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"Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?" - Das Bild des Schwarzen im Alltag

Título: "Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?" - Das Bild des Schwarzen im Alltag

Trabajo de Seminario , 2003 , 33 Páginas , Calificación: 2,00

Autor:in: Mag. Andrea Schikowitz (Autor)

Sociología - Política, Mayorías, Minorías
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Über Migranten, besonders über solche dunkler Hautfarbe, bestehen eine Menge Vorurteile, und das, obwohl Schwarze im deutschsprachigen Raum erst seit sehr kurzer Zeit zum Straßenbild gehören. Das bedeutet, dass lange Zeit jeder von uns Bilder von Schwarzen im Kopf hatte, ohne jemals selbst einen dunkelhäutigen Menschen persönlich gekannt zu haben.1 Die Fragestellungen der vorliegenden Arbeit lauten daher: Wenn nicht aus der eigenen Erfahrung, woher kommen dann diese Bilder? Und haben sie sich im Laufe der Zeit verändert? Stereotype über fremde Menschen und fremde Länder werden tagtäglich vermittelt und weiterverbreitet. Sie begegnen uns auf Firmenschildern, in Kinderbüchern und in Schlagertexten. Eine eingehendere Untersuchung dieses Phänomens ist daher meiner Meinung nach sehr wichtig, um das Bewusstsein dafür zu stärken. Denn nur wenn wir Stereotype bewusst wahrnehmen, sind wir ihrer Wirkung nicht mehr schutzlos ausgesetzt. Im Folgenden möchte ich zuerst versuchen, die Ursprünge der Darstellungen von Schwarzen im Mittelalter aufzuzeigen und dann auf aktuellere Bilder eingehen. Dabei lege ich den Fokus auf den deutschsprachigen Raum. Die Beispiele, die ich geben werde, sind eine willkürliche Auswahl besonders anschaulicher Fälle, ähnliche Bilder ließen sich wohl in fast jedem Bereich unseres Alltags finden. Sie sind uns oft so vertraut, dass sie uns nicht einmal mehr auffallen, aber gerade das macht sie so gefährlich. Wenn sich die Vorurteile einer bewussten Reflexion entziehen, können sie unbehindert ihre Wirkung entfalten. Darum hoffe ich ein wenig das Bewusstsein für die unzähligen Quellen zu schärfen, die unsere Vorurteile speisen.

1 „Dabei wurde – historisch betrachtet – ein sehr widersprüchliches Bild vom Fremden gezeichnet. Stichpunktartig seien hier folgende Konturen dieses Bildes umrissen: Nahrungskonkurrent, Handelspartner, „Objekt sexueller Begierde“, Zu-Missionierender, Überbrunger technologischer Innovationen und neuer Lebensstile, nützlicher Kooperationspartner, verbündeter Krieger, Feind, Flüchtling, Eroberer, dumpfe Bedrohung, Leitbild, verachtete Existenz, Fremder im eigenen Land, bewunderter und bestaunter Exote oder auch Störgröße wissenschaftlicher Theorien.“, aus: Hegel, Ralf-Dietmar; Müller, Martin: Einleitung – Wie fremd sind uns die Fremden?, in: Hegel, Ralf-Dietmar (Hg.): Der Name des Fremden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Erkenntnisinteresse und Fragestellung

1.2. Definitionen

1.2.1. Stereotyp

1.2.2. Vorurteil

1.2.3. Diskriminierung

1.2.4. „Schwarzer“

2. BILDER VON SCHWARZEN IM WANDEL DER ZEIT

2.1. Überblick

2.2. Ursprünge

2.2.1. Die Heiligen drei Könige

2.2.2. Der Heilige Mauritius

2.3. Exoten im kirchlichen Hilfsprogramm – „Entwicklungshilfe“

2.3.1. Kolonisation und Missionierung

2.3.2. „Entwicklungshilfe“

2.4. Exoten im Dienste der Werbung

2.4.1. Produkte aus den Kolonien

2.4.2. Schwarze in der Werbung seit den 1960ern

2.4.3. „United Colors of Benetton“

2.5. Schwarze im deutschen Schlager

2.5.1. Der deutsche Schlager vor 1933/38

2.5.2. Der deutsche Schlager seit 1945

2.6. Kinder- und Jugendlieder

2.6.1. „Zehn kleine Negerlein“

2.6.2. „Negeraufstand ist in Kuba“

2.7. Kinder- und Jugendbücher

2.7.1. „Onkel Tom’s Hütte“

2.7.2. „Tim und Struppi“

2.8. Das Bild des Fremden in der Wissenschaft

2.8.1. Begriffsklärungen

2.8.2. „Rassentheorien“

3. SCHLUSSBEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historischen Ursprünge und die kontinuierliche Transformation von Bildern über Schwarze im deutschsprachigen Raum. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, woher diese Vorurteile stammen, da sie in der Gesellschaft tief verwurzelt sind, obwohl Schwarze erst seit kurzer Zeit zum hiesigen Straßenbild gehören, und ob sich diese stereotypen Darstellungen im Laufe der Zeit verändert haben.

  • Analyse der historischen Konstruktion von Fremdbildern (z.B. Exotisierung, Mittelalter, Kolonialismus).
  • Untersuchung von Stereotypen in populärkulturellen Medien wie Werbung, Schlager sowie Kinder- und Jugendliteratur.
  • Kritische Beleuchtung wissenschaftlicher Theorien, die zur Legitimation rassistischer Hierarchien beitrugen.
  • Reflexion über die Kontinuität rassistischer Einstellungen in der Gegenwart.

Auszug aus dem Buch

2.6.1. „Zehn kleine Negerlein“

Allgemein kann gesagt werden, dass Kinderlieder eine sozialisatorische Aufgabe erfüllen. Sie führen das Kind an die Lebenswelt seiner Kultur heran und vermittelt ihm grundlegende Werte. Dabei werden auch Stereotypte und Vorurteile weitergegeben. Durch zahlreiche Wiederholungen prägen sich die Bilder in die Köpfe der Kinder ein und können später nur sehr schwer wieder revidiert werden. Die Themen der Kinderlieder sind äußerst vielfältig, in den Liedern begegnet das Kind der Welt.

Den Text „Ten little Niggers“ schrieb der Engländer Frank Green 1864. Es handelte sich um eine Art Sketch, nicht um ein Kinderlied. Ab 1884 kamen die ersten deutschen Fassungen in studentischen Burschenschaften, Gesellenvereinen und ähnlichem auf, erst 1911 fand sich der Text in Kinderbüchern.

Verbreitung fand der Text in der Zeit Bismarcks, als auf der Kongo-Konferenz 1884 in Berlin Afrika unter den europäischen Mächten aufgeteilt wurde (deutsche Schutzgebiete: Kamerun, Togo, Südwest-Arfika, Ost-Afrika). Es herrschte nun Interesse, ein bestimmtes Bild des Afrikaners zu zeichnen. Schwarze wären wie Kinder, sie würden nicht erwachsen werden, sie könnten nicht aus ihren Fehlern lernen, sie wären unvernünftig und ungeschickt. Dieses Bild diente als Legitimation der Kolonisation, wenn die Afrikaner demnach nicht fähig wären, sich aus eigener Kraft zu „zivilisierten Menschen“ zu entwickeln, so müsste man sie eben zu ihrem Glück zwingen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Autorin legt das Erkenntnisinteresse dar, welches die Ursprünge und den Wandel von Bildern über Schwarze im deutschsprachigen Raum hinterfragt. Zudem werden grundlegende Begriffe wie Stereotyp, Vorurteil und Diskriminierung definiert.

2. BILDER VON SCHWARZEN IM WANDEL DER ZEIT: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert, wie sich das Bild des Schwarzen von mittelalterlichen Ursprüngen über die koloniale Ära bis hin zur modernen Darstellung in Medien entwickelt hat. Es werden dabei spezifische Bereiche wie Werbung, Schlager, Kinderlieder, Jugendliteratur und wissenschaftliche Rassentheorien kritisch untersucht.

3. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Die Autorin fasst zusammen, dass Stereotype über Schwarze im Alltag tief verbreitet sind und mahnt dazu an, diese durch kritische Prüfung des eigenen Zustandekommens von Ansichten zu hinterfragen, um den Menschen hinter dem Bild zu sehen.

Schlüsselwörter

Stereotype, Vorurteile, Rassismus, Kolonialismus, Schwarze, Deutschland, Schlager, Werbung, Kinderlieder, Rassentheorien, Biologismus, Fremdbild, Diskriminierung, Entwicklungshilfe, Alltagskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, Tradition und dem Wandel von Bildern und Vorurteilen über Schwarze Menschen im deutschen Sprachraum.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die historische Entwicklung der Fremdwahrnehmung, ihre Verbreitung durch populäre Medien (Werbung, Musik, Kinderbücher) und ihre wissenschaftliche Legitimierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Bewusstsein für die Allgegenwärtigkeit von Stereotypen zu schärfen und zu hinterfragen, woher diese Bilder stammen, wenn sie nicht auf persönlichen Erfahrungen basieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse und historische Betrachtung, indem sie Medientexte und historische Diskurse auf ihre zugrunde liegenden Klischees und Machtstrukturen hin untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden unter anderem die Ursprünge (Heiligenlegenden), die koloniale Instrumentalisierung in der Werbung, die Rolle im deutschen Schlager, die sozialisatorische Wirkung von Kinderliedern sowie die Rolle der Wissenschaft bei der Konstruktion von „Rassentheorien“ erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Stereotype, Rassismus, Kolonialismus, Exotisierung, Biologismus und Alltagsbilder.

Warum spielt der Begriff des „Mohren“ in der Arbeit eine Rolle?

Der Begriff dient als Beispiel für eine lange Tradition der Stigmatisierung und wurde zur Legitimation von Ausgrenzung und Herrschaftsansprüchen verwendet.

Welche Bedeutung haben die angeführten Kinderlieder für die Argumentation?

Sie dienen als Beleg dafür, wie bereits in der Kindheit durch ständige Wiederholung rassistische Bilder und Vorurteile unreflektiert verfestigt werden.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Wissenschaft in diesem Kontext?

Die Autorin kritisiert, dass wissenschaftliche Theorien – wie etwa der Biologismus oder die Rekapitulationstheorie – gezielt zur Legitimation von rassistischen Hierarchien und Kolonialismus instrumentalisiert wurden.

Final del extracto de 33 páginas  - subir

Detalles

Título
"Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?" - Das Bild des Schwarzen im Alltag
Universidad
University of Vienna  (Institut für Soziologie)
Curso
SE Migration, Integration und Identität
Calificación
2,00
Autor
Mag. Andrea Schikowitz (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
33
No. de catálogo
V115070
ISBN (Ebook)
9783640165223
Idioma
Alemán
Etiqueta
Angst Schwarzen Mann Bild Schwarzen Alltag Migration Integration Identität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Mag. Andrea Schikowitz (Autor), 2003, "Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?" - Das Bild des Schwarzen im Alltag, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115070
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