Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History - Asia

Qualifikationen interkultureller Begegnung. Selbst- und Fremdbilder anhand Ferdinand Kittels Arbeit in Karnataka

Title: Qualifikationen interkultureller Begegnung. Selbst- und Fremdbilder anhand Ferdinand Kittels Arbeit in Karnataka

Term Paper , 2016 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tanja Hammer (Author)

History - Asia
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Es gilt festzustellen, mit welchen Parametern, auf welcher Grundlage, ein (heutiger) Vergleich von Kultur(en) samt Bewertung der Kontakte zweier Vertreter verschiedener Ethnien in den Jahren 1866 bis 1867, 1877 bis 1883 und 1853 bis 1892 möglich ist . Es interessiert, wo sich Kittel in seinem Handeln und Denken von der indischen Kultur unterscheidet. In wieweit erkennt er das Fremde als für sich und seine Mitbrüder fremd? Wie geht er mit seinem Eigenen um in Südindien? Diesen Fragen soll in der vorliegenden Arbeit durch einen Abgleich mit Theorien von A. Thomas und Hall und dem überlieferten Handeln und Denken Kittels nachgegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zielsetzung

1.2 Vorgehensweise

2. Der Basler Missionar

2.1 Ferdinand Kittel

2.2. Kulturdefinition

2.3 Eigenes und Anderes

3. Kulturstandards nach Alexander Thomas

3.1 Regelorientiertheit

3.1.1 Konfliktvermeidung und Autoritästorientierung der Inder

3.1.2 Sachrationalität und Prinzipien der Deutschen

4. Edward T. Halls Kulturdimensionen

4.1. Interaktion

4.2 learning and acquisition

4.3. Temporality

4.3.1 Polychrones Zeitverständnis als indischer Kulturdimension

4.3.2 Monochrones Zeitverständnis als deutsche Kulturdimension

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das interkulturelle Handeln des Basler Missionars Ferdinand Kittel in Karnataka zwischen 1853 und 1892. Ziel ist es, durch einen Abgleich mit den Theorien von Alexander Thomas und Edward T. Hall zu analysieren, wie Kittel mit der indischen Kultur interagierte, inwieweit er sich als fremd wahrnahm und welche spezifischen Qualifikationen ihm einen erfolgreichen interkulturellen Dialog ermöglichten.

  • Analyse des interkulturellen Handelns von Ferdinand Kittel
  • Kulturtheoretische Untersuchung anhand der Kulturstandards von Alexander Thomas
  • Anwendung der Kulturdimensionen nach Edward T. Hall auf historische Kontexte
  • Vergleich zwischen eigenem (deutschem) und fremdem (indischem) Kulturverständnis
  • Bedeutung von Sprachkenntnissen und Empathie für gelingende interkulturelle Begegnungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Regelorientiertheit

„Regelorientierte, internalisierte Kontrolle bedeutet, daß alle den im jeweiligen Kontext vorhandenen Regeln, Systemen, Strukturen Folge leisten, und daß das Verhalten an den abstrakten und allgemeingültigen Vereinbarungen, Übereinkünften und Vertragsbestandteilen zu orientieren ist, also an von konkreten Personen und Situationen unabhängigen Regelungen.“

In seinem deutschen Kulturstandard ordnet Thomas der deutschen Kultur eine große Regeltreue, sehr gute Strukturiertheit und hohe Identifikation mit der Arbeit sowie ein Ernstnehmen der daraus entstehenden Verantwortung zu. Es träfe die Aussage „auf alle Beteiligten muß Verlaß sein“ zu. Regeln einhalten werde mit hoch angesehener Zuverlässigkeit gleichgesetzt und stelle somit einen moralischen Wert dar.

Ferdinand Kittel ging, um seine Aufgaben zu erfüllen, in vielen Fällen getreu dem Motto „allen alles werden, ohne ein Heuchler oder Schmeichler zu sein“ vor und meinte mit „allen“ die indigene Bevölkerung, obwohl dieses Vorgehen nicht den Regeln der Mission entsprach. Nun stellt sich die Herausforderung der Priorisierung. Er möchte die Regel, Ungläubige zu missionieren, erfüllen, erkennt jedoch andere Wege als die von der Mission vorgegebenen als die richtigen. Er zeigt Regeltreue bei seiner Aufgabe, jedoch nicht bei der Art der Umsetzung. Kittel begann, in einer landestypischen Unterkunft zu leben, wollte als „Bruder der Dorfbewohner“ wahrgenommen werden, nicht als Fremder. Er setzte sich mehr für linguistische Zwecke ein, als die Missionsstation dies wünschte. Er nahm wahr, dass die Lesegewohnheiten der indigenen Bevölkerung auf Verse konditioniert waren, stellte fest, dass die Bibel diesen nicht entsprachen (Kognition) und die christlichen Schriften deshalb nicht gelesen wurden (Urteil). Er regte an, originelle Wege zu gehen (Prozessionen mit Fahnen und Musik, Gepränge in der Kirche, etc.) um die Emotionen der Hindus anzusprechen (Motivation), förderte die kanaresische Musik und wollte die Dichtkunst in den Schulen lehren (Handeln). Er sprach mit Frauen, Männern und Kindern aller Kasten gleichermaßen; gab Frauen die Hand, was im Indien des 19. Jahrhunderts als Fauxpas galt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das geografische und kulturelle Umfeld von Ferdinand Kittels Missionstätigkeit ein und skizziert die Fragestellung nach seinem interkulturellen Handeln.

1.1 Zielsetzung: Hier werden die Parameter für den Vergleich der Kontakte zweier Kulturen in den Jahren 1866 bis 1892 definiert und das Interesse an Kittels Handeln präzisiert.

1.2 Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der Arbeit, die theoretische Einbettung durch Thomas und Hall sowie die methodische Herangehensweise an den Kulturbegriff.

2. Der Basler Missionar: Hier wird der historische Hintergrund der Basler Mission und deren Missionsverständnis dargelegt.

2.1 Ferdinand Kittel: Dieses Kapitel zeichnet die Biografie und das Wirken von Ferdinand Kittel in Südindien nach.

2.2. Kulturdefinition: Es erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Kulturbegriff, von der UNESCO-Definition bis hin zu soziologischen Ansätzen.

2.3 Eigenes und Anderes: Dieses Kapitel reflektiert die Begriffe „Fremd“ und „Eigen“ im Kontext interkultureller Begegnungen und Identitätsbildung.

3. Kulturstandards nach Alexander Thomas: Hier wird der mikroanalytische Ansatz von Alexander Thomas zur Untersuchung interkultureller Begegnungen eingeführt.

3.1 Regelorientiertheit: Dieses Kapitel analysiert den deutschen Kulturstandard der Regelorientierung im Kontext von Kittels Missionstätigkeit.

3.1.1 Konfliktvermeidung und Autoritästorientierung der Inder: Hier wird der indische Kulturstandard der Personenorientierung und Konfliktvermeidung untersucht.

3.1.2 Sachrationalität und Prinzipien der Deutschen: Dieses Kapitel beleuchtet den deutschen Kulturstandard der Sachrationalität im Vergleich zur religiösen Missionierung.

4. Edward T. Halls Kulturdimensionen: Dieses Kapitel stellt das makroanalytische Modell von Edward T. Hall zur Analyse von Kultur als Kommunikationssystem vor.

4.1. Interaktion: Hier wird die Bedeutung von Sprache als zentrales Kommunikationssystem analysiert.

4.2 learning and acquisition: Dieses Kapitel untersucht den kulturell geprägten Prozess des Lernens und Erwerbs von Wissen.

4.3. Temporality: Hier werden unterschiedliche Zeitverständnisse als Kulturdimensionen diskutiert.

4.3.1 Polychrones Zeitverständnis als indischer Kulturdimension: Dieses Kapitel analysiert den flexiblen Zeitbegriff in der indischen Kultur.

4.3.2 Monochrones Zeitverständnis als deutsche Kulturdimension: Hier wird der strukturierte Zeitumgang der deutschen Kultur beleuchtet.

5. Resümee: Dieses abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Kittels interkulturelle Kompetenz im historischen Kontext.

Schlüsselwörter

Ferdinand Kittel, Basler Mission, Karnataka, Interkulturelle Kompetenz, Kulturstandards, Alexander Thomas, Edward T. Hall, Kulturdimensionen, Missionierung, Interkulturelle Kommunikation, Kannada, Selbstbild, Fremdbild, Regelorientierung, Zeitverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem interkulturellen Handeln des deutschen Missionars Ferdinand Kittel in Südindien im 19. Jahrhundert und analysiert, wie er kulturelle Unterschiede überbrückte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind interkulturelle Kommunikation, das Wirken der Basler Mission, Theorien über Kulturstandards sowie der Vergleich zwischen deutscher und indischer Kultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, warum Ferdinand Kittel in interkulturellen Begegnungen erfolgreich war, wo andere Missionare scheiterten, und welche Rolle sein Selbst- und Fremdbild dabei spielte.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die Kulturstandard-Theorie von Alexander Thomas und die Kulturdimensionen von Edward T. Hall, um historisches Handeln systematisch zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in die Konzepte von Kultur und Identität sowie die Anwendung dieser Theorien auf spezifische Verhaltensweisen Kittels, wie etwa seinen Umgang mit Regeln, Sprache und Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen interkulturelle Kompetenz, Kulturstandard, Basler Mission, Kommunikation sowie die Unterscheidung von eigenem und fremdem Handeln.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Ferdinand Kittel?

Die Autorin sieht Kittel als eine Persönlichkeit, die trotz ihrer eurozentrischen Prägung durch ein hohes Maß an Empathie, Sprachbegabung und eine für seine Zeit außergewöhnliche Offenheit beeindruckte.

Was besagen die Analysen zu Kittels Zeitverständnis?

Die Analyse zeigt, dass Kittel zwar selbst dem deutschen, monochronen Zeitverständnis folgte, aber im Umgang mit der indischen Kultur eine bemerkenswerte Flexibilität und Sensibilität bewies.

Welche Schlussfolgerungen zieht die Arbeit zur heutigen Wahrnehmung?

Die Arbeit deutet an, dass Kittels enorme Leistungen für die indische Sprache und Literatur bis heute eher in Indien gewürdigt werden, während sie in der europäischen Wahrnehmung teilweise in den Hintergrund gerückt sind.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Qualifikationen interkultureller Begegnung. Selbst- und Fremdbilder anhand Ferdinand Kittels Arbeit in Karnataka
College
University of Hagen  (Institut für neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte)
Grade
1,0
Author
Tanja Hammer (Author)
Publication Year
2016
Pages
22
Catalog Number
V1151468
ISBN (eBook)
9783346539533
ISBN (Book)
9783346539540
Language
German
Tags
Ferdinand Kittel Kittel Basler Mission Kannada Indien Kultur Fremddefinition Regelorierntierung Zeitverständnis Kulturdimensionen Kulturstandards Konfliktvermeidung Kolonialmacht Osterhammel Autoritätsorientierung temporality
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Hammer (Author), 2016, Qualifikationen interkultureller Begegnung. Selbst- und Fremdbilder anhand Ferdinand Kittels Arbeit in Karnataka, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151468
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint