Die Reggio-Pädagogik. Kompetenzen, Rechte und Partizipation der Kinder und Erwachsenen innerhalb des Konzepts


Hausarbeit, 2018

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1. Einführung in die Reggio-Pädagogik
1.1. „insieme“

2. Kompetenzen
2.1. Die Kompetenzen des Kindes
2.1.1. Das Kind als eifriger Forscher
2.1.2. Das Kind als Konstrukteur seines Wissens
2.1.3. Die hundert Sprachen des Kindes
2.2. Die Kompetenzen der Erwachsenen

3. Die Rechte in der Reggio-Pädagogik
3.1 Die Rechte des Kindes
3.2. Die Rechte der Erzieherinnen und Eltern

4. Partizipation in der Reggio-Pädagogik
4.1 Die Partizipation des Kindes
4.2. Die Partizipation der Erzieherinnen und Eltern

Fazit

Quellen

Einleitung

In der heutigen Zeit bekommen die Rechte der Kinder und die Partizipation eine immer größer werdende Aufmerksamkeit und Wichtigkeit in der Gesellschaft. Wo die Meinung der „Kleinen“ früher nicht ernst genommen und übersehen wurde, wird heute häufig besonders viel Wert auf das Urteil gelegt. Langsam gibt es immer mehr Kindertagesstätten, die diesem Urteil z.B. durch ein Kinderparlament Ausdruck verleihen.

Ein mittlerweile sehr bekanntes Beispiel für eine Pädagogik, in der die Anerkennung des Kindes als vollständigen, meinungsbewussten Menschen bereits seit Anfang an im Mittelpunkt steht, ist die Reggio-Pädagogik.

Die Reggio-Pädagogik hat, seit ihrer Entstehung in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges, einen Fokus auf die demokratische Erziehung der Kinder gelegt. In dieser Pädagogik zählt die Meinung der Erwachsenen genauso viel wie die Meinung der Jüngsten. Durch die fast hierarchielose Struktur in den Kindertagesstätten lernen die Kinder, dass alle Menschen gleich viel wert sind und jede Meinung wichtig ist.

Diese Ausarbeitung soll sich nun Näher mit den Rechten der Kinder, sowie der Erwachsenen, und der Partizipation aller an der Erziehung beteiligten Personen befassen.

Dabei beschäftigt sich die Arbeit zunächst einmal mit dem geschichtlichen Hintergrund und dem Grundgedanken der Reggio-Pädagogik. Das Wissen über die Philosophie dieser Pädagogik bildet das Fundament zur genaueren Betrachtung.

Die Reggio-Pädagogik räumt dem Kind drei wichtige Kompetenzen ein, die in diesem Zusammenhang erstmalig beschrieben wurden. Das Kind als eifrigen Forscher, als Konstrukteur seines eigenen Wissens und das Kind mit 100 Sprachen um sich selbst auszudrücken. Auf diese Kompetenzen wird im weiteren Verlauf der Ausarbeitung näher eingegangen.

Das Wissen über diese Kompetenzen führt uns schließlich zu der Beantwortung der Frage, in wie fern die Kinder in der Reggio-Pädagogik die Partizipation leben können und welche Rechte ihnen von den Erwachsenen gegeben werden.

1. Einführung in die Reggio-Pädagogik

Reggio Emilia ist eine in Norditalien liegende Stadt und Gründungsort der so genannten Reggio-Pädagogik. In Reggio Emilia ist, seit dem Kampf gegen den Faschismus, der Kooperativgedanke durch eine sozialistisch-kommunistische Tradition tief verankert.

1945, kurz nach dem zweiten Weltkrieg, wurde in Villa Cella, einem kleinen Dorf nahe Reggio Emilia, ein Panzer gefunden. Dieser wurde zerlegt und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Über das so eingenommene Geld entschied ein Komitee, in welchem sich die Frauen der Ortschaft durchsetzten. Dieses Geld wurde für den Bau des ersten Volkskindergartens „asilo del popolo“ verwendet. Der Kindergarten wurde von Bürgern der Stadt, Männern und Frauen, kollektiv geleitet. Alle relevanten Bürger wurden in die Planungen und Realisierung der Arbeiten und Projekte einbezogen. Zudem arbeiteten dort zwei ausgebildete Erzieherinnen unentgeltlich. Die Kinder sollten zur Humanität und Gewaltfreiheit erzogen werden und sollten ein demokratisches Verständnis entwickeln.

Ab 1963 wurden die ersten kommunalen Kindergärten gegründet.

Ende der 1960er Jahre fand in Italien ein Umdenken über die Bildungspolitik statt und in dem Zusammenhang wurde ab diesem Zeitpunkt auch die Reggio-Pädagogik von Erzieherinnen, Lehrerinnen und anderen Fachleuten weiterentwickelt. Dazu gehörte auch der Lehrer und Erziehungswissenschaflter Loris Malaguzzi (1920 – 1994), welcher heute oft als Begründer der Reggio-Pädagogik betitelt wird. Malaguzzi hat mit seinen Vorstellungen grundlegend zur heutigen Gestalt der Reggio-Pädagogik beigetragen.

1981 rückte der Fokus der Weltöffentlichkeit auf Reggio Emilia, da die Kinder die Wanderausstellung „Die 100 Sprachen des Kindes“ konzipierten und gestalteten. Seitdem wurde die Ausstellung zwar mehrfach überarbeitet, der Grundgedanke der 100 Sprachen eines Kindes, in denen es sich ausdrücken kann, bleibt jedoch bestehen.

Heute gibt es in Reggio Emilia 35 Kindertagesstätten, wovon 13 auf Kinder unter 3 Jahren spezialisiert sind und der Rest auf über Dreijährige.

Die Reggio-Pädagogik besitzt kein festgelegtes Konzept. Sie ist als Erziehungsphilosophie und als Prozess zu verstehen, welcher bei Bedarf weiterentwickelt und verändert werden kann.

1.1. „insieme“

„Insieme“ bedeutet „zusammen“. Dies ist ein Schlüsselwort in der Pädagogik in Reggio. Alle Personen, die an der Erziehung und Bildung beteiligt sind, arbeiten wechselseitig zusammen und haben eine gemeinschaftliche Teilhabe am pädagogischen Geschehen (vgl. Bagic-Moser, Barbara: Alle haben ein Recht auf Partizipation). Die Gemeinschaft ist dabei die wichtigste Instanz in dieser Pädagogik.

Die Kindertagesstätten in Reggio Emilia werden von einem kollektiven Leitungsrat geführt, welcher aus Personal, Familien und Bürgern der Stadt zusammengesetzt ist. Es gibt lediglich stark abgeflachte Hierarchien, das heißt es gibt keine eigenständige Leitung. Die Einrichtungen werden partizipativ-kollegial geführt, alle an der Erziehung und Bildung Beteiligten übernehmen Verantwortung – auch die Kinder selbst. (vgl. ebd.)

Die drei Systeme Kinder, Erzieherinnen und Eltern sind ein sehr wichtiges Thema in der Reggio-Pädagogik. Sabine Lingenauber bezeichnet diese Systeme in ihrem Buch „Einführung in die Reggio-Pädagogik“ als ein „Sozialaggregat“, sie sind „nicht als in sich abgeschlossen zu denken. Sie sind als offene Systeme zu verstehen, die sich wechselseitig beeinflussen.“ (S.13). Sie stellt auch das Sozialaggregat selbst als keine in sich geschlossene Gesamtheit dar, es steht beispielsweise in Wirkungszusammenhängen mit dem Gemeinwesen der Stadt Reggio Emilia und den anderen kommunalen Kindertagesstätten und Krippen (vgl. ebd.). Loris Malaguzzi schrieb dazu: „>>Die kindliche Entwicklung stellt sich demnach nicht als individuelle Angelegenheit dar, sondern als ein Prozess, der sich innerhalb einer Gemeinschaft vollzieht<<“ (ebd.).

In der Reggio-Pädagogik werden dem Kind besondere Kompetenzen zugesprochen, die bei ihrer Veröffentlichung erstmalig im Zusammenhang mit Kindern ausgesprochen wurden.

Da sich diese Ausarbeitung speziell mit den Rechten der Kinder und deren Partizipation beschäftigen soll, wird im folgenden Abschnitt auf die drei wichtigsten Kompetenzen des Kindes eingegangen. Die selbstverständlich wichtigen Kompetenzen der Eltern und Erzieherinnen werden dabei nur kurz angeschnitten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Reggio-Pädagogik. Kompetenzen, Rechte und Partizipation der Kinder und Erwachsenen innerhalb des Konzepts
Hochschule
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V1151155
ISBN (eBook)
9783346540560
ISBN (Buch)
9783346540577
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reggio-pädagogik, kompetenzen, rechte, partizipation, kinder, erwachsenen, konzepts
Arbeit zitieren
Bianca Schreyer (Autor:in), 2018, Die Reggio-Pädagogik. Kompetenzen, Rechte und Partizipation der Kinder und Erwachsenen innerhalb des Konzepts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151155

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