Ziel der folgenden Ausführung ist die Darstellung von Methoden zur Ressourcen- und Umweltschonung beim Bau und Betrieb von Logistikstandorten, speziell in der Lagerhaltung und dem Umgang mit Wertstoffen, insbesondere deren Wiederverwertung. Dabei soll aufgezeigt werden, dass ökologische Problemfelder nicht ignoriert sondern durch gezielten Einsatz von umweltschonenden Maßnahmen behandelt werden können. Nachhaltig wirtschaftliche Vorteile können dabei als Win-Win-Situation zwischen Ökologie und Ökonomie erreicht werden.
Einer Umfrage der Bundesvereinigung Logistik zufolge sind die beiden Hauptfaktoren, die die Logistik im Jahr 2014 beschäftigten, der steigende Kostendruck sowie steigende Kundenanforderungen. Als Lösungen für diese Herausforderungen nennen die Unternehmen Prozess-Standardisierungen (40 Prozent) sowie die Digitalisierung der Arbeitsabläufe (38 Prozent). Kunden fordern dabei seitens der Logistikdienstleister vermehrt umweltschonende Maßnahmen. Diese werden oft als Werbemaßnahmen angesehen oder als Maßnahmen um Vorteile gegenüber Mitbewerbern zu generieren. Dabei stehen Unternehmen oft vor der Frage, wie sich umweltschonende Maßnahmen mit den straffen Prozessen in der Logistik in Einklang bringen lassen. Vermehrt wird der Eindruck erweckt, Umweltschutz lasse sich aufgrund von hohen Investitionskosten und höherem Flächenbedarf nicht mit Kosteneinsparungen vereinbaren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2. Begriffseingrenzung „Green Warehousing“
2.1 Kein „Green“ ohne „Lean“
2.2 Faktoren zum Aufbau von nachhaltigen Logistikzentren
3. Nachhaltige Maßnahmen im „Green Warehousing“ – „5 Principles“
3.1 Effiziente Lagerprozesse
3.1.1 Verkürzung von Transportwegen im Lager
3.1.2 Einsatz effizienter Lagerstrategien und –systeme
3.2 Nachhaltiger Materialeinsatz
3.2.1 Holz als umweltfreundliches Baumaterial
3.2.2 Vermeidung von Schäden an Maschinen und Lagereinrichtung
3.3 Außen- und Gebäudedesign
3.3.1 Ressourcenschonung durch platzsparende Flächenplanung
3.3.2 Integration funktioneller Gebäudeformen- und installationen
3.4 Umgang mit Wertstoffen
3.4.1 Verwertung von Wertstoffen
3.4.2 Reverse Logistik - Unterstützung durch RFID
3.5 Wasser- und Energieeffizienz
3.5.1 Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung
3.5.2 Verwendung von Regenwasser zur Gebäudekühlung
3.5.3 Einsatz von Solaranlagen und Solar Tubes
3.5.4 Energieeinsparung in der Intralogistik
4. Bewertung und Perspektiven
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Methoden zur Ressourcen- und Umweltschonung beim Bau und Betrieb von Logistikstandorten, insbesondere innerhalb der Lagerhaltung, um aufzuzeigen, wie ökologische Maßnahmen mit ökonomischer Effizienz vereinbart werden können.
- Integration von Lean Management in die Logistik
- Nachhaltiger Materialeinsatz (z. B. Holzbau)
- Optimierung von Lagerprozessen und -strategien
- Innovative Wasser- und Energieeffizienzkonzepte
- Umgang mit Wertstoffen und Reverse Logistik
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Ressourcenschonung durch platzsparende Flächenplanung
Lagerhallen sind im Allgemeinen beim Bau und im Betrieb besonders flächenintensiv. Daher ist schon vor dem Bau anhand der geplanten Kapazität zu entscheiden, wie die Raum- und Flächenausnutzung gestaltet werden soll. Da in den meisten dicht besiedelten Gebieten ohnehin Konkurrenz zwischen Gewerbe, Industrie und landwirtschaftlichen Nutzflächen herrscht, ist eine größtmögliche Grundstücksausnutzung unabdingbar. In Abhängigkeit von Betrieb und verarbeiteten Waren können auch mehrstöckige Bauten in Erwägung gezogen werden. Während diese im extrem dicht besiedelten Japan durchaus üblich sind, scheitern mehrstöckige Lagerhäuser in Deutschland aber oftmals an den strengen Brandschutz-, betrieblichen, planungs- und städtebaulichen Vorschriften. Hohe Regalbauten, insbesondere in automatischen Hochregallagern, bieten hingegen eine hohe Raumausnutzung, sowie hohe Be- und Entnahmegeschwindigkeiten.
Durch die große Menge an Waren in Hochregallagern ist aber wiederum die erhöhte Brandlast zu berücksichtigen, welche eine um ein vielfaches höhere Gefahr für Umwelt und Mitarbeiter darstellt. Die Bekämpfung von Bränden stellt sich dabei schwieriger dar als in niedrigen Regallagern. Deshalb sind hier entsprechende Präventionsmaßnahmen, wie Systeme zum rechtzeitigen Erkennen von Brandherden und automatische Löschsysteme mit hoher Löschleistung notwendig, was ein erhöhtes Investitionsaufkommen mit sich bringt.
Neben der Raumplanung im Gebäude selbst, birgt auch die Flächen- und Verkehrsplanung auf dem äußeren Betriebsgelände zusätzliche Herausforderungen. Für den optimalen Warenfluss variieren die Anzahl von Be- und Entladestellen von großen Lagerhäusern und Logistikzentren sehr stark. Bereits bei einer Anzahl von über 50 Entladestellen muss auch der Verkehr rund um das Lager gesteuert und Lkw-Parkflächen zur Verfügung gestellt werden. Auch Zeitfenstermanagement-Systeme kommen hier zum Einsatz, um jedem anlieferndem Lieferanten ein individuell festlegbares Zeitfenster zu gewährleisten und so Staus auf dem Betriebsgelände zu vermeiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Kostendruck und die Kundenanforderungen als Treiber für Prozessoptimierungen und umweltschonende Maßnahmen in der Logistik.
2. Begriffseingrenzung „Green Warehousing“: Dieses Kapitel erläutert die Synergie zwischen Lean Management und ökologischen Maßnahmen zur Vermeidung von Verschwendung.
3. Nachhaltige Maßnahmen im „Green Warehousing“ – „5 Principles“: Dieser Hauptteil detailliert fünf Kernbereiche der Nachhaltigkeit im Lager, von effizienten Prozessen über ökologische Baustoffe bis hin zur Energie- und Wasseroptimierung.
4. Bewertung und Perspektiven: Das Kapitel reflektiert zukünftige Entwicklungen und betont die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeitstechnologien für die Wettbewerbsfähigkeit von Logistikzentren.
Schlüsselwörter
Green Warehousing, Lean Management, Intralogistik, Nachhaltigkeit, Lagerhaltung, Energieeffizienz, Regenwasserbewirtschaftung, Photovoltaik, Reverse Logistik, RFID, Ressourcenschonung, Lagerstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration ökologischer Aspekte in die innerbetriebliche Logistik und das Gebäudemanagement von Lagerstandorten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen Lagerprozesse, nachhaltige Baumaterialien, Gebäudedesign, Wertstoffmanagement sowie Energie- und Wassereffizienz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung von Methoden, mit denen ökologische Problemfelder in der Lagerhaltung behandelt werden können, um eine Win-Win-Situation zwischen Ökologie und Ökonomie zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine praxisorientierte Untersuchung, die Konzepte des Green Warehousing unter Berücksichtigung von Literaturanalysen und Fallbeispielen darstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Maßnahmen (die „5 Principles“), darunter Wegeoptimierung, Einsatz umweltfreundlicher Baustoffe, platzsparende Planung, Reverse Logistik sowie innovative Energie- und Wassernutzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Green Warehousing, Lean Management, Intralogistik, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Energieeffizienz.
Wie unterstützt RFID die Reverse Logistik?
RFID-Technik ermöglicht eine präzise Überwachung und Nachverfolgung von Behältern und Warenrückläufen, was die Effizienz der Kreislaufwirtschaft im Lager signifikant steigert.
Warum ist das Beispiel Springfield Underground bemerkenswert?
Dieses Lager in einer ehemaligen Kalksteinmine nutzt die konstante natürliche Temperatur des Erdreichs zur Kühlung, wodurch der Energieverbrauch gegenüber oberirdischen Anlagen um über 65 % sinkt.
- Arbeit zitieren
- Matthias Grübl (Autor:in), 2015, Green Warehousing. Integration ökologischer Aspekte in der Lagerhaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1149083