Bis in die Achtzigerjahre wurden Hollywoodfilme für ein amerikanisches Publikum produziert. Der Rest der Welt konnte sich am amerikanischen Geschmack orientieren. Heute zielen die globalen Medienunternehmen, denen die Filmstudios gehören, mit ihren Produktionen auf ein internationales Publikum. So erklärte Time Warner 1989: „the world is our audience“. Dabei nehmen die Filmstudios auch inhaltliche Veränderungen und sogar alternative Fassungen in Kauf. Möglichst aber werden Filme gedreht, die ein Publikum quer durch alle Länder und Schichten ansprechen.
Am 6. Mai 2007 brach die dritte Fortsetzung der Spider-Man-Serie einen amerikanischen und den weltweiten Rekord: Der Film erzielte mit 381,7 Millionen US-Dollar das höchste Einspielergebnis an einem Startwochenende in der Filmgeschichte. Bemerkenswert neben dem Weltrekord ist die Zusammensetzung dieses Wertes. Nur 39,6% wurden innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika erzielt. Die Bedeutung des weltweiten Publikums ist also für Hollywood mittlerweile größer als die des heimischen Marktes.
Dies ist keine Arbeit über das deutsche Kino oder den deutschen Film. Im Mittelpunkt stehen Filme, die weltweit vermarktet werden: jene, meist amerikanischen, Großproduktionen, die in Deutschland den größten Anteil am Kinomarkt innehaben. Es werden jedoch auch deutsche Filme darin vorkommen, sofern sie in Deutschland populär waren.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
I.I Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext
I.II Kinopublikum in Deutschland
I.III Untersuchungszeitraum
I.IV Fragestellung
I.V Aufbau der Arbeit
II Blockbuster, Mainstream und populäres Kino
II.I Was sind Blockbuster, Mainstream und populäres Kino?
II.II Die Geschichte des Blockbusters
II.III Wie erzählt der Blockbuster?
II.IV Genres
II.V Warum wird ein Film ein Blockbuster? - Theorien für den Erfolg
III Populäres Kino 1989-2006
III.I Blockbuster Chronik 1989-2006
III.II Auswahl exemplarischer Filme
IV Analyse ausgewählter Filme
IV.I Analysevorgehen
IV.II Titanic
IV.III Der Herr der Ringe – Die Gefährten
IV.IV Jurassic Park
IV.V Independence Day
IV.VI Der Schuh des Manitu
IV.VII Exkurs nationale Komödie
IV.VIII Ice Age
IV.IX Die Unglaublichen
IV.X American Beauty
V Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das spezifische Blockbuster-Phänomen und den damit verbundenen Geschmack des deutschen Kinopublikums im internationalen Vergleich. Ziel ist es, die Entwicklung populärer Filme über den Zeitraum von 1989 bis 2006 zu analysieren und zu ergründen, welche Faktoren dazu führen, dass bestimmte Großproduktionen in Deutschland besonders erfolgreich sind, während andere trotz internationaler Erfolge weniger Zuspruch finden.
- Analyse der ökonomischen und ästhetischen Rahmenbedingungen des Blockbuster-Kinos
- Untersuchung der Unterschiede in der Rezeption zwischen dem deutschen Markt und anderen Ländern
- Historische Betrachtung der Entwicklung des Blockbusters und dessen Bedeutung für das Publikum
- Filmanalysen exemplarischer Produktionen zur Identifikation von Erfolgskriterien
Auszug aus dem Buch
I Einleitung
Bis in die Achtzigerjahre wurden Hollywoodfilme für ein amerikanisches Publikum produziert. Der Rest der Welt konnte sich am amerikanischen Geschmack orientieren. Heute zielen die globalen Medienunternehmen, denen die Filmstudios gehören, mit ihren Produktionen auf ein internationales Publikum. So erklärte Time Warner 1989: „the world is our audience“. Dabei nehmen die Filmstudios auch inhaltliche Veränderungen und sogar alternative Fassungen in Kauf. Möglichst aber werden Filme gedreht, die ein Publikum quer durch alle Länder und Schichten ansprechen.
Am 6. Mai 2007 brach die dritte Fortsetzung der Spider-Man-Serie einen amerikanischen und den weltweiten Rekord: Der Film erzielte mit 381,7 Millionen US-Dollar das höchste Einspielergebnis an einem Startwochenende in der Filmgeschichte. Bemerkenswert neben dem Weltrekord ist die Zusammensetzung dieses Wertes. Nur 39,6% wurden innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika erzielt. Die Bedeutung des weltweiten Publikums ist also für Hollywood mittlerweile größer als die des heimischen Marktes.
Dies ist keine Arbeit über das deutsche Kino oder den deutschen Film. Im Mittelpunkt stehen Filme, die weltweit vermarktet werden: jene, meist amerikanischen, Großproduktionen, die in Deutschland den größten Anteil am Kinomarkt innehaben. Es werden jedoch auch deutsche Filme darin vorkommen, sofern sie in Deutschland populär waren.
Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, welche Filme in Deutschland auf fruchtbaren Boden fielen und welche vom deutschen Publikum weniger gut aufgenommen wurden, obwohl sie andernorts sehr erfolgreich waren.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, stellt die Forschungsfragen bezüglich des deutschen Geschmacks bei Blockbustern und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die methodische Herangehensweise.
II Blockbuster, Mainstream und populäres Kino: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Blockbuster und Mainstream, skizziert die historische Entwicklung des Blockbusterkinos und diskutiert theoretische Ansätze zur Entstehung von Kassenerfolgen.
III Populäres Kino 1989-2006: Hier erfolgt die quantitative Analyse der Zuschauerzahlen im Untersuchungszeitraum, wobei die Entwicklung der Blockbuster-Chronik und die spezifische Situation auf dem deutschen Markt im europäischen Vergleich beleuchtet werden.
IV Analyse ausgewählter Filme: Der methodische Teil umfasst detaillierte Inhalts- und Motivanalysen sowie die Auswertung von Sequenzprotokollen für acht ausgewählte, repräsentative Filme.
V Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, interpretiert die Trends im Kinoverhalten und ordnet die Ergebnisse in den größeren Zusammenhang der Filmgeschichte ein.
Schlüsselwörter
Blockbuster, Mainstream, Kinopublikum, Deutschland, Filmgeschichte, Zuschauerzahlen, High Concept, Genrefilm, Postmoderne, Vermarktung, Sequenzprotokolle, Filmanalyse, Erfolgsfaktoren, Entertainment, Medienunternehmen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Phänomen des Blockbusters und untersucht, warum bestimmte Filme in Deutschland populär sind und welche Spezifika den deutschen Kinogeschmack im internationalen Vergleich auszeichnen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die ökonomische Dimension des Filmmarktes, die ästhetische Gestaltung von "High Concept"-Filmen, der Einfluss von Genres sowie die historische Entwicklung des Blockbusters seit den späten 80er Jahren.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?
Die Arbeit fragt nach dem Spezifischen am Blockbuster-Geschmack des deutschen Filmpublikums im Gegensatz zu den USA und europäischen Nachbarländern und untersucht, ob sich dieser Geschmack im Laufe der Zeit verändert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Der Autor kombiniert eine ökonomische Analyse mittels Zuschauerzahlen mit inhaltlichen Filmanalysen und der Auswertung von Sequenzprotokollen, ergänzt durch die Einordnung zeitgenössischer Rezensionen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine quantitative Marktbetrachtung über fast zwei Jahrzehnte sowie eine tiefgehende Analyse von acht exemplarischen Filmen wie Titanic, Jurassic Park und Der Schuh des Manitu.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Blockbuster, Mainstream-Kino, Zuschauerpräferenzen, globale Filmwirtschaft und mediale Verwertungsprozesse beschreiben.
Warum ist der Erfolg von "Titanic" für die Untersuchung so zentral?
Titanic dient als Paradebeispiel für einen Film, der durch die Kombination einer emotionalen Liebesgeschichte mit dem historischen Katastrophen-Mythos ein Publikum quer durch alle Altersgruppen und Klassen erreichte und damit internationale Rekorde brach.
Was ist die Besonderheit bei der Analyse des deutschen Erfolgsfilms "Der Schuh des Manitu"?
Der Film wird als Beispiel für einen nationalen Erfolg untersucht, der stark durch die spezifische Fernsehpräsenz der Akteure (Bullyparade) und deren Popularität in Deutschland geprägt war, was den Erfolg für ein internationales Publikum erschwerte.
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- M.A. Jens-Florian Groß (Author), 2007, Pretty Otto und der Herr der Ringe allein im Wald - Blockbuster und populäres Kino in Deutschland 1989-2006, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114939