss nach HGB?

In der Regel sind Zweckgesellschaften bei ABS-Transaktionen nach HGB nicht in den Konsolidierungskreis einzubeziehen, da keine einheitliche Leitung oder beherrschender Einfluss vorliegt.

Wie unterscheiden sich "True Sale" und "Secured Borrowing"?

Beim "True Sale" erfolgt ein bilanzieller Forderungsabgang, beim "Secured Borrowing" bleiben die Forderungen in der Bilanz des Originators und die Transaktion wird als Darlehen mit Forderungsbesicherung behandelt.

Warum ist die Wahl des Standorts der Zweckgesellschaft für die Besteuerung relevant?

Die Standortwahl beeinflusst die gewerbe- und ertragssteuerliche Belastung, insbesondere im Hinblick auf die Hinzurechnungsregeln bei Dauerschulden nach § 8 GewStG.

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Details

Title
Bilanzierung von Asset Backed Securities (ABS) - Transaktionen nach HGB und EStG
College
University of Bayreuth
Course
Seminar zur Rechnungslegung - Aktuelle Entwicklungen und Fragestellungen in der nationalen und internationalen Rechnungslegung
Grade
1,3 - 1,7
Author
Marko Graßmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
34
Catalog Number
V114793
ISBN (eBook)
9783640168941
ISBN (Book)
9783640197996
Language
German
Tags
Bilanzierung Asset Backed Securities Transaktionen EStG Seminar Rechnungslegung Aktuelle Entwicklungen Fragestellungen Rechnungslegung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marko Graßmann (Author), 2007, Bilanzierung von Asset Backed Securities (ABS) - Transaktionen nach HGB und EStG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114793
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