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Die Entwicklung der Dritten Fernsehprogramme

Title: Die Entwicklung der Dritten Fernsehprogramme

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 24 Pages , Grade: 1

Autor:in: Anne Uhlhaas (Author)

Communications - Media History
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Das Fernsehen ist, wie alle Medien, nicht nur Vermittler, sondern auch Bestandteil des kulturellen Lebens, gleichgültig, ob man einen engen oder weiteren Kulturbegriff zugrunde legt.
Die rechtliche Grundlage der Bildung und Kultur im Fernsehen bildet der „Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland“ vom 31. August 1991, der mit seiner vierten Änderung am 1. Januar 2001 in Kraft getreten ist. In ihm heißt es sowohl für öffentlich-rechtliche als auch für private Programme: „Die Rundfunkprogramme sollen zur Darstellung der Vielfalt im deutschsprachigen und europäischen Raum mit einem angemessenen Anteil an Information, Kultur und Bildung beitragen.“
Im Nationalsozialismus waren Bildung und Information zu Propagandainstrumenten der Machthaber verkommen. Deshalb wiesen die Westalliierten den neu zugelassenen Rundfunkanstalten eine hervorragende Aufgabe bei der reeducation zu, der Erziehung der Deutschen zur Demokratie. Die Bedeutung, die die Siegermächte der Bildung beimaßen, zeigt sich auch daran, dass Bildung neben Unterhaltung und Information in den Rundfunkgesetzen der Länderparlamente der BRD als verbindlicher Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Anbieter definiert ist.
Der Programmauftrag der Bildung und Kulturvermittlung wurde in Deutschland auf verschiedene Weise umgesetzt. Deshalb kann man in der BRD nicht nur von einem Bildungs- und Kulturfernsehen sprechen, da verschiedene Programmansätze und Organisationsformen möglich sind.
Die Entwicklung der Bildung und Kultur im Fernsehen soll hier deshalb am Beispiel der Gründung und Entwicklung der Dritten Fernsehprogramme deutlich gemacht werden. An den Veränderungen der Ansprüche und den daraus folgenden Änderungen im Programmschema der Dritten kann man die Wandlung der Bildung und des Bildungsbedarfs im deutschen Fernsehen am besten beispielhaft darstellen. Die Entwicklung der Dritten soll anhand der Frage behandelt werden, ob sie an ihrem Bildungsauftrag gescheitert sind, oder ob sie – dem geänderten Bildungsbedürfnis Rechnung tragend – mit der Zeit gegangen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bildung und Kultur im deutschen Fernsehen

3. Die dritten Fernsehprogramme

3.a. Die Gründung der dritten Programme – Vorraussetzungen und Erwartungen

3.b. Das Programmschema der Dritten Programme in den 60er Jahren

3.c. Die Abkehr vom reinen Bildungsfernsehen und die Verflachung des Programms in den 70ern und 80ern

3.d. Die heutige Bildungssituation der Dritten Programme

4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung

5. Literaturliste

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Dritten Fernsehprogramme in Deutschland unter dem Aspekt ihres ursprünglichen Bildungsauftrags. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die Programme an diesem Auftrag gescheitert sind oder ob sie sich erfolgreich an veränderte Bildungsbedürfnisse und Marktbedingungen angepasst haben.

  • Gründungsvoraussetzungen und Erwartungen an die Dritten Programme in den 1960er Jahren
  • Analyse des Programmschemas, insbesondere am Beispiel des Telekollegs
  • Strukturwandel durch zunehmende Regionalisierung und Kommerzialisierung
  • Spannungsfeld zwischen Bildungsauftrag, Quote und Unterhaltung
  • Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im dualen System

Auszug aus dem Buch

3.b. Das Programmschema der Dritten Programme in den 60er Jahren

Mit der Einführung der zunächst als reine Bildungsprogramme konzipierten Dritten Fernsehprogramme schien sich zunächst eine Möglichkeit abzuzeichnen, den sogenannten Minderheitenprogrammen mehr Raum innerhalb des Gesamtprogramms zu geben.

Die abstrakte Forderung nach Bildung wurde unter anderem in ein Programmschema umgesetzt, das den Werktätigen erlaubte, sich nach Feierabend zu bilden: das Telekolleg. Das Telekolleg zeigt deutlich, dass selbst bei den für Bildung konzipierten Programmen der alleinige Bildungsauftrag schnell scheiterte. Es stellt sich die Frage, ob das Fernsehen überhaupt geeignet, oder, ob es überhaupt wünschenswert ist, Programme des Fernsehens lediglich mit dem Auftrag der Bildung zu versehen.

Das Telekolleg ist die Entsprechung des traditionellen Unterrichts im Fernsehen. Der direkte Kontakt zum Lehrer wird durch den indirekten mittels des Fernsehers ersetzt. Entscheidend am neuen Konzept war, dass der Zuschauer nicht passiv blieb, sondern nach Absolvierung der Teilnahme und erfolgreicher Prüfung mit gleichen Rechten ausgestattet war, wie der Schüler, der am Ort die Fachschule besuchte. Mit dem Zeugnis des Telekollegs stand dem Absolventen der Eintritt in die 12. Klasse einer Fachoberschule zur Erlangung der Fachhochschulreife oder die Berufsoberschule zur Erlangung der Hochschulreife und eine Reihe anderer Fachschulen offen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Fernsehen als zentralen Bestandteil des kulturellen Lebens und erläutert den gesetzlichen Bildungsauftrag sowie die Relevanz der Dritten Programme als Untersuchungsgegenstand.

2. Bildung und Kultur im deutschen Fernsehen: Dieses Kapitel analysiert die Rollenverteilung zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern unter Berücksichtigung der Grundversorgungsforderung und der Auswirkung ökonomischer Marktmechanismen auf Bildungsinhalte.

3. Die dritten Fernsehprogramme: Das Hauptkapitel beleuchtet die historische Entwicklung, beginnend mit den hohen Erwartungen der 60er Jahre über den Wandel durch Programmverflachung bis hin zur heutigen Situation, in der Regionalisierung und Alltagsorientierung dominieren.

4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass das Fernsehen als reines Bildungsmedium die Erwartungen zwar nicht erfüllen konnte, sich jedoch durch Eigenproduktionen und Informationsangebote qualitativ hochwertig behauptet.

Schlüsselwörter

Dritte Fernsehprogramme, Bildungsfernsehen, Bildungsauftrag, Telekolleg, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Grundversorgung, Kulturmagazine, Programmgeschichte, Medienkompetenz, Regionalisierung, Einschaltquote, Bildungsbedürfnis, Massenmedien, deutsche Fernsehgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Dritten Fernsehprogramme in Deutschland und untersucht, wie sich ihr Programmangebot über die Jahrzehnte hinweg verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen der Bildungsauftrag, die strukturelle Entwicklung der Programme, die Konkurrenz durch private Anbieter und die Rolle von Informations- und Kulturformaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob die Dritten Programme an ihrem ursprünglichen Anspruch als Bildungsfernsehen gescheitert sind oder ob sie eine zeitgemäße Entwicklung vollzogen haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer medienhistorischen Analyse unter Rückgriff auf Fachliteratur, Rundfunkgesetze, Programmstatistiken und aktuelle Medienstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Gründung der Programme, das Programmschema der 60er Jahre, die Abkehr vom reinen Bildungsauftrag in den 70er/80er Jahren und die aktuelle Situation in den 90er Jahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Bildungsauftrag, Telekolleg, Grundversorgung, Programmverflachung, Regionalisierung und Zuschauerakzeptanz.

Warum wird das "Telekolleg" als ein zentrales Beispiel aufgeführt?

Es dient als Paradebeispiel für den Versuch, formalen Unterricht ins Fernsehen zu übertragen, und verdeutlicht die Diskrepanz zwischen bildungspolitischen Erwartungen und der tatsächlichen Mediennutzung.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der heutigen "Bildungssituation"?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der Bildungsbegriff heute weiter gefasst werden muss und die Dritten Programme trotz ihres Wandels weiterhin eine wichtige gesellschaftliche Rolle erfüllen.

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Details

Title
Die Entwicklung der Dritten Fernsehprogramme
College
University of Bonn  (Historisches Seminar)
Course
Mediengeschichte im 20. Jahrhundert
Grade
1
Author
Anne Uhlhaas (Author)
Publication Year
2001
Pages
24
Catalog Number
V11515
ISBN (eBook)
9783638176576
Language
German
Tags
Mediengeschichte Medien Kultur Fernsehen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Uhlhaas (Author), 2001, Die Entwicklung der Dritten Fernsehprogramme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11515
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