In meiner Facharbeit geht es um Mobbing und deren Umgang in einer Kinderwohngruppe. Diesbezüglich habe ich vier Angebote zur Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder durchgeführt.
Ich möchte vor allem auch die Kinder für dieses Thema sensibilisieren und ihnen einen anderen Umgang mit ihren Gefühlen wie Wut, Neid und Selbsthass aufzeigen. Um dies kindgerecht zu vermitteln, stelle ich die folgende These für meine Facharbeit auf: "Durch das Theaterspiel als Spiegel lernen die Kinder den Umgang mit Aggressionen, Mobbing und ihren eigenen Gefühlen."
Alle Kinder haben nicht nur den Wunsch nach, sondern auch den persönlichen Anspruch auf ein harmonisches Miteinander. Während meiner derzeitigen Ausbildung und auch in diversen anderen Bereichen meines bisherigen Lebens konnte ich beobachten, dass innerhalb verschiedenster Gruppen von Kindern einige des Öfteren ausgeschlossen werden, da sie in der Gruppendynamik an den Rand gedrängt bzw. ausgegrenzt und als Außenseiter wahrgenommen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung zum Thema
1.1 Darstellung und Erkenntnis-Interesse
2. Theorie Mobbing
2.1 Allgemeine Definition von Mobbing
2.2 Was ist Mobbing?
2.3 Arten von Mobbing
2.4 Warum wird gemobbt?
2.5 Wer wird gemobbt?
2.6 Die sieben Rollen des Mobbings
2.8 Wie verläuft ein typischer Mobbingfall ab? (Phasen des Mobbings)
2.9 Folgen von Mobbing
3. Theorie von Aggression und Aggressivität
3.1 Aggression
3.2 Aggressivität
3.3 Wie entstehen Aggressionen?
4. Vorstellung des Eisbergmodells nach Freud und des Vier-Ohren-Modells nach Schulz von Thun
4.1 Eisbergmodell des Bewusstseins
4.2 Schulz von Thun (Vier-Ohren-Modell)
4.3 Resilienz
4.4 Theaterpädagogik
4.5 Didaktische Prinzipien
5.Praxisteil / Abgeleitetes Handeln für Pädagogen
5.1 Planungsgrundlage:
5.2 Beschreibung und Begründung der Zielgruppe:
5.3 Zielsetzung
5.4 Organisatorische und persönliche Vorarbeiten
5.5 Sachwissen zum Thema:
5.6 Fachliche Grundlage zur Methode:
5.7 Einsatz und Begründung von Medien, Materialien und Werkzeugen:
5.8 Raumgestaltung mit Begründung
5.9 Handlungsschritte des Angebots
6 Reflektion / Auswertung
7 Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Facharbeit ist es, Kinder und Jugendliche für das Thema Mobbing und Aggressionen zu sensibilisieren und ihnen durch theaterpädagogische Methoden sowie kommunikationswissenschaftliche Ansätze einen konstruktiven Umgang mit eigenen Gefühlen und Konflikten zu vermitteln. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwiefern Theaterspiel als Spiegel fungieren kann, um soziale Kompetenzen und Selbstwahrnehmung bei Kindern in einer intensivpädagogischen Wohngruppe zu fördern.
- Theoretische Fundierung von Mobbing-Dynamiken und Aggressionsmodellen.
- Anwendung des Vier-Ohren-Modells und des Eisbergmodells im pädagogischen Alltag.
- Entwicklung und praktische Durchführung eines theaterpädagogischen Handlungskonzepts.
- Reflektion der pädagogischen Rolle und nachhaltige Förderung eines harmonischen Miteinanders.
Auszug aus dem Buch
1.1 Darstellung und Erkenntnis-Interesse
Während meiner dualen Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher in einer intensivpädagogischen Wohngruppe in habe ich bereits mehrere “schwierige” Situationen erlebt, in denen Mobbing und Aggression ein Thema waren. In der Wohngruppe, die sich in einem Reihenhaus befindet, leben momentan sieben Kinder im Alter zwischen 5 und 13 Jahren, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr in ihren elterlichen Haushalten leben dürfen, können oder wollen.
Die Gruppendynamik wechselt hier ständig, da sich immer wieder neue Gruppenkonstellationen, zum Beispiel durch Rückführungen in den elterlichen Haushalt oder durch neue Aufnahmen von Kindern, ergeben können. Somit konnte ich während meiner bisherigen Ausbildungszeit in der Wohngruppe viele Situationen miterleben, die mitunter erstaunlich schön, teils aber auch sehr erschreckend waren. Bei Letzteren spielten Phänomene wie Mobbing und Aggressionen oft eine große Rolle.
In solchen eher aufwühlenden Situationen fühlte ich mich häufig überfordert und habe dies mit meiner Anleiterin besprochen. Sie gab mir unter Anderem den Rat, die Kinder räumlich zu trennen und zu versuchen, die Haupt-Aggressoren zu beruhigen, da diese in den Momenten des Mobbings und der Aggressionen meist für pädagogische Arbeit nicht zugänglich sind. Ich erlebte die Kinder oft als sehr gemein und verletzend im Umgang miteinander. Da ich mich in solchen Fällen nicht länger überfordert fühlen wollte und mir persönlich auch der respektvolle und harmonische Umgang untereinander wichtig ist, setze ich mich intensiv mit dem Thema Mobbing und Aggressionen auseinander und suchte nach Lösungsansätzen für derartige Konflikte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung zum Thema: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Facharbeit, basierend auf persönlichen Beobachtungen von Mobbing in einer intensivpädagogischen Wohngruppe.
2. Theorie Mobbing: Dieses Kapitel definiert Mobbing, erläutert die verschiedenen Arten (von körperlich bis Cybermobbing), analysiert die Rollenverteilung und beschreibt die Phasen sowie Folgen von Mobbingprozessen.
3. Theorie von Aggression und Aggressivität: Hier werden wissenschaftliche Definitionen von Aggression und Aggressivität dargelegt sowie deren Entstehung im Kontext von Schlüsselreizen und Erfahrungen erläutert.
4. Vorstellung des Eisbergmodells nach Freud und des Vier-Ohren-Modells nach Schulz von Thun: Die Kapitel stellen psychologische Modelle zur Kommunikation und zum Bewusstsein vor und verknüpfen diese mit Theaterpädagogik und Resilienzförderung.
5.Praxisteil / Abgeleitetes Handeln für Pädagogen: Dieser Hauptteil beschreibt detailliert die Planung, Zielgruppenanalyse und Durchführung eines theaterpädagogischen Angebots in einer Wohngruppe.
6 Reflektion / Auswertung: Die Auswertung reflektiert den Erfolg des durchgeführten Projekts, die Lernerfahrungen der Kinder und die pädagogischen Herausforderungen im Alltag.
7 Resümee: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer beharrlichen, empathischen Erziehungsarbeit gegen Mobbing.
Schlüsselwörter
Mobbing, Aggression, Theaterpädagogik, Wohngruppe, Vier-Ohren-Modell, Eisbergmodell, Konfliktlösung, Resilienz, Pädagogik, Kommunikation, Sozialverhalten, Gruppenkonstellationen, Selbstwahrnehmung, Prävention, Erzieher.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Identifizierung, Analyse und Prävention von Mobbing und Aggressionen unter Kindern in einer intensivpädagogischen Wohngruppe.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie von Mobbing und Aggression, der Anwendung psychologischer Kommunikationsmodelle und der praktischen Umsetzung theaterpädagogischer Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Sensibilisierung der Kinder für Mobbingthematiken, um einen harmonischeren, respektvollen Umgang miteinander durch die Reflexion von Gefühlen zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Fachliteraturanalyse, persönlicher Beobachtung und der Durchführung von pädagogischen Interventionen (Theaterstück und Gruppendiskussion).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil (Praxisteil) wird ein konkretes Handlungskonzept für die Wohngruppe vorgestellt, inklusive Planung, Durchführung und Auswertung eines theaterbasierten Bildungsangebots.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch für die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mobbingprävention, Gruppenpädagogik, Eisbergmodell, verbale und nonverbale Kommunikation sowie Resilienzförderung.
Wie unterscheidet sich die Rolle des „Bystanders“ von anderen Mobbingrollen?
Der Bystander nimmt eine Zuschauerrolle ein, ohne sich aktiv in den Konflikt einzuschalten oder Stellung gegen das Mobbing zu beziehen, was ihn vom aktiven Täter oder vom Verteidiger des Opfers abgrenzt.
Warum spielt das Eisbergmodell eine Rolle für die pädagogische Arbeit?
Das Modell hilft dem Erzieher, Kindern zu vermitteln, dass hinter aggressiven Äußerungen (die 20% an der Oberfläche) tiefere emotionale Belastungen oder Unsicherheiten (die 80% unter der Oberfläche) stehen können.
Welchen Mehrwert bietet die Theaterpädagogik in diesem Kontext?
Durch das Theaterspiel können Kinder eine Distanz zum eigenen Handeln gewinnen und sich in verschiedene Rollen einfühlen, was Empathie fördert und den Blick von außen auf Konfliktsituationen ermöglicht.
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- Dominik Brockbals (Autor), 2021, Mobbing und Aggression in einer Kinderwohngruppe. Methoden zum Umgang mit dem Thema, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151213