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Zu: Wolfgang Borchert - "Draußen vor der Tür"

Heim-Suchen ohne Hoffnung?

Title: Zu: Wolfgang Borchert - "Draußen vor der Tür"

Seminar Paper , 2001 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Marion Luger (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Das von Wolfgang Borchert ein Jahr nach Kriegsende verfasste Drama „Draußen vor der Tür“
beschäftigt sich nicht nur mit dem Problem der Integration von heimgekehrten Soldaten in die
Nachkriegsgesellschaft, sondern behandelt auch bereits deren Umgang mit ihrer
unmittelbaren Vergangenheit und den Auswirkungen.
Die vorliegende Arbeit soll anhand des Schicksals der Hauptfigur aufzeigen, dass
durch den Krieg verursachtes Leid in „Friedenszeiten“ sogar noch verstärkt werden kann
(Kapitel II). Kapitel III befasst sich mit dem Phänomen der „Verdrängungskultur“ im
Deutschland zur Zeit des Wiederaufbaus, während Kapitel IV auf die Schwierigkeiten
verweist, die mit dem Versuch einer individuellen Vergangenheitsbewältigung einhergehen.
Abschließend soll auf ein Konzept Wolfgang Borcherts eingegangen werden, das eine
Möglichkeit zum Weiterleben bietet.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zerstörte Illusionen

III. Erinnerung als Schicksal

IV. Von Verdrängung zum Bekenntnis

V. Aussichtslosigkeit vs. Lebensbejahung

VI. Zusammenfassung

VII. Literaturverzeichnis

1. Primärliteratur

2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Dramas „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert das Schicksal des Heimkehrers Beckmann und die damit verbundenen gesellschaftlichen sowie individuellen Herausforderungen der Nachkriegszeit. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie das durch den Krieg verursachte Leid in Friedenszeiten durch eine weit verbreitete Verdrängungskultur zusätzlich verstärkt wird und welche Möglichkeiten Borchert für eine echte Vergangenheitsbewältigung entwirft.

  • Integration und Isolation von Kriegsheimkehrern in der Nachkriegsgesellschaft
  • Die Rolle von Erinnerung als Schicksal und die Bedeutung von Symbolen (wie der Gasmaskenbrille)
  • Die Konfrontation mit Schuld sowie die Verantwortung des Einzelnen gegenüber den Opfern des Krieges
  • Der gesellschaftliche Kontrast zwischen Schein-Normalität und der bitteren Realität der Betroffenen
  • Borcherts nihilistisches Konzept als Grundlage für einen neuen Lebensmut

Auszug aus dem Buch

II. Zerstörte Illusionen

Beckmann, der Protagonist des Dramas, kehrt nach dreijähriger Kriegsgefangenschaft in Russland in seine Heimat Deutschland zurück, weil er meint, dort seine langersehnten Hoffnungen erfüllt zu sehen. Er erwartet sich eine Rückkehr zur „Normalität“ in ein unzerstörtes Land mit Frau und Kind, den Eltern, gesicherte Arbeit und die Bewältigung der unerträglichen Vergangenheit.

Unmittelbar nach seiner Ankunft muss er allerdings feststellen, dass seine Wunschträume zerplatzt sind. Die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, symbolisiert durch (s)eine Frau, bleibt aufgrund ihrer Zurückweisung ungestillt, und mit seinem Sohn liegt unter den Trümmern seiner Heimatstadt auch Beckmanns Zukunft begraben: „Dieser Schuttacker hier zu Hause. Hier in Hamburg. Und irgendwo da unter liegt mein Junge. Ein bisschen Mud und Mörtel und Matsch. Menschenmud, Knochenmörtel.“ Dieser seiner vordringlichen Zuversicht auf ein intaktes Familienglück beraubt, sieht der Heimkehrer keinen anderen Ausweg als Suizid. Selbst dieser wird ihm jedoch verwehrt, denn die Elbe spuckt ihn mit folgenden Worten wieder aus: „Deine kleine Handvoll Leben ist mir verdammt zu wenig. Behalt sie. [...] [I]ch scheiß auf deinen Selbstmord!“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Drama von Wolfgang Borchert ein und skizziert die Fragestellung bezüglich der Integration von Soldaten sowie den Umgang mit der unmittelbaren Vergangenheit.

II. Zerstörte Illusionen: Das Kapitel analysiert Beckmanns gescheiterte Hoffnung auf eine Rückkehr in ein „normales“ Leben und die Ablehnung durch seine Mitmenschen.

III. Erinnerung als Schicksal: Hier wird untersucht, wie die Erinnerung an das Kriegsleid durch Symbole wie die Gasmaskenbrille allgegenwärtig bleibt und von der Gesellschaft verdrängt wird.

IV. Von Verdrängung zum Bekenntnis: Der Text beleuchtet den psychologischen Prozess, in dem Beckmann beginnt, sich seiner eigenen Mitschuld und der notwendigen Verantwortung zu stellen.

V. Aussichtslosigkeit vs. Lebensbejahung: Dieses Kapitel erörtert das Spannungsfeld zwischen der ausweglosen Lage des Protagonisten und Borcherts Konzept eines „Nihilismus“, der als Antrieb für einen Neuanfang dienen kann.

VI. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Kernpunkte der Arbeit, insbesondere die Kritik an der Verdrängungskultur und den Aufruf zur moralischen Verantwortung.

VII. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur wissenschaftlichen Einordnung des Themas.

Schlüsselwörter

Wolfgang Borchert, Draußen vor der Tür, Nachkriegszeit, Heimkehrer, Vergangenheitsbewältigung, Nihilismus, Schuld, Verantwortung, Isolation, Integration, Kriegsleid, Verdrängungskultur, Identität, Gesellschaftskritik, Existenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Drama „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert und untersucht, wie der Heimkehrer Beckmann mit der Last der Vergangenheit und der ignoranten Haltung der Nachkriegsgesellschaft umgeht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die soziale Ausgrenzung von Kriegsheimkehrern, der psychologische Kampf mit Schuldgefühlen und die gesellschaftliche Verdrängung der Kriegsschuld.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass das Leid des Krieges durch eine fehlende Auseinandersetzung in Friedenszeiten weiterbesteht und wie der Autor einen Weg aus dieser Aussichtslosigkeit aufzeigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Dramas mit Hilfe von Sekundärquellen interpretiert und dabei soziologische sowie psychologische Aspekte beleuchtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der zerbrochenen Lebenshoffnungen, die Funktion von Erinnerungssymbolen, den Wandel vom Verdrängen zum Bekenntnis und die abschließende Einordnung des Borchert’schen „Nihilismus“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Vergangenheitsbewältigung, Schuld, Verantwortung, Isolation, Nachkriegsgesellschaft und das Konzept des Nihilismus bei Borchert.

Warum lehnen Beckmanns Mitmenschen seine Konfrontationen so stark ab?

Die Repräsentanten der Gesellschaft im Stück möchten ihre Schuld und die Erinnerung an die unangenehme Kriegsvergangenheit verdrängen, weshalb Beckmann als störendes „Gespenst“ empfunden wird.

Welche Bedeutung hat die Gasmaskenbrille für den Protagonisten?

Die Brille fungiert als Symbol für die ungeschönte Sicht auf die Vergangenheit; sie dient sowohl als Sehhilfe für die bittere Realität als auch als Ausdruck für Beckmanns beeinträchtigten Seelenzustand.

Wie genau definiert der Autor hier den Begriff „Nihilismus“?

Borcherts Nihilismus ist nicht als bloße Verneinung zu verstehen, sondern als ein notwendiger Prozess der Reinigung, der durch die Überwindung von Angst einen neuen Lebensmut und Aufbruch ermöglicht.

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Details

Title
Zu: Wolfgang Borchert - "Draußen vor der Tür"
Subtitle
Heim-Suchen ohne Hoffnung?
College
University of Sussex
Grade
1
Author
Marion Luger (Author)
Publication Year
2001
Pages
15
Catalog Number
V114896
ISBN (eBook)
9783640160921
ISBN (Book)
9783640161027
Language
German
Tags
Wolfgang Borchert Draußen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marion Luger (Author), 2001, Zu: Wolfgang Borchert - "Draußen vor der Tür", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114896
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