Ludolf Herbst beschreibt in seinem 2010 publizierten Buch "Hitlers Charisma - Die Erfindung eines deutschen Messias", wie es die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler vor der Machtergreifung 1933 schafften, mittels Propaganda und Inszenierungen weite Teile des deutschen Volkes in ihren Bann zu ziehen. Dabei zielt Herbst auf eine Entmythologisierung Hitlers als "deutscher Messias" ab.
Herbst beschreibt in seinem Buch ausführlich und mit vielen Quellenangaben belegt, wie sich Adolf Hitler zu dem Mann entwickelte, der es verstand, ein ganzes Volk in seinen Bann zu ziehen. Dabei achtet Herbst auf die Auswahl seiner Quellen und beschreibt und begründet verständlich seine Quellenauswahl.
Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsangabe
2 Kommentare, Kritik und eigene Stellungnahme
3 Fazit
4 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Ludolf Herbsts Werk "Hitlers Charisma. Die Erfindung eines deutschen Messias" auseinander. Das Hauptziel der Rezension ist die Überprüfung der These des Autors zur Entmythologisierung Hitlers als charismatische Führungspersönlichkeit, indem die historischen Hintergründe, die Bedeutung von Propaganda sowie Hitlers rhetorische Entwicklung untersucht werden.
- Analyse des Begriffs der charismatischen Herrschaft nach Max Weber.
- Untersuchung der jugendlichen Prägung Hitlers und seiner rhetorischen Entwicklung.
- Evaluation der Organisationsstruktur und Propagandatechniken der NSDAP.
- Kritische Reflexion der Selbstinszenierung Hitlers als messianische Figur.
- Bewertung der quellenbasierten Argumentation von Ludolf Herbst.
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Reichswehr und die Anfänge der NSDAP
Hitlers Mitgliedschaft beim Gruppenkommando 4 der Bayerischen Reichswehr, die am 31. März 1921 endete, wird von Herbst als entscheidender und wichtiger Punkt bei der Formierung des Politikers Adolf Hitler angesehen. Hitler näherte sich durch den Umgang und den Kontakten zu antisemtischen „Ideologen“ der Thule-Gesellschaft und der Aufklärungsarbeit beim Gruppenkommando 4 dem Antisemitismus an. Herbst schreibt, dass Hitler in deren Bannkreis gezogen wurde und dadurch auch Zugang zu antisemitischen Schriften bekam (vgl. Herbst 2010, S.105). Durch Betreiben der Reichswehr nahm Hitler am 12. September 1919 zum ersten Mal Kontakt mit der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) auf. Die Reichswehr erkannte Hitlers rhetorisches Rednertalent und förderte ihn in diesem Punkt.
Herbst schildert, wie und warum Hitler nach und nach die Versammlungssäle füllte. Gründe hierfür, die Herbst nennt, sind die Themen seiner Reden (unter anderem tagespolitische Themen, Versailler Friede, antisemitische Parolen und Erörterung der Weltlage), die Stimmung bei den Veranstaltungen (von Herbst als „Gaudi“ bezeichnet), sowie der Inhalt seiner Reden. Hitler sprach folglich das an, was die Menschen damals hören wollten und erfüllte so ihre Erwartungshaltungen. Dabei war es nicht vorrangig von Bedeutung, was er sagte, sondern wie es Hitler sagte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Inhaltsangabe: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Kernaussagen des Werks von Ludolf Herbst, insbesondere die Entmythologisierung Hitlers und die Analyse seiner politischen Formierung.
2 Kommentare, Kritik und eigene Stellungnahme: In diesem Teil bewertet der Autor der Seminararbeit die quellenkritische Arbeit von Herbst und reflektiert die dargestellten Propagandatechniken sowie Hitlers rhetorische Entwicklung.
3 Fazit: Hier schließt sich die Rezension mit der Zustimmung zu Herbsts These an, dass Hitler kein charismatischer Messias war, da das wesentliche Element der Bewährung historisch nicht erfüllt wurde.
4 Literaturverzeichnis: Auflistung der im Rahmen der Rezension verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie der genutzten Internetressourcen.
Schlüsselwörter
Adolf Hitler, Ludolf Herbst, Nationalsozialismus, Charisma, Messias, NSDAP, Propaganda, Herrschaftssoziologie, Max Weber, Rhetorik, Antisemitismus, Reichswehr, Parteiversammlung, Führerprinzip, Entmythologisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit ist eine Rezension des Werks „Hitlers Charisma“ von Ludolf Herbst, die sich mit der Entstehung des Führerkults und der Rolle der NSDAP-Propaganda befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Analyse der charismatischen Herrschaft, Hitlers rhetorische Schulung, der Einfluss der Reichswehr auf Hitlers Aufstieg sowie die Inszenierung des Nationalsozialismus.
Welches primäre Ziel verfolgt der Rezensent?
Das Ziel ist die kritische Würdigung von Herbsts Ansatz, Hitler nicht als Messias, sondern als ein durch Propaganda und Organisation geschaffenes Konstrukt zu entlarven.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Der Rezensent nutzt die Methoden der Literaturrezension, der Quellenkritik und der theoretischen Einordnung anhand von Webers Herrschaftssoziologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Hitlers Jugendjahre, seine ersten politischen Kontakte, die organisatorische Struktur der NSDAP nach 1929 sowie spezifische Propagandatechniken.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Kernbegriffe sind: Adolf Hitler, Charisma, Propaganda, NSDAP, Herrschaftssoziologie und Entmythologisierung.
Wie bewertet der Autor Hitlers Rhetorik während seiner Anfangszeit?
Der Autor stellt heraus, dass Hitler sein „Talent“ gezielt entwickelte, indem er Parlamentsdebatten in Wien studierte und von der Reichswehr in seiner Rednergabe gefördert wurde.
Warum kommt der Rezensent zu dem Schluss, dass Hitler kein charismatischer Führer war?
Der Rezensent argumentiert mit dem von Herbst angeführten Kriterium der „Bewährung“: Da Hitler politisch scheiterte und nur Leid hinterließ, ist der Begriff des messianischen Charismas aus Sicht des Autors unhaltbar.
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- Christoph Jaun (Author), 2010, Hitler-Darstellungen in der heutigen Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1150162