Der historische Einfluss in Frankreich aufgrund der französischen Revolution ist aktuell noch präsent. Das politische Bewusstsein basiert stark auf den historischen Wurzeln und das Klassenbewusstein aktuell ist an der Ständegesellschaft zu Zeiten der Revolution ausgelegt.
Für ein Verständnis der aktuellen Empfindungen und intragesellschaftlichen Zusammenhänge in frankreich ist die Kenntnis der historischen Fakten notwendig.Der historische Einfluss in Frankreich aufgrund der französischen Revolution ist aktuell noch präsent. Das politische Bewusstsein basiert stark auf den historischen Wurzeln und das Klassenbewusstein aktuell ist an der Ständegesellschaft zu Zeiten der Revolution ausgelegt.
Für ein Verständnis der aktuellen Empfindungen und intragesellschaftlichen Zusammenhänge in frankreich ist die Kenntnis der historischen Fakten notwendig.
Inhaltsverzeichnis
1. Der prärevolutionäre Zeitraum
1.1 Abgrenzung der Begriffe „citoyen“, „bourgeois“ und „sujet“
1.2 Lexikalische Differenzierungen durch zeitgenössische Autoren
2. Die Phase der Revolution
2.1 Semantische Verschiebungen und der „citoyen“ als Träger der Revolution
2.2 Der „citoyen-soldat“ und der Wandel der Einstellung zum Staat
3. Postrevolutionäre Entwicklungen
3.1 Differenzierung des „citoyen“ nach Aufklärung und Rousseau
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die semantische Entwicklung und begriffsgeschichtlichen Wandlungen des Begriffs „citoyen“ in Frankreich im Kontext der Revolution. Ziel ist es, die wechselnden Konnotationen des Bürgers im Spannungsfeld zwischen Freiheit, staatlicher Unterordnung und gesellschaftlicher Partizipation aufzuzeigen.
- Historische Etappen der Begriffsgeschichte
- Sozio-politische Abgrenzung der Begriffe citoyen, bourgeois und sujet
- Der Einfluss der Aufklärung und Rousseaus auf das Bürgerbild
- Die Rolle des Bürgers in der Französischen Revolution
- Wandel des Verhältnisses zwischen Individuum und Staat
Auszug aus dem Buch
Die Phase der Revolution
Während der fortlaufenden Entwicklung kommt es kurz vor der Revolution zu semantischen Verschiebungen. Der „citoyen“ fordert seine ehemals vorhandene gesellschaftliche Stellung wiederzuerlangen. Daher erfolgt die Forderung des „citoyen“ zur Umsetzung der Ursprungsbedeutung. Unmittelbar vorrevolutionär entwickeln sich zwei Arten des „citoyen“: der Theoretische und der Wahre. Ersterer ist durch seinen Glauben an Belohnung seiner Tätigkeit motiviert. Zweiterer begründet seine Ausführungen für die Gesellschaft patriotisch. Damit einher geht sein aufgeklärtes, Gemeinwohl förderndes und Freiheit verkörperndes Auftreten. Auf Grundlage dieser Eigenschaften versucht der „citoyen“ beständig den sozialen Fortschritt aufrechtzuerhalten, wobei sein Wissen einerseits auf Erziehung und andererseits auf Büchern, Akademien und Erfahrungen beruht.
Die Basis für sozialen Fortschritt liegt in einer funktionierenden Gesellschaft. Diese kann dauerhaft lediglich durch das Eingehen eines Gesellschaftsvertrages zwischen Bürger und Staat funktionieren. Die größtmögliche Freiheit, sowie das Gemeinwohl im Sinne aller, ist im Despotismus unmöglich, weshalb der Monarch umgangen werden muss, was die französische Revolution auslöst. Da die Ideale der Freiheit und des Gemeinwohls vom „citoyen“ ausgehen, wird dieser zum Träger der Revolution.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der prärevolutionäre Zeitraum: Dieses Kapitel beleuchtet die Definitionen des Bürgers vor 1789 und analysiert die Abgrenzung zum „sujet“ und „bourgeois“ durch Denker wie Richelet, Bossuet und Montesquieu.
2. Die Phase der Revolution: Hier wird der Wandel des Begriffs während der Umbruchsjahre beschrieben, wobei besonders die Entstehung des „citoyen-soldat“ und das veränderte Staatsverhältnis im Zentrum stehen.
3. Postrevolutionäre Entwicklungen: Dieser Abschnitt thematisiert die Zeit nach 1799, in der sich die Auffassungen vom „citoyen“ durch die Einflüsse der Aufklärung und Rousseaus weiter differenzieren.
4. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die komplexen semantischen Verschiebungen zusammen und resümiert, wie die Revolution das Verständnis von Bürgerschaft nachhaltig geprägt hat.
Schlüsselwörter
citoyen, Revolution, Frankreich, Geschichte, Begriffswandel, Semantik, Bürger, sujet, bourgeois, Patriotismus, Freiheit, Gemeinwohl, Aufklärung, Rousseau, Gesellschaftsvertrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die begriffsgeschichtliche Entwicklung des französischen Begriffs „citoyen“ über drei zentrale Etappen: vor, während und nach der Französischen Revolution.
Welche sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die semantische Abgrenzung zu Begriffen wie „bourgeois“ und „sujet“ sowie auf den Wandel des Bürgerbildes im politischen Kontext Frankreichs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der Bedeutung von „citoyen“ aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie sich das Verhältnis zwischen dem Individuum und dem französischen Staat über die Zeit gewandelt hat.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Der Autor wählt einen begriffsgeschichtlichen Ansatz, indem er zeitgenössische Lexika und Schriften von Philosophen und Autoren wie Bossuet, Montesquieu und Jurieu analysiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die prärevolutionäre Phase mit ihren hierarchischen Strukturen, die revolutionäre Phase, in der der „citoyen“ zum aktiven Akteur wird, und die postrevolutionäre Zeit, geprägt durch neue Autonomieverständnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind citoyen, Revolution, Semantik, Freiheit, Patriotismus und Gesellschaftsvertrag.
Wie unterscheidet sich der „citoyen“ vom „sujet“ laut der Arbeit?
Der „sujet“ wird als Untertan definiert, dessen Dasein durch Abhängigkeit und Gehorsam gegenüber dem Staatsoberhaupt geprägt ist, während der „citoyen“ Freiheit, Privilegien und Unabhängigkeit genießt.
Welche Rolle spielt die „citoyen-soldat“ Identität?
Diese Identität stellt eine semantische Innovation dar, die während der Revolution entstand, um die patriotischen Gefühle des Bürgers mit seiner aktiven Beteiligung am revolutionären Geschehen zu vereinen.
- Citation du texte
- Etienne Pflücke (Auteur), 2008, Die begriffsgeschichtlichen Etappen des „citoyen“ in Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115107