Beratung gewinnt im Alltag der Pflege auf Grund eines immer komplexer werdendem Gesundheitssystem und steigenden Anforderungen an den Einzelnen, zunehmenden an Bedeutung. In den folgenden Ausführungen wird die Salutogenese von Antonovsky, im Zusammenhang mit Pflegeberatung erläutert und anschliessend diskutiert.
Zuvor erfolgt die Darstellung der Pathogenese. Sie dient als äusserlicher Bezugspunkt des salutogenetischen Konzepts.
Im Zentrum beider Modelle steht die Gesundheit und Krankheit. Sie werden aus unterschiedlichen Perspektiven wie beispielsweise der Psychologie, Soziologie, Medizin, oder Pflege betrachtet. Während der Pathogenese Ansatz beispielsweise danach fragt, „Warum Menschen krank werden“, widmet sich der Salutogenese Ansatz der Frage, „Warum bleiben Menschen gesund?“. Wie denkt die Pflege dazu und welche Überlegungen werden derzeit diskutiert?
Weiter wird sich damit beschäftigt, welche Relevanz für Pflegeberatzung besteht. Existierende Konzepte werden geprüft, inwieweit sich Salutogenese darin verwirklichen konnte.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Pathogenese
2 Salutogenese
3 Diskussion Salutogenese und Pathogenese
4 Pflegeberatung
5 Diskussion Salutogenese und Pflegeberatung
6 Schlussbetrachtung
Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das salutogenetische Konzept nach Aaron Antonovsky im Kontext der Pflegeberatung, um dessen Relevanz und Anwendungsmöglichkeiten bei der Gesundheitsförderung und Krankheitsbewältigung kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen der Pathogenese als medizinisch-wissenschaftliches Modell
- Einführung in das Konzept der Salutogenese und das Kohärenzgefühl
- Vergleichende Diskussion zwischen pathogenetischen und salutogenetischen Ansätzen
- Bedeutung der Pflegeberatung in komplexen Gesundheitssystemen
- Analyse der Anwendbarkeit salutogenetischer Aspekte in der pflegerischen Praxis
Auszug aus dem Buch
2 Salutogenese
In diesem Abschnitt, wird die Salutogenese von Antonovsky erläutert.
In der bereits beschriebenen Begrifflichkeit Pathogenese, spiegelt sich die Dichotomie von krank oder gesund bzw. Erkrankung oder Gesundheit wieder. Im nun folgendem Konzept der Salutogenese von Antonovsky, wird der Widerspruch zwischen absoluter Gesundheit oder Krankheit aufgehoben. Es geht jedoch nicht um die Verneinung der Pathogenese, sondern wie Antonovsky (1997) schreibt, vielmehr um das erweiterte Verständnis von:
„Warum befinden sich Menschen auf der positiven Seite des Gesundheits Krankheits Kontinuums, oder warum bewegen sie sich auf den positiven Pol zu, unabhängig von ihrer aktuellen Position?“.
In den Siebzigerjahren beschäftigte sich der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Antonowsky mit genannter Frage. Er entwickelte ein neues Modell, in dem er den traditionellen Standpunkt der Pathogenese verließ und erstmalig den Blickwinkel auf die Gesundheitsentstehung richtete. Antonowsky verwendete dazu den Terminus „Salutogenese“. Dieser setzt sich aus zwei Teilen zusammen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung von Pflegeberatung ein und stellt das Ziel der Arbeit vor, die Salutogenese nach Antonovsky in diesem Kontext zu diskutieren.
1 Pathogenese: Dieses Kapitel erläutert den pathogenetischen Ansatz, der den Fokus auf die Entstehung von Krankheiten legt und Gesundheit negativ als Abwesenheit von Krankheit definiert.
2 Salutogenese: Das Kapitel führt in Antonovskys Konzept ein, das Gesundheit als Kontinuum betrachtet und die Faktoren für die Gesundheitsentstehung sowie das Kohärenzgefühl in den Mittelpunkt stellt.
3 Diskussion Salutogenese und Pathogenese: Hier werden die beiden Modelle einander gegenübergestellt, wobei die Unterschiede in den Grundannahmen sowie die wissenschaftliche Kritik am salutogenetischen Konzept erörtert werden.
4 Pflegeberatung: Das Kapitel beschreibt den Stellenwert und die theoretischen Grundlagen der Pflegeberatung als essenzielle Kernkompetenz im komplexen Gesundheitssystem.
5 Diskussion Salutogenese und Pflegeberatung: Diese Diskussion untersucht, inwieweit salutogenetische Aspekte in bestehenden pflegeberatenden Ansätzen integriert sind oder integriert werden könnten.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Salutogenese ein wertvoller, wenn auch kontrovers diskutierter Orientierungsrahmen ist, um Pflegende und Angehörige ressourcenorientiert zu beraten.
Schlüsselwörter
Salutogenese, Pathogenese, Pflegeberatung, Kohärenzgefühl, Gesundheitsförderung, Krankheitsbewältigung, Antonovsky, Widerstandsressourcen, Gesundheits-Krankheits-Kontinuum, Pflegewissenschaft, Ressourcenorientierung, Stressbewältigung, Beratung, Prävention, Patientenkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des salutogenetischen Modells nach Aaron Antonovsky und dessen Nutzbarkeit für die moderne Pflegeberatung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Gesundheit und Krankheit, die Entstehung und Entwicklung von Stressbewältigungsmustern sowie die praktische Anwendung von Beratungskompetenzen in der Pflege.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu prüfen, ob und wie der salutogenetische Ansatz – der danach fragt, was Menschen gesund erhält – als theoretischer Rahmen für die pflegerische Beratungspraxis dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturarbeit, die den wissenschaftlichen Diskurs sowie empirische Erkenntnisse zum Thema zusammenführt und analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die pathogenetischen als auch die salutogenetischen Konzepte detailliert dargestellt, in ihrer Differenz diskutiert und mit dem Aufgabenbereich der professionellen Pflegeberatung verknüpft.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Salutogenese, Kohärenzgefühl, Widerstandsressourcen, Pflegewissenschaft und Ressourcenorientierung charakterisiert.
Wie definiert Antonovsky das Kohärenzgefühl?
Das Kohärenzgefühl beschreibt eine grundlegende Lebenseinstellung, die das Vertrauen in die Vorhersehbarkeit und Sinnhaftigkeit der eigenen Lebenswelt sowie die Zuversicht ausdrückt, Herausforderungen bewältigen zu können.
Welche Kritik wird am Konzept der Salutogenese geäußert?
Die Kritik bezieht sich vor allem auf die mangelnde empirische Replizierbarkeit der Subskalen des SOC-Fragebogens sowie die Herausforderung, das Konstrukt klar von anderen psychologischen Messgrößen abzugrenzen.
Gibt es spezifische Konzepte für die Salutogenese in der Pflege?
Laut dem Autor existieren bisher keine spezifischen, rein salutogenetischen Pflegeberatungskonzepte im deutschsprachigen Raum, jedoch finden sich salutogenetische Aspekte vereinzelt in leiborientierten oder integrativen Beratungsmodellen wieder.
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- Diplom Pflegewirt FH Peter Ullmann (Author), 2008, Pflegeberatung und das Konzept der Salutogenese , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115188