Einstellungsänderung zum Rauchen. Wann ändern Menschen ihre Einstellung und das damit verbundene Verhalten dauerhaft?


Hausarbeit, 2019

31 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1 Definition
2.2 Komponenten
2.3 Arten
2.4 Funktionen

3. Bildung
3.1 Genetik
3.2 Kognition
3.3 Affekt
3.4 Verhalten

4. Modifikation
4.1 Kognitive Dissonanz
4.2 Persuasive Kommunikation
4.3 Emotionen
4.4 Kulturen

5. Praxisbeispiel „Einstellungsänderung zum Rauchen mittels Informationssätze und Schockbildern“
5.1 Situationsdarstellung
5.2 Situationserfassung
5.3 Diskussion
5.4 Ergebnisse

6. Fazit und Ausblick

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Elemente einer Einstellung...

Abbildung 2: Einstellungsarten

Abbildung 3: Möglichkeiten zur Reduktion der kognitiven Dissonanz..

Abbildung 4: Unterschiedliche Konstellationen von Tabakverpackungen…

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Gegenüberstellung Individualismus vs. Kollektivismus

Anlagenverzeichnis

Anlage 1: Anteil der Raucher in Deutschland nach Geschlecht in den Jahren 2000 bis 2025

1. Einleitung

„Tiefkühlprodukte sollen gesünder werden“- Schlagzeilen wie diese, waren zum Ende des vergangenen Jahres in diversen Medien zu lesen. Ursächlich dafür war ein Vorstoß der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner. Ihre Idee beinhaltet Vereinbarungen mit der Ernährungsindustrie, die vorsehen, dass der Anteil an Fett, Salz und Zucker in Fertigprodukten, bis zum Jahr 2025, schrittweise reduziert werden soll. Zudem sind kleinere Portionsgrößen, wie beispielsweise, die der Tiefkühlpizzen das Ziel. Die Reaktionen auf diese Vorgehensweise können als überwiegend negativ zusammengefasst werden. Viele Menschen werfen der Ernährungsministerin vor, sie würde dadurch der Politik und der Lebensmittelindustrie zu beiderseitigem Vorteil verhelfen. Darüber hinaus sei es ein Eingriff in die Handlungsautonomie des Menschen. Nichtsdestotrotz wird die Maßnahme von der Bundesregierung als legitimes Mittel zur Gesundheitsförderung bewertet. Als Gegenargument wird die steigende Zahl an Diabetes- bzw. Adipositaserkrankten genannt, obwohl das Kabinett seit langer Zeit versucht durch Aufklärungs- und Präventionsprogramme die Krankheitszahlen zu minimieren. Ein Beispiel hierfür ist das ausgewogene Essensangebot der Kantinen, die durch den Fiskus geführt werden. Daraus ist zu schließen, dass ein großer Teil der Bevölkerung ihre Einstellung bezüglich ungesunder und kalorienreicher Nahrungsmittel, ungeachtet der weitläufigen Einsichtsversuche, nicht verändert hat. Ähnliche Phänomene sind bei den Themen Rauchen, Umweltverschmutzung und Alkohol- bzw. Drogenmissbrauch erkennbar- denn obwohl sich die Menschen über die negativen Folgen ihrer Verhaltensweisen bewusst sind, zeigen sie diese weiterhin. Der hieraus resultierende soziale und finanzielle Schaden für die Gesellschaft ist beträchtlich, weshalb eine entsprechende Ursachensuche im Interesse der Bundesregierung ist. Aufgrund dessen möchte ich mich in meiner nachfolgenden Arbeit mit der Frage auseinandersetzen, wann Menschen ihre Einstellung und das damit verbundene Verhalten dauerhaft ändern. Um eine befriedigende Antwort zu erzielen, muss zunächst der aktuelle Wissenstand zur Einstellungsthematik dargestellt werden. Dieser beinhaltet die Grundlagen, die Bildung und die Modifikation von Einstellungen. Das Fundament umfasst eine Begriffsdefinition, eine Erklärung der beteiligten Komponenten, eine Funktionsanalyse, sowie eine Differenzierung zwischen den verschieden Arten. Im Anschluss daran wird der Entstehungsprozess zu den verschiedenen Grundhaltungen untersucht, damit auf dessen Basis nachvollzogen werden kann, wie diese Überzeugungen verändert werden können. Hierzu werden die Theorien der kognitiven Dissonanz, der persuasiven Kommunikation, der Emotion und der Kultur herangezogen, um aufzuzeigen, welche Möglichkeiten zur Einstellungsänderung bestehen. An einem Praxisbeispiel, das die Aufgabe des Rauchens durch Informationssätze und „Schockbilder“ zum Gegenstand hat, soll das theoretische Wissen angewendet und Schlussfolgerungen gezogen werden. Abgerundet wird die Hausarbeit durch ein persönliches Fazit und mögliche Implikationen für die tangierenden Handlungsfelder.

2. Grundlagen

2.1 Definition

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Elemente einer Einstellung.1

Der Grafik ist zu entnehmen, dass sich eine Einstellung aus drei Elementen zusammensetzt- somit kann sie als eine psychologische Tendenz verstanden werden, die eine positive, negative oder neutrale Bewertung gegenüber einem bestimmten Objekt zur Folge hat.2

2.2 Komponenten

Im vorhergien Kapitel wurde auf die drei verschiedenen Elemente einer Einstellung eingegangen, dass dabei dem Baustein der Bewertung eine größere Bedeutung als den anderen beiden zugemessen wird, wurde nicht ersichtlich. Dennoch ist es ein Aspekt, der näher erläutert werden muss, da die Evaluation eines Objektes auf verschiedene Stufen erfolgen kann. Eine dieser Ebenen ist die kognitive, sie bewertet eine Person, ein Objekt oder ein Verhalten bewusst auf der Grundlage von Informationen, Erfahrungen und Überzeugungen. Daraus resultieren wissentliche Einstellungen wie zum Beispiel „Mag ich“ oder „Mag ich nicht“. Im Gegensatz dazu wird auf der affektiven Ebene ein Einstellungsobjekt unbewusst durch positive oder negative Emotionen beurteilt. Wird ein Objekt positiv evaluiert, können Gefühle wie Freude, Dankbarkeit oder Hoffnung das Ergebnis dieses Prozesses sein, während eine negative Begutachtung häufig Emotionen wie Wut, Hass oder Verzweiflung hervorruft. Die dritte Komponente umfasst das Verhalten der Person, die eine Einstellung gegenüber einem bestimmten Gegenstand besitzt. Wogegen die kognitive und affektive Ebene nicht unmittelbar durch entsprechende Phänomene wahrgenommen werden können, zeichnet sich die Verhaltensstufe durch diese Eigenschaft aus und macht es möglich Rückschlüsse auf die eventuell vertretene Grundhaltung zu ziehen.3

2.3 Arten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einstellungsarten.4

Es existieren verschiedene Formen von Einstellungen, wobei die Differenzierung zwischen expliziten und impliziten Grundhaltungen die wichtigste ist.5 Eine explizite Einstellung zeichnet sich durch ein kontrolliertes Verhalten aus, das dem Bewusstsein des Menschen zugänglich ist und von ihm willentlich gesteuert werden kann. Als Ursache für die Entstehung von expliziten Einstellungen können aktuelle Erfahrungen angenommen werden. Hingegen sind implizite Einstellungen in vergangenen Erfahrungen begründet, bei denen vor allem die Kindheitserlebnisse eine große Bedeutung besitzen. Zudem äußern sie sich durch spontane Verhaltensweisen, die der betroffenen Person nicht bewusst sind und daher nicht gelenkt werden können. Darüber hinaus können die vergangenen Erlebnisse einem Menschen direkt oder indirekt widerfahren sein. Als Beispiel eignet sich das Thema Fremdenfeindlichkeit, während bei einer direkten Erfahrung der Mensch als Kleinkind im Hort von zwei dunkelhäutigen Kindern regelmäßig gemobbt wurde, sind es bei einem indirekten Erlebnis die Freunde der betreffenden Person, die eine rassistische Haltung gegenüber Andersfarbigen haben und deshalb wiederkehrend einseitige Gespräche über die Materie führen.6 Eine weitere Möglichkeit der Unterscheidung ist die Einteilung in gespeicherte und situative Einstellungen- gespeicherte Grundhaltungen werden aktiviert, wenn der Mensch mit einem Reiz konfrontiert wird, der die dazugehörige Einstellung im Gedächtnis stimuliert. Dagegen werden situationsabhängige Grundhaltungen überwiegend durch aktuell dargebotene Informationen konstruiert. Beide Formen treten häufig simultan auf, wobei die gespeicherte Überzeugung stabiler ist als die kontextabhängige.7

2.4 Funktionen

Einstellungen erfüllen für die Menschen viele unterschiedliche Aufgaben, dabei können zum einen die kognitiven Funktionen und zum anderen die motivationalen Funktionen voneinander abgegrenzt werden.8

Zu den kognitiven Aufgaben zählen die Komplexitätsreduktion, die selektive Suche von Informationen, sowie die Konstruktion eines eigenen Selbstkonzeptes, das uns von anderen Personen abgrenzt. Da die Welt durch ihre Vielzahlt von Reizen sehr komplex ist und aufgrund aktueller Entwicklungen, wie beispielsweise die der Globalisierung weiter ausschweift, helfen Einstellungen dabei diese Vielfalt an Informationen einzugrenzen, indem überwiegend Stimuli wahrgenommen werden, die der tangierenden Grundhaltung entsprechen. Im Zusammenhang dazu sucht der Organismus gezielt nach einstellungsrelevanten Reizen und erinnert an diese, um ein eigenes Selbstkonzept zu kreieren.9

Die motivationalen Prozesse von Einstellungen beinhalten die Zielerreichung, damit verbunden die Verhaltenssteuerung, die Ich-Verteidigung und die Verwirklichung des eigenen Selbst. In Bezug auf das Erreichen der persönlichen Ziele unterstützen Grundhaltungen den Menschen bei der Auswahl von Objekten, die für die Erfüllung der verfolgten Absicht bedeutend sind. Auf diese Weise wird das Verhalten in die dafür notwendige Richtung gelenkt. Eine weitere Motivation von Einstellungen ist das Schützen des eigenen Ichs, das das Aufrechterhalten eines positiven Selbstwertgefühls als Ursache hat. Hierzu steht die Verwirklichung des eigenen Selbst in einem engen Zusammenhang, weil der Mensch dazu bestrebt ist, anderen zu zeigen wer er ist und für was er steht. Bei der Umsetzung dieses Vorhabens unterstützen ihn vorhandene Einstellungen.10

[...]


1 Eigene Darstellung, in Anlehnung an Fischer, Jander & Krueger, 2018, S.97.

2 Vgl. Fischer, Jander & Krueger, 2018, S.97.

3 Vgl. Fritsche & Kessler, 2017, S.53-54.

4 Eigene Darstellung, in Anlehnung an Raatz, 2015, S.68.

5 Vgl. Bodenmann, Jäncke, Petermann, Schütz & Wirtz , 2017, S.449.

6 Vgl. Fritsche & Kessler, 2017, S.55.

7 Vgl. Raatz, 2015, S.68.

8 Vgl. Koch & Orth, 2017, S. 111-112.

9 Vgl. Güttler, 2003, S. 105-106.

10 Vgl. Güttler, 2003, S. 105-106.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Einstellungsänderung zum Rauchen. Wann ändern Menschen ihre Einstellung und das damit verbundene Verhalten dauerhaft?
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
31
Katalognummer
V1151493
ISBN (eBook)
9783346539304
ISBN (Buch)
9783346539311
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einstellungsänderung, rauchen, wann, menschen, einstellung, verhalten
Arbeit zitieren
Lea Schlindwein (Autor:in), 2019, Einstellungsänderung zum Rauchen. Wann ändern Menschen ihre Einstellung und das damit verbundene Verhalten dauerhaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151493

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