Forschungsmethoden in der angewandten Statistik. Eine empirische Studie zur Leistungsmotivation bei Frauen und Männern


Studienarbeit, 2021

20 Seiten, Note: 2,1

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Abstrakt

2 Einleitung
2.1 Theoretischer Hintergrund
2.2 Ursprünge der Leistungsmotivation
2.2.1 Definition Motivation
2.2.2 Werte und Erwartungen
2.2.3 Risiko-Wahl-Modell
2.3 Zukunftsorientierung
2.4 Forschungsfragestellungen und Hypothesen

3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Untersuchungsdesign
3.3 Instrumente
3.4 Gewählte statistische Verfahren

4 Ergebnisse
4.1 Ergebnisse bzgl. der 1. Hypothese mit t-Test
4.2 Ergebnisse bzgl. der 2. Hypothese mit t-Test
4.3 Ergebnisse bzgl. der Hypothesen mit Korrelationsanalyse

5 Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Limitationen und zukünftige Forschungen

6 Literaturverzeichnis

7 Abbildungsverzeichnis

8 Anhang

1 Abstrakt

Im Rahmen des Faches Forschungsmethoden und Statistik, wurde die Tendenz zur Leistungsmotivation untersucht. Hierzu wurde als Messinstrument ein Fragebogen von Modick angewendet. Es wurden insgesamt knapp über 350 Personen befragt. Die Auswertung der Daten erfolgte über SPSS. Hauptsächlich wird auf die Theorie der Leistungsmotivation eingegangen. Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob Frauen zukunftsorientierter sind als Männer oder ob sie in kritischen Situationen mehr Angst haben im Gegenzug zu Männern. Ein wichtiger Punkt ist auch, den Zusammenhang zwischen Bildungsabschluss und Leistungsmotivation herauszustellen, ob Menschen mit hohen Bildungsabschlüssen tatsächlich mehr leistungsmotivierter sind. Für die Interpretation wird auf Geschlechtsdifferenzierung, Stereotypen und Situation-Ergebnis-Erwartung-Modell eingegangen und die Zusammenhänge erläutert. Insgesamt zeigen die Resultate folgendes: Frauen sind nicht zukunftsorientierter als Männer, Frauen geraten in Panikstimmung bei stressigen Situationen und der Bildungsabschluss und die erbrachte Leistungsmotivation hängen nicht zusammen.

As part oft he subject of research methods an statistic, the tendency towards achievement motivation was examined. For this purpose, Modick questionnaire was used as a measuring instrument. A total of just over 350 people were interviewed. The evaluation of he data via SPSS. The main focus is on the theory of achievement motivation. The aim of this work ist o find out whether women are future-oriented than man or whether they are more afraid than men in critical situations. Another important achievement-motivated. For the interpretation, gender differentiation, stereotypes and the situation-result-expectation model are discussed and the relationships are explained. According tot he evaluations, the results are as follows: women are not more future-oriented than men, women panic in stressful situations and the educational qualifikation and the achievement motivation are not related.

2 Einleitung

Warum handelt der Mensch gerade so, wie er handelt? Die Motivationsforschung beschäftigt sich genau mit dieser Frage, warum Menschen gerade das tun, was sie tun und wie sie es tun. Konkret geht es darüber, welche Prozesse die Intensität und Richtung von Verhaltensweisen bestimmen.(Hess, Leplow, & von Salisch, 2017, S. 15)

Wenn man mehr über die Handlungsmotivation von Personen erfahren möchte, ist es sinnvoll, sie nach Ihrer Situation zu befragen, in dieser Sparte mangelt es nicht an Fragebögen, die Aussagen über jeweilige Verhaltensmerkmale und Leistungsmotivationen liefern. Eine positive Rückmeldung, bei Betrachtung der Fragebögen gibt Hinweise darauf, dass die Person einen starken Wunsch hat und Leistungsmotiviert handelt. Jedoch können hier auch durch falsche Selbsteinschätzung, fehlende Auswertungen gezogen werden. Daher wurden auch andere Möglichkeiten entwickelt, wie z.B. von McClelland 1980 ein operantes Verfahren zur indirekten Messung von Motiven, die ebenfalls Leistungsmotivation misst. Eines davon ist der Thematische Auffassungstest so genannte TAT, ein Projektionsverfahren, hier werden dem Teilnehmer, ca. 20 Sekunden, sieben Bilder von Personen in bestimmten Lebenssituationen gezeigt, anschließend erzählt man eine Geschichte zu dem gezeigten Bild. Anhand der erfundenen Geschichten sollen Gedanken, Bedürfnisse und Gefühle hervorgehen, die der Beobachter interpretiert.(Heckhausen & Heckhausen, 2010, S. 147)In dieser Studienarbeit wird die Leistungsmotivation über die Auswertung von hunderten Personen anhand eines Fragebogens gemessen und mit statistischen Berechnungen mehrere Annahmen überprüft. Für die Forschung sind neben der Leistungsmotivation auch Themen relevant wie die Zukunftsorientierung und welche Geschlechtsdifferenzierungen hier auftauchen.

Dazu werden erst theoretische Merkmale der Leistungsmotivation näher erläutert, um im Anschluss darauf die Hypothesen vorzustellen. Die Hypothesen sollen Ergebnisse darüber liefern, ob es einen Unterschied zwischen den Geschlechterrollen und der Zukunftsplanung gibt oder ob Frauen in bestimmten Stresssituationen mehr Angst haben, Fehler zu begehen. Zu guter Letzt, wird noch geprüft, ob es einen Zusammenhang gibt, zwischen Bildungsabschluss und Leistungsmotivation. Ist es wahr, dass Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen leistungsmotivierter sind als Menschen, die keinen oder einen niedrigen Bildungsabschluss haben?

Um die Prüfung zu gewährleisten, werden methodische Bereiche, wie die Stichprobe, das Forschungsdesign und die gewählten statistischen Verfahren zur Berechnung der Ergebnisse näher beschrieben. Abschließend werden die Ergebnisse vorgestellt und interpretiert.

2.1 Theoretischer Hintergrund

Um die Merkmale dieser Studie besser zu verstehen, wird an erster Stelle auf die Ursprünge der Leistungsmotivation eingegangen. Es werden verschiedene Bereiche der Motivationsforschung aufgeführt. Im Anschluss dieses Kapitels werden noch die Forschungshypothesen der Studie beschrieben.

2.2 Ursprünge der Leistungsmotivation

Schon 1938, forschte Henry A. Murray, ein US-amerikanischer Psychologe, in seinen Untersuchungen als „n(eed) Achievement“ so genannte Leistungsmotivation und hat es mit folgenden Eigenschaften beschrieben: Meistern von schwierigen Aufgaben, Überwindung von Problemen, etwas besser und schneller machen, ein hohes Niveau erreichen, das eigene Talent gegenüber anderen demonstrieren und andere im Wettbewerb schlagen.

McClelland baute diese Aussage weiter aus und definierte 1953 Leistungsmotivation wie folgt: „Ein Verhalten gilt als leistungsmotiviert, wenn es um die Auseinandersetzung mit einem Tüchtigkeitsmaßstab geht“. Somit zählt Leistung zu den am meisten untersuchten Motiven, da diese Definition es erlaubt, grundsätzlich alle Aktivitäten als leistungsmotiviert zu betrachten. (Heckhausen & Heckhausen, 2010, S. 145)

Die Leistungsmotivationsforschung wird in erfolgszuversichtlichen und misserfolgsmeidenden Menschen getrennt. Menschen die erfolgssicher sind, bewältigen die Aufgaben und verbinden dies mit stolzen Gefühlen. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, bevorzugen sie mittelschwere Aufgaben und vermeiden sowohl leichte Aufgaben als auch schwierige Situationen um nicht zu Scheitern. Misserfolgsmotivierte Menschen dagegen bevorzugen entweder leichte Aufgaben oder besonders Schwierige. Dadurch wird ihr Selbstwertgefühl geschützt, da die Chance zu Versagen nicht hoch ist und bei schwierigen Aufgaben der Misserfolg kein Grund zur Sorge ist.(Schermer, 2011, S. 205)

2.2.1 Definition Motivation

Motivation wird in der Wissenschaft als noch ein offenes Konstrukt betrachtet, mit der man zielgerecht versucht das menschliche Handeln zu erklären. Definiert wurde es von Rheinberg(Rheinberg, 2004, S. 15)als „eine aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand“. Das bedeutet, wenn man etwas wirklich erreichen will, so ist man höher motiviert und damit verfolgt man einen positiven Zielzustand. Die Komponenten der Motivation unterscheidet sich in mehrere Komponenten, wie Selbstbilder, Willensprozesse, Affekte/Emotionen und am wichtigsten auf Werte und Erwartungen, auf die im Weiteren detailliert eingegangen wird.(Vollmeyer & Brunstein, 2005, S. 8f)

2.2.2 Werte und Erwartungen

In der Motivationspsychologie besteht die Annahme dazu, dass Menschen entsprechend ihren Motiven handeln. Diese stehen als zeitlich stabile Persönlichkeitsmerkmale, die eine Tendenz darstellen um bestimmte Tatsachen oder Objekte als gut oder schlecht einzuschätzen. Es werden zwischen drei Motivarten unterschieden, die Situationsbedingt aktiviert werden: 1. Leistungsmotiv, wenn Menschen sich Ziele an Gütemaßstäben legen, 2. Machtmotiv, wenn Menschen, das Verhalten und Erleben von anderen Menschen beeinflussen und 3. Anschlussmotiv, dadurch haben Menschen das Ziel, unterschiedlich positive Beziehungen aufzubauen. Das Situation-Ergebnis-Erwartung-Modell ist in der Abbildung dargestellt, dieses besagt welches und ob ein Motiv angeregt wird, hängt von dem jeweiligen Anreiz bzw. Situation ab. Dies führt zu einer starken Motivation und wirkt sich letzteres auf das Verhalten der Person aus.(Heckhausen & Heckhausen, 2010, S. 5)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Situation-Ergebnis-Erwartung Modell (In Anlehnung von Heckhausen)

2.2.3 Risiko-Wahl-Modell

Das Risiko-Wahl-Modell von Atkinson spiegelt sich im Grunde beim Erwartungs-Wert-Modell wider, dieser besagt, dass Menschen die Konsequenzen der Handlungen abwägen und sich so motivieren. Dem fügte er noch eine dritte Variable, nämlich das Motiv, Erfolg zu erzielen. Die Formel setzt sich wie folgt zusammen: Motivationstendenz ergibt sich aus Motivationserfolg x Wahrscheinlichkeit auf Erfolg x Anreiz des Erfolges.

2.3 Zukunftsorientierung

Zukunftsorientierung wird nach Lewins Theorie der Zeitperspektive und unter der Bezugnahme auf das oben genannte Erwartungs-Wert-Theorie als Antizipation und deren Bewertung zukünftiger Ereignisse verstanden. Dies bedeutet, dass verschiedene Aspekte der Zukunftsrichtung erfasst werden müssen: die Unterscheidung der Antizipation der Geschehnisse in der Zukunft, die sich positiv oder negativ in die Bewertung und erwarteten zukünftigen Entwicklungen auswirken. Dazu ist es wichtig, die individuellen Unterschiede der Zukunftsorientierung nach individuellen Theorien zu untersuchen, dabei sind Art und Form der Zukunftsorientierung von großer Bedeutung z.B. wie die Person die Zukunft und ihre eigenen sozialen Interaktionen antizipiert und bewertet in Bezug auf die gegenwärtige und zukünftige Umwelt. Daher können verschiedene Eigenschaften der Orientierung bei Frauen und Männern auftreten, je nach theoretischen Präferenzen, biologischen Merkmalen, sozialen oder kognitiven motivationalen Merkmalen entstehen.(Burger & Trommsdorff, 1980)

2.4 Forschungsfragestellungen und Hypothesen

Die unbewiesene Annahme über einen theoretisch möglichen Zusammenhang zwischen mehreren Variablen, die für eine Gesamtheit gelten sollen, bezeichnet man als Hypothese. Wichtig sind hier unter anderem, dass die Fragestellung präzise und widerspruchsfrei formuliert werden, widerlegbar und begründbar sind.(Hussy, Schreier, & Echterhoff, 2010, S. 29f)Unter Berücksichtigung der oben genannten Voraussetzungen werden in dieser Forschungsarbeit folgende Annahmen untersucht, ob Frauen zukunftsorientierter sind als Männer, welches Geschlecht in kritischen Situationen ängstlicher handelt, und ob sich der Bildungsabschluss auf die Leistungsmotivation auswirkt. Als erstes wird anhand einer Unterschiedshypothese untersucht, ob Frauen zukunftsorientierter denken als Männer. Empirische inhaltliche Hypothese lautet:

„Frauen sind zukunftsorientierter als Männer“.

Die zweite Hypothese befasst sich mit der Annahme, dass Frauen in kritischen Situationen mehr Angst haben Fehler zu begehen als Männer. Hier lautet die empirisch inhaltliche Hypothese wie folgt:

„Frauen haben mehr Angst in kritischen Situationen Fehler zu begehen als Männer“.

Hypothese drei beschäftigt sich mit dem Zusammenhang der Leistungsmotivation und dem Bildungsabschluss. Wirkt sich der Erwerb eines hohen Bildungsabschusses auf die Leistungsmotivation positiv aus? Somit ergibt sich die empirische inhaltliche Hypothese:

„Je höher der Bildungsabschluss, desto höher auch die Leistungsmotivation“.

3 Methode

Im Folgenden werden die methodischen Aspekte vorgestellt, die zur Überprüfung der oben genannten Hypothesen verwendet werden.

3.1 Stichprobe

Die Datenerhebung wurde im Zeitraum vom 20.05.2021 bis 20.06.2021 durchgeführt. Der verwendete Fragebogen „Leistungsmotivation“ ist von der GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.(Modick, 1997)Es haben 373 freiwillige und anonyme Probanden an der Umfrage teilgenommen.

Davon wurden jedoch insgesamt 19 Teilnehmer für die weitere Bearbeitung ausgeschlossen. Diese Anzahl von Teilnehmer erschließt sich aus der Bearbeitungsdauer. Es wurden vorab 15 Teilnehmer gelöscht, die laut SPSS eine Dauer unter 5 Minuten hatten, da eine Bearbeitung in so einer kurzen Zeit, ein Indiz dafür ist, das die Umfrage nur durchgeklickt und nicht seriös bearbeitet wurde. Die restlichen 4 Teilnehmer hatten im Gegenzug dazu eine zu lange Bearbeitungszeit, länger als eine Stunde. Hier ist davon auszugehen, dass die Umfrage für einen längeren Zeitraum nicht bearbeitet wurde und um Ausreiser zu vermeiden, werden diese Teilnehmer auch gelöscht. Somit wurde die Berechnung mit 354 Teilnehmer fortgesetzt.

Als nächstes werden wichtige Häufigkeitsverteilungen der Variablen aufgezeigt, die zur Beschreibung der Befragten und der Hypothesen dienen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Forschungsmethoden in der angewandten Statistik. Eine empirische Studie zur Leistungsmotivation bei Frauen und Männern
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management
Note
2,1
Jahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1150574
ISBN (eBook)
9783346536655
ISBN (Buch)
9783346536662
Sprache
Deutsch
Schlagworte
empirische Studie, Statistik, forschung, leistungsmotivation, Hypothesen, t-test, Risiko-Wahl-Modell, Motivation, Korrelationsanalyse, Interpretation
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Forschungsmethoden in der angewandten Statistik. Eine empirische Studie zur Leistungsmotivation bei Frauen und Männern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1150574

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