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Habermas und das Christentum

Die Rolle der christlichen Religion im säkularen Staat

Title: Habermas und das Christentum

Seminar Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag Maximilian Lakitsch (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Die hier vorliegende Arbeit hat einen Aspekt der Religionsphilosophie von Jürgen Habermas
zum Thema. Im Konkreten handelt es sich dabei um die Verhältnisbestimmung von
modernem säkularen Staat und Religion, im speziellen der christlichen Religion. Im weiteren
Verlauf dieser Seminararbeit soll einsichtig gemacht werden, wieso das Christentum für
Habermas eine wichtige Rolle im säkularen Staat spielt bzw. spielen könnte.
Damit diese Thematik in einem gut ausgebreiteten Kontext erörtert werden kann, wird im
ersten Kapitel zunächst erläutert, was unter dem modernen Staat zu verstehen ist und in
welchem kulturgeschichtlichen Kontext dessen Entstehung zu verorten ist. Dann wird
Habermas´ Positionierung in die Tradition der Aufklärung im Gefolge von Kant erläutert.
Anschließend muss kurz die Diskurstheorie des deutschen Denkers erklärt werden, um
verstehen zu können, inwiefern der moderne Staat in der Lage ist, seine Existenz zu
legitimieren.
Schließlich folgt im zweiten Kapitel ausgehend von der Theorie von Lebenswelt und System
eine Erklärung, aus welchem Grund der säkulare Staat gegenwärtig in einer Krise zu stecken
scheint und inwiefern er jene Krise aus eigener Kraft zu überwinden im Stande ist.
Das dritte Kapitel kann sich schließlich mit der Rolle der christlichen Religion beschäftigen,
die Habermas jener im säkularen Staat zugesteht, welche ausgehend von der Annahme der
Kompatibilität von säkularen mit nicht-säkularen Werten und der Konstatierung einer Epoche
der Postsäkularität sodann geschildert werden kann.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 VORWORT

0.1 JÜRGEN HABERMAS

0.2 ÜBERBLICK

1 DER MODERNE STAAT

1.1 DIE ENTSTEHUNG DES MODERNEN SÄKULAREN STAATES

1.2 DER HERRSCHAFTSFREIE DISKURS

1.3 DIE SÄKULARE VERFASSUNG ALS LEGITIMATION DES MODERNEN STAATES

2 GEGENWÄRTIGE „KRANKHEITEN“ DES SÄKULAREN STAATES

2.1 LEBENSWELT UND SYSTEM

2.2 DER RISS DES SOZIALEN BANDES

2.3 DIE NORMATIVE KRAFT DER AUFKLÄRUNG

3 DIE RELIGION UND DER SÄKULARE STAAT

3.1 DER RATIONALE KERN DER CHRISTLICHEN RELIGION NACH KANT

3.2 DIE POSTSÄKULARE EPOCHE

3.3 RELIGION ALS RESSOURCE DES SÄKULAREN STAATES

4 NACHWORT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Religionsphilosophie von Jürgen Habermas, insbesondere das Verhältnis zwischen dem modernen säkularen Staat und der christlichen Religion. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wieso das Christentum für Habermas eine bedeutsame Rolle im säkularen Staat spielt und inwiefern es als Ressource für dessen Legitimation dienen kann.

  • Kulturgeschichtliche Entstehung und Legitimationsgrundlagen des modernen säkularen Staates.
  • Analyse der Krisenphänomene des Staates, wie Lebenswelt-Kolonisierung und der Riss des sozialen Bandes.
  • Die Rolle der Aufklärung und deren normative Kraft in modernen Staatswesen.
  • Der Übergang zur postsäkularen Epoche und die Bedeutung religiöser Traditionen für die moderne Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Entstehung des modernen säkularen Staates

Es geschieht in etwa im 16. und 17. Jahrhundert, dass das bisherige theologisch kosmologische Kontinuum einer Sicht der Wirklichkeit aufzubrechen beginnt und die Welt nicht mehr ausschließlich als eine von Gott durchwirkte betrachtet wird. So wird der Weg für die Postulierung wichtiger Prinzipien von Naturerscheinungen frei gemacht, den mit ihrer Astronomie Kopernikus und Kepler, mit seiner Physik Galileo Galilei und John Ray mit seiner Naturgeschichte als eine der ersten beschreiten, welche die Realität zu einer für den Menschen intellegiblen machen. Mit dem Auftauchen dieser neuen Deutungsaufgabe für den Menschen verschwindet auch der Glaube an eine von der Gottheit gewirkte Vollendung der Welt und es erscheint eine offene Zukunft, die der Mensch kraft seiner eigenen Vernunft zu gestalten hat. Dieses sukzessive Schwinden des Sakralen hat ebenso zur Folge, dass vom Regenten Rechenschaft für seine Regentschaft verlangt wird und von ihm mehr gefordert wird, als nur seine Souveränität auszuüben.

Man mag sich nur annähernd ausmalen, welche Tragweite diese an den Entdeckungen jener Zeit festgemachte Zäsur für Empörungen nach zog. Nicht zufällig ist diese Zeit der Hochschätzung der menschlichen Vernunft die Zeit der Hexenverfolgung. Der Klerus war sich sehr wohl darüber im Klaren, dass das kirchliche Deutungsmonopol an Relevanz zu verlieren im Begriff war und suchte dem auf diese Weise entgegen zu wirken. Doch es war schließlich die Aufklärung, welche sich durchsetzen konnte. Es war Immanuel Kant, welcher das an der Vernunft orientierte Programm der Aufklärung, mit dem ersten Satz seines als Paradigma der Aufklärung 1784 erschienen Essay auf den Punkt bracht: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Zusammenfassung der Kapitel

0 VORWORT: Bietet eine biografische Einordnung von Jürgen Habermas und einen Überblick über den thematischen Aufbau der Seminararbeit.

1 DER MODERNE STAAT: Erläutert die Entstehung des säkularen Staates, die Bedeutung herrschaftsfreier Diskurse sowie die Rolle der Verfassung für die staatliche Legitimation.

2 GEGENWÄRTIGE „KRANKHEITEN“ DES SÄKULAREN STAATES: Analysiert systemtheoretische Krisen, die Erosion sozialer Bindungen und die normative Bedeutung der Aufklärung.

3 DIE RELIGION UND DER SÄKULARE STAAT: Untersucht das Verständnis von Religion bei Kant, die Konzepte der postsäkularen Epoche und die Funktion von Religion als gesellschaftliche Ressource.

4 NACHWORT: Reflektiert kritisch über die Konsistenz von Habermas' Thesen und weist den Vorwurf einer reinen Funktionalisierung der Religion zurück.

Schlüsselwörter

Jürgen Habermas, säkularer Staat, Christentum, Aufklärung, Moderne, Lebenswelt, System, Diskurstheorie, normative Kraft, Postsäkularität, Legitimation, Vernunft, Religion, Gesellschaftstheorie, politische Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Religionsphilosophie von Jürgen Habermas mit einem spezifischen Fokus auf das Wechselverhältnis von modernem säkularem Staat und christlicher Religion.

Welche sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Moderne, die Analyse von Systemkrisen innerhalb des säkularen Staates, das Verständnis von Vernunft und das Potential religiöser Überlieferungen für moderne Gesellschaften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, warum und in welcher Form das Christentum für Habermas eine wichtige, legitimationsstiftende Rolle im säkularen Staat einnehmen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Seminararbeit, die auf einer diskursanalytischen Rekonstruktion der Schriften von Jürgen Habermas und deren Einordnung in die Tradition der kritischen Theorie sowie Kant'scher Religionsphilosophie basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des modernen Staates, die Diagnose gegenwärtiger gesellschaftlicher "Krankheiten" sowie die Erörterung des Verhältnisses von Religion, Vernunft und dem postsäkularen Staat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Habermas, Säkularisierung, Postsäkularität, christliche Religion, Legitimation, Aufklärung, Lebenswelt, Diskurs, normative Kraft.

Wie unterscheidet sich Habermas' Ansatz von dem Joseph Ratzingers?

Während Ratzinger eine Rückbesinnung auf christliche Werte fordert, weist Habermas der Religion als Teil der "postsäkularen Epoche" einen Platz im Diskurs zu, ohne dabei die Säkularität des Staates preiszugeben.

Warum spricht Habermas von einer "postsäkularen Epoche"?

Dies bezieht sich auf die Beobachtung, dass Religionen entgegen der Erwartung des 20. Jahrhunderts nicht verschwunden sind, sondern eine neue politische Relevanz gewonnen haben, derer sich ein moderner Staat stellen muss.

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Details

Title
Habermas und das Christentum
Subtitle
Die Rolle der christlichen Religion im säkularen Staat
College
University of Graz  (Institut für Philosophie an der Katholisch-Thelogischen Fakultät)
Course
Religiös unmusikalisch - Habermas?
Grade
1
Author
Mag Maximilian Lakitsch (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V114879
ISBN (eBook)
9783640162499
ISBN (Book)
9783640164097
Language
German
Tags
Habermas Christentum Religiös Habermas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag Maximilian Lakitsch (Author), 2007, Habermas und das Christentum , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114879
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