Viele Führungskräfte machen leider bei der Umsetzung ihrer Geschäftsstrategie den Fehler, ihren Mitarbeitern nur begrenzt Auskunft darüber zu geben, was zu tun ist und welche Aufgaben relevant sind. Aufgrund dieses mangelnden Informationsaustausches scheitern viele Unternehmen an der Durchführung ihrer Pläne. Eine Strategie kann nicht erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie nicht auf allen Ebenen des Unternehmens erfolgreich kommuniziert wird. Daher führten Robert Kaplan und David Norton ein Tool ein, welches Organisationen bei der Strategieumsetzung unterstützt – die Strategy Map. Sie gibt den Mitarbeitern einen klaren Überblick darüber, wie ihre Tätigkeiten mit den Unternehmenszielen verbunden sind und ermöglicht eine effiziente Strategieverfolgung
.
Ziel dieser Arbeit ist es, Strategy Maps im Rahmen von Balanced Scorecards auf ihre Eignung als Controllinginstrument zu revidieren. Die leitende Forschungsfrage dieses Scientific Essays lautet demzufolge: Eignen sich Strategy Maps zur Steuerung eines Unternehmens und unterstützen sie die Umsetzung von Geschäftsstrategien?
Zunächst wird das Konzept der Balanced Scorecard genauer vorgestellt. Darauf aufbauend wird die Strategy Map als Element der Balanced Scorecard-Methodik erläutert. Den Schwerpunkt dieses Scientific Essays bildet das dritte Kapitel. Hier wird auf die Möglichkeiten und Grenzen der Strategy Map als Instrument zur Unternehmenssteuerung eingegangen. Eine Kurzfassung der gewonnenen Erkenntnisse rundet diese Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit
2 Begriffsbestimmung
2.1 Balanced Scorecard
2.2 Strategy Map
3 Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der Strategy Map
3.1 Möglichkeiten der Strategy Map
3.1.1 Verbildlichung der Bedeutung immaterieller Werte
3.1.2 Übersichtliche Darstellung der Wirkungszusammenhänge
3.1.3 Förderung der Strategiekommunikation und Strategieumsetzung
3.1.4 Unterstützung der Arbeit mit einer Balanced Scorecard
3.2 Grenzen der Strategy Map
3.2.1 Kausalitätsprobleme
3.2.2 Keine Verbindlichkeit für die erfolgreiche Strategieumsetzung
3.2.3 Umfassendes Know-how erforderlich
4 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung von Strategy Maps als Instrument im Rahmen der Balanced Scorecard für die strategische Unternehmenssteuerung, wobei sowohl die operativen Vorteile als auch die theoretischen sowie praktischen Grenzen des Konzepts kritisch beleuchtet werden.
- Grundlagen der Balanced Scorecard
- Konzept und Aufbau der Strategy Map
- Visualisierung immaterieller Werte
- Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge in Strategien
- Praktische Herausforderungen und Kausalitätsprobleme
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Verbildlichung der Bedeutung immaterieller Werte
Die Strategy Map vermittelt dem Management, wie aus immateriellen Ressourcen finanzielle Erfolge erzielt werden können. Immaterielle Vermögenswerte sind mittlerweile zu einem großen Wettbewerbsvorteil geworden. Sie finden sich beispielsweise in Kundenbeziehungen, systematisierten Geschäftsprozessen, effizienten Informationstechnologien sowie in den Kenntnissen und Fähigkeiten der Mitarbeiter wieder. Da immaterielle Ressourcen keinen direkten Einfluss auf finanzielle Kennzahlen wie Umsatz und Gewinn haben, können sie nicht gezielt gemessen werden. Erst durch Schaffung eines materiellen Wertes wird eine Messung möglich. Nicht-monetäre Werte beeinflussen finanzielle Größen durch eine Kette von Ursache-Wirkungsbeziehungen, welche zwei oder drei Zwischenstufen umfassen. Mitarbeiterschulungen verbessern beispielsweise die Servicequalität, welche wiederum zu einer höheren Kundenzufriedenheit führt. Dies verstärkt die Kundenbindung, was sich anschließend in erhöhten Umsätzen niederschlägt. Diese komplexen Verknüpfungen machen es schwierig, einem Vermögenswert, wie die Fähigkeiten der Belegschaft, einen finanziellen Wert zuzuordnen, geschweige denn Veränderungen zu messen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Strategieumsetzung und Darlegung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.
2 Begriffsbestimmung: Definition der theoretischen Grundlagen, insbesondere der Balanced Scorecard und des Konzepts der Strategy Map.
3 Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der Strategy Map: Detaillierte Analyse der Stärken bei der Visualisierung von Wertschöpfungsketten sowie Erörterung der methodischen und praktischen Limitierungen.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Strategy Map als Managementwerkzeug und Resümee der kritischen Erfolgsfaktoren bei ihrer Anwendung.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Strategy Map, Strategieumsetzung, Unternehmenssteuerung, Immaterielle Werte, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, Finanzielle Kennzahlen, Wissensmanagement, Kausalität, Strategiekommunikation, Wettbewerbsvorteil, Managementwerkzeug, Ressourcenallokation, Performance Measurement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strategy Map als ergänzendes Instrument zur Balanced Scorecard, um strategische Ziele innerhalb eines Unternehmens besser kommunizierbar und steuerbar zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Visualisierung von Strategien, der Messbarkeit immaterieller Werte, der Kommunikation von Unternehmenszielen und der kritischen Reflexion über Kausalitätsannahmen in Managementmodellen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, zu evaluieren, ob und inwiefern sich Strategy Maps als Controllinginstrument zur Steuerung und Umsetzung von Unternehmensstrategien eignen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit existierender Fachliteratur (Scientific Essay), die durch die systematische Aufbereitung des aktuellen Forschungsstandes zu Balanced Scorecards und Strategy Maps erfolgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Begriffsbestimmung und eine detaillierte Gegenüberstellung der Potenziale (z.B. verbesserte Kommunikation) und Grenzen (z.B. Kausalitätsprobleme) bei der Implementierung von Strategy Maps.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Balanced Scorecard, Strategy Map, Strategieumsetzung, Kausalität und immaterielle Werte geprägt.
Warum ist die Messung immaterieller Werte laut dem Text so schwierig?
Der Text erklärt, dass immaterielle Werte wie Mitarbeiterfähigkeiten keinen direkten Einfluss auf finanzielle Kennzahlen haben und erst durch komplexe Wirkungsketten mit materiellen Ergebnissen verknüpft werden müssen.
Welche Rolle spielt das "Umfassende Know-how" laut der Arbeit?
Da es keine standardisierte Anleitung zur Quantifizierung strategischer Ziele gibt, sind Erfahrungswerte des Managements und fundiertes Expertenwissen essenziell, um Fehlentwicklungen zu vermeiden.
- Arbeit zitieren
- Julia Geyer (Autor:in), 2021, Möglichkeiten und Grenzen einer Strategy Map im Rahmen der Balanced Scorecard zur Steuerung eines Unternehmens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1149620