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Nachhaltiger Konsum und Lebensstile. Chancen und Hemmnisse bei der Umsetzung nachhaltigen Konsums in verschiedenen Milieus

Titel: Nachhaltiger Konsum und Lebensstile. Chancen und Hemmnisse bei der Umsetzung nachhaltigen Konsums in verschiedenen Milieus

Diplomarbeit , 2020 , 77 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Silvia Bolley (Autor:in)

Soziologie - Konsum und Werbung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In den letzten Jahrzehnten ist der Konsum von Dingen zu einem zentralen Aspekt des Lebens geworden. Die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in den westlichen Industriestaaten herausbildende Konsumgesellschaft US-amerikanischen Vorbildes definiert den Menschen mehr denn je als Konsumenten. Wie und was gekauft und verbraucht wird, ist ein zentraler Faktor der Identitätsbildung und Selbstdarstellung geworden. In zunehmendem Maße werden auch im globalen Süden die Lebensbereiche hiervon bestimmt. Dieser materiell aufwendige und auf dem Verbrauch fossiler Energie beruhende Lebensstil hat massive Folgen für die Umwelt. Seit Beginn der 1970er Jahre hat sich daher die Diskussion um nachhaltige Wirtschaftsformen vertieft.

Zunächst wird im Kapitel 2 der Begriff Konsum im Allgemeinen in seinen verschiedenen Nuancen definiert und dargestellt, welcher Konsumbegriff dieser Arbeit zugrunde liegt. Um die Bedeutung, die Konsum heute in unserer Gesellschaft hat, zu erklären, werden die verschiedenen Funktionen von Konsum erläutert. Auch die Konsumentwicklung im globalen Norden und Süden wird beschrieben, da diese eine Relevanz für die Dringlichkeit der Entwicklung nachhaltiger Konsumpraktiken hat.

Im Kapitel 3 wird die Definition von nachhaltigem Konsum festgelegt. Die Bedeutung der Umstellung der Konsumweise für nachhaltige Entwicklung wird diskutiert sowie verschiedene Strategien und Akteure nachhaltigen Konsums erörtert.

Es folgt in Kapitel 4 die Darstellung der Chancen und Hemmnisse bei der Umsetzung nachhaltigen Konsums in verschiedenen Milieus. Darauffolgend werden einige relevante Milieumodelle näher erörtert. Sodann werden allgemeine Probleme nachhaltigen Konsums näher dargestellt.

Kapitel 5 wendet sich der Prüfung von Strategien nachhaltigen Konsums hinsichtlich Verteilungsgerechtigkeit und sozialer Teilhabe zu. Dazu werden Zielgruppen staatlicher Förderung betrachtet. Auch das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum wird unter diesem Aspekt beleuchtet. Zusätzlich werden die Strategievorschläge des Ökoinstituts Freiburg, die Ergebnisse verschiedener Studien sowie die Analysen weiterer Autoren in ihren unterschiedlichen Schlussfolgerungen beleuchtet. Schließlich wird mittels der Auseinandersetzung mit den vorliegenden Diskussionssträngen ein Fazit gezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zielsetzung der Arbeit

1.2 Vorgehensweise

2. Konsum

2.1 Funktionen von Konsum

2.1.1 Konsum als Mittel zur Bildung individueller Identität

2.1.2 Konsum als Mittel zur Bildung kollektiver Identität sowie als Ausdruck des sozialen Status

2.2 Konsumentwicklung im globalen Norden und Süden

2.3 Folgen des Konsums

3. Nachhaltiger Konsum

3.1 Definitionen und Ziele nachhaltigen Konsums

3.2 Bedeutung nachhaltigen Konsums für nachhaltige Entwicklung

3.3 Strategien nachhaltigen Konsums

3.3.1 Effizienz

3.3.2 Konsistenz

3.3.3 Suffizienz

3.3.4 Kompensationsstrategien und neue Strategien des Konsums

3.4 Relevante Akteure für nachhaltigen Konsum

4. Chancen und Hemmnisse der Umsetzung nachhaltigen Konsums in verschiedenen Milieus

4.1 Lebensstile und Milieus

4.2 Allgemeine Probleme nachhaltigen Konsums

4.2.1 Attitude-Behaviour-Gap im Konsumverhalten

4.2.2 Nachhaltiger Konsum als Distinktionsmerkmal

4.2.3 Strukturelle Überforderung der Konsumentinnen und Konsumenten bei der Auswahl und Entscheidung für den Kauf eines nachhaltigen Produkts

4.3 Ressourcenverbrauch in verschiedenen Milieus

4.4 Ausprägung nachhaltigen Konsums in mittleren und gehobenen Milieus

4.5 Prekäre Lebensverhältnisse und Auswirkungen auf nachhaltigen Konsum

5. Prüfung von Strategien nachhaltigen Konsums in Bezug auf Verteilungsgerechtigkeit und soziale Teilhabe

5.1 Zielgruppen staatlicher Förderung nachhaltigen Konsums

5.2 Bedeutung des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum in Deutschland

5.3 Strategievorschläge des Ökoinstituts Freiburg und weiterer Akteure für eine gesellschaftliche Transformation

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Chancen und Hemmnisse bei der Umsetzung nachhaltiger Konsummuster in verschiedenen sozialen Milieus vor dem Hintergrund der globalen ökologischen Herausforderungen und sozialer Ungleichheit. Ziel ist es zu analysieren, warum nachhaltiges Konsumverhalten trotz wachsenden Bewusstseins oft an strukturellen und lebensweltlichen Barrieren scheitert und welche Strategien zur Förderung einer gesellschaftlichen Transformation beitragen können.

  • Konsum als Identitätsmerkmal und Distinktionsinstrument
  • Die Rolle sozialer Milieus und Lebensstile beim Ressourcenverbrauch
  • Das Attitude-Behaviour-Gap und strukturelle Konsumhemmnisse
  • Wirksamkeit von Effizienz-, Konsistenz- und Suffizienzstrategien
  • Politische Rahmenbedingungen und Verteilungsgerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Attitude-Behaviour-Gap im Konsumverhalten

Folglich lässt sich auch gut erklären, wieso zwar auf der Einstellungsebene oft ein Bekenntnis zu nachhaltigem Konsum formuliert wird, auf der Handlungsebene aber kaum nachhaltige Konsumveränderungen nachweisbar sind. Hellmann erklärt, dass nachhaltiger Konsum wohl aus Sicht der meisten Lebensstile als nicht vereinbar mit dem bestimmenden Regelwerk gilt. Nachhaltig konsumiert wird nur, solange man in der eigenen Lebensführung nicht zu sehr irritiert wird. Umsteigen wird man noch lange nicht, da dies einen kompletten Lebensstilwandel erfordern würde, wodurch auch die jeweilige Milieuzugehörigkeit in Frage gestellt wird. Die Ergebnisse der „Unverpackt-Studie“ besagen beispielsweise, dass 73 Prozent der Befragten die Idee der Unverpackt-Läden gut finden, aber nur 8 Prozent bisher dort einkaufen. Außerdem stellt sie fest, dass 70 Prozent für ökologische Lebensmittel bis zu 10 Cent mehr ausgeben würden. Betrachtet man die niedrigen deutschen Lebensmittelpreise ist kaum ein Spielraum gegeben. Angesichts der hohen Preise in den Läden, stellt sich die Frage, ob diese Diskrepanz durch eine andere Preispolitik gelöst werden könnte oder ob sich die Unverpackt - Läden als exklusive Kaufumgebung für bessergestellte Kundinnen und Kunden begreifen, denen sie im besonderen Ambiente ein besonderes Konsumerlebnis verkaufen. Allerdings wird in der Umfrage deutlich, dass dieser Faktor eher für die Zielgruppe der bis 29jährigen bedeutungsvoll ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des modernen Konsums und dessen ökologische Folgen ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit.

2. Konsum: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen des Konsumbegriffs, dessen Funktionen für Identität und Status sowie die globale Konsumentwicklung.

3. Nachhaltiger Konsum: Hier werden Definitionen und Ziele nachhaltigen Konsums sowie zentrale Strategien wie Effizienz, Konsistenz und Suffizienz eingehend analysiert.

4. Chancen und Hemmnisse der Umsetzung nachhaltigen Konsums in verschiedenen Milieus: Dieses Kapitel untersucht, wie soziale Milieus und Lebensstile den Ressourcenverbrauch beeinflussen und welche Hürden wie das Attitude-Behaviour-Gap existieren.

5. Prüfung von Strategien nachhaltigen Konsums in Bezug auf Verteilungsgerechtigkeit und soziale Teilhabe: Dieses Kapitel analysiert politische Förderinstrumente und Strategievorschläge auf ihre soziale Verträglichkeit und Wirksamkeit.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Transformationsprozesses, der über individuelles Konsumhandeln hinausgeht.

Schlüsselwörter

Nachhaltiger Konsum, Lebensstile, Soziale Milieus, Ressourcenverbrauch, Konsumsoziologie, Effizienzstrategie, Konsistenzstrategie, Suffizienzstrategie, Attitude-Behaviour-Gap, Distinktion, Verteilungsgerechtigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Transformation, Konsumverzicht, Soziale Ungleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Herausforderungen, nachhaltiges Konsumverhalten in verschiedenen sozialen Schichten und Milieus zu etablieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die soziale Funktion von Konsum, die Unterschiede im Ressourcenverbrauch zwischen Milieus sowie die Bewertung verschiedener Nachhaltigkeitsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die Identifizierung der Gründe für das sogenannte Attitude-Behaviour-Gap und die Ableitung von Strategien, die Konsum ökologisch nachhaltiger und sozial gerecht gestalten.

Welche wissenschaftlichen Ansätze kommen zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine umfassende Literatur- und Studienanalyse sowie milieuspezifische Modelle zur soziologischen Erklärung von Konsumentscheidungen.

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen des Konsums insbesondere die Hemmnisse in verschiedenen Milieus sowie staatliche Strategien und nationale Programme diskutiert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind nachhaltiger Konsum, soziale Milieus, Ressourcenverbrauch, Suffizienz, Konsistenz und Verteilungsgerechtigkeit.

Warum fällt es Menschen in prekären Verhältnissen schwer, nachhaltig zu konsumieren?

Laut Arbeit sind hier neben finanziellen Einschränkungen oft strukturelle Faktoren und die Notwendigkeit, knappe Ressourcen zu verwalten, die Hauptursachen für eingeschränkte nachhaltige Handlungsmöglichkeiten.

Welche Bedeutung kommt der Suffizienzstrategie zu?

Suffizienz wird als die anspruchsvollste, aber demokratischste Strategie beschrieben, da sie nicht auf technischem Fortschritt basiert, sondern eine qualitative und quantitative Reduktion des Konsums anstrebt.

Wie bewertet die Autorin das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK)?

Das Programm wird als wichtiger Schritt gewürdigt, steht jedoch in der Kritik, da es finanzielle Budgets vermissen lässt und die notwendigen strukturellen Reformen nur unzureichend adressiert.

Welchen Einfluss haben soziale Medien und Status auf das Konsumverhalten?

Die Arbeit zeigt auf, dass Konsum oft als Distinktionsmerkmal dient; nachhaltiges Verhalten konkurriert daher häufig mit dem Bedürfnis nach sozialer Abgrenzung oder Zugehörigkeit.

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Nachhaltiger Konsum und Lebensstile. Chancen und Hemmnisse bei der Umsetzung nachhaltigen Konsums in verschiedenen Milieus
Hochschule
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau  (Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit)
Note
1,3
Autor
Silvia Bolley (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
77
Katalognummer
V1148621
ISBN (eBook)
9783346531513
ISBN (Buch)
9783346531520
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nachhaltiger konsum lebensstile chancen hemmnisse umsetzung konsums milieus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Silvia Bolley (Autor:in), 2020, Nachhaltiger Konsum und Lebensstile. Chancen und Hemmnisse bei der Umsetzung nachhaltigen Konsums in verschiedenen Milieus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1148621
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