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Psychische Störungen im Zusammenhang mit unerfülltem Kinderwunsch und reproduktionsmedizinischen Maßnahmen

Title: Psychische Störungen im Zusammenhang mit unerfülltem Kinderwunsch und reproduktionsmedizinischen Maßnahmen

Master's Thesis , 2021 , 87 Pages , Grade: 100%

Autor:in: Leonhard Loimer (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit werden grundsätzliche Fragen in Bezug auf psychische Störungen im Zusammenhang mit unerfülltem Kinderwunsch und reproduktionsmedizinischen Maßnahmen beantwortet. Untersucht wird, ob psychische Störungen zu Unfruchtbarkeit führen, oder ein unerfüllter Kinderwunsch zu psychischen Erkrankungen führen kann. Darüber hinaus wird die Rolle reproduktionsmedizinischer Maßnahmen als Ursache für psychische Störungen erforscht. Vor dem Erstellen des systematischen Reviews wurden die Forschungsfragen identifiziert und ihre Beziehungen zueinander analysiert. Vor allem randomisierte kontrollierte Studien, systematische Übersichtsarbeiten sowie Metaanalysen und Leitlinien der letzten 25 Jahre wurden berücksichtigt.

Es gibt keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege für psychopathologische Persönlichkeitsstrukturen, welche bei unfruchtbaren Paaren eine Fertilitätsstörung verursachen könnten. Ausschließlich psychopathologische Faktoren wie krankhaftes Essverhalten, starkes Unter- sowie Übergewicht bei Frauen und starkes Übergewicht bei Männern sowie exzessiver Sport bei Frauen und der Genuss- und Arzneimittelmissbrauch können die Fertilität einschränken. Das Gefühl des Versagens, der Niederlage und der Ausweglosigkeit kann nach erfolglosen medizinischen Kinderwunschbehandlungen sowohl bei Frauen als auch bei Männern depressive Symptome fördern. Ängstlichkeit und Depressivität haben jedoch keinen Einfluss auf das Eintreten einer Schwangerschaft nach medizinischer Kinderwunschbehandlung. Ob Einlingskinder nach medizinischer Kinderwunschbehandlung psychisch beeinträchtigt sind, ist nicht eindeutig geklärt. Die Mehrlingsproblematik nach medizinischen Kinderwunschbehandlungen ist aus psychologischer Sicht jedoch dramatisch. Mehrlinge leiden wesentlich häufiger an Verhaltensstörungen.

Es ist zu vermuten, dass ausschließlich Paare, welche im Vorfeld einer künstlichen Befruchtung an psychischen Störungen leiden, von psychosozial orientierten Beratungsangeboten vor der medizinischen Kinderwunschbehandlung profitieren. Dennoch ist die Einbeziehung psychischer und sozialer Gesichtspunkte, im Sinne einer primären psychosomatischen Grundversorgung, vor der Behandlung sinnvoll. Neue Forschungsfelder ergeben sich durch die zunehmende Verschiebung der klassischen Mutter-Vater-Kind-Kernfamilie hin zu Einelternfamilien, Co-Parenting-Eltern und gleichgeschlechtlichen Familien.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Exposé

1. Definition und Inzidenz

2. Psychische Belastung

3. Mangel an Wissen und übersteigerte Erwartungen

4. Die Situation in Österreich

5. Stress und Unfruchtbarkeit

6. Recherche und Studien

7. Aufbau der Arbeit

Literatur-Review

Teil 1: Theoretische Grundlagen

1. Reproduktion im Allgemeinen

2. Physiologie der menschlichen Reproduktion

3. Geschichte der Reproduktionsmedizin

4. Häufigkeit und medizinische Ursachen von unerfülltem Kinderwunsch

5. Prognostische Kriterien bei ungewollt kinderlosen Paaren

6. Prognosekriterien für Schwangerschaften bei Kinderwunschbehandlungen

7. Neue Familienformen und sozialpolitische Aspekte

8. Medizinische Behandlungsmöglichkeiten bei unerfülltem Kinderwunsch

9. Weiterentwicklung der Reproduktionsmedizin

Teil 2: Psychische Aspekte der Kinderlosigkeit

1. Kinderwunschmotive

2. Unerfüllter Kinderwunsch und psychische Belastung

3. Stress und Infertilität

4. Belastungserleben durch ungewollte Kinderlosigkeit

5. Männer und Kinderwunsch

6. Paarbeziehung und Kinderwunsch

7. Die Überschätzung der eigenen Fruchtbarkeit

8. ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehung während der Kinderwunschbehandlung

Teil 3: Psychische Störungen und unerfüllter Kinderwunsch

1. Psychische Störungen als Ursache für unerfüllten Kinderwunsch

2. Unerfüllter Kinderwunsch als Ursache für psychische Störungen

3. Reproduktionsmedizinische Maßnahmen als Ursache für psychische Störungen

Teil 4: Bewältigungs- und Therapieformen bei unerfülltem Kinderwunsch

1. Coping

2. Psychotherapeutische Interventionen vor der medizinischen Therapie

3. Die psychosomatische Grundversorgung

4. Psychosoziale Beratung

5. Autoregulationsverfahren

6. Positive Neubewertung und Stressbewältigung

7. Verhaltenstherapeutische Interventionen

8. Verhaltenstherapeutische Gruppen- und Paartherapie

9. Internetbasierte psychosoziale Unterstützung

10. Kombinierte Behandlungen

11. Hypnose, Musiktherapie, Akupunktur, traditionelle chinesische Medizin

12. Medikamentöse Behandlung

Teil 5: Methodische Aufarbeitung

1. Darstellung methodischer Ansätze des Forschungsfelds

2. Weiterentwicklung methodischer Ansätze

Diskussion

1. Auswirkungen von Stress auf das Behandlungsergebnis

2. Therapie

3. Beantwortung der Forschungsfragen

a) Können psychische Störungen zu Unfruchtbarkeit führen?

b) Kann unerfüllter Kinderwunsch zu psychischen Erkrankungen führen?

c) Können reproduktionsmedizinische Maßnahmen eine Ursache für psychische Störungen sein?

4. Limitationen

5. Künftige Forschungsfragen

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen psychischen Störungen und unerfülltem Kinderwunsch sowie den Einfluss medizinischer reproduktiver Maßnahmen auf die psychische Gesundheit der betroffenen Paare. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, ob psychische Störungen Fertilitätsprobleme auslösen können, ob Kinderlosigkeit psychische Erkrankungen induziert und welche Rolle medizinische Interventionen dabei spielen.

  • Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und Infertilität.
  • Einfluss von unerfülltem Kinderwunsch auf die psychische Gesundheit.
  • Rolle der Reproduktionsmedizin als potenzieller Stressfaktor oder psychischer Belastungsfaktor.
  • Wirksamkeit psychosozialer Beratung und verschiedener Therapieformen (z.B. Verhaltenstherapie, Coping-Strategien).
  • Methodische Evaluation aktueller Forschungsansätze in diesem Bereich.

Auszug aus dem Buch

1. Reproduktion im Allgemeinen

Die Weitergabe von Merkmalen eines Organismus ist nur durch Reproduktion möglich. Die Fortpflanzung ist damit ein wesentliches Merkmal des Lebens. Es wird in diesem Zusammenhang zwischen ungeschlechtlicher, eingeschlechtlicher und zweigeschlechtlicher Reproduktion unterschieden.

Die ungeschlechtliche Fortpflanzung ist die ursprünglichste Form der Vermehrung und kommt bei Einzellern vor. Diese verdoppeln ihr Erbmaterial und verteilen es anschließend auf zwei Zellen. Spezielle Keimzellen sind dafür nicht notwendig. Der Vorteil dieser Art der Fortpflanzung ist, dass Genkombinationen, die sich bewährt haben, erhalten bleiben (Wilharm, 2008).

Eine andere Form ist die geschlechtliche oder sexuelle Fortpflanzung, wobei zwischen eingeschlechtlicher und zweigeschlechtlicher Fortpflanzung unterschieden wird. Erstere wird Parthenogenese (Jungfernzeugung) genannt. Die Nachkommen entstehen dabei aus den unbefruchteten Eizellen der Weibchen, die durch hormonelle Stimulation zur Teilung angeregt werden. Geschlechtspartner sind, wie bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung, nicht nötig (Seiler, 1964).

Im Zuge der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung kommen zwei unterschiedliche Keimzellen zusammen: Eizelle und Samenzelle. Die Nachkommen erhalten damit die Gene beider Elternteile. Dadurch besteht die Möglichkeit, neue, an aktuelle Umweltbedingungen angepasste Genkombinationen entstehen zu lassen. Selten befinden sich die beiden Geschlechtszellen in ein und demselben Individuum. In diesem Fall wäre die Rede von Autogamie oder Selbstbefruchtung (Ebeling, 2006). Rutherford (2020) merkt an, dass zweigeschlechtliche Fortpflanzung auf mehreren Ebenen zu einer Erhöhung der Vielfalt führt. Die 23 Chromosomen des Menschen ermöglichen mehr als acht Millionen verschiedene Kombinationen der mütterlichen und väterlichen Keimzellen (Brem, 2019).

Zusammenfassung der Kapitel

Exposé: Einführung in die Thematik der Kinderlosigkeit, Definition von Unfruchtbarkeit und Darstellung der gesellschaftlichen Relevanz.

Literatur-Review: Umfassende Aufarbeitung der theoretischen Grundlagen, psychischen Aspekte der Kinderlosigkeit, Störungsbilder, Therapieformen sowie methodische Reflexion des Forschungsfelds.

Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen, Beantwortung der Forschungsfragen, Limitationen der Studienlage und Ausblick auf zukünftige Forschungsthemen.

Schlüsselwörter

Unerfüllter Kinderwunsch, Reproduktionsmedizin, Psychische Belastung, Infertilität, Psychosomatik, IVF, Kinderwunschbehandlung, Stress, Coping, Psychotherapie, Paarberatung, Fertilitätsstörung, Depression, Ängstlichkeit, Mehrlingsschwangerschaften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die komplexen psychologischen Zusammenhänge zwischen unerfülltem Kinderwunsch, psychischen Störungen und der medizinischen Behandlung (Reproduktionsmedizin).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Dazu gehören die Ursachen von Infertilität, die psychische Belastung durch Kinderlosigkeit, die Rolle von Stress, sowie verschiedene psychotherapeutische Ansätze zur Bewältigung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Klärung, ob psychische Probleme Unfruchtbarkeit bedingen, ob der unerfüllte Wunsch zu psychischen Erkrankungen führt und ob medizinische Eingriffe selbst eine Belastung darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um ein systematisches Literaturreview, das randomisierte kontrollierte Studien, Übersichtsarbeiten und Metaanalysen der letzten 25 Jahre auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, psychische Aspekte, klinische Störungsbilder, verschiedene Therapie- und Bewältigungsformen sowie eine methodische Aufarbeitung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Hauptbegriffe sind unerfüllter Kinderwunsch, Reproduktionsmedizin, psychische Belastung, Infertilität, IVF und psychosomatische Grundversorgung.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Stress und Unfruchtbarkeit?

Ein direkter Nachweis ist schwierig, aber es gibt hormonelle Zusammenhänge (z.B. Prolaktinspiegel), bei denen Stress negative Auswirkungen auf die Konzeptionsrate haben kann.

Profitieren Paare von einer psychosozialen Beratung?

Die Literatur deutet darauf hin, dass insbesondere Paare, die bereits vor der Behandlung psychisch belastet sind, von begleitenden Beratungsangeboten profitieren können.

Wie gehen Männer mit der Kinderlosigkeit um?

Studien zeigen, dass Männer zwar oft weniger offen über ihre Emotionen sprechen als Frauen, jedoch in ihrem Belastungserleben ähnlich stark betroffen sein können.

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Details

Title
Psychische Störungen im Zusammenhang mit unerfülltem Kinderwunsch und reproduktionsmedizinischen Maßnahmen
College
London Metropolitan University  (AIHE Academic Institute for Higher Education)
Grade
100%
Author
Leonhard Loimer (Author)
Publication Year
2021
Pages
87
Catalog Number
V1151771
ISBN (eBook)
9783346538871
ISBN (Book)
9783346538888
Language
German
Tags
Unerfüllter Kinderwunsch psychische Störungen Reproduktionsmedizin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Leonhard Loimer (Author), 2021, Psychische Störungen im Zusammenhang mit unerfülltem Kinderwunsch und reproduktionsmedizinischen Maßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151771
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